Kopfläuse sind in Deutschland eine der häufigsten Arten von Parasiten und befallen vor allem Kinder. Sie nisten sich auf der Kopfhaut ein und ernähren sich von Blut. Obwohl die kleinen Insekten für Kinder ungefährlich sind und keine Krankheiten übertragen, ist der Befall unangenehm, da er starken Juckreiz verursacht. Glücklicherweise lassen sich Kopfläuse mit speziellen Läusemitteln und einem Läusekamm gut behandeln.
Kopfläuse (Pediculosis capitis) sind Insekten, die sich im menschlichen Haupthaar ansiedeln. Ein Befall kommt besonders häufig bei Kindern vor, da die körperliche Nähe in Kindergärten und Schulen eine Ansteckung fördert. Dabei spielt Hygiene keine Rolle, denn die Parasiten befallen sowohl saubere als auch verschmutzte Haare.
Kopfläuse begleiten die Menschen seit Jahrtausenden. Weil sie immer wieder neue Köpfe zum Einnisten finden, sterben sie nicht aus. Egal wie gründlich Sie die Haare waschen, ein Kopflausbefall hat nichts mit mangelnder Körperhygiene zu tun.
Eine Ansteckung mit Kopfläusen erfolgt fast immer durch direkten Kontakt, etwa wenn Kinder beim Spielen die Köpfe zusammenstecken. Die Läuse wandern dann flink von Haar zu Haar - springen können sie nämlich nicht. Es ist nicht auszuschließen, dass Kopfläuse auch indirekt über Gegenstände übertragen werden können, wie Mützen oder Kämme. Dieser Übertragungsweg spielt jedoch eine geringe Rolle, da Kopfläuse ohne Wirt schnell geschwächt werden und bei Zimmertemperatur maximal drei Tage überleben.
Hunde, Katzen und andere Tiere sind keine Überträger von Kopfläusen, da sich diese ausschließlich von menschlichem Blut ernähren.
Kopfläuse tummeln sich besonders gern an den Schläfen, hinter den Ohren, im Nacken und am Hinterkopf. Hier ist die Haut sehr dünn und hat die optimale Temperatur für die kleinen Blutsauger. Normalerweise beschränkt sich der Kopflausbefall auf das Haupthaar. Bei einem starken Befall finden sich die kleinen Parasiten aber manchmal auch an anderen behaarten Körperstellen - in den Augenbrauen, den Achselhaaren oder im Bart.
Kopfläuse ernähren sich von menschlichem Blut. Dazu stechen sie alle vier bis sechs Stunden kleinste Blutgefäße (Kapillaren) in der Kopfhaut an und saugen das austretende Blut auf. Die Tiere geben dabei Speichel in die kleine Wunde ab, damit das Blut fließfähig bleibt und nicht gerinnt.
Das allzeit verfügbare Nahrungsangebot erlaubt den Kopfläusen, sich fleißig zu vermehren: Die Weibchen können während ihrer etwa vierwöchigen Lebenszeit 90 bis 140 Eier produzieren. Diese heften sie nahe der Kopfhaut mit einem speziellen Sekret an die Haare an. Dieser „Klebstoff“ ist wasserunlöslich, sodass sich die Eier beim normalen Haarewaschen nicht ablösen.
Nachdem die Läuse ihre Eier ans Haar geklebt haben, dauert es sieben oder acht Tage bis die Larven schlüpfen. Nach weiteren neun bis elf Tagen sind die Larven wiederum geschlechtsreif und vermehren sich weiter.
Vom frisch gelegten Ei bis zur fortpflanzungsfähigen Laus dauert es insgesamt also ungefähr drei Wochen.
Ein Befall mit Kopfläusen findet sich vor allem bei Kindern zwischen drei und zwölf Jahren, wobei Kinder zwischen sieben und neun Jahren am häufigsten betroffen sind. Der Grund: Sie haben beim alltäglichen Spielen und Rumtollen mehr engen Körperkontakt als Erwachsene.
Werden Sie über einen Läusebefall im unmittelbaren Umfeld informiert, ist es ratsam den Kopf und die Haare von Ihrem eigenen Kind gründlich zu kontrollieren. Erste Anzeichen von Kopfläusen sind:
Kopfläuse verursachen häufig Symptome wie starken Juckreiz. Da ein Befall aber auch beschwerdefrei verlaufen kann, sollte man sich nicht allein darauf verlassen. Die lichtscheuen Parasiten verstecken sich im Kopfhaar und sind beim bloßen Hinsehen schwer zu entdecken.
Die Kopflaus ist in unseren Breiten für den Wirt nicht weiter gefährlich, aber lästig. Oft zwingt ein intensiver Juckreiz die Betroffenen, sich ständig am Kopf zu kratzen. Der Grund dafür ist der Speichel der Kopfläuse, den sie in die kleinen, von ihnen verursachten Wunden abgeben, damit das Blut fließfähig bleibt und nicht so schnell gerinnt. Der Speichel verursacht häufig eine lokale Immunreaktion: Der Körper reagiert dann auf den fremden Speichel mit Juckreiz und der Bildung hochroter Papeln an der Stichstelle.
Das Kratzen am Kopf hinterlässt kleine Hautverletzungen, die sogar bluten und dann verkrusten können. Diese Hautschäden entzünden sich leicht. Zudem siedeln sich an der geschädigten Kopfhaut bevorzugt Bakterien an, was insbesondere hinter den Ohren, am Hinterkopf und im Nacken einen ekzemartigen Hautausschlag („Läuseekzem“) fördert. Solch eine bakterielle Superinfektion kann außerdem die Lymphknoten an Kopf und Hals anschwellen lassen.
Aufgrund des Juckreizes schlafen Betroffene oft unruhig.
Ein Kopflausbefall ist jedoch nicht immer mit Beschwerden verbunden, weshalb Juckreiz kein verlässliches Anzeichen für eine Infektion ist.
Eine ausgewachsene Kopflaus ist etwa zwei bis drei Millimeter groß, flach und von durchscheinend weißlicher bis grauer oder bräunlicher Farbe. Weil Kopfläuse ihre Färbung der Haarfarbe des Wirtes langfristig anpassen, kommen in Bevölkerungen mit dunkler Haarfarbe hauptsächlich braune Kopfläuse vor und bei Menschen mit blonden Haaren oft durchsichtige oder weißliche Parasiten. Wenn eine Kopflaus Blut gesaugt hat, erscheint sie allerdings rötlich, weil das Blut durch ihren Chitinpanzer schimmert.
Kopfläuse kleben ihre Eier am Haarschaft nahe der Kopfhaut ab. Die Eier sitzen so fest am Haar, dass sie - im Gegensatz zu Kopfschuppen - nicht einfach abgestreift werden können.
Die Eier sind oval, etwa 0,8 Millimeter lang und von einer Chitinhülle (Nisse) geschützt. Anfangs sind die Nissen durchscheinend und gelblich, bräunlich oder gräulich. Sobald die Larve nach sechs bis zehn Tagen geschlüpft ist, haben die Eihüllen eine weiße Farbe.
Weil das Haar in der Zwischenzeit gewachsen ist, befinden sich die leeren Nissen - im Gegensatz zu Eiern, die noch Larven enthalten - meist mindestens einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt.
Liegt bei Ihrem Kind ein Kopflausbefall vor, entdecken Sie folgende Veränderungen auf der Kopfhaut:
Oft besteht bereits ein Verdacht, dass jemand Kopfläuse hat - entweder aufgrund von Symptomen wie Juckreiz oder weil im näheren Umfeld Fälle bekannt sind.
Die Diagnose erfolgt, indem Kopfläuse, deren Larven oder Eier nachgewiesen werden. Dies findet nur sehr selten in der ärztlichen Praxis statt. Meistens entdecken Eltern oder gelegentlich auch das Fachpersonal in Kitas und Schulen die Parasiten. Dafür sind ein spezieller Läusekamm, Haarpflegespülung (Conditioner), Küchenpapier und eventuell eine Lupe hilfreich.
Gut erkennen lässt sich eine Infektion mit Kopfläusen jedoch durch nasses Auskämmen. Hier erfahren Sie mehr!
Zuerst sollten Sie die vorgebürsteten Haare waschen und reichlich Pflegespülung darauf geben, ohne diese auszuwaschen. Die Pflegespülung hat mehrere Vorteile:
Um Kopfläuse zu erkennen, benötigt man einen geeigneten Läusekamm. Seine Zinken sollten höchstens 0,2 mm auseinanderstehen, sich nicht verbiegen lassen und sich leicht nach innen wölben, um eng an der Kopfhaut entlangzugleiten. Zinken mit abgerundeten Spitzen sind nicht ideal, weil kleine Läuse hindurchschlüpfen können. Viele als Läusekämme verkaufte Exemplare erfüllen diese Voraussetzungen nach Ansicht von Expertinnen und Experten nicht!
Kämmen Sie nun sorgfältig Strähne für Strähne aus. Dabei sollte der Kamm fest an der Kopfhaut entlanggeführt und die Strähne bis zu den Haarspitzen durchzogen werden.
Nach jedem Kämmen prüfen Sie den Kamm auf darin befindliche Läuse. Dazu können Sie den Kamm mit einer Lupe untersuchen oder auf einem weißen Küchenpapier abstreifen und vor dem nächsten Kammstrich mit Wasser ausspülen.
Falls Sie Läuse finden, entsorgen Sie diese nach dem Auskämmen, da sie durch Feuchtigkeit und Spülung nur zeitweise in ihrer Bewegung eingeschränkt und recht schnell wieder flink werden. Bei Läusebefall sollten Sie umgehend mit der Kopfläuse-Behandlung beginnen. Nach dem Auskämmen waschen Sie die Pflegespülung wie gewohnt aus den Haaren.
Bräunliche Läuseeier und leere, weiße Eihüllen (Nissen) haften so fest am Haar, dass sie selbst mit einem Läusekamm nicht sicher entfernt werden. Sie sind zwar mit bloßem Auge zu sehen, jedoch recht unscheinbar und leicht mit Schuppen zu verwechseln. Eine Lupe kann dabei helfen, Eier und Nissen zu erkennen. Am leichtesten findet man sie hinter den Ohren, an den Schläfen und im Nacken.
Eier, die sich weniger als einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt befinden, deuten auf einen aktiven Kopfläusebefall hin. Bei Nissen, die sich weiter als einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt finden lassen, handelt es sich um nicht mehr lebensfähige oder leere Eier.
Alles was Sie brauchen, erhalten Sie in Ihrer Apotheke Vorort. Ihre Kinderarztpraxis oder die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Apotheke beraten Sie gern zur Behandlung mit Läusemittel und Läusekamm. Besondere Vorsicht ist vor allem bei kleineren Kindern geboten, da nicht alle frei verkäuflichen Mittel für jedes Alter geeignet sind.
Schwangere Frauen und stillenden Müttern sollten ihren Apotheker oder ihre Apothekerin um Rat fragen und unter Umständen die Läusebehandlung ihres Kindes nicht selbst durchführen.
Wichtig bei der Behandlung von Kopfläusen ist, dass Sie sich an die Anleitung auf der Packungsbeilage halten und die vorgeschriebene zweite Behandlung nach 8 bis 10 Tagen in jedem Fall durchführen. Auch wenn es für viele Kinder unangenehm ist, kämmen Sie die Haare nach der Behandlung mit dem Läusemittel gründlich aus und streifen Sie den Kamm nach jeder Strähne auf einem weichen Tuch ab. Idealerweise widerholen Sie den Vorgang in den kommenden zwei Wochen alle 4 Tage, also an Tag eins, fünf, neun und am 13. Tag.
Sollten sich trotz sorgfältiger Behandlung weiterhin Läuse auf dem Kopf Ihres Kindes befinden, deutet es darauf hin, dass die Läuse gegen das verwendete Läusemittel resistent sind. Idealerwiese wechseln Sie das Kopfkissen in der Akutphase täglich.
Haarbürsten, Kämme und Haarschmuck mit warmen Wasser und Seife gründlich reinigen und ein paar Tage in einem verschlossenen Beutel ruhen lassen.
Kleidungsstücke, Basecaps oder Kuscheltiere, die sich nicht bei mindestens 60° waschen lassen, können Sie in einem verschlossenen Plastikbeutel oder Müllsack für drei Tage stehen lassen. Danach sind alle Läuse abgetötet.
Finden Sie nach einigen Tagen keine Läuse, aber vereinzelt kleine weiße Nissen, sind diese in der Regel leer und damit ungefährlich. Nach der erfolgreichen Behandlung lässt der Juckreiz nach und die Quaddeln auf der Kopfhaut klingen ab.
Hausmittel wie Kokosöl oder Mayonnaise wurden in wissenschaftlich Studien für als nicht ausreichend hilfreich befunden und sind damit kein Ersatz für ein Läusemittel aus der Apotheke.
Ist Ihr Kind von Kopfläusen befallen, so ist es ratsam, dass sich alle Familienmitglieder ebenfalls auf Läuse kontrollieren. Wichtig ist, dass Sie den Kindergarten oder die Schule umgehend über den Ausbruch von Kopfläusen informieren, denn beim Befall von den kleinen Parasiten besteht Meldepflicht. Somit können andere Eltern im Fall einer Ansteckung schneller reagieren.
Nachdem Sie Ihr Kind mit dem Läusemittel und einem Läusekamm behandelt haben und der Juckreiz am nächsten Tag nachgelassen hat, kann es auch wieder den Kindergarten oder die Schule besuchen. In wenigen Fällen verlangt der Träger der Einrichtung ein ärztliches Attest, dass Ihr Kind nicht mehr ansteckend und die Übertragung der Läuse auf andere Kinder ausgeschlossen ist. Voraussetzung für einen schnellen Erfolg ist, dass Sie als Eltern schnell reagieren und das Mittel zur Läusebekämpfung genau nach Anweisung auf dem Beipackzettel anwenden. Auch wenn es Ihrem Kind besser geht - Die zweite Behandlung ist sehr wichtig, da restliche überlebende Nissen abgetötet werden müssen.
Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Aspekte von Kopfläusen zusammenfasst:
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Ursachen | Direkter Kontakt (Kopf an Kopf), selten indirekt über Gegenstände |
| Symptome | Juckreiz, Kitzeln auf der Kopfhaut, Schlafstörungen, rötliche Quaddeln |
| Diagnose | Nasses Auskämmen, Sichtprüfung mit Lupe |
| Behandlung | Läusemittel aus der Apotheke, Läusekamm, zweite Behandlung nach 8-10 Tagen |
| Prävention | Regelmäßige Kontrolle, Information von Kindergarten/Schule |
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