Marion Brasch ist eine bekannte Persönlichkeit in Deutschland, die sich in verschiedenen Bereichen einen Namen gemacht hat. Sie ist Moderatorin, Autorin und war eine prägende Stimme des Jugendsenders DT64 in der DDR.
Demonstration für den Erhalt von DT64 (1989)
Marion Brasch moderierte beim Jugendsender DT64. Sie erinnert sich: „Vorher und nachher habe ich nie so Radio gemacht". Am 31. Dezember 1991 sendete der DDR-Jugendsender DT64 zum letzten Mal in Mecklenburg-Vorpommern. Dann stieg der NDR aus der Übertragung aus, obwohl viele Menschen für DT64 gekämpft hatten. Am 31. Das war ein weiterer Schritt beim Untergang auf Raten des Senders, der 1964 gegründet wurde.
Schon vor der Zeit der friedlichen Revolution spielte DT64 viel subkulturelle DDR-Musik - Feeling B, Die Skeptiker und Die Firma - und wurde in der Wendezeit 1989/90 zu einem wichtigen Medium wurde, als dort die Entwicklung von unabhängigem, kritischen Journalismus live mitzuerleben war.
Jugendliche Anhänger von DT 64 besetzten am 15. Januar 1992 die Staatskanzlei in Schwerin. Marion Brasch, heute Moderatorin beim Rundfunk Berlin-Brandenburg und Schriftstellerin, arbeitete damals für DT64: „Das war erschütternd", erinnert sich Brasch an die Zeit Ende 1991. "Wir wussten natürlich, dass der NDR nicht weiter senden würde auf der UKW-Frequenz. Sie waren die ersten, die weg waren vom Fenster, und das war für uns erschütternd. Man hat uns am langen Arm mehr oder weniger verhungern lassen.“
Ein halbes Jahr habe es den Sender noch gegeben und dann sei auch das vorbei gewesen. Brasch hebt wie auch andere Ex-Mitarbeiter des Senders hervor, DT64 habe immer auf Augenhöhe mit den Hörerinnen und Hörern gesendet. Diese hätten dann plötzlich keinen Sender mehr gehabt, der mit ihnen auf Augenhöhe war. „Das war für uns wirklich sehr, sehr traurig und es hat uns sehr, sehr betroffen gemacht, weil wir nichts dagegen unternehmen konnten.
Als sie nun einen DT64-Trailer hört, sagt sie, sie habe erstmal grinsen müssen, „weil wir damals noch ganz unironisch Kaufhalle gesagt haben, was heute ironisch so genannt wird, also die ehemaligen Supermärkte“. Das habe allerdings nicht nur im Osten gegolten, sondern auch im Grenzgebiet auf westdeutschem Boden. Auch dort habe DT64 „unglaublich viele Hörer“ gehabt, „Hannover, Nürnberg, alles, was so an der Grenze lag".
DT64-Fans machten am 29. November 1991 mit einer Wand aus Papp-Radios am Dresdner Kulturpalast auf die geplante Abschaltung des Jugendsenders aufmerksam. Unglaublich viele Hörer hätten sich auch dort solidarisiert. „Es hätte also eine Chance gegeben, dieses Jugendradio, diese Idee dieses Jugendsenders wirklich bundesweit zu verwirklichen - und diese Chance wurde einfach nicht ergriffen und das ist schade.“
Es gehe nicht um eine Kränkung, weder der Mitarbeiter noch der Hörer, sagt Brasch. Zwar mache man das heute auch, "aber das war damals noch ein fast anarchisches Radiomachen, weil wir wirklich nicht wussten, was am nächsten Tag passieren würde, weder in der Gesellschaft noch in unserem Radio. Und so haben wir Radio gemacht, und das lässt sich nicht noch mal wiederholen.
Seit Ab jetzt ist Ruhe, dem Roman über ihre eigene Ostberliner Familie, lieben ihre Leser*innen an Marion Brasch, Tochter eines bekannten DDR-Funktionärs, Schwester des Autors Thomas und des Schauspielers Klaus Brasch, ihre unverkennbare Mischung aus leichtem Plauderton und hohem Reflexionsniveau.
Ihr erstes Buch haben Sie einmal als Pflicht bezeichnet, Ihr zweites als Kür. Das ist die Fortsetzung der Kür. Mit »Ab jetzt ist Ruhe« habe ich meine Familiengeschichte zu einem Roman verarbeitet. Das war die Pflicht mit Kür-Elementen. Danach habe ich zwei fiktionale Bücher geschrieben, die nichts mehr mit meiner Person zu tun hatten. Und auch der neue Roman »Lieber woanders« hat nur insofern etwas mit mir zu tun, als dass ich ihn geschrieben habe.
Ich bin im Osten groß geworden und bin geprägt durch das Erwachsenwerden in diesem Land. Und aufgrund meiner Familienverhältnisse musste ich früh lernen, allein klarzukommen, unabhängig zu sein. Wir sind eine Nachkriegsgeneration. Wir tragen die Erfahrungen unserer Eltern in uns. In meinem Fall war es das Exil, meine Eltern mussten als Juden vor den Nazis nach England fliehen und sind danach in den Osten Deutschlands zurückgekehrt, um den Sozialismus aufzubauen. Das stand im Vordergrund, dem wurde auch die Familie untergeordnet.
Vor 30 Jahren war ich 28 und war ein glücklicher Mensch in jeder Hinsicht. Der Fall der Mauer war für uns alle im Osten existenziell. Allerdings gehörte ich zu den Leuten, die dachten, es wäre eine gute Gelegenheit, mit diesem Land DDR etwas anderes, Besseres zu versuchen, statt uns gleich von der Bundesrepublik schlucken zu lassen. Es ist schade, dass wir uns nicht die Zeit genommen haben, darüber nachzudenken, sondern dass die D-Mark und das, was man uns als Freiheit versprochen hat, verlockender war. Verpasste historische Chance, finde ich.
Für mich bedeutete das auch Entlassung, denn der Radiosender, für den ich gearbeitet habe, wurde abgewickelt. Danach war ich schwanger und arbeitslos. Da hatte ich große Sorgen, wie ich mein Leben neu sortieren soll. Und dann gab es natürlich diese anderen Fragen und Ängste: Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda - da kochte plötzlich etwas hoch, womit niemand gerechnet hatte. Damals hatte ich auch für einen kurzen Moment den Gedanken, nach Israel auszuwandern. Ich will hier nicht weg. Ich hoffe nicht, dass ich das jemals ernsthaft in Erwägung muss.
Vieles hat auch mit dem Erwachsenwerden zu tun. Es gibt diesen Punkt, an dem man sich sagt: Du musst dein Leben strukturieren. Du musst dich darum kümmern, dass du diesen Job bekommst. Geld spielte nach 1990 plötzlich eine Rolle. Mir wurde klar, dass diese Existenz auch fragil ist und dass ich meine Sachen auf die Reihe bekommen muss. Ich musste mich plötzlich mit Dingen beschäftigen, die vorher überhaupt keine Rolle gespielt hat, weil Geld in der DDR keine Rolle gespielt hat.
Ich musste lernen, mich durchzusetzen, nicht zu allem »Ja« oder »Ist doch egal« zu sagen und meine Interessen zu vertreten. Und zwar ohne Ellenbogen, denn die waren nicht sehr gut ausgebildet.
Ich denke in letzter Zeit oft: Wo bleiben die Utopien? Alle reden darüber, was schlecht ist, und dass es immer schlechter wird. Aber kaum einer entwickelt neue Visionen. Junge Frauen von heute sind total bei sich, kümmern sich um ihre Belange, haben den Feminismus neu für sich entdeckt. Das finde ich völlig in Ordnung, aber mich betreffen diese Debatten nicht so sehr. Und ich finde oft die Verkrampftheit, mit der sie geführt werden, anstrengend.
Ihre Tochter hat sich auch mit der Geschichte der Familie Brasch beschäftigt und erzählt darüber in dem Dokumentarfilm »Familie Brasch« von Annekatrin Hendel.
Ich musste in dieser schwierigen Familie funktionieren, da blieb mir nichts anderes übrig, als »lieb« zu sein. Es hat ja gereicht, dass die anderen fünf in dieser Familie miteinander gekämpft und die Türen geschmissen haben. Ich war die Kleinste und habe intuitiv verstanden, dass ich funktionieren muss, um es nicht noch schlimmer zu machen. Zu meinem Schutz, aber vor allem auch, um meine Ruhe zu haben. Deshalb bin ich nicht weiter aufgefallen und habe nicht rebelliert wie meine Brüder.
Allerdings war ich zu lange »unauffällig«, das ärgert mich heute. Etwas mehr Mut hätte mir mitunter ganz gut zu Gesicht gestanden. Es gab Momente der Harmonie, aber in der Erinnerung dominiert ja oft das Negative. Gab es bei uns Krach, habe ich mich in mein Zimmer zurückgezogen, Hörspiele gehört und die so laut gemacht, dass sie den Streit draußen übertönt haben. Aber das war nicht jeden Tag so.
Meine Mutter kam ja aus Wien nach England, und als mein Vater gesagt hat »Lass und nach Ostdeutschland gehen und den Sozialismus aufbauen«, hatte sie keine Lust dazu. Sie ist meinem Vater dann ein Jahr später gefolgt, nachdem sie lange darüber nachgedacht hatte. Sie wollte ja eigentlich Künstlerin sein, Schauspielerin, Sängerin. Aber diesen Traum von einem anderen Leben hat sie in England zurückgelassen. Ich glaube, dass sie darüber sehr traurig und auch verbittert war, doch als ich sie danach hätte fragen wollen, war sie nicht mehr da. Sie ist gestorben, als ich 14 war.
Indem ich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr gemacht habe, was man (also auch mein Vater) von mir erwartet hat. Ich habe einen richtigen Beruf gelernt, aber dann bin ich ausgeschert und habe Musik gemacht, die mich dann zum Radio gebracht hat, was ein großes Glück war, denn das war ein Traumjob.
Für das Sommerspecial von „Wie war‘s?“ wagt sich Union-Berlin Stadionsprecher und Geschäftsführer Kommunikation, Christian Arbeit, mit Gastgeberin Marion Brasch zu den "Spielerfrauen" ins Neue Haus.
Regisseurin Lena Brasch spricht im Interview mit dem Popkulturmagazin "Kompressor" im Deutschlandfunk Kultur über ihre Inszenierung von "Spielerfrauen" und u.a. Die Britney in sich selbst findet Satiriker Sebastian Hotz aka. El Hotzo beim Besuch der 50. Für "It's Britney, Bitch!" verwandelt sich Schauspielerin Sina Martens vor jeder Vorstellung in Britney Spears - inklusive 2007-Britney-Reveal.
Lena Brasch, Regisseurin von "It's Britney, Bitch!" erzählt, was sie am Theater interessiert und wie sie ihre Arbeit sieht: "Ich glaube, dass ich eine Sprache gefunden habe, die mich interessiert.
In der Deutschlandfunk Kultur-Reihe "Tonart" ging es in der ersten Folge um das Popjahr 2000 als Wegweiser für das neue Jahrtausend und nimmt entsprechend Pop-Ikone Britney Spears in den Fokus.
Szene aus dem Dokumentarfilm "Familie Brasch"
Marion Brasch ist eine vielseitige Persönlichkeit, die durch ihre Arbeit beim Jugendsender DT64, ihre schriftstellerischen Werke und ihr Engagement in verschiedenen Projekten einen wichtigen Beitrag zur deutschen Medienlandschaft leistet. Ihre persönlichen Erfahrungen und Einblicke bieten wertvolle Perspektiven auf die DDR-Geschichte und die Herausforderungen der Wiedervereinigung.
tags: #Marion #Brasch #Frisuren
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.