Oft wird der Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und Haarausfall spät erkannt. Doch der Darm kann tatsächlich eine entscheidende Rolle bei Haarproblemen spielen. Hier erfahren Sie, welche Rolle der Darm dabei spielt und wie die richtige Ernährung das Haarwachstum wieder aktivieren kann.
Nicht immer sind genetische Ursachen oder das Alter Schuld an Haarausfall. Es kann auch sein, dass den Haarwurzeln wichtige Nährstoffe fehlen. In vielen Fällen kann auch der Darm Schuld sein, wenn die Haare ausgehen.
Denn das Verdauungsorgan ist dafür zuständig, dass Vitamine, Mineralien und Spurenelemente aus der Nahrung gefiltert und dem Körper zugeführt werden. "Darmerkrankungen mit Durchfall sowie Darmentzündungen und Lebensmittelunverträglichkeiten greifen in diese Darmfunktion ein und können so zu Haarverlust führen", meint der Haarexperte.
Auch die Balance von gesunden zu ungesunden Darmbakterien ist wichtig für die Darmflora. Gerät diese durch etwa eine schlechte Ernährung aus dem Gleichgewicht, kann eine Darmsanierung bei der Behandlung der Symptome helfen. Eine gesunde Darmflora wirkt sich nicht nur positiv auf die Haare, sondern auch auf die Haut, Verdauung und auf das allgemeine Wohlbefinden aus. Auch Stress oder dauerhafte körperliche oder psychische Belastung können dem Darm schaden.
Neben dem Darm können auch andere Erkrankungen des Körpers einen Haarverlust bedingen. So führt eine Erkrankung der Schilddrüse oft zu Haarausfall. Weitere Auslöser sind Hormonschwankungen, welche bei Frauen oft Schwangerschafts- oder Wechseljahres bedingt auftreten, Fiebererkrankungen, Operationen sowie die Einnahme von Medikamenten wie Blutverdünnern oder Betablockern. In einigen Fällen kann es jedoch auch vorkommen, dass keine genaue Ursache für den Haarausfall gefunden wird.
Ignorieren sollten Sie Haarausfall auf keinen Fall, denn er ist immer ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt. "Wenn die Ursache nicht klar ersichtlich und vorübergehend ist, wie zum Beispiel eine Grippe vor einigen Monaten, sollte eine Haarsprechstunde zur genauen Ursachenfindung aufgesucht werden", rät Finner.
Diffuse Beschwerden wie Migräne, Gelenkschmerzen, Gewichtprobleme trotz gesunder Ernährung, Leistungsabfall, Tagesmüdigkeit u.v.m. Wenn neurologsiche, radiologische, rheumatologische und z.B. ortopädische Ursachenforschungen ergebnislos bleiben, ist es sinnvoll eine Diagostik hinsichtlich Darmflora, Entzündungsmarkern und Nahrungsmittel- Unverträglichkeiten durchzuführen.
Leaky-Gut-Syndrom beschreibt die Ursachen und Folgen einer gestörten Darmbarriere. Eine Störung der Darmbarriere entsteht durch eine reduzierte Darmflora, die sogenannte Dysbiose (ungünstige Verteilung von erwünschten und unerwünschten Darmbakterien). Sind die "guten" Bakterien reduziert, wird u.a. zu wenig Schleim von den Schleimhautzellen gebildet und Fremdkeime breiten sich zum Nachteil des gesamten Darmmilieus aus.
Im gestörten Darmmilieu kommt es zu einer gesteigerten Durchlässigkeit der Darmwand. Die Verbindungsstellen zwischen den Zellen der Darmwand (Tight junctions) lösen sich auf und lassen Nahrungsmittelbestandteile, Giftstoffe und Gase zum Immunsystem des Darmes gelangen. Wodurch u.a. Nahrungsmittelunverträglichkeiten mit Antikörperbildung entstehen.
Die Darmschleimhaut nimmt Nährstoffe, Wasser und Elektrolyte kontrolliert auf - gleichzeitig hält sie Toxine, Allergene und teilweise Bakterien zurück. Ist diese Barriere beschädigt, spricht man von „Leaky Gut“.
„Leaky Gut“ bedeutet „durchlässiger Darm“: Dieser ist dadurch charakterisiert, dass aufgrund der Durchlässigkeit des Darms die Barrierefunktion und somit die Schutzfunktion gestört ist und folglich Toxine (Zellgifte), Allergene, teilweise Bakterien sowie nicht ausreichend verdaute Nahrungsbestandteile und krankmachende Mikroorganismen in die Blutbahn gelangen können.
Dass der Darm durchlässig sein kann, ist wissenschaftlich unstrittig. Bei Alternativmedizinern stehen akute Verdauungsbeschwerden, aber vor allem mögliche Folgeerkrankungen von Leaky Gut im Fokus, die durch die Durchlässigkeit (Permeabilität) des Darmes ausgelöst werden. In diesem Zusammenhang sind neben Verdauungsstörungen vor allem solche Symptome, Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen zu nennen, die auf die gestörte Immunfunktion zurückgehen.
Sobald unerwünschte Stoffe aufgrund des löchrigen Darms in den Blutkreislauf gelangen, wird das sogenannte intestinale Immunsystem aktiviert. Durch die erhöhte, an sich sinnvolle Alarmbereitschaft der Abwehrkräfte kommt es zur Reizung der Darmschleimhaut. Die gereizten Darmzellen lösen wiederum unangenehme Beschwerden aufgrund entzündlicher Prozesse aus.
Die akuten Beschwerden, die mit Leaky Gut in Verbindung gebracht werden, beziehen sich zunächst auf den Magen-Darm-Trakt. Entzündungen der Haut, Muskelkrämpfe und Haarausfall werden wiederum mit einer Störung der Nährstoffaufnahme des gereizten Darms in Verbindung gebracht.
Die Barrierefunktion der Darmschleimhaut kann durch verschiedene Faktoren geschwächt werden. Die Darmzellen reagieren empfindlich auf Allergene, Entzündungen, Schadstoffe wie Zellgifte (u. a. Zucker, stärkereiche Weißmehlprodukte, konservierte Lebensmittel und Fertigprodukte mit einer Extraportion an Zusatzstoffen und ungesunden Transfettsäuren können entzündliche Prozesse des Darms fördern.
Bei einer Glutenunverträglichkeit entwickelt das Immunsystem eine Überreaktion auf Gluten oder Klebereiweiß, sodass die Darmbarriere herabgesetzt wird. Der Hauptteil unserer natürlichen Abwehrkräfte sitzt im Darm.
Wer vermutet, an Leaky Gut zu leiden, sollte zunächst sein Essverhalten und seinen Lebensstil reflektieren und gegebenenfalls seine Ernährung umstellen. Als Mittel der Wahl zur Diagnose gilt ein Zuckertest namens „Laktulose-Mannitol-Test“. Nach dem Trinken einer speziellen Lösung wird der Urin auf Laktulose und Mannitol untersucht. Zusätzlich werden Stuhltests angeboten, in denen u. a. Entzündungsparameter und der Gehalt an Hefen und Milchsäurebakterien überprüft werden.
Diffuse Beschwerden wie chronische Entzündungen, Kopfschmerzen, Migräne, unklare Gelenkschmerzen, Konzentrationsstörungen, Tagesmüdigkeit, Gewichtzunahme u.v.m. entstehen dadurch, dass durch eine gestörte Darmbarriere Nahrungsmittel- Unverträglichkeiten entstehen.
Ursachen sind u.a. In Folge dessen verlieren die Darmschleimhautzellen ihre schützende selektive Funktion und die abdichtenden Verbindungsstellen (tight-junctions) lösen sich auf.
Als erstes ist die Auflösung dieser durch Fremdsubstanzen zu nennen und hier vor allem durch Alkohol! Denn der ist ein starkes Lösungsmittel durch seine Affinität sowohl zu Wasser als auch zu Fett. Viel wichtiger ist der Vergährungsalkohol, der erst im Dünndarm aus den Kohlenhydraten gebildet wird.
Durch zu starken Zuckerkonsum, aber auch durch langkettige Kohlenhydrate aus Stärke (Brot und Nudeln mehr als Kartoffeln und Reis) wird dem bei einem Leaky-Gut-Syndrom immer vorhandenen Störung der Bakterienflora den Fäulnisbakterien ein Festmahl bereitet und die Gährungsprozesse lassen Alkohol mit toxischem Potential für die Schleimhautzellen entstehen.
Beim Leaky Gut Syndrom liegt eine Lockerung der Zell-Zell-Verbindungen (Tight-Junctions) der Schleimhautzellen im Darm vor. Auch Stress oder eine Fehlsteuerung des vegetativen Nervensystems kann eine Ursache für das Leaky Gut Syndrom sein und die typischen Beschwerden bei Patienten auslösen.
Neben einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung nutze ich auch alternative Testverfahren. Bei Verdacht auf ein Leaky Gut Syndrom werden zur sicheren Diagnostik Laboruntersuchungen vorgenommen. Ein wichtiger Leaky Gut Test ist die Stuhluntersuchung des Mikrobioms mittels Darmkeimanalyse.
Es wird die physiologische Darmflora untersucht, das heißt, ob ausreichend „gesunde“ Darmkeime vorhanden sind. Weiter wird die Flora des Darms auf pathogene Keime wie Bakterien und Pilze untersucht. Anstelle des früheren Begriffs Stuhlflora wird heute eher die Bezeichnung Mikrobiota verwendet.
Weiterhin werden Entzündungsmarker und andere Laborwerte untersucht. Aktuell wird für die Leaky Gut Diagnostik meist die Stuhluntersuchung hergenommen. Wichtige Laborparameter sind Alpha-1-Antitrypsin und sekretorisches IgA. Auch Blutuntersuchungen sind möglich.
Auch die Ernährung kann dazu beitragen, dass die Darmschleimhaut durchlässig wird. Neben einer einseitigen grundsätzlich ungesunden Ernährung mit viel Zucker und Fertiggerichten sind es vor allem Nahrungsmittelunverträglichkeiten- und allergien, die zur Entstehung vom Leaky Gut Syndrom beitragen.
Das Konzept der Therapie sieht vor,das Darmmilieu zu optimieren, damit der Schleim sich wieder bilden kann und die Tight-Junctions erneuert werden. Hierfür gibt es spezifische hochkonzentrierte Lacto- und Bifidus-Kulturen, in der fest definierte Stammkeimkulturen in ausreichender Menge den Darm neubesiedeln. Die Neubesiedlung wird durch andere Stoffe wie z.B. Inulin, Fructo-Oligosachharide (FOS) gefördert, da sie den guten Keimen als Substrat dienen.
Bei der Behandlung des Leaky Gut wird versucht, die Darmschleimhaut wieder in einen gesunden Zustand zu bringen und dauerhaft zu erhalten. Der richtige Einsatz von Probiotika und Präbiotika ist beim Leaky Gut Syndrom ganz wichtig. Probiotika sind gute Bakterien, die als Kapsel oder Pulver eingenommen werden können. Präbiotika sind Stoffe, die das Wachstum von bestimmten gutem Keimen fördern.
Bei Erkrankungen und Funktionsstörungen der Oberbauchorgane wie Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse kann auch hier eine Nahrungsumstellung angezeigt sein.
Bestimmte Darmbakterien sind für die Gesunderhaltung der Schleimhautbarriere sehr wichtig: Faecalbacterium prausnitzii und Akkemansia muciniphila. Diese können zwar nicht noch außen zugeführt werden. Aber mit bestimmten Stoffen kann deren Wachstum gefördert werden. Die einfachste Möglichkeit ist das gute kauen, weil dadurch die Speicheldrüsen Mucin herstellen. Ein wichtiger Stoff um das Faecalbacterium prausnitzii zu unterstützen, ist die resistente Stärke.
Unsere Ernährungstipps zielen darauf ab, die Darmschleimhaut zu regenerieren, entzündliche Prozesse zu reduzieren und die Barrierefunktion der Darmwand und die Darmflora zu stärken.
Tipps: Um die Durchlässigkeit des entzündeten Darms zu reduzieren und die Darmschleimhaut zu regenerieren, müssen zunächst die individuellen Ursachen ausfindig gemacht werden. Folgende Ernährungstipps sind individuell auszutesten, wobei Empfehlungen wie zuckerarme Kost, Frischkost statt Fertigprodukten und Omega-3-Fettsäuren allgemeingültig sind.
Bei Verdacht auf das Leaky-Gut-Syndrom sollte man einen Gastroenterologen aufsuchen. Ebenfalls nachvollziehbar ist für mich der Einfluss eines gesunden Lebensstils mit Stressreduktion, Rauchverzicht und einer gesunden Ernährung. Vor allem die Reduktion oder der Verzicht auf entzündungsfördernde Lebensmittel wie Zucker, Weißmehlprodukte und Wurst sowie industrielle Fertigprodukte und künstlich konservierte Lebensmittel spricht für sich. Gleiches gilt für die empfohlene Zufuhr an Antioxidantien aus Obst und Gemüse sowie für die regelmäßige Aufnahme probiotischer Kulturen.
Biotin fördert Gewebeaufbau und -erneuerung: Es ist bei der Produktion von Keratin beteiligt, welches das Grundprotein für die Bildung von Haaren, Haut und Nägeln ist. Fehlt es, können Haare dünner werden oder sogar ausfallen und Nägel brüchig werden.
Biotin kann schlecht über die Haut aufgenommen werden, sondern wird besser durch Nahrung oder in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt. Die besten Lebensmittelquellen für den Menschen sind vor allem Hülsenfrüchte wie Erbsen, aber auch Eigelb, Nüsse, Haferflocken, Champignons, Rinderleber oder Weizen.
Da Biotin in vielen Lebensmitteln enthalten ist, haben Menschen in Industrieländern im Normalfall selten einen Mangel. Trotzdem gibt es Ausnahmefälle, die die Aufnahme und Verarbeitung von Biotin erschweren und damit zu einem Biotinmangel führen können:
Die Biotinmangel-Symptome können dabei vielfältig sein: Anzeichen dafür sind Haarausfall, Brüchigkeit von Nägeln, Appetitlosigkeit, starke Müdigkeit, Anfälligkeit für Infekte, Muskelschmerzen, Hautveränderungen, Blässe und sogar Depressionen.
Es gibt lediglich Schätzwerte, wie sie zum Beispiel die Deutschen Gesellschaft für Ernährung herausgibt: Sie empfehlen täglich rund 30 bis 60 µg bei Erwachsenen. Tatsächlich kann man aber auch gar nicht zu viel Biotin aufnehmen, da es nicht im Körper eingelagert wird, sondern über die Nieren wieder ausgeschieden wird.
tags: #leaky #gut #haarausfall #ursachen
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.