Die faszinierende Welt der Bärte: Von Weltrekorden bis zu aktuellen Trends

Mehr als die Hälfte aller Deutschen findet Männer mit Bärten attraktiv. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor.

Insgesamt trägt knapp die Hälfte (45 Prozent) der deutschen Männer einen Bart.

Dabei ist in Sachen Bartpflege eindeutig Nassrasur angesagt: 45 Prozent der Männer schwingen regelmäßig die Klinge und seifen sich ein, nur 29 Prozent rasieren sich trocken. Der Rest wechselt.

Beliebtheit von Barttypen

Ex-Fußball-Star David Beckham beweist, wie sexy ein Dreitagebart ist. Mit Abstand am beliebtesten ist der Dreitagebart. Rund 42 Prozent aller Bartträger haben sich für diese Variante entschieden. Attraktiv finden ihn 62 Prozent der befragten Männer und sogar 66 Prozent der Frauen.

Auf Platz zwei der Beliebtheitsskala rangiert nach dem Dreitagebart der klassische Schnurrbart - vor allem, weil er bei den Über-55-Jährigen noch so viele Fans hat. Einen Vollbart lassen sich immerhin noch zwölf Prozent aller Bartträger wachsen.

Historische Fakten über Bärte

Schon um 3000 vor Christus band sich Pharao Narmer einen künstlichen Kinnbart um. Im antiken Ägypten galt der geflochtene Königsbart bei zeremoniellen Anlässen als Herrscher-Zeichen. Im dritten vorchristlichen Jahrtausend war es auch an Euphrat und Tigris üblich, mit umgehängtem Bart seine Macht zu demonstrieren.

Weltrekorde und Superlative

Sarwan Singh aus Kanada ist laut Guinness-Buch der Weltrekorde Träger des längsten Kinnbartes der Welt. 2,495 Meter der schwarzen Gesichtszier wurden im März 2010 in Rom gemessen. Stattliche 4,29 Meter misst im März 2010 der Schnurrbart von Ram Singh Chauhan.

Ganze 5,33 Meter soll der Vollbart des Norwegers Hans Langseth nach Angaben des Guinness-Buchs der Rekorde gemessen haben. Die Auszeichnung erhielt er jedoch erst nach seinem Tod im Jahr 1927.

70 Jahre Guinness-Buch: Die verrücktesten Weltrekorde

Bartclubs und Wettbewerbe

1992 schlossen sich mehr als 200 Vereine zum Verband Deutscher Bartclubs zusammen. Neben so wohlklingenden Namen wie Pforzemer Schnäuz und Belle Moustache Stuttgart gehört auch der 1985 gegründete Höfener Bart und Schnorresclub dazu. Er ist nach eigenen Angaben auch der erste und heute mit 170 haarigen Mitgliedern mitgliederstärkste Verein der deutschen Bartbewegung.

Der Schönste, der Längste und der Kreativste - regelmäßig treten Bartträger in Wettbewerben gegeneinander an. Bei den «World Beard and Moustache Championships» im bayerischen Burghausen etwa werden im kommenden Jahr wieder die stattlichsten Exemplare gekürt - und zwar in den Kategorien Schnauzer, Voll- und Teilbart.

Wer wie der spanische Maler Salvador Dalí einen Schnurrbart mit nach oben gebogenen Enden trägt, muss darauf achten, dass die Spitzen nicht über Augenbrauenhöhe herausragen. In der Rubrik «Musketier» kommt es wiederum besonders auf den akkuraten Schnitt an.

Bart des Jahres 2014

Die österreichische Drag-Queen Conchita Wurst erlebte im vergangenen Jahr einen kometenhaften Aufstieg. Im langen weißen Kleid und mit schwarzem Vollbart gewann sie mit "Rise Like A Phoenix" den Eurovision Song Contest in Kopenhagen. Conchita - bürgerlich Tom Neuwirth - ließ keine Gelegenheit aus, für die Liebe zu werben - egal, ob homo- oder heterosexuell.

Die Attraktivität von Bärten

Hollywood-Star George Clooney, Sänger Alvaro Soler oder Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, sie alle tragen (immer mal wieder) Bart oder Stoppeln. Aber macht sie das attraktiver als Männer, die oben lieber ohne unterwegs sind?

Moderne Studien zur Attraktivität von Bärten kommen hingegen zu keinem eindeutigen Ergebnis. Forscher der Universität in Queensland etwa legten 2012 knapp 230 Frauen aus Neuseeland und Samoa Fotos von Männern mit und ohne Gesichtsbehaarung sowie unterschiedlicher Mimik vor. Die rasierten Männer wurden als attraktiver wahrgenommen.

Eine in den «Biology Letters» veröffentlichte Studie von 2014 zeigte, dass Männer und Frauen, denen zuvor nur Bilder von Vollbärtigen gezeigt wurden, diese weniger attraktiv einschätzten als Männer ohne Bart. Andererseits fanden die Versuchsteilnehmer, die zuvor nur rasierte Gesichter gesehen hatten, die Aufnahmen von Bärtigen anziehender. Generell kamen Bartstoppeln bei den mehr als 1600 Versuchsteilnehmerinnen und -teilnehmern besser an als Vollbart oder Glattrasur.

Bärte bei Frauen

Die Behaarung ist bei Männern in der Regel stärker ausgebildet als bei Frauen. Bei Jungen beginnt es meist in der Pubertät, ausgelöst durch das Hormon-Stoffwechselprodukt Dihydrotestosteron.

Aber auch Frauen haben Bärte: Die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo etwa malte sich selbst auf Bildern mit einem sichtbaren Flaum. Und Frauen mit der Hormonstörung Polyzystisches Ovar-Syndrom können auch stärkeren Haarwuchs und damit einen auffälligeren Bart haben.

Missgeschicke und Pannen

Bei den Wörtern Bart und Unfall könnte man zunächst an eine missglückte Rasur denken - für acht Männer aus Ägypten aber endete eine Panne im Jahr 2014 sogar vor einem Disziplinargericht. Ausgerechnet der Spitzbart der goldenen Totenmaske des Pharaos Tutanchamun brach ihnen ab, als sie das 3300 Jahre alte Stück nach der Reparatur einer Glühbirne wieder auf einen Sockel hieven wollten. Trotz schnellem Klebereinsatz blieb das Malheur nicht unentdeckt.

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