Leberentgiftung, Haarausfall und Ursachen: Ein umfassender Leitfaden

Haarausfall ist ein komplexes Thema, das immer ganzheitlich behandelt werden muss. Grundsätzlich können alle Formen des Haarausfalls beide Geschlechter betreffen, doch treten bestimmte Varianten aufgrund geschlechtsspezifischer Unterschiede häufiger auf. In diesem Artikel werden die verschiedenen Ursachen von Haarausfall beleuchtet und insbesondere der Zusammenhang mit der Lebergesundheit und Entgiftungsprozessen des Körpers untersucht.

Formen von Haarausfall und ihre Ursachen

Es gibt verschiedene Formen des Haarausfalls, die sich in ihrem Erscheinungsbild und ihren Ursachen unterscheiden:

  • Erblich bedingter Haarausfall (Androgenetische Alopezie): Betrifft ungefähr 70 - 80% aller Männer und rund jede zweite Frau.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Ursache sind Entzündungsreaktionen im Körper. Auch wenn viele Details unklar sind, geht man von einer Autoimmunerkrankung aus.
  • Diffuser Haarausfall (Telogenes Effluvium): Die Ursachen sind vielfältig und liegen meist in Mangelzuständen oder Erkrankungen, die zu einer Unterversorgung der Haarwurzeln mit Sauerstoff und Nährstoffen führen.
  • Vernarbender Haarausfall (Alopecia cicatricalis): Tritt meist als unangenehme Begleiterscheinung von Krankheiten oder Infektionen der Kopfhaut auf.

Erblich bedingter Haarausfall

Bei Männern beginnt es mit Geheimratsecken (Haarausfall am Haaransatz oberhalb der Schläfen). Der Haarausfall schreitet fort und betrifft den Tonsurbereich, bis schließlich eine Halbglatze entsteht und nur noch der Haarkranz übrig bleibt. Frauen sind meist erst nach den Wechseljahren betroffen, da ein hoher Östrogenspiegel schützend wirkt. Bei ihnen wird der Scheitel dünner, bis die Kopfhaut durchscheint.

Die Haarfollikel reagieren überempfindlich auf das Hormon Dihydrotestosteron (DHT), ein männliches Sexualhormon. Bei Frauen kann eine gestörte Östrogenproduktion oder eine erhöhte Testosteronproduktion die Ursache sein - oder eine andere Veränderung im Hormonhaushalt (Schwangerschaft, Wechseljahre).

Kreisrunder Haarausfall

Typisch sind kreisrunde, kahle Stellen. Es gibt viele verschiedene Formen der Alopecia areata mit unterschiedlichen Ausprägungen. So können auch Längsstreifen an Finger- und Fußnägeln auftreten oder die Intensität des Haarausfalls variiert bis hin zum Verlust der gesamten Körperbehaarung.

Diffuser Haarausfall

Typisch ist eine Ausdünnung der gesamten Kopfbehaarung. Die Haare fallen am ganzen Kopf (oder Körper) aus.

Vernarbender Haarausfall

Bei der vernarbenden Alopezie kommt es zu Juckreiz, Schuppung und Rötung der Kopfhaut. Typisch sind auch Schmerzen und eine helle, haarlose Haut, die glatt und glänzend erscheint. Die Haarwurzeln sind nicht mehr sichtbar.

Weitere Ursachen für Haarausfall

Neben den Hauptformen gibt es weitere Faktoren, die Haarausfall begünstigen können:

  • Mangelzustände: Eisen-, Eiweiß-, Nährstoff-, Vitamin- und Mineralstoffmangel.
  • Psychische Erkrankungen: Trichotillomanie, Trauer, Depression, Trauma.
  • Äußere Einflüsse: Zu straffe Frisuren, Haarextensions, Chemikalien aus Haarfärbemitteln.
  • Stress: Chronischer Stress kann die Haarfollikel verfrüht in die Ruhephase versetzen.
  • Infektionen: Verschiedene Infektionskrankheiten wie HIV, Syphilis, Impetigo contagiosa und Scharlach.
  • Medikamente: Die Einnahme bestimmter Medikamente wie Betablocker, ACE-Hemmer, Heparin und Zytostatika.
  • Schwermetalle: Amalgam, Palladium und Quecksilber.
  • Ungesunde Lebensweise: Rauchen, Alkohol, Drogen.

Zigarettenrauch enthält zahlreiche Giftstoffe, die die Durchblutung und die Versorgung der Haarfollikel mit Sauerstoff und Nährstoffen beeinträchtigen können. Auch der Konsum von Drogen kann das Haarwachstum und die Haargesundheit erheblich beeinträchtigen. Alkohol kann Haarausfall verursachen, indem er die Aufnahme von Nährstoffen im Körper stört.

Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer

Der Zusammenhang zwischen Lebergesundheit und Haarausfall

Die Leber ist das größte entgiftende Organ Ihres Körpers. Funktioniert sie nicht richtig, bleiben Gifte im Körper erhalten und führen unweigerlich zu Folgeschäden. Haarverlust ist bei erhöhten Leberwerten nur eines von vielen Symptomen, die nicht solitär sondern nur durch die Behandlung der Ursache enden.

Sind die Leberwerte erhöht, gerät Ihr Keratinstoffwechsel aus dem Gleichgewicht und Ihr Haar gelangt früher in die Übergangs- und Ruhephase. Durch die Fehlfunktion des Organs kommt es zu einem Mangel schwefelhaltiger Aminosäuren, aus dem die Problematik der Stoffwechselstörung bei Keratin entsteht und die letztendlich zum Verlust der Kopf- und Körperbehaarung führt.

Alarmsignale durch Antlitzdiagnose frühzeitig erkennen: Im Gesicht zeigen sich die Dysfunktionen durch spezifische Alarmsignale - bei bestehenden Beschwerden, aber auch schon zu einem Zeitpunkt, bevor Symptome auftreten.

Diagnose und Behandlung von Haarausfall

Die Suche nach den Ursachen des Haarausfalls setzt sich im Wesentlichen aus den aufgeführten, diagnostischen Schritten zusammen. Die entsprechenden Antworten und Untersuchungsergebnisse fügen sich schließlich zu einem kompletten und ganzheitlichen Bild zusammen.

Da bestimmte Laborwerte wichtige diagnostische Hinweise auf mögliche Ursachen des Haarausfalls geben, führen wir für unsere Patienten, sofern gewünscht, eine Laboruntersuchung durch. Um die gewünschten Laborparameter zu erhalten, werden kleine Mengen Blut des Patienten abgenommen und gezielt nach hormonellen, toxischen und weiteren pathologischen Laborbefunden untersucht.

Behandlungsmethoden

Nach einer Beratung und Diagnose der Ursachen erstellen wir für jeden Patienten einen geeigneten und gezielten Therapieplan zur Bekämpfung des Haarausfalls. Grundsätzlich stehen folgende Behandlungs- und Therapiewege zur Verfügung:

  • Medikamentöse Behandlung: Variiert je nach Ursache und Art des Haarausfalls. Zu den am häufigsten verwendeten Medikamenten gehören Minoxidil und Finasterid.
  • PRP-Therapie: Ein effektives Mittel, um die Haarfollikel zu stärken und bei der Ausbildung von Haaren zu unterstützen.
  • Stammzellen-Therapie: Kann eine stimulierende Wirkung auf das Wachstum der Haare beobachtet werden.
  • Meso-Therapie: Die Behandlung der Kopfhaut mit speziellen Wirkstoffen.
  • Infusionstherapie: Hilft, Nährstoffmängel zu erkennen und zu ergänzen.
  • Haartransplantation: Eine der modernsten Methoden ist die FUE-Methode bzw. deren Weiterentwicklung, die IFUE-Methode.

Vorbeugung von Haarausfall

Eine gesunde Lebensweise sowie ausgewogene Ernährung gelten als beste Vorbeugung. Folgende Punkte sollten bei der täglichen Pflegeroutine beachtet werden:

  1. Gönnen Sie Ihren Haaren Ruhe! Häufiges Waschen schadet dem Haar und strapaziert es zusätzlich!
  2. Benutzen Sie milde und kopfhautschonende Waschsubstanzen!
  3. Wählen Sie eine pflegeleichte Frisur oder lassen Sie Ihre Haare kürzen!
  4. Binden Sie die Haare nicht streng nach hinten (Zug an den Haarwurzeln) und vermeiden Sie schwere Frisuren!
  5. Verzichten Sie unbedingt auf chemische Anwendungen, wie Dauerwellen, Haare färben, Glättungsmittel oder intensives Föhnen!
  6. Verwenden Sie keine Haarbürsten, sondern breitgezinkte Kämme!

Vitamine und Mineralstoffe

Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen sowie Spurenelementen ist entscheidend für eine gesunde und widerstandsfähige Haarpracht. Ein einfacher Bluttest beim Dermatologen gibt Aufschluss, ob bei brüchigem Haar oder Haarausfall ein Nährstoffmangel vorliegt.

Wichtige Nährstoffe sind:

  • Eisen
  • Zink
  • Vitamin C
  • Vitamin E

Basische Ernährung

Wenn Sie unter säurebedingtem Haarausfall leiden, können Sie über eine Ernährungsumstellung wieder Einfluss auf Ihr Haarwachstum nehmen. Um Ihre Säure-Basen-Balance wiederherzustellen gehören auf den Speiseplan 80 % basenbildende Lebensmittel und nur 20 % säurebildende.

Zu den Basenbildner gehört viel unbehandeltes oder schonend gegartes Obst und Gemüse. Peppen Sie Ihre Speisen mit frischen Kräutern auf, die enthalten auch zahlreiche Mineralstoffe! Greifen Sie also ordentlich zu bei Petersilie, Schnittlauch, Sauerampfer und Co.!

Zusammenfassung

Haarausfall ist ein weitverbreitetes Problem, das viele verschiedene Ursachen haben kann. Neben genetischen Faktoren, hormonellen Veränderungen und äußeren Einflüssen spielt auch die Gesundheit der Leber eine wichtige Rolle. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung sind entscheidend, um den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum zu fördern. Eine gesunde Lebensweise, ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von Stress können ebenfalls dazu beitragen, Haarausfall vorzubeugen.

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