In den Neunzigerjahren gab es an Marusha, WestBam und Co. kein Vorbeikommen. Doch was wurde eigentlich aus der wohl bekanntesten Plattenauflegerin Deutschlands? Selbst mit 50 Lebensjahren ist und bleibt Marusha die unumstrittene Königin des Techno.
Eigentlich heißt die Königin der Raver mit vollen Namen Marusha Aphrodite Gleiß. Zwar wurde die Tochter einer Griechin in Nürnberg geboren, wuchs jedoch in der Obhut ihrer Großmutter in der griechischen Idylle eines Bergdorfes in Makedonien auf.
Mit umso mehr Stolz trägt sie später ihren wahren Vornamen „Marusha“ in die Welt. Als gelernte Industriekauffrau arbeitete Marusha Ende der 80er Jahre in einem Schuhladen. Doch schon damals hatte die 22-Jährige einen Faible für elektronische Musik.
Bereits als Rave und Acid House noch keinen festen Platz in der deutschen Musiklandschaft einnahmen, organisierte die gebürtige Nürnbergerin gemeinsam mit einem Freund Techno-Partys in ihrer Heimatstadt. Dank großem Anklang eröffnete Marusha bereits 1989 den ersten Techno-Club in Nürnberg.
Nach der Wende zog es die Deutsch-Griechin in die Metropole Berlin, wo sie bereits Anfang der 90er Jahre eine der ersten deutschen Techno-Shows beim DDR-Radiosender „DT64“ moderierte.
Der Neuanfang in Berlin brachte Marusha nicht nur einen Job, sondern bescherte ihr auch die große Liebe und den musikalischen Durchbruch. Ihr Freund Fabian Lenz alias DJ Dick war kein geringerer als der Bruder von Techno-Legende Westbam und brachte die DJane im eigenen Plattenlabel unter.
23 Jahre ist es her, dass der damals 27-jährigen Aphrodite Gleiß als DJane der Durchbruch in Deutschland gelang. 1994 erklomm Marusha mit der Techno-Parade „Somewhere over the Rainbow“ über Nacht die Clubcharts. Mit dem Song „Somewhere over the Rainbow“ schaffte sie es bis auf Platz drei der damaligen Verkaufscharts.
Mit ihrem Talent und ihrer Extravaganz war die DJane das geborene Aushängeschild einer ganzen Bewegung an jungen Ravern im wachsenden Berlin. Bis heute hat sich daran nichts geändert.
Marusha in den 90ern, bekannt für ihren extravaganten Stil. Quelle: berlin.de
Für Marusha öffneten sich Türen, sie war jahrelang der Hauptact auf der damals wohl friedlichsten Demo der Welt - der Love Parade. Sie war in den späten 90ern der bekannteste DJ der Republik, gehörte zu den Stars der Loveparade.
Durch „Somewhere Over the Rainbow“ und das Album Raveland (1994) wird der Name Marusha international berühmt - und mit ihm die roten Haare und grünen Augenbrauen aus ihren Musikvideos.
Dieser Erfolg führt dazu, dass sie auf großen Raves und Festivals in ganz Europa als DJ gefragt ist.
Marusha bei einem ihrer legendären Auftritte. Quelle: virtualnights.com
Doch irgendwann wurde es ruhig um die Musikproduzentin und Moderatorin. Obwohl Marusha auch 25 Jahre nach ihrem Durchbruch mit „Somewhere over the Rainbow“ im Jahr 1994 noch immer die Techno-Szene aufmischt, füllt sie zu Hause mit viel Liebe und Zuneigung die Rolle einer Mutter aus.
Während Marusha nachts bis heute die internationale Club-Landschaft aufmischt, warten tagsüber Elterngespräche und Pubertätskrisen. Die einzigartige DJane ist und bleibt eine wahre Wundertüte, die selbst mit 50 Jahren noch musikalisch wie privat Überraschungen bereit hält!
Marusha Aphrodite Gleiss, 37, lebt mit ihrem Freund in Berlin. Gemeinsam mit einem Schweizer Komponisten und einem englischen Texter habe ich eine Hymne geschrieben.
TV-Tipp: Ist die DJane auch stilsicher? Das versucht sie am 16.
Heute vereint Marusha Techno und ihren Sohn. Doch mittlerweile spielt die elektronische Musik nur noch die zweite Geige im Leben von Marusha Aphrodite Gleiß. Im Jahr 2005 erblickt ihr einziger Sohn das Licht der Welt.
Damals ist die 38-Jährige DJane in Thailand unterwegs, wo sie im Auftrag der Internationalen Friedensstiftung an Universitäten Vorträge hält. Powerfrau Marusha ist einfach nicht zu bremsen, Kindererziehung und ein Leben in der Öffentlichkeit vereint sie mit der Leichtigkeit einer Feder.
Gegenüber „VIP“ verrät Marusha: „Im Grunde habe ich oder er das Glück, dass ich unter der Woche, voll und ganz, wenn er nach der Schule nach Hause kommt, Mutter bin“. Trotz Promi-Status warten auf die Künstlerin nach Arbeitsschluss der übliche Alltag „Ich habe die gleichen Stressgespräche zuhause wie andere Mütter auch“.
Da Marusha ihr Privatleben und ihre Karriere strikt trennt, hat die Musikerin ihren mittlerweile jugendlichen Sohn noch nie gezeigt. Auch über ihren aktuellen Beziehungsstatus hüllt sich die DJane stets in Schweigen.
Nicht nur privat, sondern auch äußerlich hat sich Marusha um 180 Grad gewendet. Statt roter Wuschelmähne trägt die 53-Jährige einen mal blonden, mal brünetten Pagenschnitt. Leider ist nach 25 Jahren auch ihr Markenzeichen, die knallgrünen Augenbrauen, verschwunden.
Mit über 50 Jahren ist Marusha heute wirklich kaum wiederzuerkennen! "Heute macht es keinen Sinn mehr, weil ich keine roten Haare mehr habe. Aber ich finde es total cool, wie ich damals rumgelaufen bin. Sonst wäre ich ja so nicht rumgelaufen", schwärmt sie über ihren ehemaligen Look.
Trotz aller Verpflichtungen zu Hause weiß die Mutter eines jugendlichen Sohnes ihr Privatleben und ihre Karriere perfekt auszubalancieren. Ob die Teilnahme als Jurorin an der sechsten Staffel der Castingshow Popstars 2007 oder ein Besuch in Jan Böhmermanns Satire-Sendung „Neo Magazin Royal“, bis heute ist Marusha noch in der Öffentlichkeit präsent.
Musikalische Fans der Techno-Königin können sich ebenfalls freuen, denn 2018 brachte die DJane ein neues Album namens „Rave Satellite“ auf den Markt. Selbst als Mutter mit 50 Jahren ist Marusha noch eine Ikone der Techno-Musik.
Wow, Marusha steht heute mit einem coolen neuen Look auf der Bühne! Marusha war bereits Techno-Queen als ich noch sehr klein war. Mit „Somewhere over the Rainbow“ katapultierte sich die heute 50-jährige nicht nur weltweit in die Charts sondern auch in die Raver-Herzen. Das war in den 90ern.
Das Cover von Marushas Album "Rave Satellite". Quelle: dance-charts.de
Seit den 1990ern haben sich in der Technoszene immer wieder auch Frauen einen Namen als erfolgreiche DJs gemacht. Mit diesem Special unserer Serie „First Ladies of Sound“ wollen wir gleich drei DJs feiern und würdigen, welche die Szene in besonderer Weise geprägt haben.
tags: #Marusha #grüne #Augenbrauen
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