Kreisrunder Haarausfall: Neue Therapieansätze und Erkenntnisse

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata, AA) ist eine chronische, immunvermittelte Erkrankung, die durch akuten oder chronischen Haarausfall gekennzeichnet ist und Menschen in jedem Lebensalter betreffen kann. Schätzungsweise zwei Prozent aller Menschen in Deutschland sind von dieser Erkrankung betroffen, wobei Männer und Frauen gleichermaßen betroffen sind.

Typisches Bild von Alopecia Areata mit kreisrunden, kahlen Stellen auf der Kopfhaut.

Die Erscheinungsformen sind sehr unterschiedlich und reichen von kleinen haarlosen Stellen bis zum vollständigen Verlust der Kopf- und Körperbehaarung. Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, jedoch spielen Autoimmunreaktionen eine entscheidende Rolle. Dabei greift das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe an, was zu Entzündungen und Haarausfall führt.

Patienten und Patientinnen mit kreisrundem Haarausfall haben ein höheres Risiko, sowohl psychische Krankheiten als auch Autoimmunerkrankungen zu entwickeln. Eine aktuelle Studie zeigt, dass dieses Risiko insbesondere im ersten Jahr nach der Diagnose erhöht ist und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann.

Psychische Belastung und Begleiterkrankungen

Patienten mit Alopecia areata leiden zum Zeitpunkt der Diagnose häufig unter psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angstzuständen und posttraumatischen Belastungsstörungen. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass Betroffene auch nach der Diagnose ein höheres Risiko haben, weitere Erkrankungen zu entwickeln. Dies ist insbesondere im ersten Jahr nach der Diagnosestellung der Fall.

Das Forschungsteam der Harvard University in Boston verglich die Daten von 63.000 Betroffenen mit kreisrundem Haarausfall mit denen von mehr als drei Millionen Patienten und Patientinnen ohne diese Erkrankung. Das Durchschnittsalter der Erkrankten lag bei etwa 39 Jahren.

Studienergebnisse: Erhöhtes Risiko für neue Erkrankungen

Rund 30 Prozent der Patienten und Patientinnen mit kreisrundem Haarausfall hatten bereits bei der Diagnose eine psychische Erkrankung wie Depressionen, Angstzustände oder eine posttraumatische Belastungsstörung. Im ersten Jahr nach der Diagnose entwickelten 10 Prozent der Betroffenen eine neue psychische Erkrankung, während das nur bei 7 Prozent in der Kontrollgruppe der Fall war. Besonders häufig traten Angststörungen, Schlafstörungen und Depressionen auf.

Zum Zeitpunkt der Diagnose waren 16 Prozent der Patienten und Patientinnen mit kreisrundem Haarausfall an Autoimmunerkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis oder rheumatoider Arthritis erkrankt. Im ersten Jahr nach der Diagnose erkrankten 6 Prozent der Patienten mit kreisrundem Haarausfall neu an Autoimmunerkrankungen, darunter atopische Dermatitis, Vitiligo und Psoriasis.

Die genauen Ursachen für die erhöhte Häufigkeit von Begleiterkrankungen bei kreisrundem Haarausfall sind noch nicht vollständig geklärt. Stress, genetische Veranlagung und entzündliche Prozesse könnten mögliche Faktoren sein. Bestimmte Botenstoffe, die bei dieser Erkrankung in großer Menge nachgewiesen werden, könnten das Risiko für psychische und autoimmune Erkrankungen erhöhen. Diese zusätzlichen Belastungen können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.

Die Studie verdeutlicht die Notwendigkeit, die Auswirkungen von kreisrundem Haarausfall und seiner Begleiterkrankungen besser zu erforschen. Da sowohl der Haarausfall als auch viele assoziierte Erkrankungen ähnliche Entzündungsprozesse aufweisen, könnten gezielte Behandlungen, wie Januskinase-Inhibitoren, möglicherweise mehrere Beschwerden gleichzeitig lindern.

Patienten mit kreisrundem Haarausfall sollten regelmäßig und sorgfältig überwacht werden, um zusätzliche Erkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

Was kennzeichnet kreisrunden Haarausfall?

Beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) bilden sich meist einzelne, runde, haarlose Flecken im Kopfhaar. Seltener betroffen sind Gesichtsbehaarungen wie Bart, Augenbrauen, Wimpern oder das Körperhaar.

Zudem befinden sich am Rand der Flecken meist kurze, abgebrochene Haare, die zur Kopfhaut hin dünner werden. Man nennt diese umgangssprachlich Kolben-, Ausrufezeichen- oder Komma-Haare.

Menschen mit kreisrundem Haarausfall können außerdem Probleme mit den Finger- und Zehennägeln haben. Typischerweise bilden sich Grübchen oder Tüpfel im Nagel.

Alopecia areata kann im Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung auftreten. Mitunter gehen weitere Autoimmunerkrankungen mit kreisrundem Haarausfall einher.

Verschiedene Formen von Alopecia Areata.

Verschiedene Formen des kreisrunden Haarausfalls

  • Alopecia areata totalis und Alopecia areata universalis: Die kahlen Stellen im Haar können zusammenfließen und zu einem kompletten Haarverlust auf dem Kopf (totalis) oder am Körper (universalis) führen.
  • Alopecia areata vom Ophiasis-Typ: Hier fallen die Haare bandförmig am Hinterkopf und Nacken aus. Die Haare oben und seitlich am Kopf sind nicht betroffen.
  • Alopecia areata diffusa: Wie kommt es zu kreisrundem Haarausfall?

Ursachen des kreisrunden Haarausfalls

Welche Ursachen genau hinter kreisrundem Haarausfall stecken, ist bisher nicht bekannt. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass es sich um eine Autoimmunreaktion handelt. Genauer gesagt, erkennt das Immunsystem die körpereigenen Haare fälschlicherweise als fremd und bildet Abwehrstoffe dagegen. In der Folge entzünden sich die Haarwurzeln: Die Haare wachsen nicht mehr richtig und fallen aus.

In manchen Familien kommt kreisrunder Haarausfall gehäuft vor. Fachleute vermuten deshalb, dass diese Form des Haarausfalls erblich bedingt sein kann. Manche Menschen mit kreisrundem Haarausfall berichten, zum Zeitpunkt des Haarausfalls starkem emotionalem Stress ausgesetzt gewesen zu sein. Stress könnte daher in einem gewissen Maß ein Mitauslöser sein.

Einzelne Studien weisen zudem darauf hin, dass geringe Mengen von Vitamin D im Blut kreisrunden Haarausfall begünstigen könnten. Ob Stress und Vitamin D tatsächlich eine Rolle spielen, ist aber bisher wissenschaftlich nicht sicher belegt.

Häufig wachsen die ausgefallenen Haare nach mehreren Monaten von selbst wieder nach. Es ist jedoch möglich, dass die Haare erneut ausfallen. Wie genau die Erkrankung im Einzelnen verläuft, lässt sich nur schwer vorhersagen.

Bei ungefähr der Hälfte der Menschen mit mildem kreisrundem Haarausfall wachsen die Haare nach der ersten Episode innerhalb von einem Jahr nach. Ein Großteil aller betroffenen Personen erlebt mehr als ein Haarausfall-Ereignis im Lauf des Lebens.

Es gibt Faktoren, die einen wiederkehrenden Haarausfall wahrscheinlicher machen. Dazu zählen:

  • Beginn der Erkrankung im Kindesalter
  • Dauer des Haarausfalls länger als ein Jahr
  • bandartiger Haarausfall am Hinterkopf und Nacken
  • schwere Verläufe mit komplettem Haarverlust
  • Erkrankungen der Nägel
  • Neigung zu Allergien (Atopie)
  • Auftreten von kreisrundem Haarausfall in der Familie

Diagnose des kreisrunden Haarausfalls

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) ist in der Regel an der Art erkennbar, wie sich das Haar lichtet - also an den typischen runden kahlen Stellen am Kopf. Mitunter entstehen die Flecken an den Augenbrauen oder im Bart.

Neben der Kopf- und Gesichtsbehaarung untersuchen Ärztinnen und Ärzte das Körperhaar, denn auch dort kann kreisrunder Haarausfall auftreten. Zudem schauen sie sich die Nägel an. Denn bei Menschen mit Alopecia areata kann es zu Nagelveränderungen wie Tüpfelnägel kommen.

Zusätzlich sucht die Ärztin oder der Arzt mit einem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) die lichten Stellen nach den typischen abgebrochenen Haaren ab - den „Ausrufezeichen-Haaren“.

Außerdem kann die Ärztin oder der Arzt einen Zupftest machen. Lassen sich die Haare an den Rändern der kahlen Stellen leicht auszupfen, weist das ebenfalls auf kreisrunden Haarausfall hin.

Insbesondere schaut sie oder er nach den Haarbälgen und Poren. Sind diese noch sichtbar, ist das ein Zeichen dafür, dass die Haare grundsätzlich wieder nachwachsen können. Zudem können die Poren gelb oder schwarz verfärbt sein.

Gewebe zu entnehmen, also eine Biopsie zu machen, ist in der Regel nicht notwendig. Das kommt nur dann infrage, wenn trotz einer gründlichen Untersuchung und eines ausführlichen Gesprächs die Diagnose unklar ist.

Behandlungsmöglichkeiten des kreisrunden Haarausfalls

Bei vielen Menschen mit kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) wachsen die Haare innerhalb eines Jahres von allein nach. In solch einem Fall ist keine Behandlung notwendig. Das Problem: Es lässt sich nicht sicher vorhersagen, bei wem die Haare nachwachsen und bei wem nicht.

Für die Behandlung von Alopecia areata stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Diese reichen von Medikamenten zur äußerlichen (topischen) Anwendung auf der Kopfhaut, über eine topische Immuntherapie bis hin zum Einsatz sogenannter JAK-Inhibitoren in Tablettenform.

Ziel dieser Therapien ist, die Entzündung an den Haarwurzeln zu stoppen und die Haarwurzeln dazu anzuregen, neue Haare zu bilden und nachwachsen zu lassen.

Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer auch nach den persönlichen Bedürfnissen. Wichtig: Nicht immer stellt sich nach einer Behandlung der gewünschte Erfolg ein. Vor allem bei schwerem kreisrundem Haarausfall und einem frühen Erkrankungsbeginn kommt es häufig zu Rückfällen. Außerdem haben alle Therapien Nebenwirkungen.

Therapie mit Kortison

Zu Beginn einer Therapie kommen üblicherweise Präparate mit entzündungshemmendem Kortison zum Einsatz - meist zum Auftragen auf die kahlen Stellen. Um sicher sagen zu können, ob die äußerliche Behandlung anschlägt, muss man die Präparate für mindestens drei Monate anwenden, maximal für fünf bis sechs Monate. Solange dauert es, bis die Entzündung nachlässt, die Haarwurzeln sich erholen und ein neues Haar nachwachsen kann.

Ein nächster Schritt in der Therapie kann darin bestehen, Kortison in die Haut der haarlosen Stellen zu spritzen. Da manche Menschen diese Maßnahme als sehr schmerzhaft empfinden können, eignet sie sich nicht für jede Person.

Ist der Haarausfall stärker ausgeprägt, können Ärztinnen und Ärzte Kortison als Tabletten in Form einer Stoß- oder Pulstherapie einsetzen. Mitunter wird die äußerliche Anwendung oder das Spritzen von Kortison mit der Einnahme von Kortison-Tabletten kombiniert.

Kombi-Therapie: Kortison und Minoxidil

Grundsätzlich ist es möglich, unterstützend Minoxidil als Lösung, Spray oder Schaum anzuwenden. Dieser Wirkstoff soll die Durchblutung der Kopfhaut fördern und somit das Haarwachstum anregen. Setzt man Minoxidil nach der Kortison-Behandlung ein oder parallel dazu, könnte sich das positiv auf das Haarwachstum auswirken.

Minoxidil-Präparate sind frei verkäuflich und für die Anwendung beim anlagebedingten Haarausfall bestimmt. Für den Einsatz bei Alopecia areata sind sie nicht zugelassen. Lassen Sie sich ärztlich zur richtigen Anwendung und den möglichen Nebenwirkungen beraten.

Therapien mit Licht

Lichtbehandlungen mit UV-B-Licht, mitunter auch als Excimer-Laser bezeichnet, haben einen gewissen therapeutischen Stellenwert und können mit anderen Behandlungen kombiniert werden.

Der Nachteil ist, dass mehrere Therapiesitzungen nötig sind und man sich dafür regelmäßig in der ärztlichen Praxis einfinden muss. Hinzu kommt, dass sich durch das Bestrahlen der Haut mit UV-Licht das Hautkrebs-Risiko erhöht. Dieses steigt umso eher, je länger die Therapie dauert.

Immuntherapie mit DCP

Falls nach Therapieversuchen mit Kortison nicht zu erkennen ist, dass Haare nachwachsen, besteht die Möglichkeit einer Behandlung mit Diphenylcyclopropenon (DCP). Die Substanz wird auf die Kopfhaut gepinselt und löst an den behandelten Stellen gezielt eine Allergie aus. Mit dieser Maßnahme möchte man das Immunsystem dazu bringen, den „Angriff“ auf die Haarwurzeln zu unterlassen.

Wichtig: Die Therapie mit DCP bei Alopecia areata ist in Deutschland nicht zugelassen, kann aber ärztlich verordnet werden. Erwägt man solch eine Therapie, sollte man sich an ein dafür spezialisiertes Zentrum, beispielsweise an einer Universitätsklinik, wenden.

Reiztherapie mit Dithranol

Alternativ zur DCP-Behandlung kommt eine Reiz-Therapie mit Dithranol infrage. Fachleuten zufolge birgt diese Behandlung weniger Risiken und eignet sich daher vor allem bei Kindern.

Hierbei handelt es sich um Präparate, die zur äußerlichen Anwendung bei Menschen mit Schuppenflechte zugelassen sind. Ärztinnen und Ärzte dürfen sie aber bei kreisrundem Haarausfall verordnen („Off-Label-Use“).

Einsatz von JAK-Inhibitoren

JAK steht für Januskinasen. Inhibitor bedeutet Hemmstoff. Januskinasen sind Enzyme, die Entzündungsprozesse fördern, die mit kreisrundem Haarausfall in Zusammenhang stehen.

JAK-Inhibitoren, also Hemmstoffe gegen diese Kinasen, ermöglichen es, die Entzündungsprozesse zu unterdrücken. In der Folge erholen sich die Haare und können wieder nachwachsen.

Im Juni 2022 hat die Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) den Wirkstoff Baricitinib als ersten JAK-Inhibitor zur Behandlung von Erwachsenen mit schwerem kreisrundem Haarausfall zugelassen. Die Hemmstoffe werden als Tabletten eingenommen.

Die Krankenkassen sind nicht verpflichtet, die Kosten für die bisher noch teure Behandlung zu übernehmen. Es ist daher sinnvoll, sich vor Therapiebeginn eine Zusage zur Kostenübernahme einzuholen.

Eine Behandlung mit JAK-Inhibitoren vermag es ebenfalls nicht, den Haarausfall zu heilen. Bereits einige Wochen nach Absetzen der Tabletten können die Haare wieder ausfallen.

Zudem birgt die Einnahme Nebenwirkungen, sodass Untersuchungen vor der ersten Einnahme und regelmäßig während der Therapie notwendig sind.

Da JAK-Inhibitoren das Immunsystem leicht unterdrücken, ist es sinnvoll, vor Beginn der Therapie den Impfstatus zu prüfen und wichtige fehlende Impfungen nachzuholen.

Es gibt zahlreiche weitere Therapieformen, um Alopecia areata zu behandeln. Allerdings ist die Datenlage hinsichtlich der Erfolgsquote oft sehr begrenzt.

JAK-Inhibitoren: Eine neue Ära in der Behandlung von Alopecia Areata und Vitiligo

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) weist auf die vielversprechenden Behandlungsergebnisse bei kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata, AA) und Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) durch Januskinase (JAK)-Inhibitoren hin. Diese neue Substanzklasse hat die Therapieergebnisse deutlich verbessert, dennoch gibt es noch offene Fragen.

Prof. Dr. med. Silke Hofmann, Direktorin des Zentrums für Dermatologie, Allergologie und Dermatochirurgie, HELIOS Universitätsklinikum Wuppertal, betont, dass JAK-Inhibitoren bereits bei anderen Hauterkrankungen wie Neurodermitis erfolgreich eingesetzt werden und auch bei Vitiligo und Alopecia areata eine vielversprechende Option darstellen. Sie wirken immunmodulierend, indem sie körpereigene Entzündungsreaktionen abschwächen oder unterbinden.

Prof. Dr. med. Markus Böhm, Oberarzt und Leiter Allgemeine Dermatologie an der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Münster, hebt hervor, dass die Pigmentstörung Vitiligo die Psyche der Betroffenen oft stark belastet. JAK-Inhibitoren, insbesondere Ruxolitinib in topischer Anwendung, zeigen überzeugende Ergebnisse bei der Behandlung der nicht segmentalen Vitiligo. Seit Mai 2023 ist diese Lokaltherapie in Deutschland für den Gesichtsbereich zugelassen und ermöglicht eine ästhetisch zufriedenstellende Repigmentierung ab dem Alter von zwölf Jahren.

Die Alopecia areata ist ähnlich wie die Vitiligo mit starken emotionalen Belastungen verbunden, besonders bei Kindern und Jugendlichen. JAK-Inhibitoren haben in Studien gezeigt, dass sie bei moderater bis schwerer AA erfolgreich zu einem Nachwachsen der Haare führen. Für die Behandlung der schweren Alopecia areata stehen die Januskinase-Inhibitoren Baricitinib (für Erwachsene) und Ritlecitinib (ab dem Alter von zwölf Jahren) zur Verfügung. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Behandlung als Dauermedikation erfolgen muss, um einen erneuten Haarausfall zu verhindern.

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse mahnt Böhm, dass beide Erkrankungen oft als rein kosmetische Probleme verharmlost werden. Die Krankheitslast und die psychosozialen Effekte sind jedoch erheblich. Daher wäre es wünschenswert, wenn diese zugelassenen und erfolgreichen Therapien häufiger in der Praxis eingesetzt würden.

Es gibt jedoch auch Herausforderungen. Die neuen Therapeutika sind teuer, was bei Behandlern Skepsis auslöst. Zudem gibt es sogenannte Non-Responder, bei denen die erwartete positive Wirkung ausbleibt. Daher ist es wichtig, Kriterien zu finden, die dabei helfen zu entscheiden, bei welchen Patienten diese Therapien erfolgversprechend sind.

In weiteren Studien sollte untersucht werden, wie die Non-Responder-Rate gesenkt werden kann. Da die Medikamente Nebenwirkungen verursachen können, ist es wichtig, die richtigen Patienten auszuwählen.

Neue Therapieoptionen mit JAK-Inhibitoren bei Alopecia Areata.

Umgang mit dem Haarverlust

Jeder Mensch geht unterschiedlich damit um, Haare zu verlieren. Manche kommen gut damit klar, für andere ist es ein einschneidendes Erlebnis.

Kreisrunder Haarausfall fällt leicht auf und kann dazu führen, dass sich Betroffene unwohl fühlen. Tritt der Haarverlust sehr plötzlich auf oder ist er sehr stark ausgeprägt, kann das emotional enorm belasten. Mitunter passiert es, dass Menschen aufgrund des Haarausfalls gemobbt und sozial ausgegrenzt werden - vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist dieses Risiko groß.

In solchen Fällen lässt sich einiges tun, um den Leidensdruck zu mindern.

Kosmetische Maßnahmen

Manchen hilft es, den Kopf zu rasieren - viele Männer greifen zu dieser Maßnahme. Andere tragen lieber eine Perücke oder ein Haarteil. Wer kreisrunden Haarausfall an den Wimpern hat, kann erwägen, künstliche Wimpern zu tragen. Sind die Augenbrauen betroffen, kann man künstliche Augenbrauen aufkleben, die Augenbrauen mit Schminke nachzeichnen oder tätowieren lassen (Permanent-Make-up).

Bevor man sich für die eine oder andere Maßnahme entscheidet, ist eine Beratung zu den Kosten sowie zu den Vor- und Nachteilen der Methode sinnvoll.

Psychotherapeutische Betreuung

Wenn der Haarausfall trotz kosmetischer Maßnahmen sehr stark belastet und psychische Symptome wie Depressivität oder Ängstlichkeit hinzukommen, ist professionelle psychotherapeutische Hilfe sinnvoll.

Vielen Menschen mit kreisrundem Haarausfall hilft es, sich in Selbsthilfegruppen auszutauschen. Das Gespräch mit Menschen, die selbst mit Haarausfall zu tun haben und die Probleme und Herausforderungen kennen, bewirkt oft schon viel.

Tipp für Patientinnen und Patienten: Der Verein Alopecia Areata Deutschland e. V. bietet Unterstützung und Informationen für Betroffene.

Alopecia Areata: How Do JAK Inhibitors Help With Hair Growth? | GoodRx

Therapie Beschreibung Anwendung Hinweise
Kortison Entzündungshemmend Topisch, Injektion, Tabletten Nebenwirkungen möglich
Minoxidil Fördert Durchblutung der Kopfhaut Lösung, Spray, Schaum Unterstützend zur Kortison-Behandlung
UV-B-Licht Lichtbehandlung Regelmäßige Sitzungen Erhöhtes Hautkrebsrisiko
DCP Immuntherapie Auftragen auf die Kopfhaut Nicht zugelassen in Deutschland
Dithranol Reiztherapie Auftragen auf die Kopfhaut Alternative zur DCP-Behandlung
JAK-Inhibitoren Hemmen Entzündungsprozesse Tabletten Teuer, Nebenwirkungen möglich

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