Wimpernmilben: Leben, Symptome und Behandlung

Hast du schon einmal von Wimpernmilben gehört? Diese winzigen Lebewesen leben auf unserer Haut, genauer gesagt in den Haarfollikeln unserer Wimpern. Sie bleiben oft unbemerkt, können aber bei einigen von uns zu Unannehmlichkeiten führen. Wimpernmilben sind winzige Bewohner unserer Wimpern, die normalerweise keine Probleme verursachen.

Bei einigen von uns können sie jedoch Beschwerden verursachen, insbesondere bei Personen mit bestimmten Hauterkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem. Durch regelmäßige Reinigung und Pflege der Augenlider können die Auswirkungen von Wimpernmilben reduziert werden. Im Falle von Symptomen ist es ratsam, einen Hautarzt oder Augenarzt aufzusuchen, um weitere Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen.

Ab wann Augenmilben in den Wimpern wirklich zur Gefahr für die Augen werden, auf welche Symptome es zu achten gilt und was man dagegen tun kann, erfährst du hier.

Was sind Wimpernmilben?

Wimpernmilben, auch bekannt als Demodex-Milben, gehören zu den winzigen Spinnentieren, die auf unserer Haut leben. Der Name Demodex stammt von den beiden griechischen Begriffen „demos“ für Talg und „dex“ für Wurm.

Es gibt zwei Hauptarten: Demodex folliculorum und Demodex brevis. Im Augenbereich leben diese Milben in Wimpernfollikeln, Talgdrüsen der Wimpern und Meibom-Drüsen. Diese Drüsen befinden sich in den Lidrändern und produzieren ein öliges Sekret, das verhindert, dass der Tränenfilm zu schnell verdunstet. Die Demodex-Milben ernähren sich hauptsächlich von Hautschuppen und Talg.

Demodex werden maximal knapp einen halben Millimeter lang und sind daher mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Sie sind lichtscheu und paaren bzw. vermehren sich vor allem nachts. Ihr Lebenszyklus beträgt lediglich 2 bis 3 Wochen, doch ihre Nachkommen führen den Prozess fort.

Grundsätzlich ist eine Besiedlung mit Demodex vollkommen normal. Problematisch wird es meist erst, wenn die Milben überhand nehmen. Zu den bekannten Risikofaktoren zählen u. a. zunehmendes Alter, Stress oder ein geschwächtes Immunsystem. Auch bei Rosazea-Patienten werden häufig vermehrt Demodex in der Haut gefunden.

Statistiken zufolge hat es fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens mit Wimpernmilben zu tun. Ab dem Alter von 70 Jahren betreffen sie beispielsweise fast jeden Menschen. Wer besonders ölige Haut hat, neigt bevorzugt zu Augenmilben. Ebenso wie Menschen, die es mit der Gesichtspflege nicht so ernst nehmen oder das Abschminken vernachlässigen. Nicht nur leben Augenmilben in den Wimpern, sie können ebenfalls von Mensch zu Mensch und sogar von Tier zu Mensch übertragen werden. Letzteres gilt vor allem dann, wenn die Haustiere im Bett des Menschen schlafen. Das ist vor allem bei Hunden der Fall.

Der Lebenszyklus der Wimpernmilben

Der Lebenszyklus der Wimpernmilben dauert etwa zwei bis drei Wochen. Sie verbringen den Großteil ihres Lebens in den Haarfollikeln, wo sie sich vermehren und ernähren. In der Nacht kommen sie an die Hautoberfläche, um sich zu paaren und Eier zu legen.

Symptome eines Wimpernmilbenbefalls

Während viele von uns keine Symptome bemerken, können Wimpernmilben bei einigen Personen zu Beschwerden führen. Ob die Milben Beschwerden machen, hänge von der Stärke des Befalls ab, sagt Professor Friedrich Kruse, Direktor der Universitäts-Augenklinik Erlangen. „Je mehr Demodexerreger Sie haben, desto mehr Chemokine und desto mehr Entzündung haben Sie“, erläutert Kruse.

Häufige Symptome sind:

  • Juckreiz
  • Rötung der Augenlider
  • Schuppenbildung an den Wimpern
  • Augenentzündungen
  • Jucken der Lidränder
  • Brennen der Augen und Lider
  • Fremdkörpergefühl
  • Gestörtes Wimpernwachstum (Wimpern können ausfallen oder in die falsche Richtung wachsen)
  • Trockenheitsgefühl am Auge
  • Tränenfluss
  • Verschwommenes Sehen

Das deutlichste Indiz sind zylindrische Hautschuppen an der Wimpernbasis. Bei zylindrischen Schuppen an den Wimpern könnten Milben - Demodex follicularum oder brevis - dahinterstecken. Die Milben leben zwischen den Wimpern und ernähren sich von den Haarfollikeln.

Weitere sichtbare Anzeichen:

  • Kleine, röhrenförmige Schuppen, die fest am Wimpernansatz haften und sich schwer entfernen lassen
  • Gelblich-weiße oder graue Krusten, die sich entlang des Wimpernkranzes bilden
  • Ungewöhnlich starker Ausfall der Wimpern oder lichte Stellen im Wimpernkranz
  • Wimpern, die kürzer werden, abbrechen oder ihre natürliche Krümmung verlieren
  • Deutlich sichtbare Rötungen entlang der Wimpernlinie
  • Kleine, weißliche Hautschüppchen, die sich um die Wimpern ansammeln

Der entscheidende Unterschied zwischen gewöhnlichen Hautschuppen und milbenbedingten Ablagerungen liegt in ihrer charakteristischen Form und Beschaffenheit. Während normale Schuppen meist flach und unregelmäßig geformt sind, weisen milbenbedingte Ablagerungen eine typische zylindrische, röhrenförmige Struktur auf, die wie kleine Manschetten um den Wimpernschaft gelegt erscheinen.

Risikofaktoren für einen Wimpernmilbenbefall

  • Ein geschwächtes Immunsystem, z. B. infolge von Infektionen oder systemischen Erkrankungen.
  • Chronische Grunderkrankungen, wie Diabetes mellitus oder Autoimmunerkrankungen.
  • Andauernder Stress, der das Immunsystem negativ beeinflussen kann.
  • Einnahme immunsuppressiver Medikamente, etwa nach Organtransplantationen oder bei Autoimmuntherapien.
  • Hormonelle Veränderungen, z. B. in den Wechseljahren, während der Schwangerschaft oder bei Schilddrüsenfunktionsstörungen.
  • Hauterkrankungen, wie Rosazea, seborrhoische Dermatitis oder andere entzündliche Hautzustände.
  • Unzureichende Lid- und Gesichtshygiene, insbesondere im Bereich der Wimpernansätze.
  • Verwendung bestimmter Kosmetika oder Augenpflegeprodukte, die Poren verstopfen oder das Hautmilieu verändern.

Vor allem Diabetiker sind anfällig für einen Demodexbefall: Wie im Fachjournal „Cornea“ veröffentlicht, neigen Typ-2-Diabetiker - insbesondere solche mit schlechter Blutzuckerkontrolle - zu Milben (62,5 Prozent Milbenbefall bei Diabetikern vs. 44,8 Prozent bei Nichtdiabetikern).

Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Wahrscheinlichkeit einer Milbenüberpopulation erheblich an, da sich verschiedene biologische Veränderungen auf die natürliche Milbenkontrolle auswirken. Die Talgproduktion der Haut verändert sich im Alter, wodurch sich die Zusammensetzung des Hautmilieus wandelt und günstigere Bedingungen für die Milbenvermehrung entstehen. Gleichzeitig lässt die Effizienz des Immunsystems nach, was als Immunoseneszenz bezeichnet wird, und die körpereigene Fähigkeit zur Kontrolle der Milbenpopulation nimmt ab.

Was hilft bei Milbenbefall an den Wimpern?

Obwohl es nicht möglich ist, Wimpernmilben vollständig zu beseitigen, gibt es einige Maßnahmen, um ihren Befall zu reduzieren und Symptome zu lindern.

Laut Kruse helfen Teebaumölpräparate bei Demodexbefall. Allerdings warnt der Augenarzt davor, dass Patienten sich diese selbst besorgten und mit Öl oder Kochsalzlösung verdünnten, da dies die Gefahr „ziemlich saftiger Verätzungen“ berge.

Fertigpräparate für die Lider beziehungsweise Tuchauflagen eignen sich besser. In der Apotheke gibt es beispielsweise Blephademodex (Théa), sterile Reinigungstücher mit dem Hauptbestandteil des Teebaumöls Terpinen-4-ol. Die Reinigungstücher dürfen Patienten ab einem Alter von 18 Jahren anwenden. Purlalid Lipogel (Santen) ist eine weitere Option.

Die sterilen und gebrauchsfertigen Blephademodex Lidreinigungstücher wurden speziell für die Reinigung der Lider und zur Symptomlinderung bei Demodex-Befall entwickelt. Sie entfernen Krusten, Hautschuppen, Verunreinigungen & Infektionserreger von Lidern, Lidrändern & Wimpern. Dadurch werden die Symptome wie z. B. stark juckende Lidränder, Brennen, Fremdkörpergefühl, etc. gelindert.

Nach der kurmäßigen Behandlung sollte eine tägliche Reinigung zur Erhaltungstherapie mit geeigneten Lidhygieneprodukten fortgeführt werden. Dazu eignet sich z. B. Naviblef Intensiv Lid-Schaum zur täglichen Lidrandpflege, welcher ebenfalls Teebaumöl enthält.

Weitere Reinigungsroutinen, um ungünstige Bedingungen für die Parasiten zu schaffen und die natürliche Hautgesundheit zu fördern:

  • Tägliche Lidreinigung: Verwenden Sie warme, feuchte Kompressen für 5-10 Minuten, um Verkrustungen zu lösen.
  • Wechsel der Bettwäsche: Tauschen Sie Kissenbezüge und Bettwäsche regelmäßig aus und waschen Sie diese idealerweise bei hohen Temperaturen.
  • Handtuchwechsel: Verwenden Sie täglich frische Handtücher und vermeiden Sie das Teilen mit anderen Personen.
  • Make-up-Hygiene: Reinigen Sie Schminkutensilien regelmäßig und ersetzen Sie alte Kosmetikprodukte.
  • Raumklima: Sorgen Sie für eine angemessene Luftfeuchtigkeit und vermeiden Sie überheizte Räume.
  • Händehygiene: Waschen Sie Ihre Hände gründlich, bevor Sie den Augenbereich berühren.

Wer Lashextensions trägt, sollte daher regelmäßig seine Wimpern mit einem entsprechenden Wimpernshampoo gründlich reinigen. Die Heimpflege ist nämlich nicht nur wichtig, damit die Extensions lange und schön erhalten bleiben, sondern auch, um Infektionen und Augenmilben keine Chance zu geben.

Besonders in den Wintermonaten sollte auf das Immunsystem geachtet werden, ist dieses nämlich nicht fit, werden Krankheiten schnell begünstigt. Auch Augenmilben können sich dann rasch vermehren.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Ein Besuch beim Augenarzt wird notwendig, wenn häusliche Pflegemaßnahmen keine Besserung bringen oder sich die Beschwerden trotz konsequenter Hygiene verschlechtern. Besonders bei anhaltenden Problemen, die länger als zwei Wochen bestehen, oder bei zunehmender Intensität der Beschwerden sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Eine präzise Diagnose durch einen Spezialisten bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung und verhindert mögliche Folgeschäden. Moderne Therapiemöglichkeiten bieten heute ausgezeichnete Heilungschancen, sodass Sie bei entsprechenden Beschwerden zuversichtlich eine augenärztliche Praxis aufsuchen können.

Die ARTEMIS-Kliniken bieten ein breites Spektrum moderner augenmedizinischer Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. Im Rahmen umfassender augenärztlicher Untersuchungen werden auch entzündliche Veränderungen im Bereich der Lidränder oder Wimpern zuverlässig erkannt.

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Zusammenfassung

Wimpernmilben sind winzige Parasiten, die natürlicherweise in den Haarfollikeln leben. Bei einer Überpopulation können sie zu Symptomen wie Juckreiz, Rötungen und Schuppenbildung führen. Eine gute Hygiene, regelmäßige Lidreinigung und gegebenenfalls die Anwendung von Teebaumölpräparaten können helfen, den Befall zu reduzieren. Bei anhaltenden Beschwerden sollte ein Augenarzt konsultiert werden.

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