Kopfhaut Schuppen oder Pilz: Unterschiede und Behandlung

Schuppen sind ein weit verbreitetes Problem, das sich durch Juckreiz und Abschuppungen abgestorbener Hautzellen von der Kopfhaut äußert. Sie sind gut sichtbar, besonders wenn Sie dunkle Kleidung tragen, da Schuppen eine grau-weiße Farbe haben können. Die Stärke der Schuppen kann variieren, aber in den meisten Fällen können Schuppen mit einfachen Mitteln kontrolliert werden.

Es ist normal, dass Hautzellen sterben und durch neue, junge Hautzellen ersetzt werden. In der Regel dauert dieser Vorgang ein paar Monate. Wenn dieser Austausch der Kopfhautzellen in einem normalen Tempo stattfindet, sind die Schuppen so gering, dass es kaum sichtbar ist. Wenn die Haut jedoch vermehrt Zellen bildet, die viel schneller wachsen und sich in größeren Gruppen sammeln, werden sie als Schuppen sichtbar. Oft gehen sie mit einer entzündeten Kopfhaut einher, die den Erneuerungsprozess der Zellen auf unter sieben Tage beschleunigen kann.

Schuppen sind vielen Menschen peinlich. Mit einer regelmäßigen Haarwäsche ist es oft nicht getan, um sie loszuwerden. Ein Dermatologe sollte die Kopfhaut gründlich untersuchen und die Ursache der Schuppen abklären.

Ursachen von Schuppen

Viele Faktoren wurden in der Vergangenheit als Ursache von Schuppen genannt, wie z. B. trockene Kopfhaut, fettige Haut, zu häufiges oder seltenes Waschen mit Shampoo, ungesunde Ernährung, Stress oder zu viel Einsatz von Haarpflegeprodukten. Obwohl diese Faktoren dazu beitragen können, die Schuppen zu verschlimmern, ist der fettentziehende Hefepilz Malassezia furfur die häufigste Ursache. Dies ist ein Pilz, den die meisten Menschen auf der Kopfhaut tragen, der aber nicht notwendigerweise Probleme verursacht.

Bei einem stärkeren Aufblühen des Malassezia-Pilzes kann dies innerhalb von wenigen Tagen passieren. Dann sterben so viele Hautzellen gleichzeitig, dass sie sich beim Abschuppen mit Fett und Haaren verklumpen und damit leichter sichtbar werden.

Weitere Ursachen für Schuppenbildung:

  • Trockene Haut: Trockene Haut ist insbesondere in der kalten Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Der Wechsel zwischen warmer und kalter Luft ist eine Belastung für die Haut. Auch zu häufiges Haarewaschen kann die Haut austrocknen. Die Abschuppung von trockener Haut kann leicht mit anderen Schuppen verwechselt werden.
  • Seborrhoisches Ekzem: Eine andere häufige Ursache für die erhöhte Schuppenbildung ist das sogenannte seborrhoische Ekzem. Es äußert sich durch rote, gereizte Haut in Bereichen mit vielen Talgdrüsen - nicht nur auf der Kopfhaut (Augenbrauen, Nasenflügel, die Rückseite der Ohren, Oberkörper, Leiste und in einigen Fällen auch unter den Achseln).
  • Schuppenflechte (Psoriasis): Schuppenflechte führt zu rotem Hautausschlag mit weißen Schuppen. Hier ist auch ein schnelles Wachstum - und Absterben - der Hautzellen das Problem. Typischerweise sammelt sich abgestorbene Haut an Orten wie Ellenbogen und Knie, sie kann aber auch an anderen Stellen am Körper und auf der Kopfhaut vorkommen.
  • Kontaktekzem: Eine andere Erklärung für eine rote, gereizte, juckende und schuppige Kopfhaut kann ein Kontaktekzem sein. Dies kann beispielsweise nach dem Färben der Haare oder der Verwendung von Haarpflegeprodukten auftreten, auf die die Kopfhaut reagiert. Bei einem akuten Kontaktekzem ist die betroffene Hautfläche rot und geschwollen, dazu kommen mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen und eine spätere Schuppung der Haut.

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Risikofaktoren für Schuppen

Obwohl alle Erwachsenen Schuppen bekommen können, gibt es einige, die anfälliger sind als andere:

  • Alter: Schuppenprobleme treten oft erstmals in der Pubertät auf, gleichzeitig mit Pickeln und Hautunreinheiten. Allgemein können Hormonschwankungen Schuppen verursachen. Ältere sind aber nicht immun gegen Schuppen.
  • Geschlecht: Von Kopfschuppen sind rund 30 % der Frauen und 20 % der Männer zumindest zeitweise betroffen. Fettige Schuppen kommen bei Männern häufiger vor, weswegen das männliche Geschlechtshormon verdächtigt wird, eine Rolle bei der Schuppenbildung zu spielen.

Pilzinfektion der Kopfhaut (Tinea capitis)

Ringelflechte auf der Kopfhaut ist ein kleiner Pilz, der einen Hautausschlag in Form eines roten Rings verursacht. Ein anderer Name der Erkrankung ist Tinea capitis, sie ist ansteckend und kommt häufig bei Kindern unter zehn Jahren vor. Die Infektion betrifft zunächst nur ein Haar - entweder auf der Kopfhaut oder an den Augenbrauen/Wimpern - und breitet sich innerhalb weniger Tage ringförmig von diesem Punkt aus. Das Haar in dem betroffenen Bereich bricht oft direkt an der Oberfläche und fällt ab.

Unterschiede zwischen trockenen und fettigen Schuppen

Unter Schuppen verstehen Dermatologen eine Ansammlung abgestorbener Hautzellen an der Kopfhaut. Sie entstehen dort, wo die natürliche Erneuerung der Kopfhaut aus dem Gleichgewicht geraten ist.

  • Trockene Schuppen: Trockene Schuppen sind klein, weiß und rieseln leicht vom Kopf. Als Ursache macht der Hautarzt meist eine trockene und strapazierte Kopfhaut aus. Allergien, Entzündungen der Kopfhaut, zu heißes Waschen und zu langes Trocknen der Haare mit einem zu hoch eingestellten Fön, trockene Heizungsluft im Winter und hohe Temperaturen im Sommer lassen die Kopfhaut austrocknen.
  • Fettige Schuppen: Fettige Schuppen sind größer, gelblich und fühlen sich ölig an. Sie treten bei fettiger Kopfhaut auf, haften am Haar und an der Kopfhaut. Dermatologen führen sie auf eine Funktionsstörung der Talgdrüsen zurück. Grund für die übermäßige Talgproduktion kann eine Hautentzündung sein.

Diagnose

In der Regel ist es nicht notwendig, wegen Schuppen eine Arztpraxis aufzusuchen. Wenn aber vernünftige Versuche nicht helfen, die Schuppen loszuwerden, kann es sinnvoll sein, ärztlichen Rat einzuholen. Seborrhoische Ekzeme können Schuppen ähneln, müssen aber in der Regel mit rezeptpflichtigen Medikamenten behandelt werden.

Bevor Ihr Arzt für Dermatologie mit einer Untersuchung beginnt, findet ein einführendes Gespräch (Anamnese) über Ihre aktuellen Beschwerden statt. Ihr Facharzt für Dermatologie benötigt eine Übersicht der Arzneimittel, die Sie regelmäßig einnehmen. Stellen Sie schon vor dem Arztbesuch bei Ihrem Hautarzt eine Übersicht über die Medikamente, die Sie einnehmen, in einer Tabelle zusammen.

Behandlung von Schuppen

Schuppen sind oft ein hartnäckiges Problem, aber wenn Sie ein wenig standhaft und geduldig sind, kann es fast immer kontrolliert werden.

Allgemeine Tipps zur Behandlung von Schuppen:

  • Wenn das Problem nicht zu groß ist, kann es ausreichen, die Haare täglich mit einem milden Shampoo zu waschen, um die Schuppen in Schach zu halten.
  • Wenn dies nicht reicht, gibt es eine Reihe von Schuppen-Shampoos, die Sie ohne Rezept kaufen können. Die Shampoos haben alle eine etwas andere Zusammensetzung, und es kann nötig sein, verschiedene auszuprobieren, bis Sie ein Shampoo finden, mit dem Sie zufrieden sind.
  • Ein weiterer Wirkstoff von Schuppen-Shampoos ist Salicylsäure, die die Kopfhaut aufweicht und bewirkt, dass trockene Schuppen beim Waschen abgerieben werden.
  • Bei trockener Kopfhaut sollten Sie die Haare nicht zu häufig und mit einem milden Shampoo waschen.
  • Nach dem Einseifen mit einem Spezial-Shampoo ist es vorteilhaft, mit dem Ausspülen wenige Minuten zu warten, damit die Wirkstoffe Zeit zur Entfaltung haben.
  • Es ist wichtig, die Haare gut auszuspülen, vor allem nach der Verwendung von starken Shampoos.

Weitere Empfehlungen von Dermatologen:

  • Menschen, die zu Schuppen neigen, sollten die Haare nur mit einem milden Shampoo waschen. Ihr Facharzt für Dermatologie berät Sie über geeignete Pflegeprodukte.
  • Außerdem empfehlen Dermatologen, die Haare nicht jeden Tag zu waschen und sie gründlich mit klarem Wasser auszuspülen, damit keine Shampooreste zurückbleiben. Das Wasser darf nicht zu heiß sein.
  • Nach dem Waschen sollten Betroffene darauf achten, die Haare nicht trocken zu rubbeln und sie nicht zu heiß zu föhnen. Hautärzte raten dazu, auf harte Kämme und Bürsten zu verzichten, weil die Kopfhaut damit aufgekratzt und eine Entzündung verursacht werden könnte.
  • Die Wahl des richtigen Schuppenshampoos kann schwierig sein. Manche sind zu aggressiv für Ihre empfindliche Kopfhaut, andere enthalten Stoffe, die Allergien auslösen können.
  • Waschen Sie die Haare nicht mit zu heißem Wasser und halten Sie beim Trocknen der Haare den Fön nicht zu dicht an die Kopfhaut. Etwa 30 cm Abstand werden von Dermatologen empfohlen. Wählen Sie eine niedrige Temperatur.
  • Wenn Sie Mützen, Helme oder Hüte tragen, raten Fachärzte für Dermatologie, dass diese nicht zu eng anliegen sollten.

Der Facharzt für Dermatologie wird Schuppen in der Regel lokal behandeln. Welches Mittel dafür geeignet ist, entscheidet der Hautarzt individuell. Das hängt sowohl von der Kopfhaut als auch von der Ursache ab. Ist die Kopfhaut zusätzlich entzündet, kommen noch andere Behandlungsmöglichkeiten zum Einsatz. Die Behandlungsschritte des Dermatologen können sehr komplex sein.

Tabelle: Vergleich von Schuppenarten und deren Behandlung

Schuppenart Ursache Symptome Behandlung
Trockene Schuppen Trockene Kopfhaut, äußere Faktoren Kleine, weiße Schuppen, Juckreiz Feuchtigkeitsspendende Shampoos, milde Pflege
Fettige Schuppen Übermäßige Talgproduktion, Malassezia-Pilz Größere, gelbliche Schuppen, fettige Kopfhaut, Juckreiz Anti-Schuppen-Shampoos mit Antimykotika
Schuppenflechte Chronische Hauterkrankung Rote Flecken mit silbrigen Schuppen, starker Juckreiz Dermatologische Behandlung
Tinea capitis Pilzinfektion Roter, ringförmiger Hautausschlag, Haarausfall Antimykotische Medikamente

Vorbeugung von Schuppen

Es ist leider nicht möglich, Schuppenbildung vollständig zu verhindern. Es gibt aber einige Maßnahmen, die helfen können, das Risiko zu verringern:

  • Lernen Sie, mit Stress umzugehen.
  • Waschen Sie Ihre Haare regelmäßig mit Shampoo. Tägliches Einseifen mit Shampoo verringert die Öl-/Fettstoffe, die sich normalerweise auf der Kopfhaut befinden, und damit die Wachstumsgrundlage für Pilze, die Schuppen verursachen.
  • Haarpflegeprodukte wie Haarspray, Haargel, Haarwachs und Mousse können Ihre Haare öliger/fettiger und somit attraktiver für Hefepilze machen. Einige Menschen entwickeln sogar allergische Reaktionen auf Haarpflegeprodukte.
  • Auch die Sonne wirkt positiv und vermindert die Schuppenmenge. Es lohnt sich also, viel an der frischen Luft zu sein!

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