Haarausfall und Juckreiz bei Frauen: Ursachen, Behandlung und wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen. Der Leidensdruck ist groß, aber Haarverlust lässt sich gezielt bekämpfen. Haare erneuern sich beim Menschen ständig. Sie hören nach einer bestimmten Zeit auf zu wachsen und fallen aus, neue Haare wachsen nach. Auch lichteres Haar ist mit zunehmendem Alter normal. Dauert der Haarausfall mehrere Wochen und gehen täglich mehr als 100 Haare aus oder entstehen haarfreie Stellen, liegt ein Haarausfall vor.

Haarausfall bei Frauen ist ein häufiges Symptom, aber noch stärker als bei Männern mit Scham und sinkendem Selbstwertgefühl verbunden.

Welche Therapie infrage kommt, hängt stark von der Form des Haarausfalls und ihrer Ursache ab. Welche das sind und welche Behandlungsansätze es gibt, lesen Sie hier.

Etwa 70 bis 100 Haare am Tag zu verlieren ist normal und zunächst kein Grund zur Sorge. Bei vermehrtem Haarausfall sprechen Mediziner auch von Effluvium. Alopezie bezeichnet die Haarlosigkeit an sich.

Viele Frauen leiden im Lauf ihres Lebens unter Haarausfall, und die Ursachen sind vielfältig. Manchmal tritt er nur vorübergehend auf, etwa infolge einer hormonellen Veränderung nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren (Klimakterium). Auch bestimmte Medikamente oder einfach ein zu straffes Zopfgummi können Auslöser für den Haarverlust sein - dann lässt er sich relativ leicht beheben.

Häufig ist jedoch auch die sogenannte androgenetische Alopezie die Ursache, also ein erblich bedingter Haarausfall. Jedoch verbergen sich manchmal auch andere Erkrankungen hinter einem Haarausfall bei Frauen.

Es gibt verschiedene Formen und Ursachen von Haarausfall bei Frauen. Hier finden Sie die wichtigsten:

Formen von Haarausfall bei Frauen

Haarausfall tritt in unterschiedlichen Formen auf:

  • Erblicher Haarausfall (androgenetische Alopezie) ist die häufigste Ursache von Haarausfall, auch bei Frauen.
  • Kreisrunder Haarausfall - auch Alopecia areata genannt - kann in nahezu jedem Lebensalter auftreten.
  • Diffuser Haarausfall ist eine häufige Form von Haarverlust.
  • Einige Kopfhauterkrankungen können vorübergehend oder dauerhaft zu Haarverlust führen.

1. Erblich bedingter Haarausfall (Androgenetische Alopezie)

In den meisten Fällen ist erblich bedingter Haarausfall bei Frauen (und Männern) der Grund dafür, dass sich das Kopfhaar lichtet. Lange glaubte man, dass bei den betroffenen Frauen eine übermäßige Produktion von Testosteron (wichtigstes männliches Sexualhormon) der Grund für den gesteigerten Haarverlust sei. Daher spricht man auch von einer androgenetischen Alopezie. Das ist aber nur gelegentlich der Fall, etwa bei einem Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom).

Bei den meisten Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall lassen sich jedoch keine erhöhten Spiegel an männlichen Sexualhormonen (Androgenen) nachweisen. Vielmehr scheinen bei ihnen eine verminderte Aktivität des Enzyms Aromatase und eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Androgenen der Auslöser zu sein.

Bei den betroffenen Frauen äußert sich der Haarverlust in einem allgemeinen Ausdünnen der Kopfhaare, hauptsächlich im Scheitelbereich. Dadurch schimmert die Kopfhaut immer stärker hervor. Bei einigen Frauen betrifft der Haarverlust auch bevorzugt den vorderen Kopfbereich, sodass sich eine Stirnglatze entwickelt (wie bei Männern mit dieser Art von Haarausfall).

Dabei reagieren die Haarwurzeln wahrscheinlich empfindlich auf männliche Sexualhormone (Androgene). Auch der vordere Kopfbereich kann betroffen sein - eine Stirnglatze ist oft die Folge.

Bei jüngeren Frauen kann die Abnahme der Haardichte zum Beispiel auch durch ein Polyzystisches Ovar Syndrom (PCOS) bedingt sein.

Prof. Dr. Ulrike Blume-Peytavi, 49. DDG-Tagung: Therapie der androgenetischen Alopezie

Weil sich der androgenetische Haarausfall bei Frauen anders als bei Männern entwickelt, verwenden die Mediziner die hierfür besser geeignete Ludwig-Skala (Ludwig-Schema). In der ersten Stufe (Nr. 1 in der Grafik) nach der Ludwig-Skala verringert sich das Volumen der Haare bei Frauen vom Scheitel aus. In der zweiten Stufe (Nr. 2 in der Grafik) ist bereits eine Verbreiterung des Scheitels erkennbar, die sich zunehmend schwerer durch eine Frisur kaschieren lässt. Im letzten Stadium (Nr. 2

2. Kreisrunder Haarausfall (Alopecia Areata)

Manche Frauen bekommen stattdessen kreisrunde, kahle Stellen auf dem Kopf oder an anderen behaarten Körperstellen. Dann liegt ein kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) vor. Er hat andere Ursachen. Bei schwerer Ausprägung fallen auch komplett alle Körperhaare aus (Alopecia areata universalis).

Verschiedene Faktoren spielen bei der Entstehung von kreisrundem Haarausfall bei Frauen eine Rolle, beispielsweise eine Autoimmunreaktion: Dabei greifen Antikörper des Immunsystems fälschlicherweise körpereigenes, gesundes Gewebe an - in diesem Fall Zellen in den Haarwurzeln. Das stört das Haarwachstum und führt letztlich zum Haarausfall. Auch eine genetische Veranlagung und andere Faktoren tragen gegebenenfalls zur Krankheitsentstehung bei.

Besonders im 2. und 3. Lebensjahrzehnt manifestiert sich der kreisrunde Haarausfall. Wechseljahre, beziehungsweise generell das 5. Lebensjahrzehnt, werden ebenfalls oft von dieser Form von Haarverlust begleitet.

Dabei gehen die Haare schmerzlos und büschelweise aus. Die Krankheit kann neben dem Kopfhaar auch die übrige Körperbehaarung betreffen. Fallen die Haare komplett aus, sprechen Experten von einer Alopecia areata universalis.

Alopecia areata ist eine Autoimmunkrankheit. Durch einen Angriff des Immunsystems werden die Haare in ihrem Wachstum so stark gestört, dass sie ausfallen.

Kreisrunder Haarausfall tritt oft zusammen mit anderen Erkrankungen auf. Dazu zählen etwa Autoimmunerkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion und die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), aber auch atopische Erkrankungen, also mit Allergieneigung wie Neurodermitis und Heuschnupfen. Neben diesen können auch ein Vitamin D-Mangel sowie psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen vorliegen.

Die Alopecia areata (AA) tritt zu 80 Prozent der Fälle im Kopfbereich auf. Bei Männern kann zusätzlich der Bartwuchs betroffen sein. Der entzündliche Haarausfall beginnt häufig im Kindes- und jungen Erwachsenalter, kann aber prinzipiell in jedem Alter auftreten.

Formen des kreisrunden Haarausfalls:

  • Alopecia circumscripta: Sie ist mit einem Anteil von 80 % die häufigste Form des kreisrunden Haarausfalls.
  • Alopecia totalis: Wie der Name schon andeutet, ist diese Art des kreisrunden Haarausfalls dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen ihr gesamtes Kopfhaar einschließlich der Gesichtsbehaarung verlieren.
  • Alopecia universalis: Sie kennzeichnet den schwersten Verlauf der Krankheit, bei dem die Haare am gesamten Körper ausfallen.

In ca. 80 % der Fälle kommt das Haar nach ca. Trotzdem ist es notwendig, sich in die Hände von Haarexperten zu begeben, die die Betroffenen über die am besten geeigneten Produkte oder Therapien beraten, um die Erkrankung zu behandeln und die Heilung zu fördern.

3. Diffuser Haarausfall (Alopecia Diffusa)

Beim diffusen Haarausfall kommt es gleichmäßig am ganzen Kopf zum Haarverlust. Die möglichen Ursachen dafür sind vielfältig. Hier sind die wichtigsten:

  • Oft sind bestimmte Medikamente der Auslöser für den übermäßigen Haarverlust.
  • In anderen Fällen beruht diffuser Haarverlust bei Frauen (und Männern) auf einer Stoffwechselstörung.

Gleichmäßig, über den ganzen Kopf verteilt, fallen die Haare aus. Die Ursachen sind vielfältig. Mögliche Auslöser sind zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen, bestimmte Medikamente, chronische Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten, schwere Infekte wie eine Grippe, Mangelernährung oder eine Chemotherapie.

Die Ursachen können ganz unterschiedliche sein:

  • äußere Faktoren, wie zu viel Stress oder Schlafmangel
  • Vitaminmangel - kommt aber bei ausgewogener Ernährung praktisch nicht vor
  • Einnahme von Medikamenten
  • Röntgenstrahlen
  • Infektionen
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Hormonschwankungen, beispielsweise nach dem Absetzen der Pille sowie während und nach einer Schwangerschaft

Medikamente als Ursache

Oft sind bestimmte Medikamente der Auslöser für den übermäßigen Haarverlust. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Zytostatika (Krebs-Medikamente)
  • Mittel gegen Schilddrüsenüberfunktion (Thyreostatika)
  • Betablocker (bei Herz-Erkrankungen)
  • Lipidsenker (gegen erhöhte Blutfettwerte)
  • Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien)
  • Vitamin-A-Präparate
  • Das Gichtmittel Allopurinol

Besonders wichtig für Frauen: Vielfach wird diffuser Haarausfall durch die Pille (Ovulationshemmer) ausgelöst.

Stoffwechselstörungen als Ursache

In anderen Fällen beruht diffuser Haarverlust bei Frauen (und Männern) auf einer Stoffwechselstörung. Manchmal ist der Auslöser ein Eiweiß- oder Eisenmangel, etwa im Rahmen einer Mangelernährung. Auch Schilddrüsenüberfunktion sowie Schilddrüsenunterfunktion sind mögliche Gründe dafür, dass übermäßig viele Haare ausfallen.

Diagnose und Untersuchung

Bei der Untersuchung fragen Ärztin oder Arzt ausführlich nach der Vorgeschichte der Patientin, bisherigen Untersuchungen und Therapien sowie Symptomen. Dann werden die Haare unter der Lupe betrachtet und geprüft, ob sie brüchig sind. Ein Zupftest zeigt, ob sich die Haare schnell lösen. Anschließend wird die Haarwurzel untersucht. Ein sogenanntes Trichogramm zeigt, in welcher Wachstumsphase die Haare ausfallen. Weitere Erkenntnisse kann eine computergestützte Haaranalyse liefern.

Behandlungsmöglichkeiten

Je früher die passende Behandlung eingeleitet wird, umso größer ist die Erfolgschance der Therapie. Zunächst muss aber die genaue Ursache des Haarausfalls gefunden sein, erst dann erstellt der Arzt einen individuellen Therapieplan. Ist ein bestimmtes Medikament für Haarausfall verantwortlich, kann möglicherweise ein alternatives Präparat ausprobiert werden. Sind Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion oder Mangelernährung die Ursache für den Verlust der Haare, müssen diese therapiert werden, um den Haarausfall zu stoppen.

Die Behandlung von Haarausfall bei Frauen richtet sich nach der Ursache. Wenn zum Beispiel bestimmte Medikamente diffusen Haarausfall verursachen, ist es ratsam, ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt zu suchen. Möglicherweise lässt sich die Dosis reduzieren oder die Behandlung auf ein alternatives Präparat umstellen, das dem Haarwachstum weniger schadet. Wenn nicht, normalisiert sich der Haarverlust meist nach Beenden der medikamentösen Therapie von allein wieder. Zudem können Präparate aus der Apotheke helfen, den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum anzuregen.

Sind Erkrankungen (wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder Tuberkulose) oder Vergiftungen der Auslöser für den Haarausfall, ist es entscheidend, dass diese fachgerecht therapiert werden. Das stoppt in der Folge dann meist auch den Haarausfall.

Die Therapie von vernarbendem Haarausfall gestaltet sich schwierig und langwierig. Bei Lupus erythematodes verschreibt der Arzt zur Behandlung der entzündeten Stellen auf der Kopfhaut häufig Kortison und andere Wirkstoffe, welche die Entzündungsprozesse und damit den Haarausfall stoppen. Bereits verloren gegangene Haare wachsen nicht nach, weil die Haarfollikel unwiederbringlich geschädigt sind.

Mechanisch bedingter Haarausfall bei Frauen lässt sich verhindern, indem die Haarwurzeln keinem übermäßigen Zug ausgesetzt werden. Das bedeutet zum Beispiel, einen Pferdeschwanz nur locker zu binden oder die Haare häufiger offen zu tragen.

Ein vorübergehender Haarausfall bei Frauen nach einer Geburt, nach Operationen oder Infektionen bedarf meist keiner Therapie, sondern normalisiert sich von allein wieder. Mit etwas Geduld und eine ausreichende Nährstoffzufuhr (vor allem bei stillenden Frauen) füllt sich das Haar nach und nach wieder.

Medikamentöse Behandlung

Es gibt zwei Wirkstoffe, die dem Haarausfall wirksam entgegensteuern können.

  • Der Blutdrucksenker Minoxidil lässt bei erblich bedingtem Haarausfall in einigen Fällen neue, kräftigere Haare nachwachsen.
  • Anti-Androgene: Gegen hormonbedingten Haarausfall verschreiben Dermatologinnen und Dermatologen Tabletten, die Anti-Androgene enthalten.

Als wirksamstes Mittel bei erblich bedingtem (androgenetischem) Haarausfall bei Frauen gilt Minoxidil. Minoxidil ist eigentlich ein blutdrucksenkender Wirkstoff. Doch in wissenschaftlichen Studien hat sich gezeigt, dass die äußerliche Anwendung das Haarwachstum anregt. Minoxidil ist als Medikament gegen erblich bedingten Haarausfall zugelassen und gilt als wirksamstes Mittel, um Haarausfall bei Frauen zu stoppen.

Der Wirkstoff weitet die Gefäße und verbessert dadurch die Versorgung der Haarwurzeln. Wie der Wirkmechanismus genau funktioniert, ist allerdings noch unklar. Damit das Mittel wirkt, müssen Sie es mehrere Wochen lang regelmäßig anwenden. Sobald Sie das Haarwasser jedoch nicht mehr nutzen, steigt das Risiko für einen erneuten Haarausfall.

Es wird als zweiprozentiges Haarwasser (alternativ als Schaum) zweimal täglich lokal auf den lichter werdenden Stellen angewendet. In vielen Fällen stoppt es das Fortschreiten des Haarverlusts und manchmal stößt es sogar neues Haarwachstum an.

Manchmal verschreiben Ärzte gegen erblich bedingten Haarausfall bei Frauen auch Tabletten mit Anti-Androgenen (wie Cyproteronacetat). Das sind Substanzen, welche die Wirkung der männlichen Sexualhormone (Testosterone) aufheben. Sie hemmen die Wirkung von Testosteron, indem sie eine seiner Andockstellen blockieren, sodass das Hormon nicht abgebaut werden kann. Dadurch entstehen weniger Abbauprodukte von Testosteron. Das sind die Stoffe, die auf die Haarwurzel wirken und den Haarausfall herbeiführen.

Vor den Wechseljahren werden Anti-Androgene in Kombination mit Östrogenen als Verhütungsmittel angewendet. Während der Behandlung ist nämlich eine Schwangerschaft unbedingt zu vermeiden: Bei einem männlichen Fötus würden die Wirkstoffe sonst die Genital-Entwicklung stören.

Steckt eine hormonelle Erkrankung wie das PCO-Syndrom hinter der androgenetischen Alopezie bei Frauen, steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund.

Für die Therapie von kreisrundem Haarausfall bei Frauen (und Männern) stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Kortison wird als Salbe oder Creme direkt auf die kahlen Stellen am Kopf aufgetragen. In schweren Fällen verschreibt der Arzt sogar Kortisontabletten gegen Haarausfall bei Frauen, die auf den gesamten Organismus wirken. Wichtig bei der Anwendung von Kortison ist, dass Sie sich genau an die ärztliche Anweisung halten. Wird Kortison über einen längeren Zeitraum eingenommen, kann es zu Nebenwirkungen kommen.

Während der Behandlung mit Kortison sprießen die Haare an den kahlen Stellen wieder. Doch sobald Sie das Mittel nicht mehr einnehmen, besteht das Risiko, dass die Haare wieder ausfallen.

Hilfe bei Haarausfall bei Frauen kann auch der Wirkstoff Dithranol leisten. Normalerweise verschreiben Ärzte es zur Behandlung einer Schuppenflechte. Das Medikament reizt die Haut und löst dadurch eine Dermatitis aus. Diese Reizung soll die Kopfhaut anregen, neue Haare sprießen zu lassen.

Bei kreisrundem Haarausfall ist das Auslösen einer Hautreaktion an den kahlen Stellen eine Therapiemöglichkeit. Diese Behandlung ist allerdings nur dann ratsam, wenn die Kopfhaut länger als sechs Monate behandelt wurde und auf keine andere Behandlung angesprungen ist. Die Anwendung kann neben der Kopfhautreizung auch zu Hautrötung und einer Verfärbung der Haare führen.

Auf dieselbe Weise funktioniert die topische Immuntherapie mit Diphenylcyclopropenon (DCP) oder Quadratsäuredibutylester (SADBE; Squaric-Acid-Dibutylester). Es handelt sich um Kontaktallergene, die auf der Kopfhaut eine Reaktion des Immunsystems provozieren.

Das regt die Kopfhaut an und fördert das Haarwachstum. Hat die Behandlung ein Ekzem ausgelöst, sprießen die Haare innerhalb von einem Monat bis zu einem halben Jahr wieder.

Zwar konnte die topische, also die örtlich angewendete, Immuntherapie bei vielen Patienten in klinischen Studien gute Resultate erzielen. Doch es gilt als wahrscheinlich, dass die Erfolge nur während der Anwendung bestehen bleiben. Wenn Sie die Behandlung beenden, fallen die Haare wahrscheinlich wieder aus.

Diffusen Haarausfall behandelt der Arzt abhängig von seiner Ursache. Sind Medikamente wie beispielsweise Lipidsenker oder Krebsmedikamente die Ursache, legt sich der Haarausfall nach Beenden der Therapie meist wieder. Möglich ist auch, auf ein alternatives Präparat umzusteigen, das den Haaren weniger schadet.

Manchmal wird diffuser Haarausfall von Infektionen oder anderen Erkrankungen wie etwa Schilddrüsenerkrankungen verursacht. B-Vitamine und bestimmte Aminosäuren (L-Cystein) stärken die Haarwurzeln und regen die Bildung neuer Haarzellen an.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

  • Haartransplantation

Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahlen Stellen setzt der Arzt Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate. Dabei bestimmt er auch die Dichte und Richtung, in der die Haare in Zukunft wachsen sollen. Das Ganze geschieht in Millimeterarbeit.

Extremer Haarausfall bei Frauen (und Männern) lässt sich oftmals nur mit einem Haarteil (Toupet, Perücke) kaschieren. Manche Betroffene entscheiden sich auch für eine Haartransplantation.

Hausmittel

Frauen können Hausmittel oder homöopathische Mittel neben den Medikamenten ausprobieren. Einige schwören auf homöopathische Globuli gegen Haarausfall bei Frauen. Deren Wirkung ist aus wissenschaftlicher Sicht aber nicht belegt.

Daneben gibt es einige Hausmittel, die dabei helfen können, Ihre Haarpracht zu erhalten und zu stärken, zum Beispiel gelten Brennnessel, Apfelessig oder Zwiebelsaft als gut fürs Haar. Oft ist die wissenschaftliche Datenlage bezüglich der Wirksamkeit von Hausmitteln aber dünn.

Auch gesunde, vitaminreiche Lebensmittel können gegen Haarausfall bei der Frau helfen. Zu solchen Nahrungsmitteln gehören unter anderem Vollkornprodukte (Zink), Nüsse und Pilze (Selen) oder Haferflocken (Biotin).

Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn Ihre Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, trotz Behandlung nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Am häufigsten ist der altersbedingte Haarausfall, der vor allem Männer oft schon in jungen Jahren betrifft. Bei diesem Haarausfall ist es nicht notwendig, zum Arzt zu gehen, da es keine wirksame Behandlungsmöglichkeit gibt.

Einen Arzt aufsuchen sollte man, wenn die Haare plötzlich in großer Zahl („büschelweise“) ausfallen, vor allem wenn dies durch Jucken der Kopfhaut begleitet wird, bei deutlich abgegrenzten kahlen Stellen am Kopf, im Bart oder den Augenbrauen.

Wer unter Haarverlust leidet, sollte zunächst das Expertengespräch bei der Dermatologin oder beim Dermatologen suchen. Produkte aus dem Einzelhandel sollten mit Vorsicht behandelt werden.

Bei anhaltend auffällig starkem Haarausfall (mehr als 100 Haare pro Tag) oder lichten Stellen im Kopfhaar sollte man einen Arzt aufsuchen.

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