Lugolsche Lösung: Anwendung und Risiken im Zusammenhang mit Haarausfall

Die Lugolsche Lösung, benannt nach dem französischen Arzt Jean Guillaume Auguste Lugol, ist eine wässrige Jodlösung, die sowohl elementares Jod als auch Kaliumjodid enthält. Seit dem 19. Jahrhundert wird Jodlösung zur Reinigung von Wunden und als Hausmittel genutzt. Sie wurde 1829 von ihm erfunden, um Tuberkulose zu behandeln. Lugolsche Lösung wird beispielsweise auch als Stärkenachweis und Desinfektionsmittel eingesetzt.

Die Lugolsche Lösung von Unimedica enthält je 100 ml Flasche Iod-Kaliumiodid-Lösung, 85% demineralisiertes, pharmazeutisch gereinigtes Wasser, 10 % Kaliumiodid (min. 99 % pharmazeutische Reinheit) und 5 % Iod (min. 99,8 % pharmazeutische Reinheit). Jede Tropf-Flasche Lugolsche Lösung von Unimedica enthält 100 ml Iod-Kaliumiodid-Lösung.

In sozialen Medien und Foren wird oftmals die Einnahme Lugol’scher Lösung diskutiert und empfohlen. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass 1 Tropfen einer 5-prozentigen Lösung 6,3 mg Jod enthält. Lugol’sche Lösung ist für die innere Anwendung nicht zugelassen und hat keine Lebensmittelqualität.

Die Lugolsche Lösung hat eine lange Tradition in der Medizin und analytischen Chemie. Sie wird auch in der Hochdosis-Jodtherapie verwendet, die allerdings umstritten ist. In Deutschland ist mit Lugol’scher Lösung meist eine 5-prozentige Jodlösung gemeint.

Jod ist ein unentbehrlicher Bestandteil des tierischen und menschlichen Organismus und wird mit der Nahrung aufgenommen. Am höchsten ist die Konzentration beim Menschen in der Schilddrüse. Es wird dort in die Hormone Thyroxin und Trijodthyronin eingebaut. Da elementares Jod in Wasser kaum löslich ist, wird Kaliumiodid zugegeben.

Eigentlich ist Jod in Ethanol besser löslich. Allerdings ist dieses als Lösungsmittel teilweise unerwünscht, weil es entflammbar ist, schnell verdunstet sowie zu unerwünschten Nebenreaktionen führen kann.

Jodiertes Speisesalz enthält übrigens Kaliumjodat. Es ist stabiler als Jodid und hält sich daher problemlos im Salz, auch wenn dieses erhitzt wird.

In der Gynäkologie kommt die Lugol’sche Lösung beispielsweise bei der Untersuchung des Gebärmutterhalses zum Einsatz. In der Pathologie wird die Lösung genutzt, um eine Amyloidose nachzuweisen. Bei einer Amyloidose sammeln sich unlösliche Proteinablagerungen, sogenannte Amyloide, in verschiedenen Organen an.

Da Lugol’sche Lösung die Haut reizen kann, werden heutzutage stattdessen Salben mit Povidon-Jod verwendet.

Unsere Lugolsche Lösung wird nach der bereits im 18. Jahrhundert vom französischen Arzt Jean Guillaume Auguste Lugol entwickelten Originalrezeptur aus demineralisiertem Wasser (gereinigt), 10% Kaliumiodid (mind. 99% Reinheit) und 5% Jod (mind. 99,8% Reinheit) hergestellt.

Anwendung und Dosierung der Lugolschen Lösung

Die Anwendung der Lugolschen Lösung ist vielfältig, sowohl innerlich als auch äußerlich. Es ist wichtig, die richtige Dosierung zu beachten und sich der potenziellen Risiken bewusst zu sein. Die Befürworter der Hochdosis-Jodtherapie argumentieren, dass die Verhinderung eines Kropfes demnach nicht bedeutet, dass der Rest des Körpers optimal mit Jod versorgt ist.

Wer Angst hat, mit 200 µg Jod täglich unterversorgt zu sein, kann seine Zufuhr auf 600 µg hochfahren. Bei der Supplementation von Jod sollte allerdings die Zufuhr über die Nahrung mit eingerechnet werden.

Therapeuten, die die Hochdosis-Jodtherapie anwenden, schätzen den täglichen Bedarf jedoch auf ein Vielfaches: Auf 12 bis 50 mg (12.000 - 50.000 µg), also ca. Vor einer Hochdosis-Jodtherapie wird ein sogenannter Jod-Belastungstest durchgeführt.

Manchmal spricht man auch vom Jodsättigungstest. Bei dem Test werden zunächst 50 mg Jod eingenommen, z. B. in Form von Iodoral Tabletten, die Lugol’sche Lösung enthalten. Anschließend wird über 24 Stunden der Urin gesammelt und darin der Gesamt-Jodgehalt bestimmt.

Als Argument dafür, dass eine so hohe Jodzufuhr unbedenklich ist, werden oft die Japaner als Beispiel herangezogen. Denn in Japan konsumiert man reichlich Meeresalgen, die schon bei kleinsten Verzehrmengen (wenige Gramm) sehr viel Jod liefern können.

Interessanterweise steigt das Brustkrebsrisiko von Japanern, die in die USA auswandern, jedoch auf das Level der Amerikaner an. Aber auch bei Japanern bleibt der hohe Jodkonsum nicht ohne Folgen. Das Land hat eine hohe Rate an Schilddrüsenunterfunktion und in Küstenregionen, in denen viele Algen konsumiert werden, ist sie mit 12,1 % deutlich höher als im Inland, wo sie bei 2,3 % liegt.

Es ist aber wichtig zu betonen, dass eine Hochdosis-Jodtherapie nur in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden darf. Denn vor einer solchen Therapie muss der Patient gründlich untersucht werden. Auch eine gute Versorgung mit Cofaktoren muss sichergestellt werden.

Hohe Dosen Jod werden beispielsweise besser vertragen, wenn eine gute Selenversorgung vorliegt. Auch der Bedarf an der Aminosäure Tyrosin muss gedeckt werden.

Freiverkäufliche Lugol’sche Lösung ist für die äußere Anwendung sehr gut geeignet und ist vielseitig einsetzbar.

Die Lugol’sche Lösung sollte 1-2-mal täglich in der Leistengegend und auf den Innenseiten der Oberschenkel aufgetragen werden. Oftmals werden innerhalb weniger Wochen die Beschwerden gelindert.

Lugol’sche Lösung kann auf der Haut sehr intensive Flecken hinterlassen, die sich nur schwer abwaschen lassen. Die Flecken lassen sich gut mit Vitamin C-Pulver (reine Ascorbinsäure) entfernen.

Lugolsche Lösung ist online bei vielen verschiedenen Anbietern und in Apotheken erhältlich.

Die Rolle von Jod im Körper

Jod ist ein essentielles Spurenelement, das vor allem für die normale Funktion der Schilddrüse wichtig ist. Es ist ein unentbehrlicher Bestandteil des tierischen und menschlichen Organismus und wird mit der Nahrung aufgenommen. Am höchsten ist die Konzentration beim Menschen in der Schilddrüse. Es wird dort in die Hormone Thyroxin und Trijodthyronin eingebaut.

Die Schilddrüsenhormone regulieren über spezifische Rezeptoren selektiv die Genexpression in Zielgeweben, insbesondere in der Leber, der Hypophyse, den Muskeln und dem sich entwickelnden Gehirn.(1,9) Während der Schwangerschaft passiert Jod die Plazenta, und beim Stillen wird es über die Muttermilch abgegeben. Eine unzureichende Jodzufuhr führt zunächst zu einer verminderten Produktion der Schilddrüsenhormone und dann zu einer unzureichenden Reaktion der Gewebe (Hypothyreose*).(1,9,11)

Der Jodvorrat in unserem Körper wird auf 10 bis 30 Milligramm geschätzt. Angesichts des erhöhten Jodverbrauchs und der ständig steigenden Belastungen mit Giften (z. B. durch Chemikalien) und radioaktiven Stoffen nimmt aber der tägliche Jodbedarf ständig zu. Daher sind die offiziellen Empfehlungen zu den Mengenangaben mit Skepsis zu betrachten.

Die chemischen Rivalen des Jods heißen Fluor, Brom und Chlor. uns, z.B. über die Nahrung oder Medikamente.

Jod ist zwar in diesen Phasen sehr wichtig, aber die richtige Dosis ist entscheidend. In beiden Fällen kann die Schilddrüse des ungeborenen bzw. gestillten Kindes unter Umständen geschädigt werden.

Jodmangel und seine Folgen

Jodmangel ist eine häufige Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion. In den meisten Fällen wird jedoch nicht getestet, ob ein Jodmangel vorliegt. Stattdessen wird die Schilddrüsenunterfunktion nur durch die Gabe von Schilddrüsenhormonen behandelt. Das am häufigsten verschriebene Medikament bei Schilddrüsenunterfunktion ist L-Thyroxin.

Es ist sicherlich sinnvoll, bei Schilddrüsenunterfunktion einen bestehenden Jodmangel auszugleichen. Die Befürworter der Hochdosis-Jodtherapie setzen in dem Fall auf Joddosen, die im hohen mg-Bereich liegen.

In manchen Ländern, wie z. B. Die Rede ist von einer atomaren Bedrohung, wenn z. B. Radioaktives Jod schädigt die Schilddrüse und kann Schilddrüsenerkrankungen verursachen. Nimmt man als Schutz vor einer radioaktiven Bedrohung rechtzeitig hoch dosiertes Jod zu sich, kann die Schilddrüse kein weiteres Jod aufnehmen und ist vor radioaktivem Jod weitestgehend geschützt.

Eine unzureichende Jodzufuhr kann zu einer Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion und zu Störungen in allen Entwicklungsstadien führen, insbesondere während der Schwangerschaft und in der Kindheit. Jodmangel führt zu Wachstums- und Entwicklungsverzögerungen, Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion), Struma* (vergrößerte Schilddrüse) und Myxödem*.

Jod ist wahrscheinlich auch wichtig für die Gesundheit und die Funktion der Mund- und Magenschleimhaut, der Haut, des Brustgewebes, der Speicheldrüsen und der Thymusdrüse, um nur einige zu nennen.

Jod ist für ein normales Wachstum und eine normale Entwicklung unerlässlich. Eine lang anhaltende Unterversorgung mit Jod während der Schwangerschaft und Wachstumsphase oder eine unbehandelte angeborene Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) kann zu Kretinismus* führen (ein Zustand mit leichten bis schweren körperlichen und mentalen Wachstumsstörungen).

Eines der ersten klinischen Anzeichen für einen Jodmangel ist eine vergrößerte Schilddrüse, auch Kropf oder Struma genannt.

Niedrige Schilddrüsenhormon-Serumspiegel können ein Hinweis auf Jodmangel sein.

Die Behandlung eines Jodmangels beginnt mit der Verbesserung der Ernährung und dem Verzehr von mehr natürlichen Jodquellen. Meeresalgen wie Ascophyllum nodosum (Knotentang), Kombu (Kelp), Wakame, Nori oder Mekabu sind eine ausgezeichnete und leicht absorbierbare Jodquelle.

Ersetzt man jodiertes Speisesalz durch Meersalz, so geht auch hier eine wichtige Jodquelle verloren.(6,8,11) Es gibt daher Wissenschaftler, die die Schlussfolgerungen des RIVM zum Jodmangel in den Niederlanden in Frage stellen.

Professor Jaap Seidell von der VU (Vrije Universiteit Amsterdam) vermutet...

Tabelle: Jodbedarf und empfohlene Zufuhr

Altersgruppe Täglicher Jodbedarf (µg)
Jugendliche und Erwachsene bis 50 Jahre 200
Erwachsene ab 51 Jahren 180

Risiken und Nebenwirkungen der Einnahme von Lugolscher Lösung

Die Einnahme hoher Dosen Jod ist keineswegs ungefährlich. Als akute Reaktion kann es auch zu einem gefährlichen Anschwellen der Atemwege, zu einem Kreislaufzusammenbruch, zu Atemnot, Fieber und Erbrechen kommen.

Höher ist die Gefahr einer längerfristigen, chronischen Überdosierung. Besonders gefährlich sind hohe Dosen Jod bei der Autoimmunerkrankung Hashimoto. Hier kann die Schilddrüse in kurzer Zeit nachhaltig geschädigt werden.

Denn beim Einbau von Jod in die Schilddrüsenhormone entsteht als Nebenprodukt Wasserstoffperoxid (das oxidativen Stress verursacht). Bei Hashimoto ist dieses Schutzsystem aber oft geschwächt, sodass oxidativer Stress das ohnehin entzündete Schilddrüsengewebe weiter schädigen kann.

„Die orale Einnahme der Lugol’schen Lösung oder anderer Jodtinkturen ist gefährlich und ein höchst bedenklicher Trend“, warnt Professor Dr. Roland Gärtner, Endokrinologe an der Universität München und erster Vorsitzender des Arbeitskreises Jodmangel e.V. (AKJ). „Der extrem hohe Jodgehalt kann zu massiven Funktionsstörungen der Schilddrüse führen. Anfänglich kommt es immer zu einer kompletten Blockierung der Schilddrüsenfunktion mit einer temporären mitunter schweren Hypothyreose. Zudem kann bei Patienten mit bestehenden Schilddrüsenerkrankungen, wie autonomen Adenomen oder einer Autoimmunthyreoiditis, anschließend eine manifeste Hyperthyreose, also eine Überfunktion, auftreten.

„Schon ein Tropfen der Lugol’schen Lösung enthält ein Vielfaches der Zufuhrempfehlung für Erwachsene von 200 Mikrogramm Jod am Tag. Ganze 50 Milligramm Jod, also 50.000 Mikrogramm, stecken in einem Milliliter der Lösung. Für die orale Anwendung ist sie zudem vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gar nicht zugelassen“, erklärt Professor Gärtner.

„Unabhängig davon gilt es zu beachten, dass nur das negativ geladene Jodid aktiv in die Schilddrüse aufgenommen wird. Das elementare Jod hingegen ist ein sehr potentes Oxidationsmittel, welches an alle möglichen Fette sowie Proteine und Kohlenhydrate bindet. Diese jodierten organischen Verbindungen können allergische Reaktionen auslösen, die dann fälschlicherweise als ‚Jodallergie‘ bezeichnet werden.“

Ebenso warnen Hersteller der Lugol’schen Lösung auf entsprechenden Sicherheitsdatenblättern vor den gesundheitlichen Gefahren bei einer oralen Aufnahme, vor allem bei wiederholter und langfristiger Exposition.

Das positiv geladene Jod ist, wie bereits erwähnt, äußerst reaktiv und bindet an organische Verbindungen, weshalb es der Körper nicht sofort ausscheidet.“

Dieses Vorgehen gilt als äußerst umstritten und mitunter gefährlich. „Leider gibt es keinen einfachen, validierten Test zur Bestimmung des individuellen Jodversorgungsstatus der Schilddrüse“, erinnert Professor Gärtner.

Jod wird bei Hashimoto sehr schlecht vertragen - siehe oben unter „Ist die Einnahme von Lugol’scher Lösung gefährlich?“. Das Auftragen von Lugol’scher Lösung auf die Haut wird manchmal als Möglichkeit beschrieben, den Körper vorsichtig mit Jod zu versorgen (z. B. man mit 1 Tropfen pro Tag beginnen).

Allerdings kann niemand vorhersagen, wie viel Jod nun der Einzelne über die Haut aufnimmt, so dass wir bei Hashimoto nicht zur transdermalen Anwendung von Jod raten würden. Zwar zeigen Studien, dass auf die Haut aufgetragenes Jod sicher ist und der Schilddrüse in der Regel nicht schadet (15). Eine langfristige äußere Anwendung (länger als 3 Monate) kann sich aber in einigen Fällen dennoch negativ auf die Schilddrüsenfunktion auswirken (16).

Gefahrenhinweise: H319 Verursacht schwere Augenreizung. H371 Kann die Schilddrüse schädigen. Expositionsweg: Verschlucken. H373 Kann die Schilddrüse schädigen bei längerer oder wiederholter Exposition. Expositionsweg: Verschlucken.

Sicherheitshinweise: P102 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen. P260 Nebel / Dampf / Aerosol nicht einatmen. P280 Augenschutz / Gesichtsschutz tragen. P305+P351+P338 BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen.

Jod: Das Gift Lugolsche Lösung (schlimmer als gedacht)

Abbildung: Jod im Periodensystem

Abbildung: Schilddrüse

tags: #Lugolsche #Lösung #Haarausfall #Anwendung

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