Haarausfall ist für viele Männer ein wichtiges und oft schwieriges Thema. Nicht jeder mag sich damit abfinden, wenn bereits in jungen Jahren Geheimratsecken oder kahle Stellen am Oberkopf sichtbar werden. Doch statistisch gesehen ist der (teilweise) kahle Kopf fast ein typisches Männerschicksal.
Mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Haare ausfallen. "Bis zum 80. Lebensjahr sind um die 80 Prozent aller Männer mehr oder weniger betroffen", erklärt Natalie Garcia Bartels vom Kompetenzzentrum für Haare der Charité in Berlin. Ein Verlust von bis zu 100 Haaren am Tag ist normal. Was darüber hinausgeht, gelte als Haarausfall.
Der häufigste Grund für Haarausfall bei Männern ist die Genetik. Der erblich bedingte Haarausfall ist unter Männern so stark verbreitet, dass Männer über 70 mit vollem Haupthaar gegenüber den zumindest teilweise kahlköpfigen Vertretern ihrer Generation eindeutig in der Minderheit sind. So störend viele ihn auch empfinden: Erblich bedingter Haarausfall ist keine Erkrankung, sondern ein „normales“ Programm des Körpers. Dabei reagieren die Zellen in den Haarwurzeln zunehmend empfindlicher auf Dihydrotestosteron (DHT), ein Spaltprodukt des körpereigenen Testosterons.
Diese wachsende Überempfindlichkeit führt dazu, dass sich die Wachstumsphase der Kopfhaare zunehmend verkürzt, und die Haarwurzel immer kleiner, kraftloser und schwächer wird, bis sie schließlich verkümmert. "Meist handelt es sich dabei um erblich bedingten Haarausfall, die sogenannte androgenetische Alopezie, die bei Männern vom 20. Lebensjahr an einsetzen kann." Sie verrät sich mit Geheimratsecken oder lichten Stellen am Hinterkopf und arbeitet sich vor.
Die Ursache erklärt der Endokrinologe Gerd Hofmann aus München: "Es gibt ein Enzym, das das männliche Hormon Testosteron in Dihydrotestosteron umwandelt, wogegen wiederum die Haarfollikel eine starke Empfindlichkeit entwickeln." Die Folge sei, dass der Mann mehr Haare als normal verliert. Warum das bei manchen Männern passiert und bei anderen nicht, sei allerdings noch nicht erforscht.
Männlicher Haarausfall kann aber auch andere Ursachen als diesen genetischen Prozess haben: Autoimmunkrankheiten oder Stress, unausgewogene Ernährung, Hormonschwankungen und medikamentöse Effekte zum Beispiel. Um rechtzeitig handeln zu können, ist es wichtig, sich ärztlichen Rat zu suchen, sobald man merkt, dass die Haare schwinden.
Haarausfall ist nicht gleich Haarausfall. Wer beobachtet, dass ihm Haare in größerer Zahl ausfallen, sollte dies bei seiner Hausärztin oder seinem Dermatologen untersuchen lassen. Denn nur, wenn die Art des Haarausfalls diagnostiziert wird, kann die Therapie auch erfolgreich sein. Das sind die wichtigsten Arten von Haarausfall bei Männern:
Um den Haarausfall zu stoppen und möglicherweise sogar die bei androgenetischer Alopezie noch vorhandenen Follikel zu reaktivieren, kann man mittlerweile zu zwei Mitteln greifen, deren Wirkung auch tatsächlich durch Studien belegt ist.
Zur Behandlung von anlagebedingtem Haarausfall stehen bei Männern seit einigen Jahren zwei wissenschaftlich in ihrer Wirksamkeit bestätigte Medikamente zur Verfügung:
Bei Minoxidil liegt die Erfolgsquote allerdings niedriger: Während Finasterid bei 80 Prozent der Anwender den Haarausfall stoppt, liegt der Wert bei Minoxidil bei etwa 70 Prozent. Und wachsen mit Finasterid bei 70 bis 80 Prozent der Anwender wieder Haare, sprießt es mit Minoxidil nur bei 50 bis 60 Prozent.
Achtung: Beide Behandlungsansätze erfordern Geduld und man sieht erst nach einigen Monaten die ersten Erfolge. Zu Bedenken ist: Sie müssen dauerhaft, also im Zweifelsfall lebenslang, fortgeführt werden. Sonst beginnt der Haarausfall erneut. Hier gilt es gut abzuwägen, denn es handelt sich bei beiden Behandlungsformen um den Einsatz von echten Medikamenten - mit den damit verbundenen möglichen Nebenwirkungen. Ob die möglichen gesundheitlichen Effekte wegen eines kosmetischen Bedürfnisses gerechtfertigt sind, muss letztlich der Patient für sich entscheiden.
Zu den möglichen Nebenwirkungen der hormonellen Behandlung mit Finasterid gehören: Verminderung der Libido (verminderter Sexualtrieb), Potenzstörungen und Unverträglichkeitsreaktionen.
Zu den möglichen Nebenwirklungen der Behandlung mit Minoxidil gehören: Herzrasen, Herzbeutelentzündung, Wassereinlagerungen, Schwindel und Benommenheit.
Neben den Medikamenten gibt es noch die Möglichkeit der Eigenhaartransplantation. Dabei werden Hautstücke mit Haarwurzeln aus dem Nackenbereich herausgeschnitten und die Wurzeln auf die kahlen Stellen verpflanzt. "Das kommt aber nur infrage, wenn der Haarausfall nicht mehr aktiv ist", sagt Bartels. Eine Transplantation ist zudem sehr kostspielig.
Eine Haartransplantation kann eine Option sein - aber nur bei anlagebedingtem Haarausfall und nur, wenn noch genügend Spenderhaare am Hinterkopf vorhanden sind. Auch hier ist es also wichtig, rechtzeitig zu handeln. Denn es können nur eigene Haare transplantiert werden und nur solche, deren Wurzel nicht empfindlich auf DHT reagiert. Das ist bei den Haaren am unteren Hinterkopf sehr oft der Fall.
Es gibt zwei Transplantationsformen: Zum einen von einzelnen Haarfolikeln, die in die kahlen Stellen eingesetzt werden, zum anderen die Entnahme eines Hautstreifens vom Hinterkopf, die in Haargruppen unterteilt werden.
Achtung: Wichtig ist in jedem Fall, nicht mit überzogenen Erwartungen an so eine Transplantation heranzugehen: Sie kann zwar das Erscheinungsbild deutlich verbessern, aber, schon wegen des begrenzten Spendermaterials. nicht die vergangene Haarpracht in aller Fülle wiederherstellen.
Alles andere als sexy sind Toupets oder Perücken. Meist versuchen Männer ihre Halbglatze mit einem Haarteil zu verdecken. Dieses wird gekraust, gelockt und gefärbt. Aber wer will schon in etwas Künstliches fassen, wenn man dem Liebsten über den Kopf streichelt. Daher lautet unser Rat: Finger weg von künstlichen Haarteilen!
Auch diese Methode ist sehr beliebt: Männer mit einer Halbglatze lassen sich eine mehr oder weniger dicke Strähne der hinteren oder seitlichen Haare lang wachsen, um sie dann fein säuberlich über die kahle Platte zu kämmen. Diese "Verlegenheitssträhne" ist nicht nur unansehnlich, sondern wirkt auch ungepflegt und lächerlich.
Noch schlimmer ist der Pferdeschwanz. Besonders dann, wenn er nur aus dem übrig gebliebenen Hinterkopfhaar besteht, weil das obere Haupthaar schon ausfallen ist.
Vermutlich sei es besser, wenn ein Mann lernt, zur Glatze zu stehen, sagt Psychologe Henss. "Studien ergaben, dass Männer mit Glatze nicht nur durchschnittlich drei bis vier Jahre älter geschätzt werden, als sie eigentlich sind", sagt der Psychologe Ronald Henss aus Saarbrücken. Noch ein Trost: "Männer mit Glatze werden meist als Familienmenschen und treue Ehemänner angesehen", sagt Henss.
Dr. Uwe Schwichtenbergs Tipp: „Wer etwas gegen den anlagebedingten Haarausfall tun möchte, sollte auf jeden Fall bereits frühzeitig damit beginnen - wenn noch relativ viele Haare vorhanden sind. Denn wenn die Haarwurzel erst einmal verkümmert ist, lässt sich der Prozess meist nicht mehr umkehren. Erblich bedingten Haarausfall kann man also bestenfalls aufhalten, aber nicht ungeschehen machen.“
Dr. Uwe Schwichtenberg rät:
Fazit: Finde zuerst heraus, an welcher Art von Haarausfall du leidest und was eine mögliche Ursache dafür ist. Bei erblich bedingtem Haarausfall kannst du deine Haarpracht durch die Verwendung der richtigen Haarpflegeprodukte für Haarausfall retten und schützen.
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