Kopflausbefall erkennen und behandeln: Ein umfassender Leitfaden

Igitt! Läuse! - viele Menschen reagieren auf die lästigen Parasiten mit Ekel und Scham, werden Läuse doch oft mit mangelnder Hygiene in Verbindung gebracht. Doch damit hat ein Lausbefall nicht das Geringste zu tun - Kopfläuse können jeden treffen. Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten verbreiten sich die kleinen Krabbler in den Kindergärten und Schulen.

Bei vielen Menschen kommt Ekel auf und sofort werden sich die Ersten kratzen. Es krabbelt auf den Köpfen. Dabei ist das kein Zeichen von Unsauberkeit. Läuse können extrem schnell rennen und verteilen sich dort, wo Köpfe zusammengesteckt oder auch -selten- Mützen oder Kämme getauscht werden. Sie sind perfekt als Lebensraum. Die dicht an der Kopfhaut abgelegten Eier (Nissen) haben es schön warm und hinter Ohren und am Haaransatz ist die Haut perfekt für die Blutmahlzeiten der Läuse.

Wie erkenne ich, ob ich Kopfläuse habe?

Ein Kopflausbefall beginnt schleichend. Bis krabbelnde Läuse tatsächlich wahrgenommen werden oder sich durch Juckreiz bemerkbar machen, dauert es oft mehrere Wochen. Die Stärke der Symptome bei einem Kopflausbefall ist oft unterschiedlich, aber treten diese Anzeichen auf, sollte man seine Familie auf Kopfläuse untersuchen:

  • Juckreiz auf dem Kopf: Läuse saugen Menschenblut und beißen dafür in die Kopfhaut. Diese Bisse können einen schlimmen Juckreiz verursachen. Daher ist eine juckende Kopfhaut oft ein Indiz für einen Kopflausbefall. Bei manchen Personen tritt ein Lausbefall aber auch ohne Juckreiz auf.
  • Weiße, klebrige „Schuppen“: Läuse legen Eier (Nissen) um sich zu vermehren. Die Nissen kleben nahe der Kopfhaut fest am Haar. Sie sind etwa so groß wie der Kopf einer Stecknadel. Ist die Laus noch im Ei, haben die Nissen eine bräunliche Farbe. Sind die Läuse bereits geschlüpft sind die Nissen weiß.
  • Lausbefall im eigenen Umfeld: Läuse vermehren und übertragen sich rasch. Tritt in der Schule, im Kindergarten oder im Freundeskreis ein Kopflausbefall auf, sollte man zur Sicherheit regelmäßig die Familie auf Kopfläuse prüfen.

Diese Anzeichen können auf einen Kopflausbefall hindeuten:

  • Krabbeln im Haar
  • Etwas krabbelt schnell weg (Läuse sind lichtscheu)
  • Kleine Schnüre von kugeligen, graubraunen Partikeln, die sich beim Kämmen aus dem Haar lösen (Läusekot)
  • Beim Kämmen fallen gelbliche Partikel von 1 - 3 mm Länge aus dem Haar, die versuchen, wegzulaufen (Larven bzw. Läuse)
  • Weiße Kügelchen von ca. 1 mm Größe (Läuseeier/Nissen), die zumeist dicht an der Kopfhaut sitzen
  • Juckreiz, Ekzeme, Krusten (die durch eine Entzündung an der Stichstelle entstehen können)
  • Geschwollene Lymphknoten am Hals durch entzündete Stiche
  • Haare verkleben leicht durch den Kot der Läuse bzw.

Kopfläuse sind kleine Parasiten, die bis zu vier Millimeter groß werden können. Sie haben keine Flügel und sechs Beine, die an den Enden kleine Haken haben. Mit diesen halten sie sich an den Haaren fest. Ihre Farbe kann variieren und von hellbraun über grau bis hin zu dunkelbraun reichen - je nachdem, wo sie auf der Erde vorkommen. Kopfläuse haben sich nämlich im Laufe der Zeit an ihren Wirt, also den Menschen, angepasst und ihre Farbe an die Haarfarbe abgestimmt. So sind die Läuse in südlicheren Gegenden dunkler als im Norden. Zudem spielt es eine Rolle, wann die Laus die letzte Nahrung aufgenommen hat.

Man kann Läuse und auch Ihre Eier, die sogenannten Nissen, mit dem bloßen Auge erkennen. Die Nissen sind kleine Pünktchen, die eine helle, manchmal weißliche Farbe haben und oft mit Schuppen verwechselt werden, da sie sich ebenfalls am Haaransatz befinden. Je nachdem, ob sich in der Hülle noch eine Larve befindet oder ob diese schon geschlüpft und die Nisse leer ist, kann die Farbe von Nissen ebenfalls unterschiedlich sein. Dunklere, eher hellbraune Nissen, beinhalten meist noch die Larve, also die ungeschlüpfte Laus.

Kopfläuse bevorzugen warme und dunkle Areale nahe der Kopfhaut, z. B. im Nacken und hinter den Ohren. Der bloße Blick auf den Kopf Ihres Kindes genügt deshalb nicht, um einen Kopflausbefall zuverlässig auszuschließen. Scheiteln Sie das Haar und suchen Sie partienweise am Haaransatz nach eingeklebten hellen Eiern (Nissen). Kämmen Sie anschließend die Haare über einer Schale oder einem weißen Tuch mit einem speziellen Kamm gründlich aus.

Kopfläuse erkennen - Technik des feuchten Auskämmens

Eine zuverlässige Methode um einen Kopflausbefall zu erkennen ist das Auskämmen der Haare mit einem Nissenkamm.

Benötigtes Material: Shampoo, Pflegespülung, Handtuch, Küchenpapier, Nissenkamm

Zeitbedarf: Kurzes Haar ca. 10 Minuten / Langes Haar ca. 30 Minuten

  1. Haare waschen und Spülung auftragen: Die Haare ganz normal waschen und anschließend eine Spülung auftragen. Diese nicht auswaschen!
  2. Haare gut durchkämmen: Die Haare mit einem normalen Kamm oder Bürste kämmen bis nichts mehr „ziept“.
  3. Läusekamm anwenden: Den Läusekamm Strähne für Strähne von der Kopfhaut bis zu den Spitzen durch das Haar führen.
  4. Nissenkamm ausstreichen: Nach jeder Strähne den Nissenkamm gründlich auf Läuse und Nissen untersuchen. Nach dem Auskämmen die Haare gründlich ausspülen.

Wenn Kopfläuse oder Nissen im Kamm gefunden werden sollte SOFORT mit der Behandlung begonnen werden!

Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Unterschiede zwischen Schuppen und Nissen zusammenfasst:

Merkmal Schuppen Nissen (Läuseeier)
Haftung am Haar Leicht abzulösen Fest am Haaransatz geklebt
Form Uneinheitlich Oval und länglich
Farbe Weißlich Beige bis bräunlich (mit Embryo), weißlich (leer)
Lage Beliebig auf dem Haar Nahe der Kopfhaut

Kopfläuse - Erkennen & richtig behandeln

Wie werde ich Kopfläuse wieder los?

Silikonöle - die erste Wahl bei der Kopflausbehandlung: Produkte mit Silikonöl zeichnen sich neben ihrer einfachen und schnellen Anwendung auch durch ihre hohe Verträglichkeit aus. Wichtig ist dabei allerdings, dass nicht alle Silikonölprodukte gleich geeignet sind: In einigen Produkten werden anstelle von reinen Silikonölen Mischungen verwendet. Solche Mischpräparate sind sehr leicht entflammbar, weshalb die Haare während der Anwendung unbedingt von Zündquellen ferngehalten werden müssen.

Jacutin Pedicul Fluid dagegen besteht aus 100% reinem Silikonöl und ist deshalb nicht entflammbar, wie ein Bericht des TÜV Süd bestätigt.

Einfach und schnell wieder lausfrei - mit Jacutin Pedicul Fluid (100% Silikonöl)

  1. Fluid auftragen: Das Silikonöl im trockenen Haar gleichmäßig verteilen bis es vollständig durchfeuchtet ist.
  2. Fluid wirken lassen: Lassen Sie das Fluid für 10 Minuten einwirken.
  3. Läuse auskämmen: Tote Läuse, Larven und Nissen mit dem Jacutin®Nissenkamm Strähne für Strähne auskämmen.
  4. Haare auswaschen: Haare gründlich mit normalem Shampoo auswaschen. FERTIG.

Zur vollständigen Beseitigung des Kopflausbefalls empfiehlt das Robert Koch-Institut eine zweite Behandlung am Tag 9. Am Tag 13 bzw. 17 sollte noch eine abschließende Läusekontrolle erfolgen.

Was muss ich bei einem Kopflausbefall beachten?

Zunächst einmal heißt es Ruhe zu bewahren - mit der richtigen Behandlung sind die Kopfläuse schnell wieder verschwunden. Damit sich die Läuse aber nicht weiter ausbreiten oder gar zurückkommen gibt es ein paar wichtige Tipps, die Sie auf jeden Fall befolgen sollten:

  1. Kontaktpersonen sofort informieren: Keine falsche Scham! Es ist wichtig, dass umgehend die Schule oder Kindertagesstätte sowie alle Freunde über den Lausbefall informiert werden. Nur so kann einer Ausbreitung rasch entgegengewirkt werden. Das Infektionsschutzgesetz schreibt vor, dass Eltern einen Kopflausbefall in der Familie umgehend der Gemeinschaftseinrichtung, z. B. Schule oder Kindergarten, melden müssen (§34 Abs. 5) umgekehrt ist auch die Gemeinschaftseinrichtung verpflichtet zu informieren, wenn ein Läusebefall auftritt.
  2. Behandlung richtig durchführen und nachkontrollieren: Damit die Läuse auch verschwunden bleiben ist es wichtig, Behandlungsfehler zu vermeiden und nach der Behandlung regelmäßig auf einen Rückfall zu prüfen. Um eine Weiterverbreitung ganz auszuschließen, ist eine Zweitbehandlung nach acht Tagen unbedingt durchzuführen.

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