Männerfrisuren leicht gemacht: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Haare selber schneiden

Du hast keine Lust auf den Friseursalon, aber dein Nacken und deine Koteletten brauchen ein Fresh-Up? Oder ist der Friseurtermin schon längst überfällig? Keine Sorge, mit den richtigen Tipps und etwas Übung kannst du selbst zum Profi werden und deinem Mann oder dir selbst die Haare schneiden. Es spart Zeit und Geld, gibt Ihnen die Freiheit, den Haarschnitt genau nach Ihren Vorstellungen zu gestalten, und kann sogar therapeutisch wirken.

Besonders für Männer, die oft einfache und regelmäßige Haarschnitte bevorzugen, kann das Selberschneiden eine wirklich praktische Lösung sein. Wir raten jedoch dringend davon ab, Ihr eigenes Haar zu etwas „Modernem“ oder „Stylischem“ zu schneiden, wenn Sie nicht bereits Erfahrung darin haben.

Die richtige Ausrüstung für den perfekten Haarschnitt

Möchtest du dir selbst die Haare schneiden, ist das Equipment entscheidend: Was du jetzt brauchst, ist eine gute Haarschneidemaschine. Achte darauf, dass das Gerät mehrere Aufsätze hat. So kannst du mit unterschiedlichen Längen arbeiten.

Neben Handfeger und Kehrblech oder einem Staubsauger, um die geschnittenen Haare nicht in deiner gesamten Wohnung zu verteilen, benötigt man folgendes Profi-Werkzeug um Männern einen Kurzhaarschnitt zu schneiden:

  • Haarschneidemaschine (mit Aufsätzen in unterschiedlichen Längen)
  • Haarschneidekamm (mit zwei unterschiedlichen Kämmstärken - grob und fein)
  • Haar-Clips (zum Abteilen von Haar-Partien oder für längeres Deckhaar)
  • Frisierumhang (damit die abgeschnittenen Haare nicht überall piksen), alternativ kannst du hier auch ein dünnes Handtuch nehmen
  • Effilierschere (falls du die Haare nach dem Schneiden ausdünnen willst)

Wenn du auf der Suche nach einer Schere bist, um deinem Mann damit die Haare zu schneiden, dann haben wir hier die besten Haarschneidescheren im Test für dich, die sich perfekt für Anfänger und Anfängerinnen eigen - empfohlen vom Friseur!

Auch wenn du bereits erprobt bist im Haare selber schneiden, weil du dir mit einer Haarschneideschere (bitte niemals, aber wirklich niemals Bastel- oder Nagelscheren verwenden) den Pony oder ganze Frisuren selbst geschnitten hast, solltest du bei Kurzhaarfrisuren unbedingt zur Haarschneidemaschine greifen. Es erleichtert dir die Arbeit ungemein und führt zu schönen Ergebnissen.

Das richtige Werkzeug ist wichtiger als du denkst. Denn am Ende wird der Haarschnitt nur maximal so gut, wie die Haarschneidemaschine, die du dafür verwendest. Es wird sich also mehr als lohnen, das vom deinen ausfallenden Friseurbesuchen gesparte Geld, direkt in einen Profi-Haarschneider zu investieren.

Produktempfehlungen:

  • Der Preis-Leistungs-Sieger: Philips HC5630/15 (~45 €)
    • Er bietet einen attraktiven Preis und viele Funktionen, die du brauchst, wenn du selber Haare schneiden möchtest.
    • 2 Kammaufsätze
    • 17 Längeneinstellungen für kurze und lange Haare
    • Mit der praktischen Feststelltaste sicherst du deine bevorzugte Einstellung.
    • Das Gerät hat eine Laufzeit von bis zu 50 Minuten, eine 5-Minuten-Schnellladung reicht für eine komplette Rasur.
    • Nach dem Haareschneiden kannst du es einfach unter fließendem Wasser abwaschen.
    • Die Klingen sind laut Hersteller lebenslang scharf. Du musst dich also nicht um Ersatzteile kümmern, sondern kannst dauerhaft deine Haare selber schneiden.
  • Das Multitalent: Philips MG 7950/15 (~85 €)
    • Ein Gerät, viele Funktionen: Der Haarschneider von Philips ist die perfekte Wahl für alle, die gern ein Multigroom-Gerät haben möchten. Das ist ein Haarschneider mit mehreren Einsatzbereichen.
    • Der Multi-Groomer hat insgesamt 15 Aufsätze:
      • 7 für die Haare
      • 2 für den Körper
      • 4 für den Bart
      • 1 für die Details
    • Ein echter Pluspunkt bei diesem Gerät ist die Tatsache, dass du den Multi-Groomer unter der Dusche verwenden kannst.
    • Da er aus Metall besteht, ist er zudem besonders langlebig.
  • Der Profi-Tipp: Panasonic ER-DGP84 (~170 €)
    • Das Gerät von Panasonic ist die Luxus-Variante unter den Haarschneidegeräten:
      • Durch die Karbon-Beschichtung verschleißt der Panasonic kaum
      • Es bildet sich weniger Hitze
      • Das Gerät hat eine lange Lebensdauer
    • Durch das schlanke, ergonomische Design mit teilweise gummierten Oberflächen liegt der Rasierer zudem besonders gut in der Hand.
    • Sehr praktisch ist das Einstellrad zur Schnittlängeneinstellung: Hiermit kannst du die Schnittlänge bequem während des Schneidens anpassen und z. B. den Nacken kurz schneiden und direkt danach die anderen Haare rasieren oder stutzen.

Vorbereitung ist alles: So schaffst du die optimalen Bedingungen

Bevor du mit dem Schneiden beginnst, solltest du einige Vorbereitungen treffen:

  • Der richtige Ort: Suche einen Ort aus, der sich nach dem Haareschneiden einfach reinigen lässt. Vermeide daher Teppich als Untergrund und suche dir ein Zimmer aus, das gefliest oder mit Laminat ausgelegt ist. Die Küche oder ein Wohnzimmer mit Parkett können deswegen geeigneter als das Badezimmer sein.
  • Gute Beleuchtung: Gutes Licht ist bei der privaten Friseurarbeit sehr wichtig, damit du alles gut sehen und keine böse Überraschung erleben kannst.
  • Saubere Haare: Ihre Haare sollten frisch gewaschen und getrocknet sein. Es sei denn, Sie haben Locken, dann können Sie diese noch leicht anfeuchten, um sie besser schneiden zu können. Sauberes, trockenes Haar verhält sich anders als fettiges oder ungewaschenes.
  • Spiegel: Möchtest du die Haare selbst schneiden, stellt Mann sich am besten vor einen Spiegel. Positioniere direkt hinter dir einen zweiten Spiegel. So siehst du dich von allen Seiten und gehst sicher, dass du keine Strähne auslässt. Alternativ legst du dir einen 360-Grad-Spiegel zu, der ist dreiteilig und du siehst dich aus jedem Winkel.
  • Handtuch oder Umhang: Lege dir ein Handtuch über die Schultern, damit deine Kleidung nicht mit Haaren in Kontakt kommt.
  • Kamm: Kämme deine Haare gründlich durch und entferne alle Knötchen. Besonders praktisch ist ein Stielkamm.

Haarschneidemaschinen funktionieren am besten an trockenem Haar. Möchtest du eine Schere verwenden, so empfiehlt es sich, das Haar nass zu schneiden. Du solltest allerdings zuvor das Haar deines Allerliebsten in trockenem Zustand genau betrachten. Feuchtes Haar hat weniger Volumen als trockenes Haar, das musst du unbedingt berücksichtigen, denn schließlich soll die Frisur trocken gut aussehen und nicht nass.

Schritt-für-Schritt-Anleitungen für verschiedene Haarschnitte

Für den Haarschnitt selbst gibt es eine wichtige Grundregel, die du unbedingt im Hinterkopf haben solltest: Je kürzer die Haare und je weniger Übergänge die Frisur hat, desto einfacher ist das Haare selber schneiden. Wir erklären dir in unserer Anleitung für einen Herrenhaarschnitt (als auch Fassonschnitt bekannt) Schritt für Schritt, wie du zu einem tollen Ergebnis gelangst.

Mit professionellem Werkzeug, den richtigen Techniken und ein paar wichtigen Tipps vom Profi, kannst du tolle Frisuren kreieren.

Haare schneiden bei Männern - Haarschnitt mit Maschine

1. Koteletten selbst schneiden: So geht’s Schritt für Schritt

  1. Trimme deinen Bart wie gewohnt.
  2. Setze einen etwa einen Zentimeter langen Scheraufsatz auf deinen Rasierer.
  3. Trimme die Koteletten mit kurzen Aufwärtsbewegungen.
  4. Entferne dann den Trimmaufsatz.
  5. Klappe ein Ohr herunter und schneide die Haare selbst ringsum in einer Rundung ab.
  6. Gehe auf der anderen Seite genauso vor.
  7. Schaue gerade in den Spiegel.
  8. Halte den Rasierer waagerecht und kürze die Koteletten auf die Wunschlänge.

2. Nacken selbst rasieren: So geht’s Schritt für Schritt

  1. Kämme alle Haare am Hinterkopf glatt nach unten.
  2. Stelle dir eine Linie vor, an der dein Haar enden soll.
  3. Rasiere auf der Höhe der gedachten Linie an einer Stelle die Haare kurz.
  4. Die rasierte Stelle gilt jetzt als Referenzpunkt. Rasiere so den ganzen Nacken aus.
  5. Rasiere unterhalb der Schnittkante mit einem Trocken- oder Nassrasierer die letzten Härchen ab.

Tipp: Möchtest du im Nacken die Haare rasieren, kürze sie lieber erst einmal nur ein wenig. Du kannst später nacharbeiten. Beginnst du zu weit oben, sind dir die Haare vielleicht am Ende zu kurz.

3. Den Kopf selbst rasieren: So geht’s Schritt für Schritt

Bei einer eher kurzen Haarlänge kannst du mit einem Rasierer die Haare schneiden und so schnell wieder gepflegt aussehen. So gehst du vor:

  1. Rasiere dein Haar unbedingt im trockenen Zustand. Nass ist es zu weich und der Rasierer kann es nicht gut greifen.
  2. Beginne am Oberkopf und schere die Haare gegen den Strich, also gegen die Wuchsrichtung: von der Stirn in Richtung Hinterkopf.
  3. Im Nacken rasierst du von unten nach oben.
  4. Die Seiten kürzt du schräg von vorn in Richtung des Hinterkopfs.

Wichtig: Die Haare im Nacken und an den Seiten sollten ein wenig kürzer sein als die oben am Kopf: Haben alle Haare die gleiche Länge, wirkt der Kopf rund. Sind die Seiten hingegen kürzer, macht das den Schnitt markanter und professioneller und es sieht fast so aus, als wärst du beim Friseur oder bei der Friseurin gewesen.

Extra-Tipp: Sind die Haare kürzer als etwa 10 Millimeter, schimmert bei vielen Männern die Kopfhaut durch. Das kommt in einigen Fällen dem Look einer Glatze nahe.

4. Männer-Haare schneiden: Schritt für Schritt Anleitung

Tipp vorweg: Achte darauf, dass der Kopf stets gerade gehalten wird. Beim Haare selber schneiden solltest du am Besten im Nacken beginnen. Welche Länge soll das Ergebnis haben? Für einen klassischen Kurzhaarschnitt gilt es, den Nacken schön kurz zu gestalten. Am besten stellst du deine Haarschneidemaschine also auf 6mm oder 9mm ein. Einmal richtig eingestellt, kannst du damit beginnen, den Nacken auszurasieren.

Wichtig: Die Haare werden immer gegen ihre Wuchsrichtung gekürzt, also ziehst du den Haar-Trimmer von unten nach oben durch die Haare. Beim Nachobenziehen hebst du die Maschine in einer leichten Bewegung aus den Haaren heraus in deine Richtung. Arbeite dich bis über den Atlasknochen, dieser markiert seine Stopplinie.

Kleiner Tipp: Die Haarschneidemaschine verrät dir mit ihrem „Sound“, ob du noch Haare abschneidest oder die Partie bereits gekürzt ist.

2. Die Seiten

Hier gilt: Klapp den oberen Ohrmuschelrand immer mit der nicht schneidenden Hand ein wenig nach unten, oder bitte deinen Freund, dass er es mit den Fingern gedrückt hält. So geht ihr der Gefahr aus dem Weg, in das Ohr zu schneiden, bzw. zu rasieren.

Einige dich auch hier zuvor auf einen Maschinenaufsatz mit der gewünschten Millimetereinstellung. Setz die Maschine ähnlich wie im Nacken nun auch an den Seiten an und arbeite dich sowohl von Gesichtskontur zu Gesichtskontur als auch von unten nach oben. Deine Stopplinie ist die sogenannte Hutlinie, sie markiert die weiteste Stelle des Kopfes. So garantierst du eine ausgeglichene Kopfform und eine schöne Frisuren-Silhouette.

3. Deckhaar schneiden

Hier ist das Haar typischerweise am längsten. Darum solltest du den größtmöglichen Aufsatz deiner Haarschneidemaschine wählen und das Deckhaar anschließend kürzen, fertig! Sollte das Deckhaar länger sein, kannst du hier zur Haarschneideschere greifen.

Hierbei arbeitest du dich von der hinteren Kopfrundung nach vorne zur Stirn und kürzt dabei das Haar um die gewünschte Länge. Fang mit weniger Zentimetern an und schneide lieber noch einmal nach, wenn es zu lang sein sollte.

Wichtig beim Haare selber schneiden mit der Schere ist, dass du die zuvor geschnittene Haarpartie mit in die neue noch ungeschnittene aufnimmst. Sie wird so zu deine sogenannten Führungslinie und zeigt dir an, wie weit du das Haar kürzen darfst. Ein Schritt, den du natürlich auch mit dem Haartrimmer machen kannst, den du an Stelle der Schere über den Kamm führst.

Dickes oder lockiges Haar kannst du mit einer Effilier- oder Modellierschere noch zusätzlich ausdünnen.

4. Übergänge vom Konturen- und Nackenbereich

Da die meisten Haarschnitte aus mehr als eine Haarlänge bestehen, geht es nun darum, einen fließenden Übergang von dem Konturen- und Nackenbereich zum Deckhaar zu schaffen. Da kommt die Frage auf, wie man Haare mit einem Übergang schneidet. Es ist einer der kniffligsten Schritte, der anfänglich auch jedem Friseur-Auszubildenden mit größter Wahrscheinlichkeit den letzten Nerv raubt (Ich spreche da aus eigener Erfahrung). Aber keine Sorge, das wird klappen.

Sollte es dein Mann, Freund oder Kind mögen, ist die einfachste Version ein harter Cut zwischen Seiten- und Deckhaar. Ein Haarschnitt, der vielen steht und einfach wieder nachgeschnitten werden kann.

Entscheidest du dich für weiche Übergänge, verläuft dieser Schritt ähnlich wie der Nacken. Auch hier hebst du die Haarschneidemaschine nach und nach etwas mehr an und ziehst sie dabei aus den Haaren heraus. Alternativ kürzt du zuerst eine untere Stelle mit einem kleineren Aufsatz. Danach wählst du einen größeren Aufsatz und lässt zwischen der ersten und zweiten Haarpartie Platz für eine dritte. Nachdem du die längeren Haare nun auch etwas gekürzt hast, kannst du die ausgelassenen Stellen zwischen den beiden Haarpartien an die obere und untere anpassen.

Tipp: Arbeite vorsichtig, langsam und geduldig, so erhältst du das beste Ergebnis.

5. Konturen & Nacken rasieren

Ganz zum Schluss widmest du dich den Feinheiten deines Haarschnittes: Den Konturen und dem Nacken. Damit diese frei von kleinen Härchen sind und eine schöne saubere Linie ergeben, greifst du hier am Besten zu einer Konturenmaschine. Alternativ kannst du selbstverständlich auch deine Haarschneidemaschine ohne Aufsatz hierfür einsetzen.

Am Haaransatz und den Seiten des Nackens kannst du die Maschine angewinkelt direkt mit ihren Klingen ansetzen und nur an dieser Stelle kurz halten. Mit dem sogenannten Abstecken arbeitest du dich in einer schönen Linie bis zu den Ohren hoch. Um hier kein Dreieck oder Zick-Zack-Muster zu kreieren (außer es ist gewünscht), musst du die Maschine seitlich halten und einen Bogen zu den Koteletten zeichnen. Diese kannst du im Anschluss ebenfalls auf gleiche „Höhe“ bringen.

Was tun, wenn etwas schiefgeht?

Damit beim Haareschneiden nichts schiefläuft, startest du am besten mit einem längeren Aufsatz. Solltest du aus Versehen eine Kante hineinrasieren, kannst du mit einem kürzeren Aufsatz das kleine Malheur ausgleichen.

Ups! Wenn der Schnitt mal danebengeht, hilft nur eins: cool bleiben, nachbessern, Buzz Cut - oder verwuscheln und so tun, als wär’s Absicht. Nimm auch im Nacken und an den Koteletten lieber erst einmal weniger weg und schneide später nach. Dann bist du auf der sicheren Seite. Wenn alle Stricke reißen, lässt du im Friseursalon den Fehler ausbügeln oder stylst die Haare so, dass man den Ausrutscher nicht sieht.

Schnittkanten fallen übrigens besonders auf, wenn die Haare glatt fallen oder unfrisiert sind. Am besten verwuschelst du die sie mit etwas Styling-Paste. Durch den Undone-Look fallen etwaige Unebenheiten nicht mehr auf.

tags: #Männer #kurze #Haare #schneiden #Anleitung

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