Lichen Ruber Kopfhaut Haarausfall: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Lichen Ruber Haarausfall ist eine seltene, spezifische Form von Haarausfall, die sich als Variante der Krankheit Lichen Planus manifestiert. Diese Erkrankung, bekannt als Knötchenflechte, bedarf einer zielgerichteten und frühzeitigen Diagnose sowie einer maßgeschneiderten Behandlung. Bei verzögerter oder unspezifischer Behandlung kann der Haarverlust fortschreiten und schwer rückgängig zu machen sein.

Lichen Ruber Planus ist eine dermatologische Erkrankung, die durch charakteristische Knötchenflechte an verschiedenen Körperteilen erkennbar ist. Wichtig ist die Information, dass es sich bei Lichen Ruber nicht um eine Krebsart handelt, obwohl die Symptome unangenehm und mit diversen Nebenwirkungen verbunden sind. Sie kann neben der Haut auch den Mundraum und die Genitalien betreffen. Speziell der Befall der Kopfhaut, bekannt als Lichen Ruber follicularis planopilaris, ist selten, kann jedoch zu sichtbarem Haarausfall führen.

Wer ist betroffen?

Lichen Ruber, eine Autoimmunerkrankung, kann potenziell jeden Menschen betreffen. Sie manifestiert sich jedoch häufig bei Erwachsenen mittleren Alters, wobei Studien zeigen, dass Frauen etwas häufiger betroffen sind als Männer. Eine spezielle Form dieser Erkrankung ist der Befall der Kopfhaut, bekannt als Lichen Ruber follicularis planopilaris, der zu Haarausfall führen kann. Diese Form ist relativ selten und wird oft sowohl von Betroffenen als auch von Medizinern übersehen oder falsch diagnostiziert.

Ursachen von Lichen Ruber Planus

Warum manche Menschen einen Lichen ruber planus (eine Knötchenflechte) bekommen, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Vermutet werden mehrere Dinge.

  • Fehler des Immunsystems: Vieles spricht dafür, dass der Lichen ruber planus eine Autoimmunerkrankung darstellt - also eine Krankheit, bei der sich das Abwehrsystem (Immunsystem) "irrtümlich" gegen körpereigene Strukturen richtet. Der Körper greift sich quasi selbst an, in diesem Fall richten sich Antikörper gegen körpereigene Zellen in der untersten Schicht der Oberhaut (basale Keratinozyten).
  • Auch die Gene spielen eine Rolle: Menschen, deren Körperzellen bestimmte Eiweißmoleküle (bestimmte, sogenannte HLA-Antigene) auf ihren Oberflächen tragen, haben ein etwas höheres Risiko, an einem Lichen ruber zu erkranken. Auf der Grundlage dieser genetischen Veranlagung kann der Kontakt mit bestimmten Auslösern wie Viren - vor allem Hepatitis C-Viren - oder manchen Medikamenten zu einem Lichen ruber führen. Bei den allermeisten Patienten mit Lichen ruber gelingt es allerdings nicht, einen solchen Auslöser zu finden.
  • Äußere Reize können Symptome provozieren: Ist jemand erst einmal an einem Lichen ruber erkrankt, können unspezifische, äußere Einflüsse Lichen-ruber-Knötchen auf bisher unauffälligen Hautarealen hervorrufen. Beispiele für solche Reize sind ein Sonnenbrand, ein scheuernder Gürtel oder das Kratzen mit den Fingernägeln. Krankheitsherde im Mund entstehen manchmal durch schlecht sitzende Zahnprothesen, starkes Rauchen oder alkoholische Getränke.
  • Allergie - manchmal ein Mit-Auslöser: Reagiert ein Mensch allergisch auf Inhaltsstoffe seiner Zahnprothese, seiner Zahnfüllungen oder seiner Zahnpasta, kann der anhaltende Kontakt mit dem Allergieauslöser zu einer chronischen Entzündung in der Mundschleimhaut führen. An genau den Stellen, an denen die Schleimhaut Kontakt mit dem Allergie-Auslöser hat, bilden sich dann manchmal Krankheitsherde eines Lichen ruber - allerdings im Sinne eines "Köbner-Phänomens" (siehe oben). Dies ist also nur dann der Fall, wenn eine Allergie vorliegt und unabhängig davon ein Lichen ruber. Der Lichen ruber selbst ist keine allergische Erkrankung!

Diagnose von Lichen Ruber

Die richtige Diagnose ist entscheidend bei der Behandlung von Lichen Ruber. Es ist von größter Bedeutung, dass die Diagnose schnell und korrekt erfolgt, da die Erkrankung zu Narbenbildung auf der Kopfhaut führen kann. Für eine fundierte Diagnose entnimmt der Dermatologe in der Regel eine Hautprobe, die unter dem Mikroskop analysiert wird. Diese mikroskopische Untersuchung hilft dabei, die charakteristischen Merkmale von Lichen Ruber zu identifizieren. Zusätzlich kann eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, um andere mögliche Erkrankungen auszuschließen und eine präzise Diagnose zu gewährleisten.

Diagnose: Wie wird ein Lichen ruber planus bestätigt?

Zeigen sich typische Symptome, kann der Hautarzt die Diagnose Lichen ruber planus (Knötchenflechte) in der Regel stellen, indem er den Patienten mit bloßem Auge untersucht.

  • Eventuell verwendet der Arzt ein Auflichtmikroskop (Dermatoskop), um die typische netzförmige weißliche Zeichnung an der Oberfläche der Hautknötchen (Wickham-Streifen) besser sichtbar zu machen.
  • Vermutet der Hautarzt einen Lichen ruber, sieht er sich gezielt die Mundschleimhaut an - auch wenn der Patient keine Beschwerden in diesem Bereich beklagt. Viele Menschen mit Lichen ruber der äußeren Haut haben auch an der Wangenschleimhaut eine netzförmige weißliche Zeichnung.
  • Aufgrund der typischen Krankheitszeichen kann der Hautarzt auch einen Lichen ruber, der ausschließlich die Mundschleimhaut befällt, häufig ohne zusätzliche Untersuchungen feststellen.
  • Bei Patienten mit weniger typisch ausgeprägten Veränderungen an Haut oder Schleimhaut hilft die feingewebliche (histologische) Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) unter dem Mikroskop.
  • Wenn der Hautarzt vermutet, dass der Lichen ruber durch den fortgesetzten Kontakt mit einem Allergieauslöser unterhalten wird, kann auch ein Allergietest am Rücken (Epikutantest) sinnvoll sein.
  • Außerdem fragt der Hautarzt den Patienten, ob ein Medikament als Auslöser des Lichen ruber in Betracht kommt. Dies ist grundsätzlich dann der Fall, wenn die ersten Hautveränderungen wenige Wochen nach Beginn der Medikamenteneinnahme aufgetreten sind.

Behandlungsmöglichkeiten

Ja, der Haarausfall, der durch Lichen Ruber verursacht wird, kann effektiv behandelt werden, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt wird. Um erfolgreich zu behandeln, muss zunächst eine akkurate Diagnose gestellt werden. Eine frühzeitige und umfassende Behandlung erhöht die Chancen erheblich, den Haarausfall zu stoppen und die Haarpracht zu bewahren.

Bei Symptomen wie unklarem Haarverlust, begleitet von Rötungen oder Schwellungen der Kopfhaut, ist es essenziell, sofort einen Dermatologen zu konsultieren. Eine rechtzeitige und zielgerichtete Behandlung kann den Haarschwund oft vorübergehend stoppen.

Therapie

Ziel der Therapie ist, die zugrunde liegenden Entzündungsprozesse konsequent zu bekämpfen und zum Stillstand zu bringen. Äußerlich helfen kortisonhaltige Salben und Cremes. Auch Injektionen in betroffene Hautstellen sind möglich. Ergänzt werden kann die Therapie durch eine PUVA-Behandlung. Das ist eine Therapie mit langwelligem UV-Licht, deren Wirkung durch ein psoralenhaltiges Präparat auf der Haut verstärkt wird. Besonders bei Patientinnen und Patienten, deren Kopfhaut befallen ist, sollte eine Therapie früh beginnen. Denn sind Haarfollikel erst einmal abgestorben, bilden sie sich nicht wieder, die Haare wachsen nicht mehr nach.

Bei schweren Erkrankungen helfen Tabletten, die systemisch, also innerlich wirken. Eingesetzt werden dabei vor allem Kortison und Vitamin-A-Säure-Derivate. Da es neben den in den Leitlinien vorgesehenen Wirkstoffen auch einige Medikamente gibt, die nicht grundsätzlich für die Behandlung von Lichen ruber planus zugelassen sind, muss ihr Einsatz im Einzelfall mit den behandelnden Ärzten abgestimmt werden. Regelmäßige Kontrollen der Blutwerte oder sogar stationäre Aufenthalte können erforderlich sein.

Zur Behandlung der Mundschleimhaut und des Genitalbereichs werden ebenfalls entzündungshemmende Salben und Cremes eingesetzt. Da Kortison bei längerer Anwendung zu Veränderungen der Schleimhäute führen kann, nutzen Mediziner dabei auch andere entzündungshemmende Wirkstoffe. Wenn Lichen ruber den Mund befallen hat, helfen gegen Schmerzen beim Essen zusätzlich lokal wirkende Medikamente und Mundspülungen. Ratsam ist, auf Nikotin, Alkohol, scharfe oder stark saure Speisen zu verzichten.

Es ist kritisch, dass die Krankheit vollständig behandelt wird, bevor eine Haartransplantation in Erwägung gezogen wird, um einen dauerhaften Erfolg des Eingriffs zu gewährleisten.

Haartransplantation als Option

Wenn Lichen Ruber fortgeschritten ist und eine Behandlung die Symptome lindert, ohne jedoch den Haarverlust zu stoppen, entsteht ein ernstes Problem. Selbst wenn die Krankheit abklingt und keine weiteren Symptome zeigt, bleibt der Haarverlust bestehen. In solchen Fällen erreicht die konventionelle Medizin ihre Grenzen, da die Basis für das Haarwachstum irreparabel zerstört ist. Sobald die Erkrankung vollständig behandelt wurde, ist es entscheidend, nach geeigneten alternativen Behandlungen zu suchen.

Die Haarverpflanzung als sinnvolle Option bei Lichen Ruber bedingtem Haarausfall kann eine effektive Methode sein, um die volle Haarpracht wiederherzustellen. Bei einem leicht sichtbaren Haarverlust oder partiellen Ausdünnungen kann bereits ein minimal-invasiver Eingriff ausreichend sein, um ästhetische Verbesserungen zu erzielen. Die Entscheidung für die Art des Eingriffs sollte auf einer sorgfältigen Bewertung der betroffenen Bereiche basieren und in enger Absprache mit einem erfahrenen Dermatologen oder Haartransplantationsspezialisten erfolgen.

Insbesondere bei Lichen Ruber, wenn der Haarausfall trotz Behandlung fortschreitet, kann eine Haarimplantation eine effektive und sichere Methode sein, sobald die Krankheit vollständig abgeheilt ist. Sollten Sie sich für eine Haarverpflanzung entscheiden, können die Ergebnisse beeindruckend sein: Innerhalb von etwa 12 Monaten nach dem Eingriff können Sie wieder Ihr volles Haar genießen, ohne Anzeichen der früheren Erkrankung.

Alopecia areata - Ursachen, Symptome und Behandlung | dermanostic Hautlexikon

Zusammenfassung

Hier ist eine tabellarische Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:

Aspekt Beschreibung
Definition Seltene Form von Haarausfall als Variante von Lichen Planus
Betroffene Häufiger bei Erwachsenen mittleren Alters, besonders Frauen
Diagnose Hautprobe, mikroskopische Untersuchung, Blutuntersuchung
Behandlung Frühzeitige, zielgerichtete Therapie, Haartransplantation als Option
Wichtigkeit Schnelle Diagnose und Behandlung zur Vermeidung von Narbenbildung

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