Augenbrauenverlust: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Sollten Sie sich gerade mit ausfallenden Augenbrauen herumplagen, sind Sie hier genau richtig. Augenbrauen erfüllen am menschlichen Körper eine ästhetische aber vor allem auch schützende Funktion. Fallen sie aus, wirkt sich dies in der Regel negativ auf das Selbstbewusstsein und auf das Wohlbefinden der Betroffenen aus. Denn ohne den gebogenen, symmetrischen Haarwuchs über Ihren Augen, verändert sich Ihre Ausstrahlung, während zeitgleich das Risiko für Augenreizungen steigt.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen jetzt die Ursachen für den Augenbrauenausfall und seine Symptome erläutern. Oft liegt dem Augenbrauenverlust eine Erkrankung zugrunde - diese, aber auch ihre Behandlungsmethoden können den vollständigen Ausfall oder die Lückenbildung in Ihren Augenbrauen fördern.

Augenbrauenverlust: Was du wissen musst und wie du damit umgehen kannst.

Ursachen für Augenbrauenausfall

Augenbrauenausfall hat viele Ursachen - und noch mehr Geschichten. Wichtig ist, nicht in Panik zu verfallen, sondern ehrlich hinzuschauen (im wahrsten Sinne!). Ein guter erster Schritt ist immer: Ursachen finden, Arzt oder Hautarzt aufsuchen und nicht gleich zum tätowierten Plan-B greifen. Denn oft steckt etwas Dahinter, das behandelbar ist.

Krankheiten

Viele Fälle von Augenbrauenverlust haben eine medizinische Ursache. Die Alopecia areata (AA) ist eine chronische, immunvermittelte Krankheit, die durch einen akut einsetzenden Haarausfall gegenzeichnet ist. Die Alopecia areata ist nach dem anlagenbedingten Haarausfall die zweithäufigste Ursache für Haarausfall.

Die Wahrscheinlichkeit, mindestens einmal im Leben an einer AA zu erkranken, beträgt 2 % (Lebenszeitinzidenz). Der häufigste Typ ist die umschriebene Alopecia areata. Seltener auftretende Typen sind Ophiasis -Typ, Alopecia totalis und Alopecia universalis, mit Prävalenzen von 0,02%, 0,08% und 0,03%.

Die AA betrifft die Geschlechter gleichermaßen und tritt in allen Altersgruppen und ethnischen Gruppen auf. Bei 40 % der Patienten tritt die AA das erste Mal vor dem 20. Lebensjahr auf - bei ca. 85% zeigt sich die AA bis zum 40.

Die Alopecia areata zeigt ein sehr breites klinisches Bild. Der Haarverlust kann alle behaarten Bereiche des Kopfes und Körpers betreffen. Bei einer Alopecia areata zeigen sich hier in meisten Fällen die typischen kreisrunden haarlosen Areale an der Kopfhaut. Sie kann sich aber auch durch teilweisen oder kompletten Verlust der Augenbrauen, Wimpern oder Barthaare, oder auch an anderen behaarten Arealen zeigen (siehe auch klinische Varianten).

Die AA kann zusammen mit verschiedenen anderen Erkrankungen und Zuständen auftreten. Autoimmunerkrankungen, z.B.

Die Alopecia areata ist eine Erkrankung mit einem stark variablen Verlauf. Einmaliges Auftreten, lange freie Intervalle und immer wieder neues Auftreten einzelner oder mehrerer Herde können sich abwechseln. Jahrelange keine neuen Herde und Remissionen über mehrere Jahre können ebenso auftreten.

Aufgrund der hohen Sichtbarkeit, des unvorhersehbaren klinischen Verlaufs der Erkrankung und des derzeitigen Mangels anhaltend erfolgreicher Therapien ist die AA für viele Betroffene eine große emotionale Belastung. Auch wenn die Krankheit in jedem Alter eine Herausforderung sein kann, sind Kinder und Jugendliche besonders anfällig für ein hohes Maß psychischer Belastung ebenso wie für Mobbing durch und soziale Isolation von Gleichaltrigen.

Hormonelle Schwankungen

Den schwindenden Augenbrauen können aber auch Hormonschwankungen zugrunde liegen. Bei Frauen zum Beispiel in den Wechseljahren bei einem niedrigen Östrogenspiegel.

Nach der Geburt kommt es häufig zu hormonellen Veränderungen. Der Östrogen- und Progesteronspiegel sinkt, und damit verabschieden sich nicht selten auch Kopf- und Augenbrauenhaare. Diese sogenannte postpartale Effluvium-Phase ist in der Regel vorübergehend, kann jedoch emotional sehr belastend sein. In den Wechseljahren wiederholt sich dieses Spiel: Die Hormonbalance gerät ins Wanken, der Körper reagiert sensibel - und die Haare zeigen das oft auf ihre ganz eigene Weise.

Kosmetika und Behandlungen

Nicht zu unterschätzen ist die Auswirkung von Kosmetika auf die empfindliche Haut des Gesichts. Regelmäßige Colorationen der Wimpern und Brauen können so ebenfalls zu Augenbrauenverlust führen und starke Hautreizungen nach sich ziehen. Selbst die tägliche Verwendung von Augenbrauenstiften kann dazu führen, dass die Haarwurzeln geschwächt und irreversibel geschädigt werden.

Hinweis: Symmetrische, perfekt geschwungene und zu den Schläfen dünn auslaufende Augenbrauen sind ein Schönheitsideal. Hat die Natur eine andere Form vorgesehen, helfen Frauen und Männer gerne mit der Pinzette nach. Auch das übermäßige Zupfen kann eine mögliche Ursache für den Verlust von Augenbrauen sein. Augenbrauenausfall kann also auch auf zu häufigem und falschem Zupfen beruhen.

Permanent Make-up verspricht perfekte Brauen ohne tägliches Nachzeichnen. Doch was oft wie ein Schönheitstraum beginnt, endet nicht selten mit grünlich-violetten Farbrückständen im Gesicht. Der Körper baut die Farbpigmente langsam ab, was zu einem unschönen Farbton führen kann. Wiederholte Nachbehandlungen verursachen häufig Narben - und irgendwann nimmt die Haut keine Farbe mehr auf.

Das trendige Microblading ist gewissermaßen der wilde kleine Bruder des Permanent Make-ups. Doch die feinen Schnitte dringen tiefer in die Haut ein und können gut sichtbare Narben hinterlassen. Wer zu häufig nachstechen lässt, riskiert, dass überhaupt keine Haare mehr nachwachsen.

Viele Frauen entscheiden sich nach unzufriedenstellendem Permanent Make-up für eine Laserentfernung. Dabei wird jedoch oft übersehen: Der Laser entfernt nicht nur Pigmente, sondern zerstört auch die noch vorhandenen natürlichen Härchen.

Weitere Ursachen

  • Nährstoffmangel: Genau wie Ihr Kopfhaar, benötigen auch Ihre Augenbrauen eine gute Vitalstoffversorgung. Ernähren Sie sich deshalb ausgewogen gesund und führen Sie Ihrem Körper alle essenziellen Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe in ausreichender Menge zu.
  • Stress: Dauerstress ist nicht nur schlecht fürs Herz, sondern auch für die Haarwurzeln.
  • Medikamente: Insbesondere die regelmäßige Einnahme von Chemotherapeutika, Blutgerinnungshemmer, Blutfettsenker, Beta-Blocker, ACE-Hemmer sowie Medikamenten für Schilddrüsenerkrankungen können das Wachstum der Augenbrauen beeinflussen.

Symptome von Augenbrauenausfall

Das auffälligste Anzeichen ist sicherlich, dass die Haardichte an den Brauen auffallend abnimmt und die Augenbrauen immer dünner, lichter und auch stumpfer werden. Oft an bestimmten Stellen, manchmal aber auch über die gesamten Augenbrauen verteilt.

Ihre Augenbrauen fallen aus und Sie stellen fest, dass sich der Wimpernkranz um Ihre Augen ebenfalls ausdünnt?

Behandlungsmöglichkeiten

Eine Symptombehandlung gegen Augenbrauenausfall gibt es nicht. Da es sich bei dieser Form des Haarverlusts um eine Begleiterscheinung verschiedener Erkrankungen, ungeeigneter kosmetischer Behandlungen oder um ein Symptom bei hormonellem Ungleichgewicht handeln kann, sollten Sie unbedingt die Ursache in Erfahrung bringen und genau dort ansetzen.

Vitalstoffversorgung

Um den Haarwuchs zu fördern, können Sie außerdem spezielle Pflegeprodukte für die Augenbrauen und Wimpern nutzen. Tipp: Behandeln Sie die Ursache und warten ab, ob sich der Augenbrauenverlust reduziert. Wachsen neue Härchen nach, wurde die Haarwurzel nicht in Mitleidenschaft gezogen. Den neuen Haarwuchs können Sie effektiv unterstützen in dem Sie Ihrem Körper essenzielle Vitalstoffe in größere Menge zuführen.

Augenbrauentransplantation

Nach dem Augenbrauenausfall sind ihre Haarwurzeln irreversibel geschädigt? Dann haben wir eine gute Nachricht für Sie: Ja, die Transplantation von Augenbrauen ist bei den meisten Betroffenen möglich. Es handelt sich hierbei um einen minimalinvasiven Eingriff, der unter lokaler Betäubung schmerzfrei erfolgt.

Da es sich um eine professionelle Eigenhaarverpflanzung handelt, entnimmt Ihnen das Behandlungsteam dafür im Spenderbereich die im Empfängerbereich benötigte Menge an Grafts, um das Haarbild der Augenbrauen wieder aufzufüllen. Die Verpflanzung selbst erfolgt mit der FUE-Methode und sorgt für ein dauerhaftes Ergebnis. Sie müssen sich also nicht davor fürchten, die Haare ein weiteres Mal zu verlieren.

Die neu verpflanzten Haare passen sich dann außerdem auch in der Wuchslänge und in der Struktur an die Körperregion an. Das heißt, dass Sie bei aus dem Hinterkopf transplantierten Follikeleinheiten ebenfalls keine Sorge haben müssen, dass Ihre Augenbrauen zukünftig die Länge der Kopfbehaarung erreichen.

Wenige Wochen nach dem Eingriff werden Sie feststellen, dass die Augenbrauen wieder ausfallen. Das muss Sie nicht erschrecken, da der erneute Augenbrauenverlust nur temporär und ein gewöhnlicher Prozess nach einer erfolgreichen Haartransplantation ist. Hierbei handelt es sich um den Shock Loss, der nur die Haare selbst und nicht deren Wurzeln betrifft.

Behandlung von Alopecia Areata

Das therapeutische Vorgehen ist bei jedem Patienten unterschiedlich und abhängig von individuellen Faktoren wie der Ausprägung der Erkrankung und Nebenerkrankungen.

Die derzeitig eingesetzten Therapien zielen vor allem auf das Unterdrücken des Entzündungsprozesses ab und bekämpfen nicht die eigentliche Ursache der Krankheit.

  • Topische Kortikosteroide: Hierbei wird ein stark bis sehr stark wirksames Kortikosteroid (Klasse III/IV) im Bereich der Haarausfallherde an der Kopfhaut angewendet.
  • Intraläsionale Kortikosteroide: Hier wird mit einer dünnen Nadel eine bestimmte Menge eines Kortisonpräparates (Triamcinolonacetonid Kristallsuspension) in die Kopfhaut eingespritzt. Die Unterspritzung erfolgt in der Hautebene (intrakutan), nicht ins Unterhautgewebe. Während jeder Sitzung erfolgen mehrere Injektionen an den Rand der Haarausfallsbereiche.
  • Systemische Therapie mit Kortison: Die systemische Therapie mit Kortison erfolgt meistens in Form einer oralen Prednisolon-Stoßtherapie, d.h. tägliche ca. einwöchige orale Einnahme von Kortikosteroiden jeweils unterbrochen durch einnahmefreie Intervalle.
  • Dithranol: Diese Option ist aufgrund ihres günstigeren Risikoprofils eine Alternative zur Sensibilisierungstherapie, besonders bei Kindern. Der Wirkmechanismus ist derzeit unklar, es wird jedoch vermutet, dass die vom Dithranol verursachte leichte Reizung der Kopfhaut zu einer Umlenkung der Entzündungszellen führt und es damit zur Förderung des Nachwachsens der Haare kommt.
  • JAK-Inhibitoren: Bislang sind zwei Januskinase (JAK) Inhibitoren für die Behandlung der schweren AA zugelassen. Aktuell laufen weitere Studien mit weiteren JAK-Inhibitoren (Ruxolitinib, Upadacitinib) bzw.
  • Minoxidil: Dies ist eine Substanz, die die Durchblutung um den Haarfollikel verbessert und so das Haarwachstum anregt. Der Wirkstoff hat keinen Einfluss auf die Entzündung, fördert jedoch das Haarwachstum, nachdem die Entzündung von der für die AA angesetzten Therapie (z.B. topische Kortikosteroide) unterdrückt wurde.
  • Zink Supplementierung: Zink hilft die Immunantwort zu modulieren, und könnte bei Zink-Mangel hilfreich sein. Aber die verfügbaren Daten sind noch widersprüchlich, und kommen von kleinen Studien und Fallberichten.
  • Vitamin D Supplementierung: Die Einnahme bei entsprechendem Vitaminmangel könnte von Bedeutung sein.

Hausmittel

Es gibt verschiedene Hausmittel, die einem Augenbrauen-Ausfall entgegenwirken können. Dazu zählen Öle mit Vitamin-E-Gehalt, die die Zellregeneration stimulieren und die Augenbrauen-Härchen kräftigen. Dünn auf die Brauen aufgetragen, kann es das Wachstum begünstigen. Zudem eignen es sich als Make-Up-Entferner.

Weitere kosmetische Lösungen

Wünschen Sie sich ein sofortiges Ergebnis, das Ihrem Augenbrauen-Ausfall entgegenwirkt, gibt es Alternativen wie ein Permanent-Make-up.

Wenn es nicht mehr anders geht, können verbleibende Lücken mit einer Aufenbrauentransplantation geschlossen werden.

Was Sie noch tun können

Um den Totalverlust mit der Haarwurzel nach Möglichkeit zu vermeiden, sollten Sie beim Verlust der Augenbrauen zeitnah eine Diagnose stellen lassen. Je länger Sie die Diagnose aufschieben und mit der Ursachenbehandlung warten, desto höher ist das Risiko für vollständigen Augenbrauenverlust. Ist das Haar samt seiner Wurzel verloren oder sind die Follikel irreversibel geschädigt, sorgt eine Augenbrauentransplantation für die Wiederherstellung Ihrer natürlichen Ästhetik inklusive der Mimik.

Augenbrauenausfall ist mehr als „nur“ Haarverlust. Mit dem Verlust der Brauen verlieren Sie die Möglichkeit, durch mimische Gesten Stimmungen auszudrücken. Umso wichtiger ist es, möglichst schnell einen den Hautarzt Ihres Vertrauens aufzusuchen, um eine mögliche Hautkrankheit zu behandeln und das Haarwachstum wieder zu fördern.

Ursache Behandlungsmöglichkeiten
Krankheiten (z.B. Alopecia Areata) Topische und intraläsionale Kortikosteroide, systemische Therapie mit Kortison, JAK-Inhibitoren, Minoxidil
Hormonelle Schwankungen Hormontherapie (nach Rücksprache mit dem Arzt)
Kosmetische Behandlungen (z.B. Permanent Make-up, übermäßiges Zupfen) Laserentfernung, Vermeidung weiterer Schädigungen, pflegende Öle
Nährstoffmangel Ausgewogene Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel (nach Rücksprache mit dem Arzt)
Stress Entspannungstechniken, Stressmanagement
Irreversible Schädigung der Haarwurzeln Augenbrauentransplantation

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