Kurze Dreadlocks Frisuren: Anleitung, Styling und Pflege

Dreadlocks, auch bekannt als Rastazöpfe oder einfach Dreads, sind mehr als nur eine Frisur - sie sind ein Statement. Ob natürlich verfilzt oder professionell erstellt, Dreads haben eine lange Geschichte und sind ein Ausdruck von Individualität und Rebellion. In diesem Artikel erfährst du alles über kurze Dreadlocks Frisuren, von der Erstellung über die Pflege bis hin zu Styling-Tipps.

Was sind Dreadlocks?

Dreadlocks sind verfilzte Haarsträhnen, die entweder auf natürliche Weise entstehen oder durch gezieltes Verfilzen der Haare kreiert werden. Es gibt verschiedene Bezeichnungen für diese Frisur, darunter Rastazöpfe, Dreadz, Dread Locks, Natty oder Nappy Locks. Im eigentlichen Sinne sind Dreadlocks verfilzte Haare, während Rastazöpfe geflochten werden. Der Begriff "Dreadlocks" setzt sich aus den englischen Wörtern "dread" (furchterregend) und "lock" (Locke) zusammen.

Arten von Dreadlocks

Man unterscheidet zwischen natürlichen und kultivierten Dreadlocks:

  • Natürliche Dreadlocks: Entstehen, wenn man das Haar nicht mehr kämmt und es auf natürliche Weise verfilzen lässt. Diese Art wird auch als "Neglect Look" bezeichnet und funktioniert am besten bei krausem Haar.
  • Kultivierte Dreadlocks: Werden von einem Profi erstellt. Dies erfordert Zeit und Können, um die Haare Strähne für Strähne zu verfilzen.

Woher kommen Dreadlocks?

Dreadlocks haben eine lange Tradition und wurden bereits von den alten Ägyptern getragen. Heutzutage werden sie oft mit der Rastafari-Bewegung auf Jamaika, Bob Marley und Reggae-Musik in Verbindung gebracht. Rastafaris tragen Dreadlocks aus religiösen Gründen und sehen sie als Symbol für Rebellion gegen europäische Dominanz.

Warum trägt man Dreadlocks?

Menschen entscheiden sich heute für Dreadlocks, um ein Statement zu setzen und gegen gesellschaftliche Normen zu rebellieren. Die Frisur ist unisex und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Es gibt jedoch auch Diskussionen darüber, ob Dreadlocks zur "schwarzen Kultur" gehören. Im Sinne der Vielfalt und Individualität sollte jeder Dreadlocks tragen können, der Lust darauf hat.

Dreadlocks vs. Rastalocken

Obwohl Dreadlocks und Rastalocken ähnlich aussehen, gibt es wesentliche Unterschiede:

  • Dreadlocks: Werden durch Verfilzen der Haare Strähne für Strähne erzeugt. Ideal für dickes, krauses Haar.
  • Rastalocken (Braids): Bestehen aus vielen kleinen, feinen Zöpfen aus Kunsthaar, die ins eigene Haar eingeflochten werden. Sie sind pflegeleichter und einfacher zu entfernen als Dreadlocks.

Dreadlocks selber machen: Eine Anleitung

Es gibt hergestellte Dreads und Naturdreads. Bei handwerklich hergestellten wird entweder das Eigenhaar gefilzt durch toupieren, rollen und letztlich auch einhäkeln oder es werden ins Eigenhaar Kunsthaare geknüpft. Haarsträhne nehmen, toupieren, zwischen den Händen rollen (Palm Rolling), und mit der Häkelnadel alle losen Härchen reinhäkeln.

(1) Dreadfactory - Dreadlocks machen, häkeln, verlängern und verzieren

Fake-Dreadlocks: Eine Alternative

Wer sich nicht dauerhaft für Dreadlocks entscheiden möchte, kann es mit Fake-Dreadlocks versuchen. Diese lassen sich einfach selber machen und wieder entfernen:

Benötigte Utensilien:

  • Texturspray
  • Haarklammern
  • Toupierkamm
  • Modelliercreme
  • Haarspray

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Sprühe Texturspray in deine gewaschenen, gekämmten Haare.
  2. Teile die unterste Haarpartie ab und stecke den Rest hoch.
  3. Toupier eine dicke Strähne leicht an.
  4. Verteile Modelliercreme zwischen den Händen und drehe die toupierte Strähne ein.
  5. Fixiere die Strähne mit Haarspray.
  6. Wiederhole die Schritte für alle Strähnen.

Um die falschen Dreadlocks zu entfernen, kämmst Du Dir die Haare einfach vorsichtig mit einer Bürste oder einem grobzinkigen Kamm aus. Die Stylingprodukte wäschst du mit milden Shampoo und warmem Wasser heraus.

Dreadlocks: Länge und Dicke

Die Haare sollten mindestens 10 cm lang sein, um Dreadlocks zu erstellen. Je kürzer die Haare sind, desto mehr stehen sie vom Kopf ab. Haare ab 30 Zentimeter können in Form von Dreadlocks schnell abbrechen. Je länger das Haar ist, desto dünner laufen sie zu den Spitzen zu. Dünne Dreads bei langen Haaren werden nicht gut aussehen.

Dreadlocks pflegen: So geht's richtig

Auch wenn es so aussieht, Dreadlocks sind nicht pflegeleicht. Das Waschen und das regelmäßige Nachdreaden braucht eine gewisse Akribie. Dreads Fans verwenden gern Olivenseife oder Kernseife. Silikonhaltige Shampoos eignen sich nicht zum Waschen von Dreadlocks, da das Haar dann zu glatt wird und nicht verfilzen bzw. verfilzt werden kann. Besser sind also milde Shampoos. Damit schäumt man die Dreads ein und wäscht das Shampoo supergründlich aus.

Dreadlocks waschen

Dreadlocks müssen am Ansatz regelmäßig nachgedreaded, also restauriert werden - ansonsten fransen sie aus. Das Haarewaschen an sich ist aufwendiger als normal.

Können Dreads schimmeln?

Rastas schimmeln eher nicht, da das ja künstliches Haar ist, das jederzeit wieder entfernt werden kann. Anders schaut es bei Dreadlocks aus. Abgesehen davon, dass sie nicht nur gewaschen und alle paar Monate per Tiefenreinigung gesäubert werden sollten, müssen die Dreads möglichst schnell getrocknet werden. Andernfalls entwickeln sie gern einen unangenehmen Geruch und können wirklich schimmeln.

Dreadlocks Styling: Inspirationen für kurze Dreads

Mit Dreadlocks lassen sich vielfältige Frisuren kreieren, die auf die Länge der Dreads abgestimmt sind. Hier sind einige Ideen:

  • Top-Head-Dutt: Eine beliebte Frisur, bei der die Dreads zu einem Dutt auf dem Oberkopf gebunden werden.
  • Halber Dutt: Nur die oberen und vorderen Dreads werden zusammengebunden, während die untere Hälfte lose bleibt.
  • Geflochtener Zopf: Dreadlocks lassen sich wie normales Haar flechten.
  • Pferdeschwanz: Ein einfacher Pferdeschwanz, der hoch oder tief gebunden werden kann.
  • Knoten: Lange Dreadlocks können ohne Zubehör verknotet werden, um sie aus dem Gesicht zu halten.

Zum Binden der Dreads eignen sich Spiralbinder aus Wolle und Draht, die sich jeder Frisur anpassen und das Haar schonen. Auch Haarbänder und Tücher sind praktische Accessoires.

Schmuck für Dreadlocks

Dreadlocks lassen sich mit Schmuck, Perlen, Bändern und Muscheln verzieren. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Dreadlocks und Sport

Sport mit Dreadlocks kann eine Herausforderung sein, aber mit den richtigen Tipps und Tricks ist es kein Problem:

  • Trage ein Stirnband oder eine Kopfbedeckung, um Schweiß aufzusaugen und die Dreads an Ort und Stelle zu halten.
  • Wasche deine Kopfhaut nach dem Training, um Schweiß und Bakterien zu entfernen.
  • Trockne deine Dreads gründlich, um Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Verwende ein Dreadlock-Shampoo, um Rückstände zu vermeiden.

Viele Sportler entscheiden sich für kurze Dreadlocks, da sie leichter zu handhaben sind. Es gibt jedoch auch Beispiele für Athleten mit langen Dreadlocks.

Vorteile von DreadlocksNachteile von Dreadlocks
  • Einzigartiger Look
  • Weniger Stylingaufwand
  • Ausdruck von Individualität
  • Keine ausgefallenen Haare mehr in Dusche und Haus
  • Aufwendige Pflege
  • Lange Trocknungszeit
  • Mögliche Haarschäden
  • Diskussionen über kulturelle Aneignung

Dreadlocks entfernen

Frische Dreads lassen sich, wenn auch mühsam, wieder rauskämmen. Dafür braucht man Geduld und ungefähr so viel Zeit, wie das Kreieren der Dreadlocks gedauert hat. Zum Entfernen der Dreads, ohne sie abzuschneiden, braucht es neben viel Zeit einen großen Vorrat an Haarkur und eine Häkelnadel. Mit der Nadel zupft man die Dreads dann vom Ende bis zum Ansatz wieder auf.

Dreadlocks machen lassen: Kosten und Anlaufstellen

Dreadlocks kosten mit dem eigenen Haar laut Internet um die 300 Euro. Zeitlich sollte man ca. 8-10 Stunden einplanen. Am besten spricht man auch den Zeitaufwand direkt ab. Hier sollte man am besten in einem Afro-Shop fragen oder den Begriff Dreadart in seiner Umgebung googeln.

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