Läuseshampoo: Gefährliche Inhaltsstoffe und Nebenwirkungen?

Kopfläuse sind lästig, aber in der Regel harmlos. Dennoch ist es wichtig, sie effektiv zu behandeln. Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von Läusemitteln in Form von Gels, Sprays, Lotionen und Shampoos, die schnelle Wirksamkeit versprechen. Doch Vorsicht: Einige dieser Mittel können bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten oder Nebenwirkungen verursachen.

Wirkstoffe und ihre Wirkungsweise

Zur Behandlung von Kopflausbefall stehen verschiedene Mittel zur Verfügung, die auf unterschiedlichen Wirkstoffen und Wirkungsweisen beruhen.

Pyrethrumextrakt

Der Pyrethrumextrakt wird aus der Pflanze Chrysanthemum cinerariaefolium gewonnen und enthält als wirksame Inhaltsstoffe vor allem Pyrethrin, weiterhin auch Cinerin und Jasmolin. Das Arzneimittel wird zur Behandlung von Befall mit Kopf-, Filz- und Kleiderläusen eingesetzt.

Dimeticon

Dimeticon ist ein Silikonöl, das in vielen Läusemitteln als Hauptwirkstoff enthalten ist. Es wirkt physikalisch, indem es die Atemöffnungen der Läuse verschließt, so dass diese ersticken. Das Öl lässt sich gut auf der Kopfhaut und in den Haaren verteilen.

Wie wirkt das Läusemittel Dimeticon? Das Arzneimittel ist ein Gemisch aus verschiedenen Silikonölen, die praktisch nicht über die Haut aufgenommen werden. Aufgrund seiner Zusammensetzung lässt sich das Öl gut auf der Kopfhaut und in den Haaren verteilen. Es verschließt die Atemöffnungen der Läuse, so dass diese ersticken.

Einige Hersteller formulieren es etwas vorsichtiger in ihren Läusemitteln: „Es ist unwahrscheinlich, dass die Inhaltsstoffe unerwünschte Auswirkungen auf eine Schwangerschaft oder das Stillen haben.“

Vorteile von Dimeticon:

  • Wirkt physikalisch, daher keine Resistenzbildung möglich
  • Gilt als gut verträglich, da es nicht vom Körper aufgenommen wird
  • Darf in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden

Nachteile von Dimeticon:

  • Einige Siloxanformen könnten möglicherweise organschädigend und krebserregend wirken
  • Silikone sind schwer abbaubar und können sich in der Umwelt anreichern
  • Haare müssen nach der Behandlung gründlich gewaschen werden, um Silikonrückstände zu entfernen

Neemöl

Ein Läusemittel, das statt auf Silikone in Form von Dimethicon auf natürliche Inhaltsstoffe (Neemöl) setzt.

Andere Wirkstoffe

Es gibt auch Läusemittel mit pflanzlichen Inhaltsstoffen oder Mineralölen. Allerdings ist bei einigen pflanzlichen Mitteln die Anwendung kompliziert, und Mineralöle können bei Einatmen Lungenschäden verursachen.

Mögliche Nebenwirkungen von Läuseshampoos

Wie bei allen Arzneimitteln können auch bei der Anwendung von Läuseshampoos Nebenwirkungen auftreten.

Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Hautreizungen
  • Juckreiz
  • Hautrötung
  • Allergische Reaktionen (selten)

Bei Auftreten von Befindlichkeitsstörungen oder Veränderungen während der Behandlung sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.

Wichtige Hinweise zur Anwendung

Um die Wirksamkeit und Sicherheit von Läuseshampoos zu gewährleisten, sollten folgende Hinweise beachtet werden:

  • Gebrauchsanweisung genau lesen: Die korrekte Anwendung ist entscheidend für den Behandlungserfolg.
  • Dosierung beachten: Vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung achten.
  • Einwirkzeit einhalten: Die empfohlene Einwirkzeit des Shampoos muss eingehalten werden.
  • Kontakt mit Augen und Schleimhäuten vermeiden: Das Shampoo darf nicht in die Augen oder auf offene Hautstellen gelangen.
  • Haare gründlich ausspülen: Nach der Einwirkzeit das Haar gründlich mit Wasser ausspülen.
  • Läusekamm verwenden: Nach dem Ausspülen das Haar mit einem Nissenkamm gründlich durchkämmen, um abgetötete Läuse und Nissen zu entfernen.
  • Wiederholungsbehandlung: Bei den meisten Produkten ist eine zweite Anwendung nach einigen Tagen nötig, da sie die Eier der Läuse nicht vollständig abtöten.

Besondere Vorsicht ist geboten bei:

  • Säuglingen und Kleinkindern (nicht alle Präparate sind geeignet)
  • Erkrankungen der Kopfhaut
  • Allergien (z.B. gegen Korbblütler oder bestimmte Inhaltsstoffe)
  • Schwangerschaft und Stillzeit (ärztlichen Rat einholen)

Bei Unsicherheit sollte immer ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.

Kopfläuse - Erkennen & richtig behandeln

Welches Läusemittel ist für wen geeignet?

Wirksame Läusemittel aus der Apotheke gibt es zahlreiche - nur eignet sich nicht jedes für alle gleichermaßen.

Welche Läusemittel dürfen Schwangere anwenden?

„Kann auch während Schwangerschaft und Stillzeit eingesetzt werden“ - solche Aussagen zur Anwendung von Arzneimitteln oder Medizinprodukten sind meist rar gesät. Doch auch bei Anti-Läusemitteln finden sie sich vereinzelt. Diese konkrete Therapieempfehlung für werdende und stillende Mütter gilt für Nyda® und Nyda® express sowie Jacutin® Pedicul Fluid (alle Dimeticon). Diese Präparate sollten PTA und Apotheker als Mittel der ersten Wahl empfehlen.

Welches Läusemittel für welches Kinderalter?

Säuglinge werden eher seltener unter Kopfläusen leiden. Der Grund: Häufig fehlen den Kleinen noch ausreichend Haare oder diese sind zu kurz. Die Kopflaus-Experten der Pediculosis-Gesellschaft nennen als minimale und kritische Haarlänge zwei Zentimeter. Nyda® (Dimeticon) und Nyda® express (Dimeticon) genau so Jacutin® Pedicul Fluid (Dimeticon) dürfen aber bereits bei Säuglingen zur Entlausung eingesetzt werden.

Antilausmittel Alter Schwangerschaft Stillzeit
Nyda® express, Nyda® Ab 0 Jahren ja ja
Jacutin® Pedicul Fluid Ab 0 Jahren ja ja
Infectopedicul® Ab 2 Monaten KI im ersten Trimenon, kommt ab dem zweiten Trimenon in Betracht dreitägige Stillpause
Hedrin® Once Liquid Gel, Hedrin® Once Liquid Spray Ab 6 Monaten Unwahrscheinlich, dass Auswirkungen auf Schwangerschaft Unwahrscheinlich, dass Auswirkungen in Stillzeit
Jacutin® Pedicul Spray Ab 1 Jahr KI im ersten Trimenon, Hinweise auf Fehlbildungen im Tierversuch, ansonsten Rücksprache Arzt/Apotheker Rücksprache Arzt/Apotheker
Goldgeist® forte Säuglinge (< 1 Jahr) unter ärztlicher Aufsicht Strenge Indikationsstellung, bislang keine Anhaltspunkte auf fruchtschädigende Wirkung Strenge Indikationsstellung
Mosquito® med Shampoo Ab 1 Jahr Keine Daten Keine Daten
Licener® Shampoo Ab 2 Jahren Rücksprache Arzt/Apotheker Rücksprache Arzt/Apotheker

Entflammbarkeit von Läusemitteln

Viele Eltern wissen nicht, dass die meisten Mittel für die Bekämpfung von Kopfläusen Dimeticon, pflanzliche oder mineralische Öle oder Alkohol enthalten, die zum Teil hochgradig entflammbar sind.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt vor der leichten Entflammbarkeit einiger Kopflausmittel und der damit verbundenen Verbrennungsgefahr. Deshalb sollte man sich nach Auftragen des Mittels nicht in der Nähe von offenen Flammen (zum Beispiel Kerzen, brennende Zigaretten) oder starken Wärmequellen (zum Beispiel heißer Haartrockner) aufhalten.

Was tun bei Kopflausbefall?

Erster Hinweis: Der erste Hinweis auf eine Infektion mit Kopfläusen ist der quälende Juckreiz auf der Kopfhaut.

Zweiter Hinweis: Die Diagnose wird durch den Nachweis von entwicklungsfähigen Eiern (Nissen), Nymphen oder adulten Läusen gestellt. Bevorzugte Stellen sind die Stellen hinter den Ohren und der Nacken.

Dritter Hinweis: Schwieriger ist das Entdecken der kleineren Larven und Eier (Nissen).

Vierter Hinweis: Wenn Sie es ganz genau wissen wollen, geben Sie nach der Haarwäsche mit Ihrem gewohnten Shampoo eine Pflegespülung (kein Läusemittel, sondern einfach einen stark pflegenden Conditioner) auf das Haar und verteilen alles gut darin.

Weitere Maßnahmen:

  • Kämmen: Sicherer ist das systematische Auskämmen. Hierzu wird das Haar zuerst großzügig mit einer handelsüblichen Pflegespülung durchfeuchtet.
  • Reinigung: Intensive Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen sind weitestgehend überflüssig. Benutzte Nacht-, Bett- und Unterwäsche sowie Kopfbedeckungen können in herkömmlicher Weise gewaschen werden.
  • Meldepflicht: Bei Läusen besteht Meldepflicht gegenüber der Betreuungseinrichtung.

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