Max und Moritz: Eine Analyse der Streiche und ihrer Bedeutung

«Max und Moritz - Eine Bubengeschichte in sieben Streichen» gilt bis heute als eine der bekanntesten deutschen Kinder- und Jugenderzählungen. Vor 160 Jahren schuf Wilhelm Busch die zwei Lausbuben, die mit ihren sieben bösen Streichen seit Generationen Kinder wie Erwachsene zum Lachen bringen. 160 Jahre nach ihrem Erscheinen widmet das Wilhelm-Busch-Museum den zwei berühmten Bengeln eine Ausstellung.

Unter dem Titel «BÖSE?! Widerstand und Verbrechen - 160 Jahre Max und Moritz» läuft sie vom 27. September bis 8.

Auch deshalb trägt das Deutsche Museum für Karikatur und Zeichenkunst in Hannover Wilhelm Buschs Namen.

Die Bildergeschichte des humoristischen Dichters und Zeichners Busch ist ein Klassiker der Kinderliteratur.

400.000 Exemplare in deutscher Sprache waren nach Angaben des Wilhelm-Busch-Museums in Hannover bis zu Buschs Tod 1908 bereits erschienen.

Busch veröffentlichte «Max und Moritz» im Jahr 1865 - eine Zeit, in der strenge Erziehung und körperliche Züchtigung selbstverständlich waren.

Busch selbst sei von den Erziehungspraktiken seiner Zeit geprägt worden.

Er habe die im 18. und 19. Jahrhundert populäre, sogenannte Schwarze Pädagogik am eigenen Leib erfahren. Diese verstand körperliche Gewalt, Demütigungen und Einschüchterungen als legitime Erziehungspraktiken.

Germanist und Literaturkritiker Košenina sagt: «Max und Moritz brechen aus den strengen Familienordnungen des 19.»

Laut Museumsdirektorin Jandl-Jörg war es damals üblich, «dass man Kinder geschlagen und gezüchtigt hat und es eigentlich keinen Unterschied gab zwischen Tier und Kind.»

Doch nicht mehr überall ist der Kinderbuchklassiker verfügbar: Der Münchener Bassermann Verlag, dessen wohl bekanntester und wichtigster Autor Wilhelm Busch war, führt nach eigenen Angaben derzeit keine aktuelle Busch-Ausgabe mehr im Programm.

Die Streiche der Lausbuben

Die Streiche der beiden Lausbuben seien «nicht harmlos, sondern gehen bis hin zu Sabotage, Sprengstoffanschlag, Feuerlegung, Körperverletzung», sagt Alexander Košenina, Professor am Deutschen Seminar der Leibniz Universität Hannover und Experte für die deutsche Literatur des 17. bis 19. Jahrhunderts.

Košenina sagt: «Kinder empfinden Lust am Verbotenen, an Schadenfreude, am Bösen. Busch wusste das und entwickelte so etwas wie eine Abhärtungspädagogik.»

Die «Impfung mit dem Bösen» soll demnach das gute und moralische Verhalten stärken.

Das Böse spielt in Buschs Werk eine große Rolle.

«Das Gute - dieser Satz steht fest - ist stets das Böse, was man lässt», schrieb der Humorist und Dichter.

Busch habe Max und Moritz ‒ wie viele andere seiner Figuren ‒ nicht einfach nur als aufmüpfige Lausebengel mit blinder Zerstörungswut erschaffen, hieß es in einer Museumsmitteilung.

Max & Moritz • Eine Bubengeschichte in sieben Streichen

Die Bedeutung für die Erziehung

Nach der Einschätzung von Museumsdirektorin Jandl-Jörg können Eltern, Lehrkräfte und Kinder auch heute noch viel aus «Max und Moritz» lernen.

Dazu gehöre etwa ein «respektvoller Umgang auf Augenhöhe».

Ob sie nun Kinderbuchfiguren oder subversive Satiregestalten sind - Max und Moritz haben für ihre Fans ihre Wirkung bis heute nicht verloren.

Schüler dürfen nicht machen, was sie wollen: Disziplin, bitte!

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