Hartnäckig hält sich das Gerücht, ein Mann dürfe nur dann die Haare färben, wenn er das Folgende entweder/oder erfüllt: Entweder er outet sich öffentlich als queer - oder er möchte graue Haare kaschieren. Alles andere ist gesellschaftlich nicht akzeptabel. Wer weder dem einen noch dem anderen entspricht, bekommt so einen Ratschlag: "Wählen Sie eine Farbe, die möglichst unauffällig ist und Ihrer Naturhaarfarbe sehr ähnlich." Eigentlich macht es wenig Sinn.
Darum räumen wir an dieser Stelle endlich mit sämtlichen Klischees zu Haarfarben und dem Akt des Männer-Haare Färbens auf. Hier erfahren Sie, wie Haare färben überhaupt funktioniert und worauf Sie achten sollten, warum nicht nur Frauen färben dürfen, welche Alternative es zu chemischer Haarfarbe gibt, welche Utensilien wirklich hilfreich sind und selbstverständlich auch, wie man graue Haare kaschiert. Der große Guide zum Haare Färben. Los geht's.
Quelle: gala.de
Das ist prinzipiell abhängig von der Haarstruktur. Sehr dickes und widerspenstiges Haar verträgt das Färben oft besser als sehr dünnes und lichtes Haar. Ganz grob lässt sich aber sagen, dass Sie Ihre Haare - ganz unabhängig von der Struktur - nicht öfter als einmal im Monat chemisch färben sollten.
Beim Blondieren sieht es da nochmal anders aus. Weil sie extrem schädlich ist, sollten Sie eine Blondierung im besten Fall so selten wie möglich auftragen.
Eine Tönung hingegen (den Unterschied erklären wir noch) strapaziert weniger. Sie kann auch alle drei bis vier Wochen verwendet werden.
Die gute Nachricht zuerst: Wer sich als Mann nicht zu den Haaren in Grau bekennen will (auch wenn die Grey-Fox-Frisur verdammt gut aussehen kann), muss das auch nicht machen.
Schlechte Nachricht: Wer graue Haare kaschieren möchte, braucht Chemie. Naturhaarfarben sind oft nicht deckend und stark genug, um Grau abzudecken. Tönungen sind für graue Haare theoretisch denkbar, allerdings waschen sie sich sehr viel schneller aus.
Wer also möglichst lange eine Grau-Pause haben möchte, muss Farbe auftragen. Im besten Fall dunkle Nuancen, denn die decken am besten ab. Ansonsten die Haarfarbe anwenden, wie auf der Packung beschrieben. Mittlerweile sind sogar spezielle Farben erhältlich, die versprechen, graue Haare perfekt abzudecken.
Quelle: brigitte.de
Chris Messina steht auf Kontraste wie dunkler Bart zu platinblonden Haaren. Dafür lieber zum Friseur gehen.
Chemische Haarfarben, wie man sie kennt, gibt es mittlerweile in jedem Drogeriemarkt. In der Packungsbeilage findet man sowohl die genaue Gebrauchsanleitung als auch die Einwirkzeit der Farbe. Aber grundsätzlich funktioniert's so: Die Haarfarbe wird mit einem Entwickler in einem bestimmten Verhältnis vermischt, dadurch werden Farbpartikel freigesetzt, die anschließend auf das Haar gegeben werden.
Haarfarben wie Blond entziehen den Haaren ihre Farbpigmente, dadurch werden sie heller. Farben wie Braun oder Schwarz hingegen schleusen sich in das eigene Haar ein, wodurch es dunkel wird. Mit jeder Haarwäsche waschen sich die Pigmente etwas raus; zeitgleich wachsen die Haare am Kopf, wodurch der unbeliebte Ansatz entsteht.
Aber es gibt ja auch noch die Tönung: eine schonendere Methode, bei der sich die Pigmente um die Haare legen. Dementsprechend wäscht sich die Farbe auch sehr viel schneller aus dem Haar.
Erste Frage: Was ist denn Henna? Das seltsame Pulver ist eigentlich nichts anderes als natürliche Pflanzenfarbe, die von Natur aus rot färbt, sobald sie mit Wasser in Berührung kommt. Mittlerweile ist aber auch Henna erhältlich, das verschiedene Farbvariationen (von Blond bis Schwarz) anbietet.
Wie funktioniert das? Eine korrekte Anleitung ist bei den meisten Henna-Produkten dabei. Trotzdem ein kurzer Überblick an dieser Stelle: Das Pulver wird erst mit etwas kochendem Wasser vermischt und sollte dann ein paar Minuten ziehen, damit sich die Farbpartikel vollständig entfalten können. Dann wird es, genauso wie chemische Haarfarbe, auf den Kopf gegeben. Anschließend den Kopf mit Frischhaltefolie und einem Handtuch einwickeln - durch die Wärme kann sich das Henna besser entwickeln. Wegen der fehlenden Chemie im Pulver muss die Farbe aber länger als herkömmliche einwirken: nämlich bis zu zwei Stunden. Anschließend den Kopf so lange mit Wasser ausspülen, bis es klar ist.
Genauso unpraktisch ist die Vorbereitung. In Haaren, die mit silikonhaltigen Shampoos gewaschen werden, haftet das angerührte Pulver nicht so gut. Dementsprechend muss man einige Wochen vor dem Färbeprozess auf silikonfreie Produkte umsteigen.
Der letzte negative Aspekt: das nicht ganz vorhersehbare Endergebnis. Im Gegensatz zu chemischer Haarfarbe kann man nicht genau vorhersagen, welche Haarfarbe am Ende herauskommen wird. Das hängt von der Beschaffenheit und Farbe der Naturhaare genauso ab wie von der Einwirkzeit.
Irgendwann hat irgendwer die unsinnige Regel aufgestellt, dass man eine Haarfarbe wählen sollte, die möglichst nahe an der Naturhaarfarbe ist. Weil das, was einem die Gene geschenkt haben, am besten zum Typ passt. Das mag theoretisch auch so sein, wenn Sie allerdings Lust haben, sich die Haare Neongrün oder fluoreszierend Pink zu färben, dann machen Sie das bitte. Ihr Kopf, Ihre Haare und Ihre Regeln.
Wer aber besondere Nuancen oder sogar eine Blondierung plant, dem sei Folgendes geraten: In acht von zehn Fällen geht es nach hinten los, wenn man das in Eigenregie zu Hause probiert. Für jegliche Farbexperimente sollte man am besten den Friseur des Vertrauens aufsuchen. Weil der entscheiden kann, ob die Vision überhaupt umsetzbar ist. Und sie dann auch tatsächlich erfolgreich auf Ihrem Kopf realisiert.
Abgesehen von der Haarfarbe (die Sie übrigens auch gerne bei den Frauen suchen können, denn da gibt es sehr viel mehr Auswahl) können einige Utensilien helfen, um den Prozess zu vereinfachen.
Zunächst empfiehlt sich zum Färben eine Haarklammer. Nicht, um eine imposante Frisur zu zaubern, sondern um die Haare vor dem Färben einzuteilen. Dadurch entstehen keine Flecken, die Farbe kann auch ohne Mühe auf den gesamten Ansatz aufgetragen werden und jede Strähne wird erwischt.
Außerdem: Pinsel und Handschuhe. Weil die Haarfarbe auch einige Wochen im Haar hält, würde sie das theoretisch auch auf den Händen. Handschuhe verhindern das Verfärben der Finger, der Pinsel ist ideal, um die Haarfarbe vom Scheitel bis zu den Spitzen gleichmäßig zu verteilen.
Immer gut: ein altes Handtuch oder T-Shirt. Mit großer Wahrscheinlichkeit geht beim Färben ein bisschen Haarfarbe daneben. Man will sich aber nur ungerne den Lieblingspullover oder das Designerhemd versauen. Profis können natürlich auch auf ein richtiges Friseur-Cape setzen, wie es im Salon übergeworfen wird.
Zum Abschluss empfiehlt sich noch Vaseline oder Creme, die auf die Haut gegeben wird. Die Farbe - ob dunkel oder hell - färbt auch die Haut rund um den Kopf ein und kann außerdem zu Irritationen führen. Vor dem Färben ein bisschen von dem schmierigen Zeug auf die betroffenen Stellen geben, dann lässt sich die Farbe zum Schluss ganz einfach abwischen.
Egal, ob Sie sich Haare in Platinblond wünschen oder von hellbraunem Haar zu einem Blondton wechseln möchten: In den meisten Fällen ist eine Blondierung nötig. Beim Blondieren wird zunächst die Schuppenschicht der Haare geöffnet. Ein Wasserstoffperoxid dringt ins Innere des Haars ein und baut die natürlichen Pigmente ab. So wird das Haar dauerhaft aufgehellt.
Quelle: shopify.com
Es gibt zahlreiche Produkte, mit welchen Sie sich die Haare selbst blondieren können - das ist nicht nur praktisch, sondern auch kostengünstiger als ein Friseurbesuch. Zu den unverzichtbaren Tools zählen Handschuhe, ein altes Handtuch zum Schutz von Haut und Kleidung sowie ein Färbepinsel.
Sich die Haare selbst zu blondieren, war noch nie so einfach! Wählen Sie ein passendes Produkt: Welche Haarfarbe für Sie geeignet ist, hängt vor allem von Ihrem aktuellen Ton und Ihrem Haartyp ab. Wenn Sie blonde Haare blondieren möchten, benötigen Sie ein Produkt mit einem geringeren Aufhellungsgrad als beim Blondieren von Brauntönen. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie Ihre Haare komplett blondieren möchten, können Sie auch mit blonden Strähnen einzelne Akzente setzen.
Nicht immer gelingt das Haare färben zu Hause wie gewünscht. So kann es zum Beispiel passieren, dass Ihre Haare die Blondierung nicht annehmen. Wenn die Blondierung nicht funktioniert, sind Pflegeprodukte mit Silikon eine häufige Ursache. Oft liegt es aber auch an der individuellen Haarstruktur, dass eine Blondierung vom Haar nicht gut angenommen wird.
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Wie lange die Blondierung hält, ist von Person zu Person unterschiedlich. Grundsätzlich sollten zwischen zwei Blondierungen aber mindestens sechs bis acht Wochen liegen.
Wer glaubt, er könne die Sexualität an einer gefärbten Frisur ablesen, liegt grundsätzlich einfach falsch. Weil ob Mann oder Frau: die Haare zu färben ist kein Privileg, das vom Geschlecht abhängt. Das sollte sowieso überhaupt nichts, aber das ist ein anderes Thema.
Grundsätzlich lässt sich folgender Rat mitgeben: Wenn Sie sicher sein wollen, nach dem Färben nicht wie ein gefleckter Dalmatiner oder eine frisch geerntete Karotte auszusehen, dann investieren Sie lieber in einen guten Friseur. Der kann nicht nur professionell färben, sondern Sie auch in den Haarfarben-Trends beraten und die besten Tipps mitgeben, wie blonde Haare erfolgreich dunkel werden, dunkle Haare hell und ergrautes Haar in einer neuen Farbe erstrahlt.
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