Baugenehmigung für Doppelcarport mit Schuppen in Deutschland

In Deutschland ist das Bauen von Carports, insbesondere von Doppelcarports mit Schuppen, ein beliebtes Vorhaben. Allerdings gibt es dabei einige rechtliche Aspekte zu beachten, insbesondere die Baugenehmigung. Ob eine Baugenehmigung erforderlich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Größe des Carports, die Wandhöhe und die jeweiligen Bestimmungen der Landesbauordnung (LBO) des Bundeslandes, in dem Sie bauen möchten. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Punkte.

Grundlegendes zur Carport-Baugenehmigung

Ein Carport zählt baurechtlich zu den sogenannten „baulichen Anlagen“ und unterliegt damit grundsätzlich dem öffentlichen Baurecht. Die jeweiligen Landesbauordnungen regeln dann, ob das Vorhaben verfahrenspflichtig ist oder unter die verfahrensfreien Bauvorhaben fällt. Die deutschen Bundesländer regeln das jeweilige Landesrecht spezifisch in der Landesbauordnung.

Ist die Baugenehmigung für einen Carport Pflicht?

Ob ein Bauantrag erforderlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Brutto-Grundfläche des Carports: Meist 30 bis 50 m² zulässig (je nach Bundesland).
  • Mittlere Wandhöhe: Meist gilt ein Limit von 3 m, gemessen zwischen Boden und halber Wandhöhe. Details für die Ermittlung der mittleren Wandhöhe findest Du in der Landesbauordnung Deines Bundeslandes.
  • Abstand zur Grundstücksgrenze: Bei unter 3 m Abstand greifen zusätzliche Vorschriften.
  • Standort auf dem Grundstück: Ob direkt am Haus oder frei stehend im Garten - beides kann sich unterschiedlich auswirken.
  • Regelungen des Bebauungsplans: Lokale Satzungen können strengere oder flexiblere Vorgaben machen. Im Bebauungsplan findest Du alle von Deiner Stadt oder Gemeinde festgelegten Regelungen für verschiedene Bauten, darunter auch für Carports, Garagen oder Stellplätze. Im Sinne der städtebaulichen Ordnung sind darin beispielsweise der Standort von Carports und die Dachneigung sowie -eindeckung festgeschrieben.

Die jeweiligen Landesbauordnungen regeln dann, ob das Vorhaben verfahrenspflichtig ist oder unter die verfahrensfreien Bauvorhaben fällt.

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Carport ohne Baugenehmigung bauen - wann ist das möglich?

Nicht jeder Carport braucht eine Genehmigung. Unter bestimmten Voraussetzungen ist der Bau eines Carports genehmigungsfrei - vorausgesetzt, das Vorhaben fällt unter die verfahrensfreien Bauvorhaben, die je nach Bundesland unterschiedlich geregelt sind. In vielen Regionen Deutschlands gilt folgende Faustregel:

  • Brutto-Grundfläche: 30 bis 50 m² sind meist erlaubt - je nach Region
  • Mittlere Wandhöhe: Je nach Bundesland meist 3,00 m (in Rheinland-Pfalz 3,20 m), in mehreren Ländern ganz ohne Höhenbegrenzung
  • Privilegierte Grenzbebauung: Carports dürfen unter bestimmten Voraussetzungen direkt an der Grundstücksgrenze errichtet werden.

Grenzbebauung bei Carports: Die Errichtung ohne Abstandsflächen innerhalb der vorgegebenen Grenzen ist durch die sogenannte „Privilegierung von Grenzbauten" immer zulässig.

Typische Vorgaben für diese Privilegierung:

  • Maximale Wandhöhe: meist 3,00 m
  • Maximale Länge zur Grenze: meist 9 m
  • Gesamtlänge aller grenzständigen Bauwerke: oft 15 m

Eine Nachbarzustimmung ist nur erforderlich, wenn Sie eine Befreiung von diesen Vorgaben benötigen - beispielsweise wenn der Carport höher als 3,00 m werden soll und damit nicht mehr unter die Privilegierung fällt.

Wichtig: Auch genehmigungsfreie Carports unterliegen den baurechtlichen Bestimmungen - etwa zu Brandschutz, Abstandsflächen und der Nutzung als Stellplatz für ein Fahrzeug. Da Carports und Garagen baurechtlich gleichgestellt sind, gelten für beide dieselben Regelungen.

Unser Tipp: Wenn Sie einen Carport ohne Genehmigung bauen möchten, sollten Sie das Vorhaben sicherheitshalber der Gemeinde anzeigen. So können Sie potenzielle Konflikte proaktiv vermeiden.

Carport Baugenehmigung - Übersicht der genehmigungsfreien Größen nach Fläche und Höhe

Die Carport-Regelungen sind deutschlandweit ähnlich aufgebaut - nur die konkreten Grenzwerte variieren zwischen den Bundesländern. Dennoch sollten Sie vor Baubeginn die spezifischen Regelungen Ihres Bundeslandes und Ihrer Gemeinde prüfen.

Maximale genehmigungsfreie Carport-Größen nach Bundesland

Ob Sie für Ihren Carport eine Genehmigung brauchen, bestimmt hauptsächlich Ihr Bundesland. Die Landesbauordnungen unterscheiden sich bei Grundfläche, Wandhöhe und den Regeln für Grenzbebauung. Zusätzlich kann Ihre Gemeinde über den Bebauungsplan oder Gestaltungssatzungen eigene Vorgaben machen - beispielsweise zu Dachform, Materialien oder Farben.

Ein Überblick über die Bundesländer gibt Ihnen eine erste Orientierung. Für Ihr konkretes Vorhaben sollten Sie jedoch immer die örtlichen Vorschriften prüfen lassen.

Bundesland Genehmigungsfreie Größe Rechtliche Grundlage
Baden-Württemberg 50 m² Grundfläche, 3 m mittlere Wandhöhe Art. 50 Abs. 1 LBO-BW
Bayern 50 m² Grundfläche Art. 57 Abs. 1 Nr. 1b BayBO
Berlin 50 m² Grundfläche, 3 m Wandhöhe § 61 Berliner Bauordnung
Bremen Bis 50 m² Grundfläche und 3 m Höhe § 61 Bremer Landesbauordnung
Hamburg Bis 30 m² Grundfläche, 3 m Höhe § 60 Hamburger Bauordnung
Hessen 50 m² Grundfläche § 62 Hessischen Bauordnung
Mecklenburg-Vorpommern Bis 30 m² Grundfläche, 3 m Wandhöhe Landesbauordnung Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen Maximal 30 m² Grundfläche Niedersächsische Bauordnung
Nordrhein-Westfalen Bis zu 50 m² Grundfläche und 3 m Höhe Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz 50 m² Grundfläche, 3 m mittlere Wandhöhe § 62 der Landesbauordnung Rheinland-Pfalz
Saarland 36 m² Grundfläche, 3 m mittlere Wandhöhe Landesbauordnung Saarland (LBO § 62)
Sachsen Bis zu 50 m² Grundfläche, 3 m Höhe § 61 der Sächsischen Bauordnung
Sachsen-Anhalt Bis zu 50 m² Grundfläche, 3 m mittlere Wandhöhe § 60 Abs. 1 Nr. 1 der Bauordnung des Landes Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein Grundfläche: Genehmigungsfrei bis 50 m², Höhe: Maximal 3,00 m mittlere Wandhöhe Landesbauordnung Schleswig-Holstein
Thüringen Bis zu 40 m² Grundfläche, 3 m Wandhöhe § 60 Abs. 1 Nr. 1 der Thüringer Bauordnung

Hinweis: Die obige Tabelle dient nur als erste Orientierung. Es ist unerlässlich, die spezifischen Vorschriften Ihres Bundeslandes und Ihrer Gemeinde zu prüfen.

Carport mit Schuppen: doppelt nützlich!

Ein Carport am Haus mit Schuppen ersetzt in vielen Fällen ein separat aufzustellendes Gerätehaus. Viele Dinge müssen nicht mehr im Keller verstaut bzw. hin- und her getragen werden. Gibt es einen Garten vor oder hinter dem Haus, kann ein Carport mit Schuppen durchaus die Funktionen eines kleinen Gartenhauses übernehmen!

Die Vorteile eines Carports mit Abstellraum

  • Alles Autozubehör findet im Schuppen Platz: Kindersitze, Winterreifen und Gepäckträger, aber auch die Winterausrüstung fürs Grundstück wie Schneeschaufeln und Streusalz.
  • Der Schuppen im Carport ist ein idealer Ort, um Ihre Gartengeräte wie Rasenmäher, Schaufeln, Spaten und Heckenscheren aufzubewahren.
  • Der Grill und sämtliches Zubehör, aber auch Gartenmöbel, Campingausrüstung, Kinderspielzeug und Sportgeräte können im Abstellraum Platz finden.
  • Ein Carport mit Schuppen bietet auch eine sichere und wetterfeste Aufbewahrungsmöglichkeit für Ihre Fahrräder.
  • Der Abstellraum des Carports kann sogar als kleine Werkstatt eingerichtet werden, wenn Sie einem handwerklichen Hobby nachgehen.
  • Für gelegentliche Feste und Feiern bietet ein Carport mit Schuppen eine überdachte Fläche für eine Sitzgruppe, Stehtische oder die Kaffeetafel.
  • Nicht zuletzt schafft ein Carport mit Schuppen am Haus auch eine Abtrennung zur Straße oder angrenzenden Grundstücken.

Bauantrag für Carports mit Planeco Building

Ihr Wunsch-Carport ist genehmigungspflichtig? Die Anforderungen an einen Bauantrag werden in der Praxis häufig unterschätzt. In vielen Bundesländern darf er ausschließlich von einem Architekten eingereicht werden, der als bauvorlageberechtigter Entwurfsverfasser die Unterlagen fachgerecht erstellt und unterzeichnet.

Die meisten Bauämter empfehlen deshalb, sich frühzeitig an ein erfahrenes Planungsbüro zu wenden, das alle nötigen Zeichnungen und Nachweise für den Antragsteller korrekt zusammenstellt.

Unser Tipp: Sparen Sie sich den Aufwand für vermeidbare Schleifen - und setzen Sie von Anfang an auf einen professionellen Planungspartner wie Planeco Building.

Mit unserem Rundum-Service übernehmen wir deutschlandweit:

  • Kostenlose telefonische Erstberatung
  • Erstellung aller Bauantragsunterlagen für Ihren Carport (Architektur und Statik)
  • Professionelle Planung in Abstimmung mit den zuständigen Bauämtern

Carport ohne Baugenehmigung: Strafe - welche Konsequenzen drohen?

Ein Carport ohne erforderliche Genehmigung kann erhebliche Folgen haben. Es drohen Bußgelder zwischen 500,- € und 50.000,- € und im schlimmsten Fall eine Abrissverfügung, das heißt die Verpflichtung zum Rückbau auf eigene Kosten.

Besonders kritisch: Schwarzbauten verjähren nicht - auch Jahre später kann das Bauamt einschreiten, z. B. beim Verkauf der Immobilie.

Eine nachträgliche Genehmigung ist nur möglich, wenn das Bauwerk grundsätzlich zulässig wäre. Wer frühzeitig auf Nummer sicher gehen will, lässt das Vorhaben von Planeco Building prüfen und umgeht mögliche Strafen.

Carport Kosten & Baugenehmigung: Mit welchen Ausgaben müssen Sie rechnen?

Die Kosten für eine Carport-Baugenehmigung mit Planeco Building setzen sich aus verschiedenen Posten zusammen:

  • Genehmigungsgebühren beim Amt: 200-500,- €
  • Planungskosten Architekt: 950-2.500,- € für den Bauantrag
  • Planungskosten Statik: 800-1.400,- €
  • Vermessungskosten (nur wenn ein neuer amtlicher Lageplan explizit vom Amt gefordert wird): 800-20.000,- €
  • Kosten für den Bau: je nach Ausführung ab ca. 2.000,- € (Holz), 3.000,- € (Metall), bis 10.000,- € bei Premiumlösungen

Experten-Tipp: Investieren Sie in eine professionelle Planung - sie macht nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten aus, spart aber Zeit und verhindert Fehler im Genehmigungsverfahren. Mit Planeco Building wissen Sie von Anfang an genau, welche Kosten auf Sie zukommen.

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