Fettige Haare: Ursachen und effektive Behandlungen

Grundsätzlich sind fettige Haare natürlich, da der ölige Film deine Haare vor äußeren Einflüssen schützen kann. Allerdings können sie durch den öligen Talg schwerer werden und schlapp herunterhängen.

Ursachen fettiger Haare

Zunächst musst Du wissen, dass unsere Kopfhaut individuell unterschiedlich beschaffen ist. Ähnlich wie bei unserer Haut lassen sich daher verschiedene Typen (trocken, ölig, empfindlich etc.) der Kopfhaut unterscheiden. In vielen Fällen stimmen Hauttyp und die Beschaffenheit der Kopfhaut überein. Ein öliger Hauttyp geht dementsprechend häufig mit einer öligen bzw. fettigen Kopfhaut einher.

Doch warum produziert die Haut einiger Menschen mehr Fett bzw. Talg? Talg wird von den Talgdrüsen produziert, die nahezu am gesamten Körper in der Haut vorhanden sind, einschließlich der Kopfhaut. Jeder produziert Talg, der entscheidende Unterschied liegt in der Menge. Eine Unterproduktion von Talg (zu wenig) wird als Sebostase, eine Überproduktion (zu viel) als Seborrhöe bezeichnet. Die Aktivität der Talgdrüsen, sprich die Talgproduktion, unterliegt verschiedensten Einflüssen.

Hormone und Hormonschwankungen

In vielen Fällen sind unsere Hormone „Schuld“ an öliger (Kopf-)Haut und fettigen Haaren. Zu ihnen zählen einerseits das bekannte Testosteron, andererseits jedoch auch unbekanntere Vertreter wie DHEA oder Androsteron. Wie viele Hormone unser Körper produziert, ist, ebenso wie die Hautbeschaffenheit, bis zu einem gewissen Grad individuell veranlagt.

Dabei sei jedoch erwähnt, dass unser Hormonsystem ausgesprochen komplex ist und fast alle Hormone miteinander in Verbindung stehen und interagieren. Auch deshalb sind Hormonschwankungen und -störungen keine Seltenheit. In der Pubertät, Schwangerschaft, Menopause oder im Menstruationszyklus sind sie ganz natürlich. Vielen Frauen wird das Phänomen bekannt sein, wenn Haut und Haare vor der Periode plötzlich fettiger als gewöhnlich sind. Doch auch Stress, Schlafmangel oder Infektionen können das Hormonsystem manchmal leichter als gedacht aus dem Gleichgewicht bringen und vorübergehend zu Haut- und Haarveränderungen, z.B. fettigen Haaren, führen.

Pflegeprodukte, Haarstyling & Co.

Auch Pflege- und Stylingprodukte können an fettigen Haaren schuld sein. Ein möglicher Grund können schlicht und einfach die falschen Pflegeprodukte sein. Feine, dünne Haaren vertragen sich beispielsweise oft nicht mit reichhaltigen Pflegeprodukten mit Inhaltsstoffen wie Kokosöl oder Sheabutter. Auch wenn Shampoo oder Conditioner nicht vollständig ausgewaschen werden, können die Produktrückstände zu fettigen Haaren führen. Weitere Stylingprodukte, die mit dem Haaransatz und der Kopfhaut in Kontakt kommen, z.B. Hitzeschutzsprays oder Haarsprays, können ebenfalls zu Problemen führen.

Umweltbedingungen

Die Aktivität der Talgdrüsen ist auch von Umgebungsfaktoren abhängig. Bei hohen Temperaturen ist die Talgproduktion höher als bei niedrigen Temperaturen. Entsprechend führt auch das Tragen von Mützen, Kappen & Co. vermehrt zu fettigen Haaren.

5 Tipps gegen fettige Haare

Behandlung fettiger Haare

Die eigentliche Frage ist natürlich nun, was helfen kann. Mit den geeigneten Pflegeprodukten lässt sich die Talgproduktion bis zu einem gewissen Grad reduzieren, die Hautbeschaffenheit und der Hormonstatus bleiben dadurch allerdings unbeeinflusst. Treten fettige Haare als Folge von vorübergehenden Hormonschwankungen, z.B. unter der Stress, auf, ist „einfach“ Geduld gefragt.

Die richtige Haarpflege

Bei der Wäsche von schnell fettenden Haaren sind Pflegeprodukte von entscheidender Bedeutung. Wichtig ist, dass du zu milden Shampoos, Conditionern und Masken ohne Silikone oder zugesetzte Öle greifst. Sie können zum einen die Kopfhaut reizen und dadurch die Talgproduktion anregen. Zum anderen legen sich Silikon sowie Öl wie ein Film um deine Haare und beschweren sie dadurch. Das Ergebnis: Schlapp hängende Haare, die flach an der Kopfhaut liegen und fettig erscheinen.

Neben der Wahl der Produkte ist es wichtig, sie auch richtig einzusetzen. Vielleicht hilft es dir, dein Shampoo nur kurz in den Ansatz einzumassieren und es nach kurzer Einwirkzeit wieder auszuspülen. So verminderst du die Kontaktzeit zu potentiell reizenden Stoffen, die die Talgdrüsen stärker aktivieren könnten. Kräftiges Rubbeln steigert die Talgproduktion. Den Conditioner oder die Maske gibst du dagegen nur in die Spitzen oder bei Bedarf in die Längen.

Hast du schnell fettende Haare, kann das ein Zeichen dafür sein, dass du sie zu heiß wäschst. Drehe das Wasser bei der Haarwäsche am besten auf kalt oder lauwarm. Auch heiße Föhnluft belastet Haar und Kopfhaut. Im Idealfall trocknen deine Haare deshalb an der Luft. Greifst du also doch einmal zum Föhn, schaltest du ihn auf einer der kühlen Stufen ein und hältst ihn mit etwa 20 Zentimetern Abstand zu deinem Kopf. Auf diese Weise föhnst du dein Haar so schonend wie möglich. Auch die Hitze von Glätteisen und Lockenstab beeinflussen die Kopfhaut.

Weitere Tipps und Tricks

  • Fahre dir so wenig wie möglich mit deinen Händen durch die Haare oder spiele an einer Strähne. Denn über die Hände verteilst du das vorhandene Fett der Kopfhaut in die Längen und dein Haar sieht schnell ölig aus.
  • Eine Bürste mit Naturborsten, beispielsweise Wildschwein, nimmt Talg gut auf und verteilt es in die Längen - dort, wo das Haar von Natur aus trockener ist. Ein grobzinkiger Kamm dagegen entwirrt sie, ohne das Fett aus dem Ansatz in die Spitzen zu schieben.
  • Kamm und Bürste, also die Tools, die täglich genutzt werden, solltest du regelmäßig - etwa einmal pro Woche - reinigen und vom aufgenommenen Talg befreien. Das geht mit ein wenig Shampoo, das du einmassierst und gründlich wieder ausspülst.
  • So stylisch sie auch sein mögen: Mützen und Hüte sind bei fettigen Haaren tabu. Sie reiben auf der Kopfhaut und liegen direkt auf den Haaren auf. Die Folge: Sie stimulieren die Talgproduktion und verteilen das Fett zudem in die Längen. Besser sind einzelne Haarspangen oder offene Hairstyles.

Haare ausfetten lassen: Ein umstrittener Trend

Bei dem Versuch, die Haare ausfetten zu lassen, werden die Haare - obwohl sie fettig sind - erst zu einem späteren Zeitpunkt als gewöhnlich gewaschen, sprich mit größerem Zeitabstand. Dabei empfehlen manche Quellen einen genauen Zeitabstand von beispielsweise 5 Tagen, andere von gar mehreren Wochen und wieder andere verbieten auch gänzlich die Anwendung von Shampoo. Die gemeinsame Idee aller Methoden ist, die Haare an selteneres Waschen zu gewöhnen und dadurch zu erreichen, dass sich die Talgproduktion an den neuen Waschrhythmus anpasst.

Aus dermatologischer Sicht ist eindringlich davon abzuraten, die Haare gar nicht mehr zu waschen. Es steht vielmehr zur Diskussion, ob zumindest selteneres Waschen bei fettigen Haaren helfen kann.

Hausmittel gegen fettige Haare

Vor dem Griff zum medizinischen Shampoo können Sie sich an einer Reihe von natürlichen Hausmitteln ausprobieren. Beliebt ist Apfelessig, da er die Talgdrüsen reinigt. Schwarzer Tee, Kamillen- oder Brennnesseltee enthalten adstringierende Wirkstoffe. Dadurch ziehen sich die Talgdrüsen zusammen und die Talgroduktion wird für gewisse Zeit gehemmt. Viele Stoffe finden sich auch in abgewandelter Form in Anti-Fett-Shampoos wieder.

Die enthalten auch sogenannte Tenside, welche die Kopfhaut und den Haaransatz entfetten und reinigen. Bewährte Inhaltstoffe in Shampoos sind zudem diverse Minerale wie Zink, Magnesium oder Eisen, denn sie verstärken die Zellregeneration und wirken teils antibakteriell.

Weitere hilfreiche Tipps

  • Vermeiden Sie Hitze-Styling-Tools: Hitze-Styling-Tools wie Lockenstäbe und Glätteisen können die Talgproduktion erhöhen. Vermeiden Sie den übermäßigen Einsatz dieser Werkzeuge und lassen Sie Ihr Haar natürlich trocknen, wenn möglich.
  • Wählen Sie leichte Haarpflegeprodukte: Verwenden Sie leichte Haarpflegeprodukte, die speziell für fettiges Haar entwickelt wurden. Vermeiden Sie ölige oder schwerere Produkte, die das Haar beschweren können.
  • Vermeiden Sie fettige Lebensmittel: Fettige Lebensmittel können sich auf die Talgproduktion auswirken.

Es ist wichtig, die individuellen Ursachen fettiger Haare zu erkennen und die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen. Ob durch angepasste Haarpflege, Hausmittel oder eine Änderung der Lebensweise - es gibt viele Wege, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Ursache Behandlungsmöglichkeit
Hormonelle Schwankungen Geduld, ggf. Anti-Baby-Pille
Falsche Pflegeprodukte Milde Shampoos ohne Silikone und Öle
Umweltbedingungen Vermeidung von Mützen, angepasste Waschfrequenz
Ernährung Ausgewogene Ernährung mit wenig Zucker und Fett

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