Haare spielen für das Selbstbild und das Selbstbewusstsein eine wichtige Rolle, auch bei Kindern und noch mehr bei Teenagern. Darum kann Haarausfall sie verunsichern, während die Eltern besorgt nach Gründen und Behandlungsmöglichkeiten suchen. Manchmal kann er harmlos sein, in anderen Fällen stecken Mangelerscheinungen oder Krankheiten dahinter.
Wenn der Kamm voller Haare ist oder sich plötzlich kahle Stellen auf dem Kopf zeigen, ist der Schreck erst einmal groß. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die Ursachen für Haarausfall bei 9-jährigen Mädchen zu verstehen und die richtigen Schritte zur Behandlung einzuleiten.
Grundsätzlich unterscheidet man einerseits zwischen diffusem Haarausfall, bei dem die Haare über den Kopf verteilt mehr oder weniger gleichmäßig ausfallen und dünner werden, und kahlen Stellen andererseits. Die folgenden Formen des Haarausfalls sind bei Kindern die häufigsten:
Diese oberflächliche Pilzerkrankung tritt hauptsächlich bei Kindern vor der Pubertät auf und wird von unterschiedlichen Erregern ausgelöst. Sie macht sich bemerkbar mit runden kahlen Stellen, um die herum viele abgebrochene Haare sitzen. Auch schuppige Hautveränderungen sind verdächtig für einen Pilzbefall. Man erkennt sie an runden kahlen Stellen und schuppigen Hautveränderungen, die oft entzündlich aussehen können, sowie vielen abgebrochenen Haaren rund um die kahlen Stellen.
Bei der Behandlung kommen Antimykotika zur Pilzbekämpfung zum Einsatz.
Wichtig zu wissen: Diese Pilzerkrankung ist ansteckend. Andere sollten nicht direkt mit der betroffenen Region in Kontakt kommen. Kämme, Bürsten und Handtücher nicht gemeinsam verwenden und Wäsche bei 60 ° waschen. Handtücher und Kämme sollten nicht gemeinsam benutzt werden und Textilien und Bettwäsche muss man gründlich reinigen, damit der Haarausfall nicht zurückkehrt.
Kreisrunden Haarausfall erkennt man an kreisrunden oder ovalen kahlen Stellen mit völlig glatter Haut. Die Haare fallen ganz plötzlich aus - der Grund ist eine Fehlfunktion des Immunsystems, bei dem die Haarwurzeln vom Körper fälschlicherweise als Gefahr eingestuft werden, die abgewehrt werden muss. Das löst eine kleine Entzündungsreaktion aus, die die Haarwurzel schwächt und das Haar ausfallen lässt.
Die Alopecia Areata, eine Autoimmunerkrankung mit genetischer Prädisposition und familiär gehäuftem Auftreten tritt assoziiert mit Autoimmunerkrankungen und gehäuft mit einer atopischen Diathese auf.
Die Alopecia Areata zeigt sich bei fast der Hälfte der Betroffenen mit ihrer Erstmanifestation vor dem 20. Lebensjahr, nicht selten sogar mit einem ersten umschriebenen haarlosen Areal bereits vor Erreichen des 10. Altersabhängig stellt die Alopecia Areata häufig für das Klein- und Schulkind selbst eine geringere Belastung dar als für die betroffenen Eltern, was sich bei Schulwechsel und vor allem mit Beginn der Pubertät ändert.
Kreisrunder Haarausfall heilt oft spontan und ohne Behandlung wieder ab - allerdings kann er auch zum Dauerzustand werden, immer wieder für kahle Stellen in unterschiedlicher Anzahl und Größe sorgen. Schlimmstenfalls kommt es zum kompletten Haarverlust. Manchmal ist die Neigung zu Autoimmunerkrankungen wie dieser erblich bedingt.
Als mögliche Auslöser werden aber auch Stress und Schock, eine gestörte Darmflora, bestimmte Medikamente oder Ernährungsfehler in Betracht gezogen.
Es ist sinnvoll bei Haarausfall bei Kindern, frühzeitig einen Arzt zu Rate zu ziehen, denn je länger die kahlen Stellen bestehen, desto hartnäckiger sind sie oft. Zusätzlich ist es sinnvoll, das Immunsystem und die Darmflora gezielt zu stärken und stark verarbeitete und zuckerhaltige Lebensmittel zu meiden.
Straffe Zöpfe und Pferdeschwänze können auf Dauer so stark an den Haaren zerren, dass sie stellenweise dünner werden. Grundsätzlich spricht nichts gegen Pferdeschwänze und Flechtfrisuren, allerdings sollten sie nicht zu stramm frisiert werden. Lass das Kind die Haare also lieber offen tragen und schneide sie gegebenenfalls kürzer, damit sie wieder voller wirken, bis sie nachgewachsen sind.
Auch Dreadlocks, das Tragen von Haarextensions, Wimpernextensions oder zu fest sitzende Haargummis können die Ursache für den Haarverlust sein. Die lichten Stellen entstehen dabei vor allem an den Haarrändern, insbesondere an der Stirn und an den Schläfen.
Vermieden werden kann das Problem durch lockere Frisuren oder wenn das Haar öfter mal offen getragen wird.
Gesundes Haar braucht Vitamine und Nährstoffe, um zu wachsen, beispielsweise Vitamin E für die Haarfollikel und Vitamin A für das Sebum (Hauttalg), das der Selbstreinigung der Kopfhaut dient und das Haar geschmeidig hält.
Sehen die Haare dünn und schwach aus, sollte man sich fragen, wie die Ernährung aussieht.
Schlecht fürs Haar:
Gut fürs Haar:
Ob Angst vor der Schule, ein Trauerfall, Anspannung durch ein neues Geschwisterkind oder Trennung der Eltern - auch Kinder leiden unter Stress. Das kann dazu führen, dass sie aus Nervosität an den Haaren ziehen oder Ticks entwickeln, beispielsweise konstantes Zwirbeln von Haarsträhnen und Zerren an Zöpfen oder Haarsträhnen. Im Extremfall reißen Kinder sich selbst die Haare aus.
Dieser Impulsstörung sollte man mit Verständnis und Zuwendung begegnen. Ein Kinderarzt oder -psychologe kann zusätzlich helfen, dem Problem auf den Grund zu gehen. Hört das Kind auf, an der Haaren zu zupfen, wachsen sie wieder nach.
Es ist wichtig, die o.g. prognostischen Faktoren abzuprüfen und den Patienten auf assoziierte Autoimmunerkrankungen, speziell eine Schilddrüsenfehlfunktion und insbesondere im Kindesalter nach Entzündungsherden (Nasennebenhöhlen, Zähne, rezidivierende Atemwegserkrankungen, etc.) zu suchen, da letztere als Triggerfaktoren für einen Schub der AA wirken können.
Es ist sinnvoll eine ausführliche Diagnostik einmalig bei Erstmanifestation zu veranlassen, auffällige Befunde wenn nötig zu behandeln bzw. zu kontrollieren. Eine kurzfristige Kontrolle und wiederholte Blutentnahmen ohne klinische Indikation machen in der Regel keinen Sinn, sondern im Gegenteil belasten die Kinder eher.
Es geht den Kindern mit einer Alopecia Areata in der Regel gesundheitlich sehr gut, die Laborbefunde sind meist unauffällig; es sollte vermieden werden, sie durch nicht sinnvolle Diagnostik zu sehr zu belasten.
Der Wunsch nach Behandlung steht bei allen Betroffenen und bei den Eltern verständlicherweise im Vordergrund. Auch wenn es interessante neue Erkenntnisse in der Pathophysiologie der AA gibt, hat dies leider noch nicht zu einer zuverlässig effektiven Therapie geführt.
Insbesondere im Kindesalter gilt es vor Einleiten jeglicher therapeutischer Maßnahmen Nutzen und Risiko abzuwägen. Entscheidend sind Aspekte, wie nachgewiesene Erfolgsaussichten, Nebenwirkungsspektrum, Einfluss auf allgemein körperliche Entwicklung und wie belastend die Durchführung der Maßnahme ist.
Ebenso wichtig ist die Frage, wann soll ich beginnen, ab welchem Alter, welche psychischen Belastungen bergen eine tägliche oder regelmäßige Anwendung einer Lokaltherapie für den täglichen Ablauf, all dies unter Berücksichtigung des eingeschränkten therapeutischen Rahmens.
Wenn bei Ihrem Kind Alopecia areata diagnostiziert wurde, konzentrieren Sie sich auf die Stärkung seines Immunsystems. Sorgen Sie dafür, dass nährwertarme Fertiggerichte und industriell verarbeitete Produkte (Süssigkeiten, Zucker, Kakao, Milchprodukte, Wurst, verpackte Backwaren etc.) vollständig vom Speiseplan - am besten der ganzen Familie - verschwinden.
Bereiten Sie Ihrem Kind eine gesunde Ernährung aus Mahlzeiten mit frischen Früchten, Trockenfrüchten, Gemüse, Nüssen und Kartoffeln zu.
Massieren Sie die Kopfhaut Ihres Kindes sanft und benutzen Sie dabei eine Kombination ätherischer Öle (z. B. Thymian, Lavendel und Zedernholz), die Sie in ein hochwertiges Basisöl wie z. B.
Ein problematischer Zeitpunkt für die Betroffenen beginnt meist mit der Pubertät oder mit einem Schulwechsel, von der Grund- auf die weiterführende Schule. Es ändert sich hier der gewohnte Rahmen, der Freundeskreis ändert sich und vor allem das körperliche Bewusstsein und die sozialen Kontakte beim Heranwachsenden verändern sich.
Gerade in diesen kritischen Phasen bedarf das Kind bzw. der/die Jugendliche einer emotionalen ggf. auch psychologischen Unterstützung nicht nur seitens der Eltern, Familie und der wichtigsten Bezugspersonen, sondern erfahrungsgemäß auch gerne durch eine Person von außerhalb, ggf. durch einen Psychologen. Gesprächs- und Verhaltenstherapeutische Ansätze sind hier hilfreich.
Es geht um das sog. Coping, d.h. den Umgang mit der Alopecia Areata, der Situation des «sichtbar Andersseins», dazu kommt die hormonell bedingte Änderung des äußeren Erscheinungsbildes und anders gewichtete soziale Kontakte in der Pubertät.
Wichtig ist es gerade in diesen Phasen das soziale Umfeld zu informieren, vor allem in der Schule, auf Elternabenden, gerade beim Schulwechsel offen mit dem Thema umzugehen und die Mitschüler und auch andere Eltern z.B. während eines Elternabends auf die Bedeutung einer Alopecia Areata anzusprechen.
Haarausfall kann Kinder und ihre Familien stark belasten und ratlos machen. Praktische Hilfe, Adressen spezialisierter Ärzte und Kontakte zu anderen Betroffenen bieten Selbsthilfegruppen.
Auch wenn du dir Sorgen machst und möglichst schnell etwas gegen den Haarausfall tun möchtest: Starte, abgesehen von der Ernährungsoptimierung, keine Versuche der Selbstbehandlung, sondern warte die ärztliche Diagnose und Behandlungsvorschläge erst ab.
Medikamentöse Behandlung, zum Beispiel mit Kortison, kommt dafür ebenso in Betracht wie naturmedizinische oder homöopathische Therapien. Tröste dein Kind, dass der Haarausfall kein Weltuntergang ist. Jüngere Kinder gehen damit oft gelassener um als Teenager, die sich größere Sorgen machen.
Ein Kinderarzt oder Hautarzt sollte den Grund für den Haarausfall schnell erkennen können und wird die Haare hoffentlich bald wieder zum Sprießen bringen.
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