Kopfschmerzen nach dem Haarefärben: Ursachen und Lösungen

Viele Menschen nutzen Haarfärbemittel, um ihre Haarfarbe zu verändern und ihren Look aufzufrischen. Allerdings können beim Haarefärben auch Risiken entstehen, insbesondere in Bezug auf Reizungen, Kontaktallergien und sogar Kopfschmerzen. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen von Kopfschmerzen nach dem Haarefärben und bietet Informationen zu weniger bedenklichen Alternativen.

Mögliche Ursachen für Kopfschmerzen nach dem Haarefärben

Es gibt verschiedene Gründe, warum nach dem Haarefärben Kopfschmerzen auftreten können. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

Chemische Inhaltsstoffe in Haarfärbemitteln

Bedenkliche Inhaltsstoffe wie Farbstoffe, Resorcin, Wasserstoffperoxid oder Ammoniak können eine reizende Wirkung haben. Insbesondere das aromatische Amin PPD (Para-Phenylendiamin) ist bekannt für sein hohes Sensibilisierungspotenzial und gehört zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien.

Allergische Reaktionen

Eine allergische Reaktion auf Inhaltsstoffe wie PPD kann zu Symptomen wie Juckreiz, Brennen, Schuppenbildung oder Rötung der Kopfhaut führen. In schweren Fällen kann es sogar zu einer Anschwellung der Kopfschwarte kommen.

Muskelverspannungen

Das ungewohnte Gewicht der Haarfarbe und das Handtuch zum Warmhalten können zu Muskelverspannungen im Nackenbereich führen, die sich als Spannungskopfschmerzen äußern. Auch die lange, steife Haltung des Kopfes während des Färbens kann Muskelverspannungen verursachen.

Geruchsempfindlichkeit

Einige Menschen reagieren empfindlich auf den Geruch von Haarfärbemitteln, was ebenfalls Kopfschmerzen auslösen kann.

Trichodynie (Haarwurzelschmerzen)

Die Trichodynie beschreibt die Missempfindung der Kopfhaut bzw. des Haarapparats. Die klassischen Ursachen sind zum Beispiel zu häufiges Haarewaschen oder zu fest gebundene Zöpfe, die an den Haaren ziehen und den Haarwurzelapparat irritieren. Auch das Färben der Haare führt häufig zu Hautirritationen.

Stress

Stress selbst ist selten der Auslöser, sondern eher die Mechanismen, mit Stress umzugehen: Trichodynie tritt zum Beispiel dann auf, wenn sich Menschen unter Stress öfter die Kopfhaut kratzen, an den Haaren zupfen oder sich öfter durch die Haare streichen - das irritiert die Kopfhaut. Die Kopfhautschmerzen können aber auch durch Verspannungen des Nackens entstehen, die sich dann nach oben ziehen, was auch ein Stresssymptom sein kann.

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Risiken durch bedenkliche Inhaltsstoffe

Haarfärbemittel können bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten, die gesundheitliche Risiken bergen.

PPD (Para-Phenylendiamin)

PPD ist ein bekanntes Allergen, das in vielen konventionellen Haarfärbeprodukten enthalten ist. Es kann allergische Reaktionen auslösen, insbesondere bei hoher Konzentration und in Kombination mit anderen Inhaltsstoffen. Seit 2011 gibt es eine Einschränkung der oxidativen Haarfarben für Jugendliche und Kinder, um das Allergierisiko zu minimieren.

Wasserstoffperoxid und Ammoniak

Das Blondieren mit Wasserstoffperoxid gilt als weniger problematisch, da hier keine sensibilisierenden Substanzen eingesetzt werden. Die Haare werden mit einer Wasserstoffperoxid-Ammoniak-Lösung behandelt. Die aufhellende Wirkung beruht darauf, dass die Wasserstoffmoleküle in die Haare eindringen und dort die Farbpigmente zerstören. Beide Wirkstoffe haben reizende, irritierende Eigenschaften, die eine empfindliche Kopfhaut belasten und reizen.

Schonende Alternativen

Es gibt Alternativen zu synthetischen Färbemitteln, die als schonender und besser verträglich gelten.

Pflanzenfarben

Pflanzenfarben wie Henna, Kamille, Rhabarber, Indigo- und Kaffeepulver sind natürliche Alternativen. Reine Henna zeigt geringe sensibilisierende Potenz, allerdings kann der Zusatz von PPD zu Hennafarben das Allergierisiko erhöhen.

Tönungen

Tönungen enthalten größere Farbmoleküle, die schlechter in die Haut eindringen können. Sie verbleiben auf der Haaroberfläche und werden mit der Haarwäsche nach und nach entfernt.

Tipps zur Vermeidung von Kopfschmerzen und allergischen Reaktionen

* Sorgfältige Auswahl der Produkte: Achten Sie auf Inhaltsstoffe und wählen Sie Produkte mit möglichst wenigen potenziell schädlichen Substanzen.* Verträglichkeitstest: Testen Sie das Produkt vor der Anwendung auf einer kleinen Hautstelle, um allergische Reaktionen auszuschließen.* Herstellerhinweise beachten: Befolgen Sie die Anweisungen des Herstellers genau und überschreiten Sie die empfohlene Anwendungsdauer nicht.* Handschuhe tragen: Schützen Sie Ihre Hände während der Anwendung mit Handschuhen.* Kopfhaut schützen: Vermeiden Sie es, die Kopfhaut zu reizen, und verschieben Sie die Färbung bei gereizter Kopfhaut.* Professionelle Anwendung: Lassen Sie die Färbung idealerweise beim Friseur durchführen, um den Kontakt mit reaktiven Inhaltsstoffen zu minimieren.* Inhaltsstoffe prüfen: Kontaktallergiker sollten die Inhaltsstoffe der Haarfärbeprodukte sorgfältig auf ihre Allergieauslöser prüfen.

DAAB-Tipps für Allergiker

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) empfiehlt Allergikern, vor einer Farbveränderung der Haare die Risiken sorgfältig abzuwägen. Bei Beschwerden wie juckender Entzündung, Hautbläschen oder Ausschlag sollte die Ursache beim Hautarzt abgeklärt werden. Führen Sie keine Verträglichkeitsprüfung mit den Farbsubstanzen durch, da dies zu einer Sensibilisierung führen kann.

Was tun bei akuten Kopfschmerzen?

* Haare waschen: Waschen Sie Ihre Haare gründlich, um alle Farbreste von der Kopfhaut zu entfernen.* Arzt konsultieren: Bei starken oder anhaltenden Kopfschmerzen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um eine mögliche allergische Reaktion oder andere Ursachen abzuklären.* Entspannung: Gönnen Sie sich Ruhe und Entspannung, um Muskelverspannungen zu lösen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kopfschmerzen nach dem Haarefärben verschiedene Ursachen haben können, von chemischen Inhaltsstoffen über allergische Reaktionen bis hin zu Muskelverspannungen. Durch die Wahl schonender Alternativen, sorgfältige Anwendung und Beachtung der Herstellerhinweise lassen sich Risiken minimieren. Bei anhaltenden Beschwerden sollte ein Arzt konsultiert werden.

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