Kreisrunder Haarausfall, in der Fachsprache als Alopecia areata bezeichnet, ist eine Autoimmunerkrankung, die viele Menschen betrifft. Obwohl in Deutschland über eine Million Menschen davon betroffen sind, ist die Ursache noch nicht völlig geklärt. Es handelt sich um eine Form des Haarverlustes, bei dem meist plötzlich runde kahle Stellen auf dem Kopf entstehen. Die Erkrankung kann allerdings auch in Schüben verlaufen.
In diesem Artikel werden wir die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von kreisrundem Haarausfall genauer beleuchten. Wir geben Ihnen einen umfassenden Überblick, um Ihnen zu helfen, diese Erkrankung besser zu verstehen und die besten Behandlungsoptionen zu finden.
Bei kreisrundem Haarausfall, in der Fachsprache als Alopecia areata bezeichnet, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung gegen die in der Haut liegenden Haarbestandteile. „Die AA ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die körpereigenen Immunzellen gegen die Strukturen der Haarwurzel richten und Antikörper bilden. Als Folge der fehlgesteuerten Immunreaktion entzünden sich die Haarwurzeln, wodurch die Haare nicht mehr richtig wachsen und es zum kreisrunden Haarausfall kommt“, erklärt Prof. Dr. Michael Tronnier.
Der medizinisch-wissenschaftliche Name der Krankheit ist "Alopezia areata". "Kreisrunder Haarausfall" ist die häufigste, krankhafte Art des Haarausfalls (der anlagebedingte und hormonelle Haarausfall ist zwar noch häufiger, sieht jedoch ganz anders aus und ist im allgemeinen auch keine eigentliche Krankheit).
Die Erkrankung kommt bei ungefähr ein bis zwei von 100 Menschen vor. Männer und Frauen sind etwa gleichermaßen betroffen. Die Krankheit kann spontan ausheilen, aber kehrt später oft zurück.
Die Unterscheidung verschiedener Formen des kreisrunden Haarausfalls ist etwas umstritten. Es gibt mehrere Systeme, wie die Alopezia areata unterteilt wird:
Die genauen Ursachen der Alopezia areata sind noch nicht bekannt. Heute glaubt die Wissenschaft, daß die Krankheit als Folge einer Fehlsteuerung des Immunsystems entsteht. Die Immunzellen der Haut, die normalerweise der Abwehr von krankmachenden Keimen dienen, richten sich wahrscheinlich gegen die Zellen der Haarwurzel.
Die Haarwurzel entzündet sich, das Haarwachstum ist gestört, das Haar fällt aus, bricht ab und wächst kleiner wieder nach (in wissenschaftlicher Sprache: T-Zellinfiltration als Autoimmunprozess, Zytokin-getriggerte Zytotoxizität, Anstieg von IFN-gamma im Serum; Folge: reversible Paralyse der Follikelaktivität, viele "schlafende Follikel" sowie Entstehung von degeneriertem Keratin; daraus folgend frühzeitiges Abbrechen der Haare in der Höhe der keratogenen Zone, da dort mechanisch schwächer; Entstehung von Stummelhaaren - "Ausrufungszeichenhaare"; eng: "exclamation mark hairs").
Warum die Fehlsteuerung des Immunsystems entsteht, ist unbekannt. Auch genetische Faktoren scheinen den kreisrunden Haarausfall zu begünstigen. So ist das Erkrankungsrisiko von Verwandten eines Betroffenen erhöht. Die genauen genetischen Hintergründe sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht.
Zusätzlich zu genetischen Ursachen werden äußere Einflüsse wie Umweltfaktoren (unter anderem Infektionen) und psychischer Stress als Auslöser in Betracht gezogen. Ebenfalls kann eine Corona-Infektion zu Haarausfall führen. In einigen Fällen wird durch die Infektion eine Autoimmunerkrankung ausgelöst oder zumindest wieder reaktiviert, die Folge: Kreisrunder Haarausfall am Kopf- bzw.
Der kreisrunde Haarausfall kann manchmal bei starkem Stress, Prüfungen, nach Unfällen oder Trauerfällen auftreten.
Die ersten Symptome eines kreisrunden Haarausfalls sind Haarverluste an einzelnen Stellen, die letztlich zur Ausbildung eines umschriebenen kahlen Flecks führen. Das passiert oft relativ rapide oder in Schüben. Es kann am gesamten Kopf beginnen oder andere Körperstellen betreffen, zum Beispiel Arme, Beine, Bart, Wimpern oder Augenbrauen.
Meist entwickeln sich die haarlosen Bereiche auf der Kopfhaut, an den Augenbrauen, im Bart, an den Armen und/ oder an den Beinen. Bei etwa 80 % der Patienten mit kreisrundem Haarausfall tritt die Krankheit mit ein bis zwei einzelnen, haarlosen Herden auf der Kopfhaut auf. In etwa 10 % dieser Erkrankungsfälle kommt es zu einem zusätzlichen Augenbrauenausfall und Wimpernausfall.
Manchmal bleiben lediglich die grauen Haare stehen, sodaß es so aussieht, als ob der Betroffene "über Nacht" grau geworden wäre.
Auch die Finger- oder Fußnägel können beim kreisrunden Haarausfall in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Anzeichen sind raue, glanzlose und undurchsichtige Nagelplatten. Zudem weisen die Nägel häufig kleinste Einsenkungen sowie Längsstreifen auf.
Symptome der Alopecia areata:
Meist wenden sich Betroffene mit ihren Symptomen zuerst an den Hausarzt oder Dermatologen. Das typische Muster des Haarausfalls macht die Diagnose einfach. In der Familienanamnese kann es zusätzlich Hinweise auf gehäuft vorkommenden kreisrunden Haarausfall geben.
Der Arzt kann sich mit einem Dermatoskop die Kopfhaut genau anschauen. Dort kann er an den kahlen Stellen die Poren der Haarfollikel erkennen, was ein Zeichen dafür ist, dass die Haare prinzipiell nachwachsen können.
Bei einem Trichogramm werden Haare ausgezupft und unter einem Mikroskop begutachtet. So lassen sich Hinweise auf verschiedene Zyklusphasen des Haars oder Schädigungen der Haarwurzeln erkennen.
Eine Gewebeprobe der Kopfhaut kann helfen, Entzündungen oder Infektionen der Kopfhaut, zum Beispiel durch einen Pilz, auszuschließen.
Die Behandlung einer Alopecia areata ist nicht immer einfach und von verschiedenen Faktoren, wie der Ausprägung der Erkrankung sowie Begleitdiagnosen abhängig. Glücklicherweise ist der kreisrunde Haarausfall in den meisten Fällen reversibel, also rückgängig zu machen. Bei einem Großteil der Fälle verschwinden die kahlen Stellen nach etwa 3-6 Monaten von allein.
Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die darauf abzielen, neues Haarwachstum anzuregen. Da die genaue Ursache von Alopecia areata nicht bekannt ist, gibt es auch keine ursächliche Therapie. Manchmal helfen sie, oftmals sind sie aber auch erfolglos.
Wichtig ist der rasche Beginn der Behandlung. Welche Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, kann nur der Patient mit seinem Arzt entscheiden. Um es ganz klar zu sagen: es gibt keinerlei Beweise, dass schulmedizinische Therapiemethoden besser oder schlechter wirken als naturheilkundliche Massnahmen. Deshalb sollten meines Erachtens beide kombiniert eingesetzt werden.
Behandlungsmöglichkeiten:
Viele Behandlungsmöglichkeiten wurden schon versucht - ein Wundermittel gibt es leider wirklich nicht. Wichtig: sämtliche Behandlungsmaßnahmen müssen jeweils über Wochen bis Monate konsequent durchgehalten werden, bevor sich die Wirksamkeit (oder Unwirksamkeit) beurteilen läßt.
Leider können Sie selbst nur wenig tun, um die Haare wieder wachsen zu lassen. Dauerwellen, Haarefärben oder Blondieren haben keinen negativen Einfluß auf die Krankheit - frisieren Sie sich also wie es Ihnen gefällt. Lediglich übermäßig starken Zug an den Haaren sollten Sie meiden.
Bei seelisch sehr belastendem Haarverlust, der sich auf andere Art nicht verstecken läßt, ist das vorübergehende Tragen eines Haarteils oder einer Perücke sehr empfehlenswert. Sie brauchen nicht zu befürchten, daß Ihr restliches Haar unter der Perücke leidet. Für eine Perücke übernimmt die Krankenkasse einen Teil der Kosten, wenn ich Ihnen eine entsprechende Bescheinigung ausstelle.
Manche Männer ziehen es bei unvollständiger Glatzenbildung allerdings vor, sich eine komplette Glatze zu rasieren.
Der Verlauf einer Alopecia areata ist schwer vorherzusagen und individuell sehr unterschiedlich. Bei einigen Betroffenen, die nur eine leichte Ausprägung haben, kommt es oft zu einer spontanen Rückbildung. Die kahlen Stellen wachsen wieder zu und kommen nicht mehr zurück.
Je länger der Haarausfall allerdings unverändert besteht, und je ausgedehnter die Haare ausgegangen sind, desto geringer wird die Chance, daß alles wieder nachwächst.
Insbesondere wenn nicht der Haaransatz betroffen ist und die kahlen Stellen in der Mitte der Kopfhaut liegen, sind die Chancen für eine spontane Heilung gut. Haarausfall, der nach einer Infektionskrankheit oder einer Geburt einsetzt, bessert sich ebenfalls häufig spontan innerhalb von wenigen Monaten.
Allerdings erleben insgesamt etwa 30 bis 50 Prozent der zunächst geheilten Personen einen Rückfall. Mitunter haben einige Betroffene für mehrere Jahre haarlose Stellen.
Fazit: Alopezia areata ist heilbar; die Haare werden in den meisten Fällen (!) wieder wachsen.
Wichtig: Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und sollten nicht als Ersatz für professionelle medizinische Beratung angesehen werden. Konsultieren Sie immer einen Arzt oder Spezialisten, um eine genaue Diagnose und eine geeignete Behandlung zu erhalten.
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