Kristina Dunz Frisur: Eine Analyse der Ungleichbehandlung von Frauen in der Politik

In der politischen Arena, wo Kompetenz und Sachverstand im Vordergrund stehen sollten, werden Frauen oft mit zusätzlichen, oberflächlichen Kriterien konfrontiert. Ihr Aussehen, ihre Frisur, ihre Kleidung und ihr Privatleben werden häufiger und kritischer bewertet als bei ihren männlichen Kollegen. Diese Ungleichbehandlung wirft ein Schlaglicht auf tief verwurzelte Geschlechterstereotypen und gesellschaftliche Rollenerwartungen.

Ein prägnantes Beispiel für diese Problematik liefert die Journalistin Kristina Dunz, stellvertretende Leiterin des Parlamentsbüros der Rheinischen Post. Im ARD-Presseclub konterte sie, dass sie sich nicht denken könne, dass jemals jemand über die Falten im Gesicht von Konrad Adenauer gesprochen habe, als das Gespräch von Angela Merkels Tätigkeit plötzlich zu ihrer Erscheinung hinüber glitt.

Auch die Bundeszentrale für politische Bildung hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt und festgestellt, dass Medien weltweit bei Frauen stets mehr an ihrem Aussehen und ihrem Privatleben interessiert seien als an ihren politischen Anliegen.

Was eine Frau anzieht, wie sie ihre Haare trägt, sich schminkt, wie viel oder wie wenig sie wiegt - kurzum: wie sie aussieht, ist immer wieder Gegenstand von Gesprächen und Berichterstattung. Natürlich wird auch das Aussehen von Politikern diskutiert - aber kaum in dem Ausmaß. Oder könnten Sie sich eine Wahl zum „Mister Bundestag“ vorstellen? Nein? Das wäre ja auch albern, einen Volksvertreter so einer oberflächlichen Bewertung zu unterziehen, die Respekt vor dem Amt vermissen lässt? Stimmt! Aber bei Politikerinnen scheint das weniger ein Problem darzustellen.

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Der Fall Hannelore Kohl: Eine tragische Illustration

Die Geschichte von Hannelore Kohl, der Frau des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, ist ein weiteres Beispiel dafür, wie das Leben einer Frau in der Öffentlichkeit von Leid und persönlichen Tragödien überschattet sein kann. Hannelore Kohl wurde schon zu Lebzeiten als maskenhaft beschrieben.

Nicht viele Menschen hatten Einblick in das hochgesicherte Privathaus, in das Privatleben und erst recht nicht in die Seele der Hannelore Kohl. Die Öffentlichkeit erlebte sie als eine Ehefrau, die sich selbstverständlich in den Dienst ihres Mannes stellte. Und es bedarf keiner großen Vorstellungskraft, wie schwer das Leben an der Seite eines Regierungschefs, eines langjährigen CDU-Übervaters, eines Helmut Kohl wohl ist.

Jüngste Berichte darüber, wie krank, wie unglücklich, wie todtraurig sie gewesen sei, sind für die meisten Menschen wohl doch eine Überraschung. Ebenso, dass ihr nach einer falschen und lebensgefährlichen Penizillin-Behandlung 1993 die Haare ausfielen und sie seither eine Perücke trug.

Nach Schwans Schilderung war sie eine schlagfertige, lustige und offene Frau, die oft einsam war und deren eigene Wünsche und Überzeugungen eine untergeordnete Rolle spielten. Der größte Schlag sei aber gewesen, dass ihr Mann in der desaströsen CDU-Spendenaffäre nicht die Namen der Spender nannte. Angespuckt worden sei sie auf der Straße, berichtete auch ihre langjährige Freundin Rena Krebs in einem Fernsehinterview.

Schwan berichtet, Hannelore Kohl sei Ende des Zweiten Weltkriegs als Zwölfjährige von russischen Soldaten vergewaltigt worden - so brutal, dass ein Rückenwirbel verletzt wurde. Unter dieser Verletzung habe sie bis zu ihrem Tod gelitten. Schwan glaubt, dass dieses Trauma mit ein Grund für spätere Depressionen war.

Die Auswirkungen auf die politische Karriere von Frauen

Solche Unterschiede in der Berichterstattung machen Frauen den Aufstieg in der Politik schwer. Wenn sie es geschafft haben, verschwinden zwar die Unterschiede nicht unbedingt, aber der Umgang mit den Medien wird leichter. Das ist wohl gemeint, wenn es für die USA heißt: getting elected, as opposed to governing, may be the biggest hurdle that a potential woman president will face."

Die Beschäftigung der Medien - und der Politikerkollegen - mit privaten Aspekten, insbesondere dem Aussehen, und damit die Einbeziehung sachfremder Kriterien in die Bewertung der Politikerinnen aktualisiert die Geschlechterstereotypen sowie gesellschaftliche Rollenerwartungen an Frauen.

Beispiele für unterschiedliche Bewertungen

Einige konkrete Beispiele verdeutlichen die subtilen, aber wirkungsvollen Unterschiede in der Bewertung von Frauen und Männern in der Politik:

  • Eliza Diekmann: Als Bürgermeisterin von Coesfeld wurde ihr vorgeworfen, mit ihren Wahlplakaten die Menschen manipulieren zu wollen.
  • Fränzi Kühne: Als jüngste Aufsichtsrätin eines Dax-Unternehmens wurde sie immer wieder nach ihrem Kofferinhalt und ihrer Kleidung gefragt.
  • Ursula Krips: Wurde 1965 von Bonner Journalisten zur „Miss Bundestag“ gekürt.

Tabellarische Zusammenfassung

Aspekt Bewertung bei Frauen Bewertung bei Männern
Aussehen (Frisur, Kleidung, Gewicht) Häufig und kritisch Selten und weniger kritisch
Privatleben Starker Fokus Weniger Fokus
Kompetenz Wird oft durch Äußerlichkeiten in Frage gestellt Wird primär anhand von Leistungen beurteilt

tags: #kristina #dunz #frisur

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