Lange Haare rasieren: Eine detaillierte Anleitung

Viele Menschen ziehen es vor, ihre Haare selbst zu schneiden, um Zeit und Geld zu sparen. Ob es darum geht, den Nacken auszubessern, die Koteletten in Form zu bringen oder sogar einen kompletten Haarschnitt zu wagen, mit den richtigen Werkzeugen und Techniken ist es durchaus machbar.

Die richtige Ausrüstung

Möchten Sie sich selbst die Haare schneiden, ist das Equipment entscheidend: Was Sie jetzt brauchen, ist eine gute Haarschneidemaschine.

Achten Sie darauf, dass das Gerät mehrere Aufsätze hat. So können Sie mit unterschiedlichen Längen arbeiten.

Hier sind einige empfohlene Haarschneidemaschinen:

  • Philips HC5630/15 oder HC7650/15: Diese Geräte verfügen über DualCut- und Trim-n-Flow-PRO-Technologie.
  • Philips MG 7950/15: Ein Multigroom-Gerät mit 15 Aufsätzen für Haare, Körper, Bart und Details. Es ist sogar unter der Dusche verwendbar.
  • Panasonic ER-DGP84: Eine Luxus-Variante mit Karbon-Beschichtung für lange Lebensdauer und ein schlankes, ergonomisches Design.

Zusätzlich zur Haarschneidemaschine benötigen Sie:

  • Eine scharfe Haarschere für präzise Schnitte und Feinarbeiten.
  • Einen feinzinkigen Kamm, um die Haare während des Schneidens zu kontrollieren und zu glätten.
  • Haarklemmen zum Abteilen einzelner Haarpartien.
  • Zwei Spiegel, um auch den Hinterkopf gut sehen zu können.
  • Ein Handtuch oder Frisiercape, um die Schultern zu bedecken.

Anleitung: Kurze Haare selber schneiden

Vorbereitung ist alles

Ihre Haare sollten frisch gewaschen und getrocknet sein. Es sei denn, Sie haben Locken, dann können Sie diese noch leicht anfeuchten, um sie besser schneiden zu können.

Wenn Sie nasses Haar schneiden, achten Sie darauf nicht zu zu viel zu kürzen, da nasses Haar sich nach dem Trocknen zusammenzieht. Mit einem Handtuch und eventuell mit einem Föhn antrocknen, bevor Sie mit dem Schneiden beginnen.

Ratsam ist es, sich bei ausreichend Tageslicht die Haare zu schneiden. Falls Sie nicht genügend Licht haben, sorgen Sie für ausreichende Beleuchtung, damit nichts schiefgeht - besser gesagt, geschnitten wird.

Positioniere direkt hinter dir einen zweiten Spiegel. So siehst du dich von allen Seiten und gehst sicher, dass du keine Strähne auslässt.

Anleitungen für verschiedene Haarschnitte

Koteletten selbst schneiden

  1. Trimme deinen Bart wie gewohnt.
  2. Setze einen etwa einen Zentimeter langen Scheraufsatz auf deinen Rasierer.
  3. Trimme die Koteletten mit kurzen Aufwärtsbewegungen.
  4. Entferne dann den Trimmaufsatz.
  5. Klappe ein Ohr herunter und schneide die Haare selbst ringsum in einer Rundung ab.
  6. Gehe auf der anderen Seite genauso vor.
  7. Schaue gerade in den Spiegel.
  8. Halte den Rasierer waagerecht und kürze die Koteletten auf die Wunschlänge.

Nacken selbst rasieren

  1. Kämme alle Haare am Hinterkopf glatt nach unten.
  2. Stelle dir eine Linie vor, an der dein Haar enden soll.
  3. Rasiere auf der Höhe der gedachten Linie an einer Stelle die Haare kurz.
  4. Die rasierte Stelle gilt jetzt als Referenzpunkt. Rasiere so den ganzen Nacken aus.
  5. Rasiere unterhalb der Schnittkante mit einem Trocken- oder Nassrasierer die letzten Härchen ab.

Tipp: Möchten Sie im Nacken die Haare rasieren, kürze sie lieber erst einmal nur ein wenig. Du kannst später nacharbeiten. Beginnst du zu weit oben, sind dir die Haare vielleicht am Ende zu kurz.

Den Kopf selbst rasieren

  1. Bei einer eher kurzen Haarlänge kannst du mit einem Rasierer die Haare schneiden und so schnell wieder gepflegt aussehen.
  2. Überlege dir vorher, wie kurz deine Haare werden sollen. Taste dich langsam heran und starte zunächst mit einem längeren Aufsatz. Kürzen kannst du immer noch.
  3. Rasiere dein Haar unbedingt im trockenen Zustand. Nass ist es zu weich und der Rasierer kann es nicht gut greifen.
  4. Beginne am Oberkopf und schere die Haare gegen den Strich, also gegen die Wuchsrichtung: von der Stirn in Richtung Hinterkopf.
  5. Im Nacken rasierst du von unten nach oben.
  6. Die Seiten kürzt du schräg von vorn in Richtung des Hinterkopfs.

Wichtig: Die Haare im Nacken und an den Seiten sollten ein wenig kürzer sein als die oben am Kopf: Haben alle Haare die gleiche Länge, wirkt der Kopf rund. Sind die Seiten hingegen kürzer, macht das den Schnitt markanter und professioneller und es sieht fast so aus, als wärst du beim Friseur oder bei der Friseurin gewesen.

Extra-Tipp: Sind die Haare kürzer als etwa 10 Millimeter, schimmert bei vielen Männern die Kopfhaut durch. Das kommt in einigen Fällen dem Look einer Glatze nahe.

Fade & Undercut selbst schneiden

Wenn Sie nicht alle Haare gleich lang schneiden möchten und einen Übergang in Ihrem Kurzhaarschnitt haben wollen, wird es beim Nachschneiden etwas kniffeliger. Aber keine Sorge, auch das bekommen Sie hin!

  • Fades unterscheiden sich durch die Höhe, in der der Übergang beginnt. Wählen Sie je nach Kopfform und Haarstruktur den passenden Stil. Nutzen Sie verschiedene Aufsätze und wechseln Sie diese in kleinen Stufen. Halten Sie die Maschine in leicht geneigtem Winkel zur Kopfhaut, um einen gleichmäßigen Fade zu kreieren.
  • Ein klassischer Undercut zeichnet sich durch einen starken Kontrast zwischen sehr kurzen Seiten und langem Deckhaar aus. Rasieren Sie die Seitenpartien und den Nackenbereich mit einem kurzen Aufsatz (z. B. 3 mm). Ziehen Sie klare Trennungslinien entlang der Kontur. Bei Bedarf können Sie mit einem Rasiermesser nachhelfen, um die Linie zu betonen.

Hair-Tattoo

Möchten Sie sich ein Muster in den Schopf rasieren, brauchst du dafür vor allem eines: raspelkurze Haare.

Du kannst dich nicht so richtig zum Beinahe-komplett-Kahlschlag durchringen, willst aber trotzdem Muster in deine Haare rasieren? Dann ist der Undercut das Richtige für dich.

Was du brauchst:

  • Eine gute Schere
  • Ein Rasiermesser
  • Hair-Tattoo-Schablonen
  • Einen Spiegel, besser noch zwei

So geht's:

  1. Haare waschen.
  2. Stutzen. Trimme deine Haare auf die gewünschte Länge.
  3. Rasieren. Wer die Kopfhaut besonders schonen möchte, trägt vorab einen milden Rasierschaum auf die Stelle auf, an der Muster ins Haar rasiert werden sollen. Spanne die Haut dann mit den Fingern deiner freien Hand etwas an, so reduzierst du das Schnittrisiko. Nun kannst du mit dem Rasiermesser vorsichtig dein Hair-Tattoo rasieren.
  4. Abbrausen.

Umgang mit Fehlern

Damit beim Haareschneiden nichts schiefläuft, startest du am besten mit einem längeren Aufsatz. Solltest du aus Versehen eine Kante hineinrasieren, kannst du mit einem kürzeren Aufsatz das kleine Malheur ausgleichen.

Ups! Wenn der Schnitt mal danebengeht, hilft nur eins: cool bleiben, nachbessern, Buzz Cut - oder verwuscheln und so tun, als wär’s Absicht.

Nimm auch im Nacken und an den Koteletten lieber erst einmal weniger weg und schneide später nach. Dann bist du auf der sicheren Seite.

Wenn alle Stricke reißen, lässt du im Friseursalon den Fehler ausbügeln oder stylst die Haare so, dass man den Ausrutscher nicht sieht.

Haarpflege für lange Haare

Lange Haare brauchen besondere Pflege, damit sie gesund und glänzend bleiben. Hier sind einige Tipps:

  • Verwende Conditioner/Spülungen, um die Haarschuppen zu schließen und die Haare kämmbar zu machen.
  • Rubbel die Haare nicht trocken, sondern drücke sie mit einem Handtuch aus.
  • Verwende regelmäßig Haarkuren, um das Haar mit Feuchtigkeit zu versorgen.
  • Schneide die Spitzen alle 4-5 Monate, um Spliss zu vermeiden.
Problem Ursache Lösung
Trockene, schwer kämmbare Haare Umwelteinflüsse, Fönhitze, Schwimmbadwasser, Salzwasser, Sonne Conditioner/Spülungen verwenden
Verknotete Haare Abstehende Haarschuppen Haare nicht trocken rubbeln
Stumpfes Haar Mangelnde Feuchtigkeit Regelmäßig Haarkuren anwenden
Spliss Lange Haare werden nicht regelmäßig geschnitten Spitzen alle 4-5 Monate schneiden

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