Haarausfall kann viele Ursachen haben - von genetischer Veranlagung über Stress bis hin zu Nährstoffmängeln. Oft dauert es bei verschiedenen Arten von Haarausfall einige Zeit, bis sie mit einer tieferliegenden Ursache in Zusammenhang gebracht werden. Das gilt auch bei einer Funktionsstörung der Schilddrüse.
Die Schilddrüse spielt eine wichtige Rolle im menschlichen Körper, da sie Hormone produziert, die den Stoffwechsel und verschiedene Körperfunktionen regulieren. Eine Funktionsstörung der Schilddrüse kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter auch Haarausfall. Verantwortlich für das Ausfallen der Haare sind die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin), die den Stoffwechsel im Körper beeinflussen und eine direkte Einflussnahme auf haarbildende Zellen im menschlichen Organismus haben.
In diesem Artikel werden wir den Zusammenhang zwischen kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) und Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) genauer beleuchten und Ihnen helfen, die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten besser zu verstehen.
Alopecia areata ist besser bekannt als »kreisrunder Haarausfall«. Auf der Kopfhaut, manchmal auch im Bart oder in den Augenbrauen von Betroffenen bilden sich eine oder mehrere kahle Stellen mit klarer Begrenzung. Die Krankheit tritt oft im Kindes- und Jugendalter auf. Häufig beginnen die Haare auf den kahlen Stellen nach einiger Zeit spontan wieder zu wachsen. Es kann aber im fortschreitenden Verlauf zu weiteren Schüben kommen, die wiederum andere Areale betreffen.
Bei kreisrundem Haarausfall, in der Fachsprache als Alopecia areata bezeichnet, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung gegen die in der Haut liegenden Haarbestandteile. Die Ursache dafür ist noch nicht eindeutig geklärt.
„Die AA ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die körpereigenen Immunzellen gegen die Strukturen der Haarwurzel richten und Antikörper bilden. Als Folge der fehlgesteuerten Immunreaktion entzünden sich die Haarwurzeln, wodurch die Haare nicht mehr richtig wachsen und es zum kreisrunden Haarausfall kommt“, erklärt Prof. Dr.
Auch genetische Faktoren scheinen den kreisrunden Haarausfall zu begünstigen. So ist das Erkrankungsrisiko von Verwandten eines Betroffenen erhöht. Die genauen genetischen Hintergründe sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht.
Kreisrunder Haarausfall tritt oft zusammen mit anderen Erkrankungen auf. Dazu zählen etwa Autoimmunerkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion und die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), aber auch atopische Erkrankungen, also mit Allergieneigung wie Neurodermitis und Heuschnupfen.
Neben diesen können auch ein Vitamin D-Mangel sowie psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen vorliegen.
Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse, auch Hypothyreose genannt, kann es zu Haarausfall kommen. Die verminderte Produktion von Schilddrüsenhormonen führt dazu, dass der Stoffwechsel im Körper verlangsamt wird. Dies kann das Haarwachstum beeinflussen und zu dünnerem, mattiertem Haar führen. Die Haare können zudem trocken, brüchig und spröde werden.
Unter dem Begriff “Hypothyreose” versteht man eine krankhafte Unterfunktion der Schilddrüse. Dadurch resultiert eine mangelnde Versorgung des Körpers mit den Schilddrüsenhormonen Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4).
Bei Erwachsenen liegt die Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion in den meisten Fällen in einer chronische Schilddrüsenentzündung. Bei Männern ist diese Erkrankung deutlich weniger ausgeprägt als bei Frauen - häufig im mittleren Alter. Auch nach einer Entbindung kommt es bei Frauen relativ häufig zu einer temporären Unterfunktion der Schilddrüse, die sich allerdings oft von selbst wieder zurückbildet. Nach der Geburt tritt dies bei etwa vier bis zehn Frauen von 100 auf.
Bei der Schilddrüsenunterfunktion fehlen im Körper ausreichend Schilddrüsenhormone.
Bei einer Überfunktion der Schilddrüse, auch Hyperthyreose genannt, kann ebenfalls Haarausfall auftreten. Durch die erhöhte Produktion von Schilddrüsenhormonen beschleunigt sich der Stoffwechsel im Körper. Dies kann dazu führen, dass das Haar schneller als üblich in die Ruhephase übergeht und ausfällt. Die Haare können dünner, feiner und brüchiger werden.
Entgegengesetzt zu einer Unterfunktion, können die beiden Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) auch im Überfluss produziert und ausgeschüttet werden. Dann ist von einer “Hyperthyreose” die Rede. Diese Autoimmunerkrankung kann eine Vielzahl von verschiedenen Krankheitserscheinungen hervorrufen. Eine mögliche Folge der Überproduktion an Hormonen ist unter anderem der Haarausfall. Auch eine erhöhte Zufuhr von Schilddrüsenhormonen in Form von Medikamenten (Thyreotoxicosis factitia) kann die Überfunktion verantwortlich sein.
In den meisten Fällen kann eine medikamentöse Behandlung die Schilddrüsenüberfunktion erfolgreich regulieren. In schwereren Fällen muss eine Operation durchgeführt werden.
Einen Zusammenhang zwischen der Stärke des Haarausfalls und der Intensität der Schilddrüsenfunktionsstörung besteht nicht. Eine schwere Hormonfehlfunktion führt nicht automatisch zu starkem Haarausfall. Im Gegenteil hierzu kann schwerer Haarausfall auch bei einer leichten Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse auftreten.
Die Schilddrüse beeinflusst durch ihre Hormone, vor allem T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin), den gesamten Stoffwechsel. Dadurch beeinflusst die Schilddrüse u.a. das Wachstum. Wenn es hier, aufgrund einer Schilddrüsenstörung zu einem Ungleichgewicht kommt, beeinflusst das auch den Stoffwechsel (also die Energieproduktion). Die Schilddrüse sorgt also durch ihre Hormone dafür, dass deine Haarwurzeln mit Blut versorgt werden. Je besser also deine Schilddrüse funktioniert, desto besser wird deine Kopfhaut durchblutet.
Die Diagnose der Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion ist oft nicht einfach. Denn es können sehr viele Symptome zusammentreffen, die einzeln betrachtet ebenfalls auf andere Erkrankungen hinweisen können. Die Hypothyreose oder Hypothyreose kann durch Urin- und Blutuntersuchungen festgestellt und nachgewiesen werden. Störungen werden durch eine eine Analyse des Blutbildes aufgedeckt. Im Anschluss erfolgt normalerweise eine Überweisung zum Endokrinologen, der auf die Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten spezialisiert ist.
Zunächst gilt es die Ursache für die Fehlfunktion zu finden und zu beheben. Je nach Ursache ist hierfür ein medizinischen Eingriff erforderlich oder die Einnahme von Medikamenten. Oftmals setzt das Haarwachstum dann wieder von selbst ein bzw. es normalisiert sich. Falls die Erkrankung lange zurückliegt bzw. die regenerative PRP Behandlung versäumt wurde, entstehen kahle Stellen, welche mittels einer Haartransplantation behandelt werden müssen.
Bei Haarausfall oder anderen Symptomen aufgrund einer Erkrankung der Schilddrüse sollte in erster Linie das ärztliche Gespräch gesucht werden, um die zugrunde liegende Schilddrüsenfunktionsstörung abklären und behandeln zu lassen. Eine genaue Diagnose und eine angemessene medizinische Therapie sind entscheidend, um den Haarausfall zu stoppen oder zu reduzieren.
Es ist wichtig zu beachten, dass Haarausfall bei der Einnahme von L-Thyroxin auftreten kann - entweder weil die Dosierung noch nicht optimal ist oder weil sich die Haarwurzeln an die veränderten Hormonspiegel anpassen müssen. Wie lange es dauert, bis die Haare nach L-Thyroxin wieder wachsen, hängt vom individuellen Haarzyklus ab.
Letztendlich ist es wichtig, eine positive Einstellung zu bewahren, denn diffuser Haarausfall aufgrund einer Schilddrüsenfunktionsstörung ist meist reversibel, sofern die Erkrankung durch Medikamente reguliert wird. Dennoch kann Haarausfall seelisch belastend sein.
Beim diffusen Haarausfall lichtet sich das Haar am gesamten Kopf, sodass die Kopfhaut unter den Haaren hervorschimmert. Die Alopecia diffusa, wie Experten diese Haarausfall-Form nennen, kann viele Ursachen haben. Unter anderem Erkrankungen an der Schilddrüse, hormonelle Schwankungen oder Nährstoffmangel.
Diffuser Haarausfall wird durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst, darunter Stress, hormonelle Veränderungen (Schwangerschaft, Wechseljahre), Krankheiten, Medikamente (Zytostatika), einseitige Ernährung, anhaltende Mangelerscheinungen (Zink, Eisen, Folsäure) Gewichtsverlust oder chirurgische Eingriffe.
Die Behandlung von Haarausfall richtet sich nach der Ursache. Es kann hilfreich sein, die zu Grunde liegenden Probleme zu beheben, Medikamente einzunehmen oder spezielle Pflegeprodukte zu verwenden. Ist zum Beispiel Stress ein Auslöser, sollte dieser von Betroffenen möglichst reduziert werden. Ein Hautarzt (Dermatologe) kann hier je nach Ursache eine individuelle Behandlung einleiten.
Auch wenn diffuser Haarausfall nicht immer vollständig verhindert werden kann, gibt es doch einige Maßnahmen, die helfen können, das Risiko zu minimieren und die Haargesundheit zu unterstützen.
Haarausfall ist nicht immer direkt auf seine Ursache zurückzuführen. Oft dauert es bei verschiedenen Arten von Haarausfall einige Zeit, bis sie mit einer tieferliegenden Ursache in Zusammenhang gebracht werden. Das gilt auch bei einer Funktionsstörung der Schilddrüse. Diese äußert sich oftmals in Form von diffusen Symptomen, sodass es einige Zeit dauern kann, bis die Diagnose der Fehlfunktion vorliegt.
Androgenetische Alopezie ist die häufigste Form des Haarausfalls und betrifft Männer und Frauen unterschiedlich. Bei Männern beginnt der Haarausfall oft an den Schläfen, während Frauen eine Ausdünnung im Scheitelbereich erleben.
Medikamentös bedingter Haarausfall tritt oft drei bis sechs Monate nach Beginn der Einnahme bestimmter Medikamente auf. Zu den betroffenen Arzneimitteln gehören Blutverdünner, Medikamente gegen Bluthochdruck und Chemotherapeutika.
Lebensstil und Umweltfaktoren wie Ernährung, Stress und Umwelteinflüsse können Haarausfall verursachen. Eine ausgewogene Ernährung und Stressbewältigung können helfen, Haarausfall vorzubeugen.
Haarausfall kann viele Ursachen haben, und Schilddrüsenerkrankungen sind eine davon. Sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion der Schilddrüse können zu Haarausfall führen. Die gute Nachricht ist, dass Haarausfall aufgrund von Schilddrüsenerkrankungen oft reversibel ist, wenn die zugrundeliegende Erkrankung behandelt wird. Es ist wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache des Haarausfalls zu klären und eine angemessene Behandlung zu erhalten.
Denken Sie dann auch einmal an die Schilddrüse. Wenn bei Ihnen jedoch bereits eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) vorliegt, sollten Sie Ihr Haarwachstum gut im Auge behalten, denn immer wieder gilt eine Schilddrüsenerkrankung als Ursache für Haarausfall.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie immer einen Arzt oder qualifizierten Gesundheitsdienstleister, wenn Sie Fragen oder Bedenken bezüglich Ihrer Gesundheit haben.
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