Der Lichen Sclerosus ist eine chronische, fortschreitende Hauterkrankung, die zu Entzündungen der Haut führt. Ohne die richtige Behandlung kann die Haut vernarben und das Hautkrebsrisiko steigen. Es ist unbekannt, wie genau der Lichen Sclerosus entsteht. Die Gene spielen aber eine Rolle: Etwa 10 % der Patient*innen haben Verwandte mit derselben Erkrankung. Vermutlich handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Das heißt, das Immunsystem richtet sich gegen Strukturen im eigenen Körper. Das führt zu einer Entzündung. Außerdem gibt es hormonelle Faktoren. Vermutlich haben Hormone wie Testosteron (Androgene) einen Einfluss ebenso wie Androgenrezeptoren. Möglicherweise spielen wiederholte Verletzungen eine Rolle, z. B. durch Kratzen.
Der Lichen Sclerosus kann in jedem Alter auftreten. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter. Die meisten Fälle treten nach der Menopause auf. So beträgt die geschätzte Häufigkeit bei 80-jährigen Frauen etwa 3 %. Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer: Das Geschlechterverhältnis beträgt bis zu 1:10.
Lichen Sclerosus ist eine Hauterkrankung im Intimbereich, die häufig mit Juckreiz, Brennen und Schmerzen einhergeht. Wie es genau zu dieser chronischen, nicht ansteckenden Erkrankung kommt, bedarf weiterer Forschung. So sind die genauen Ursachen noch nicht bekannt. Man geht aber davon aus, dass sowohl eine genetische Veranlagung als auch hormonelle Einflüsse eine Rolle spielen können. Außerdem wird vermutet, dass es sich bei Lichen Sclerosus um eine Autoimmunreaktion des Körpers handelt. Damit käme auch dem Immunsystem eine große Bedeutung zu.
Lichen Sclerosus an der Vulva
Typische Beschwerden sind starker Juckreiz, Brennen und Schmerzen im Genitalbereich, meist bei Frauen ab dem 50. Lebensjahr. Im fortgeschrittenen Stadium Vernarbungen an Klitoris und kleinen Schamlippen. Verhärtete, flächenhafte Hautveränderungen bzw. Beläge (Plaques) und Knoten, nicht heilende Hautdefekte. Gerade im Frühstadium kann die Diagnose schwierig sein. Nicht immer kommt es zu Beschwerden. Gerade im Frühstadium können Symptome fehlen. Mit dem Alter steigt aber die Wahrscheinlichkeit für Symptome.
Bei Lichen Sclerosus scheint es zu signifikanten Veränderungen des Kollagens zu kommen. Kollagen ist eine körpereigene Substanz, die unter anderem dafür sorgt, dass das Bindegewebe und die Haut elastisch und geschmeidig bleiben. Der Körper produziert Kollagen und baut es auch wieder ab - dieser Kreislauf ist ganz natürlich. Im Zuge des Alterungsprozesses nimmt die Kollagenproduktion mit der Zeit ab und es wird mehr Kollagen abgebaut als neu gebildet. Bei Lichen Sclerosus scheint es zu einer übermäßigen Ablagerung von Kollagen im Gewebe zu kommen.
Die Kollagenfasern lagern sich an bestimmten Stellen in großen Mengen ab, was zu Verdickungen und Verhärtungen führt. Außerdem scheint sich die Struktur oder Qualität des natürlichen Kollagens durch die anhaltende Entzündung zu verändern. Bei Lichen Sclerosus ist das Kollagen oft weniger flexibel, was zu den typischen Verhärtungen beiträgt. Außerdem haben Studien gezeigt, dass die Kollagenfasern dünner und „chaotischer“ sind als bei gesunder Haut. Ebenso ist es möglich, dass der Prozess des Kollagenabbaus durch die Autoimmunerkrankung gestört ist.
Lichen Sclerosus ist leider noch nicht heilbar, kann aber mit der richtigen Therapie gut behandelt werden, sodass die Schübe seltener und schwächer werden. Dabei stehen die Unterstützung und Pflege des geschädigten Gewebes im Vordergrund. Durch die Anregung zur Bildung neuer, gesunder Zellen und von natürlichem, ebenfalls gesundem Kollagen kann das Gewebe elastischer werden.
Falls notwendig, erhalten Sie eine Überweisung an die Gynäkologie oder Dermatologie. Dort kann eine Gewebeprobe zur Untersuchung unter dem Mikroskop entnommen werden (Biopsie). Zur Behandlung erhalten Sie in der Regel ein kortinsonähnliches Medikament (Glukokortikoid). Als erste Wahl gilt eine Salbe mit Clobetasolproprionat. Wenn Besserung eintritt, wird der zeitliche Abstand zwischen den Anwendungen zunehmend verlängert. Alternativ kann eine Salbe oder Creme mit Mometasonfuroat verwendet werden. Mometasonfuroat ist bei Kindern möglicherweise besser geeignet.
Medikamente, die keine Glukokortikoide sind, gelten als zweite Wahl. Sie sind weniger wirksam bei Lichen Sclerosus. Medikamente wie Pimecrolimus und Tacrolimus beeinflussen ebenfalls das Immunsystem. Sie sollten nur als Reservemittel eingesetzt werden. Eine systemische Behandlung, z. B. mit Tabletten, ist nur selten notwendig. Hier ist laut 2 kleinen Studien eine erfolgreiche Behandlung mit Etretinat möglich. Etretinat kann allerdings die Leber und die Nieren schädigen.
Als besonders wirksam hat sich die Behandlung mit Kortison erwiesen. Kortison reduziert die Entzündungsneigung im Körper, wodurch Zellen und Gewebebestandteile nicht mehr so stark geschädigt werden. Neben der Kortisontherapie können auch bestimmte Ernährungsformen unterstützend wirken. Auch Vitaminkuren und andere Maßnahmen, die das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht bringen, können hilfreich sein.
Eine weitere Ergänzung der Lichen-Sclerosus-Therapie ist die schonende Lasertherapie. Diese konzentriert sich darauf, die Regeneration des Gewebes zu fördern, indem neue Zellen und gesundes Kollagen gebildet werden. Dadurch soll die Hautstruktur wieder normalisiert und nachhaltig unterstützt werden. Die Laserbehandlung führen wir mit dem sicheren MonaLisa-Touch®-Gerät durch. Dabei wird ein spezieller Vaginalaufsatz eingeführt, über den Energieimpulse an das Gewebe abgegeben werden und die gewünschten Prozesse in Gang setzen sollen.
Lichen Ruber Planus ist eine dermatologische Erkrankung, die durch charakteristische Knötchenflechte an verschiedenen Körperteilen erkennbar ist. Wichtig ist die Information, dass es sich bei Lichen Ruber nicht um eine Krebsart handelt, obwohl die Symptome unangenehm und mit diversen Nebenwirkungen verbunden sind. Sie kann neben der Haut auch den Mundraum und die Genitalien betreffen. Speziell der Befall der Kopfhaut, bekannt als Lichen Ruber follicularis planopilaris, ist selten, kann jedoch zu sichtbarem Haarausfall führen.
Lichen Ruber Haarausfall ist eine seltene, spezifische Form von Haarausfall, die sich als Variante der Krankheit Lichen Planus manifestiert. Diese Erkrankung, bekannt als Knötchenflechte, bedarf einer zielgerichteten und frühzeitigen Diagnose sowie einer maßgeschneiderten Behandlung. Bei verzögerter oder unspezifischer Behandlung kann der Haarverlust fortschreiten und schwer rückgängig zu machen sein. In fortgeschrittenen Fällen von durch Lichen Ruber verursachtem Haarausfall kann eine FUE Haartransplantation oft die einzig verbleibende erfolgreiche Behandlungsoption sein.
Die Knötchenflechte Lichen Ruber Planus ist eine juckende, oft schmerzende Hautentzündung. Sie tritt auch auf Nägeln, im Mund und Genitalbereich auf. Auf dem Kopf kann sie zu Haarausfall führen. Juckende und schmerzende Hautknötchen, die sich an Beugeseiten der Handgelenke, den Unterschenkeln und den seitlichen Knöchelregionen bilden: Das können Symptome der Knötchenflechte, der entzündlichen Hautkrankheit Lichen Ruber Planus sein.
Der Krankheitsname Lichen Ruber Planus setzt sich aus drei Wörtern zusammen: Lichen (griechisch "Flechte") ist eine allgemeine Bezeichnung für Hautkrankheiten, die zur Bildung von Knötchen führen. Der lateinische Begriff "ruber" verweist auf die rote Farbe der Hautveränderungen. Das lateinische Wort "planus" bedeutet "flach" und beschreibt die abgeflachte Form der einzelnen Papeln. Zusammengesetzt kann man Lichen Ruber Planus also mit "roter flacher Flechte" übersetzen.
Lichen Ruber Planus
Warum manche Menschen einen Lichen Ruber Planus (eine Knötchenflechte) bekommen, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Vermutet werden mehrere Dinge.
Bei einer Autoimmunreaktion wird körpereigenes Material wie ein Krankheitserreger (Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten) behandelt. Es handelt sich sozusagen um eine Fehlregulation. Hierbei kann es sich um eine Fehlregulation der B-Zellen, der T-Zellen oder beider Zellreihen handeln. Beim Lichen Ruber Planus steht vor allem die sogenannte zelluläre Immunreaktion im Vordergrund. Hierbei werden körpereigene Stoffe als "fremd" eingestuft und wirken als Antigen.
Die Symptome des Lichen Ruber Planus (einer Knötchenflechte) sind vielgestaltig. Verschiedene Körperstellen können betroffen sein. Möglich sind:
Alle Formen des Lichen Ruber können zu teils starkem Juckreiz führen. Ein Teil der Patienten leidet ausschließlich an Hautknötchen. Beim anderen Teil kommt es zu Schleimhautveränderungen - entweder zusätzlich oder als einziges Krankheitszeichen.
Ein solcher Lichen Ruber mit Beteiligung der Schleimhaut heißt auch Lichen Ruber mucosae - und stellt eine der häufigsten Erkrankungen der Schleimhaut von Mund und Genitalbereich dar. Frauen erkranken an dieser Form des Lichen Ruber dreimal so häufig wie Männer.
Ein Befall der Haare (Lichen Ruber follicularis oder planopilaris) kann zusammen mit Symptomen an Haut und Schleimhäuten vorkommen, aber auch für sich alleine auftreten. Im Bereich der Haarfollikel werden stecknadelkopfgroße, hellrote Knötchen sichtbar. Im Laufe der Zeit bilden sich spitzkegelige Hornpfröpfe in den Öffnungen der Follikel. Wenn man mit der Hand über die erkrankte Haut fährt, fühlt sie sich rau wie ein Reibeisen an.
Weitaus unangenehmer ist aber, dass die Entzündung in der Tiefe der Haarfollikel nach einiger Zeit die haarbildenden Strukturen zerstört. Die betroffenen Haare gehen unwiederbringlich verloren, und es entstehen Kahlstellen - narbige haarlose Areale mit glänzender Hautoberfläche.
Wichtig: Knötchen an der Haut, Weißfärbung an der Schleimhaut, Haarausfall und Nagelveränderungen können zahlreiche Ursachen haben. Nicht immer handelt es sich um einen Lichen Ruber Planus.
Zeigen sich typische Symptome, kann der Hautarzt die Diagnose Lichen Ruber Planus (Knötchenflechte) in der Regel stellen, indem er den Patienten mit bloßem Auge untersucht. Eventuell verwendet der Arzt ein Auflichtmikroskop (Dermatoskop), um die typische netzförmige weißliche Zeichnung an der Oberfläche der Hautknötchen (Wickham-Streifen) besser sichtbar zu machen.
Bei Patienten mit weniger typisch ausgeprägten Veränderungen an Haut oder Schleimhaut hilft die feingewebliche (histologische) Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) unter dem Mikroskop. Wenn der Hautarzt vermutet, dass der Lichen Ruber durch den fortgesetzten Kontakt mit einem Allergieauslöser unterhalten wird, kann auch ein Allergietest am Rücken (Epikutantest) sinnvoll sein. Außerdem fragt der Hautarzt den Patienten, ob ein Medikament als Auslöser des Lichen Ruber in Betracht kommt.
Ja, der Haarausfall, der durch Lichen Ruber verursacht wird, kann effektiv behandelt werden, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt wird. Um erfolgreich zu behandeln, muss zunächst eine akkurate Diagnose gestellt werden. Eine frühzeitige und umfassende Behandlung erhöht die Chancen erheblich, den Haarausfall zu stoppen und die Haarpracht zu bewahren.
Bei rund der Hälfte der Patienten heilt die Knötchenflechte innerhalb eines Jahres von alleine wieder ab, so Prof. Wenzel. Bei vielen Patienten tritt sie chronisch und schubweise auf. Ziel der Therapie ist, die zugrunde liegenden Entzündungsprozesse konsequent zu bekämpfen und zum Stillstand zu bringen.
Äußerlich helfen kortisonhaltige Salben und Cremes. Auch Injektionen in betroffene Hautstellen sind möglich. Ergänzt werden kann die Therapie durch eine PUVA-Behandlung. Das ist eine Therapie mit langwelligem UV-Licht, deren Wirkung durch ein psoralenhaltiges Präparat auf der Haut verstärkt wird.
Besonders bei Patientinnen und Patienten, deren Kopfhaut befallen ist, sollte eine Therapie früh beginnen. Denn sind Haarfollikel erst einmal abgestorben, bilden sie sich nicht wieder, die Haare wachsen nicht mehr nach. Bei schweren Erkrankungen helfen Tabletten, die systemisch, also innerlich wirken. Eingesetzt werden dabei vor allem Kortison und Vitamin-A-Säure-Derivate.
Zur Behandlung der Mundschleimhaut und des Genitalbereichs werden ebenfalls entzündungshemmende Salben und Cremes eingesetzt. Da Kortison bei längerer Anwendung zu Veränderungen der Schleimhäute führen kann, nutzen Mediziner dabei auch andere entzündungshemmende Wirkstoffe. Wenn Lichen Ruber den Mund befallen hat, helfen gegen Schmerzen beim Essen zusätzlich lokal wirkende Medikamente und Mundspülungen. Ratsam ist, auf Nikotin, Alkohol, scharfe oder stark saure Speisen zu verzichten.
Es ist kritisch, dass die Krankheit vollständig behandelt wird, bevor eine Haartransplantation in Erwägung gezogen wird, um einen dauerhaften Erfolg des Eingriffs zu gewährleisten. Da es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, die relativ selten zu Haarausfall führt. Bei Symptomen wie unklarem Haarverlust, begleitet von Rötungen oder Schwellungen der Kopfhaut, ist es essenziell, sofort einen Dermatologen zu konsultieren. Eine rechtzeitige und zielgerichtete Behandlung kann den Haarschwund oft vorübergehend stoppen.
Insbesondere bei Lichen Ruber, wenn der Haarausfall trotz Behandlung fortschreitet, kann eine Haarimplantation eine effektive und sichere Methode sein, sobald die Krankheit vollständig abgeheilt ist. Sollten Sie sich für eine Haarverpflanzung entscheiden, können die Ergebnisse beeindruckend sein: Innerhalb von etwa 12 Monaten nach dem Eingriff können Sie wieder Ihr volles Haar genießen, ohne Anzeichen der früheren Erkrankung.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
| Merkmal | Lichen Sclerosus | Lichen Ruber |
|---|---|---|
| Art der Erkrankung | Chronisch-entzündliche Hauterkrankung | Entzündliche Hauterkrankung |
| Häufigkeit | Selten | Eher selten |
| Betroffene Bereiche | Hauptsächlich Genitalbereich | Haut, Schleimhaut, Nägel, Kopfhaut |
| Hauptsymptome | Juckreiz, weiße Flecken, Verhärtungen | Juckende, rote Knötchen |
| Haarausfall | Nein, aber Vernarbung kann zu Funktionsbeeinträchtigungen führen | Ja, Lichen Ruber Follicularis kann zu Haarausfall führen |
| Behandlung | Kortisoncremes, Lasertherapie | Kortisoncremes, PUVA-Therapie, systemische Medikamente |
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