Der kreisrunde Haarausfall, auch bekannt als Alopecia areata, ist eine Autoimmunerkrankung, die durch plötzlichen, stellenweisen Haarverlust gekennzeichnet ist. Die Erkrankung kommt bei ungefähr ein bis zwei von 100 Menschen vor, wobei Männer und Frauen etwa gleichermaßen betroffen sind. Erkennbar ist er an dem meist sehr charakteristischen Verteilungsmuster des Haarverlusts.
Bei kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) bilden sich meist einzelne, runde, haarlose Flecken im Kopfhaar. Seltener betroffen sind Gesichtsbehaarungen wie Bart, Augenbrauen, Wimpern oder das Körperhaar. Die Stellen jucken nicht, sind nicht gerötet oder schuppig belegt.
Diese besondere Form des Haarausfalls tritt, zumeist durch runde bzw. ovale, scharf abgegrenzte haarlose Bereiche in Erscheinung, welche sich im Laufe der Zeit ggf. vergrößern, vermehren und konfluieren (zusammenfließen) können. Meist entwickeln sich die haarlosen Bereiche auf der Kopfhaut, an den Augenbrauen, im Bart, an den Armen und/ oder an den Beinen.
Zudem befinden sich am Rand der Flecken meist kurze, abgebrochene Haare, die zur Kopfhaut hin dünner werden. Man nennt diese umgangssprachlich Kolben-, Ausrufezeichen- oder Komma-Haare. Menschen mit kreisrundem Haarausfall können außerdem Probleme mit den Finger- und Zehennägeln haben. Typischerweise bilden sich Grübchen oder Tüpfel im Nagel.
Welche Ursachen genau hinter kreisrundem Haarausfall stecken, ist bisher nicht bekannt. Das bedeutet, dass mehrere Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen. Die genauen Ursachen sind für diese Form des Haarverlustes nicht geklärt, Forschende gehen von genetischen und Umweltfaktoren aus.
Experten vermuten, dass es sich bei der Alopecia areata um eine Störung des Immunsystems handelt. Dabei kommt es zu einer Autoimmunreaktion, bei der der Körper nicht nur Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger bekämpft, sondern sich fälschlicherweise auch gegen körpereigene Zellen richtet. Die Abwehrzellen greifen die Haarwurzeln an, die daraufhin ihre Arbeit einstellen und in einen Ruhezustand fallen. Dadurch tritt Haarausfall auf.
Man geht zusätzlich von einer genetischen Komponente aus. Bei bis zu 25 Prozent der Betroffenen lässt sich eine familiäre Häufung der Erkrankung feststellen. Die genetischen Zusammenhänge werden derzeit genauer untersucht. Forschende gehen von einer genetisch komplexen Vererbung aus, an der viele Gene beteiligt sind.
Auch psychogene Ursachen können zumindest teilweise eine Rolle spielen. Der kreisrunde Haarausfall kann manchmal bei starkem Stress, Prüfungen, nach Unfällen oder Trauerfällen auftreten. Ebenfalls kann eine Corona-Infektion zu Haarausfall führen. In einigen Fällen wird durch die Infektion eine Autoimmunerkrankung ausgelöst oder zumindest wieder reaktiviert, die Folge: Kreisrunder Haarausfall am Kopf- bzw.
Zusätzlich zu genetischen Ursachen werden äußere Einflüsse wie Umweltfaktoren (unter anderem Infektionen) und psychischer Stress als Auslöser in Betracht gezogen.
Die ersten Symptome eines kreisrunden Haarausfalls sind Haarverluste an einzelnen Stellen, die letztlich zur Ausbildung eines umschriebenen kahlen Flecks führen. Das passiert oft relativ rapide oder in Schüben. Es kann am gesamten Kopf beginnen oder andere Körperstellen betreffen, zum Beispiel Arme, Beine, Bart, Wimpern oder Augenbrauen.
Bei einer Sonderform, dem Ophiasis-Typ, sind insbesondere der Nacken und die seitlichen Haaransätze betroffen. Die Kahlstellen können im Verlauf größer werden und auch mit anderen Herden konfluieren.
In einigen Fällen haben Betroffene zusätzliche Veränderungen der Fingernägel mit Dellen, Rillen oder schleifpapierartigen rauen Stellen.
Der Verlauf einer Alopecia areata ist schwer vorherzusagen und individuell sehr unterschiedlich. Bei einigen Betroffenen, die nur eine leichte Ausprägung haben, kommt es oft zu einer spontanen Rückbildung. Die kahlen Stellen wachsen wieder zu und kommen nicht mehr zurück.
Meist wenden sich Betroffene mit ihren Symptomen zuerst an den Hausarzt oder Dermatologen. Das typische Muster des Haarausfalls macht die Diagnose einfach.
In einer Blut- und Urinuntersuchung können weitere Ursachen, die den Haarausfall zusätzlich begünstigen, festgestellt werden. Der Arzt kann sich mit einem Dermatoskop die Kopfhaut genau anschauen. Dort kann er an den kahlen Stellen die Poren der Haarfollikel erkennen, was ein Zeichen dafür ist, dass die Haare prinzipiell nachwachsen können.
Bei einem Trichogramm werden Haare ausgezupft und unter einem Mikroskop begutachtet. So lassen sich Hinweise auf verschiedene Zyklusphasen des Haars oder Schädigungen der Haarwurzeln erkennen. Beim Trichoscan wird eine kleine Stelle der Kopfhaut rasiert und drei Tage später das Wachstumsverhalten der nachwachsenden Haare analysiert. Eine Gewebeprobe der Kopfhaut kann helfen, Entzündungen oder Infektionen der Kopfhaut, zum Beispiel durch einen Pilz, auszuschließen.
Es stehen aber auch einige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über die verschiedenen Optionen beraten. Wichtig ist der frühzeitige Kontakt zu einem Haarspezialisten, der über medikamentöse und bio-regenerative Methoden beraten kann.
Prinzipiell kann die Erkrankung ohne Therapie ausheilen. Es gibt Fälle, in denen bereits innerhalb von sechs bis zwölf Monaten das Haar von selbst wieder nachwächst. Auch eine medikamentöse Therapie kann ein Wiederauftreten oft nicht verhindern. Es ist daher ratsam, sich bereits im Anfangsstadium an einen Haarspezialisten zu wenden, um bio-regenerative Methoden und eine eventuelle Haartransplantation frühzeitig einsetzen zu können.
Zur Therapie des kreisrunden Haarausfalls wird eine Vielzahl verschiedener Medikamente eingesetzt. Diese können den Verlauf verlangsamen und für neuen Haarwuchs sorgen. Dabei sind unterschiedliche Applikationswege möglich.
Hausmittel: Da sie aber auch keine Nebenwirkungen haben, kann ein Versuch gestartet werden mit Kopfhautmassagen mit hochwertigen Ölen wie Kokosöl oder Arganöl. In der Homöopathie wird empfohlen, für eine gesunde Darmflora und einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt durch ausgewogene Ernährung zu sorgen.
Sofern die Alopecia areata im offensichtlichen Zusammenhang mit einer starken psychischen Belastung in Verbindung steht, z.B. durch Verlust eines geliebten Menschen oder des Arbeitsplatzes, so kann ggf. eine Psychotherapie auch gegen die Symptome des kreisrunden Haarausfalls helfen. In der Regel werden die Kosten von Psychotherapien von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen. Dagegen werden die Kosten einer direkten Behandlung von kreisrundem Haarausfall nicht von den Krankenkassen gezahlt.
Jeder Mensch geht unterschiedlich damit um, Haare zu verlieren. Manche kommen gut damit klar, für andere ist es ein einschneidendes Erlebnis.
Für Betroffene kann es zudem hilfreich sein, sich mit anderen Erkrankten über Strategien zur Bewältigung auszutauschen, etwa über Selbsthilfegruppen. Falls Sie stark von Haarausfall betroffen sind, kann es unter Umständen hilfreich sein, vorübergehend zu einer Perücke oder Haarersatz zu greifen.
Es gibt unterschiedliche Arten von Haarausfall, die verschiedene Ursachen haben können. Doch bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren, ist noch normal. Erst wenn es mehr werden, spricht man in der Medizin von krankhaftem Haarausfall (Effluvium). Er sollte behandelt werden, bevor noch mehr Haare verloren gehen.
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| Ursache | Beschreibung |
|---|---|
| Erbliche Veranlagung | Androgenetische Alopezie, Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber DHT |
| Autoimmunerkrankung | Alopecia areata, Fehlleitung des Immunsystems gegen Haarwurzeln |
| Schilddrüsenerkrankungen | Hypothyreose, Beeinflussung des Haarwachstums |
| Eisenmangel | Erhöhter Bedarf, besonders in der Schwangerschaft |
| Medikamente | Nebenwirkungen von Chemotherapie, Immunsuppressiva, etc. |
| Stress | Psychische Belastung als möglicher Auslöser |
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