Können graue Haare wieder normal werden? Ursachen und Lösungen

Graue und weiße Haare bekommt fast jede*r irgendwann. Für viele stehen sie für Weisheit. Doch können graue Haare wirklich ihre Farbe zurückerlangen? Das Allerwichtigste: Graue Haare sind völlig normal und ein Teil des Älterwerdens.

In Europa bekommen Männer im Durchschnitt ab ca. 30 Jahren die ersten grauen Haare. Frauen sind etwas später dran und bekommen durchschnittlich ab 35 Jahren erste graue Härchen. Aber die Gene spielen hier eine sehr große Rolle, weshalb manche Menschen deutlich früher oder auch später erste graue Strähnen und Co.

Steht dem Körper zu wenig Melanin zur Verfügung, verlieren die Haare ihre Farbe. Es gibt aber neben dem Älterwerden noch einige andere Dinge, die das Haar - frühzeitig - ergrauen lassen. Das gehören z.B. allen voran Stress, aber auch rauchen und Vitamin- sowie Nährstoffmängel.

Ursachen für graue Haare

Der natürliche Alterungsprozess ist jedoch nur eine Ursache für graue Haare. Auch andere Ereignisse können dazu führen, dass die Haare grau werden. Dazu zählen traumatische Erlebnisse, Krankheiten oder auch eine ungesunde Ernährung.

Die eigentliche Ursache für graue Haare bleibt aber stets gleich: Die pigmentbildenden Melanozyten sind entweder in ihrer Funktion gestört oder abgestorben.

  • Genetische Veranlagung: Die Gene, die Sie von Ihren Eltern geerbt haben, spielen eine entscheidende Rolle dabei, wann und wie schnell Sie graue Haare bekommen.
  • Stress: Viel Stress kann der Auslöser dafür sein, dass die Haare vorzeitig ergrauen.
  • Ernährung: Eine ungesunde Ernährung und Mangel an bestimmten Nährstoffen können das Ergrauen begünstigen.
  • Umwelteinflüsse: Äußere Faktoren wie UV-Strahlen und Rauchen können das Ergrauen fördern.
  • Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Veränderungen im Körper können ebenfalls eine Rolle spielen.

Stress als Faktor

Tatsächlich kann auch viel Stress der Auslöser dafür sein, dass die Haare vorzeitig ergrauen. Bei Stress reagiert der Körper mit der Ausschüttung von Stresshormonen, unter anderem Noradrenalin. Dieses wirkt sich negativ auf die Stammzellen aus, die zu den Zellen werden, die dafür zuständig sind, Pigmente zu produzieren.

In der Folge gibt es weniger Zellen, die ebendiese Pigmente produzieren, und ohne Pigmente verlieren die Haare ihre Farbe. Dieses Ergrauen durch Stress passiert in aller Regel nicht von einem Tag auf den anderen. Vielmehr ist es ein langsamer Prozess, der auch nicht unbedingt direkt auffällt.

Stress beeinflusst nicht nur die Haarfarbe, sondern kann auch dazu führen, dass es zu Haarausfall kommt. Die nachwachsenden Haare sind dann grau, was erst deutlich wird, wenn genug graue Haare nachgewachsen sind, dass es auffällt bzw. wenn diese eine gewisse Länge erreicht haben.

Haare wachsen aber nur langsam, ungefähr einen Zentimeter im Monat. Stressbedingtes Ergrauen der Haare ist deswegen etwas, was erst deutlich wird, nachdem das Problem schon seit einer ganzen Weile seinen Anfang genommen hat.

Zu viel Stress ist in unserer heutigen Zeit ein stetig größer werdendes Problem. Die Gesundheitsschäden, die darauf zurückzuführen sind, häufen sich zunehmend. Dabei ist Stress im Grunde ein Verbündeter des Körpers, um das Überleben zu sichern. Die ausgeschütteten Stresshormone sorgen für eine kurzzeitig höhere Leistungsfähigkeit.

In der Geschichte der Menschheit waren diese Stressreaktionen ursprünglich dazu da, Feinden zu entkommen oder diese erfolgreich zu bekämpfen. Nur, dass der Feind damals beispielsweise ein Säbelzahntiger war und nicht das zu hohe tägliche Arbeitspensum.

Früher war eine Stresssituation ein Ausnahmezustand, nachdem sich der Körper auch wieder erholen konnte. In der heutigen Zeit hat Stress vollkommen andere Ursachen, beispielsweise soziale Belastungen, hoher Zeitdruck oder ähnliche Faktoren. Ein gewisser Stresspegel ist oft Alltag und so findet der Körper die benötigten Erholungspausen nicht mehr.

Es ist also nicht so, dass Stress grundsätzlich der Feind ist. Im Gegenteil, kurze Stressphasen können sogar die Leistungsfähigkeit erhöhen. Insgesamt sollte der Stresspegel aber in einem gewissen Rahmen bleiben und vor allem nicht zum ungesunden Dauerzustand werden.

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Können graue Haare wieder dunkel werden?

Graue Haare entstehen, wenn die pigmentbildenden Zellen in den Haarfollikeln ihre Funktion verlieren oder absterben. Doch gilt „einmal grau, immer grau“? Unter bestimmten Umständen können die verbliebenen pigmentbildenden Zellen im Haarfollikel wieder aktiviert werden und damit teilweise Melanin produzieren. Das bedeutet: Haare, die bereits grau erscheinen, können wieder etwas dunkler werden.

Bekommt man den Stress wieder in den Griff, kann sogar die natürliche Haarfarbe wieder zurückkehren. Im Gegensatz zum natürlichen Alterungsprozess ist es bei stressbedingtem Ergrauen der Haare also möglich, diesen Vorgang wieder umzukehren. Die entsprechenden Zellen können sich unter Umständen wieder erholen.

In einer Studie, durchgeführt vom Vagelos College of Physicians and Surgeons der Columbia University, wurde etwas Erstaunliches herausgefunden: Durch Stress bedingtes graues Haar kann wirklich wieder seinen ursprünglichen Zustand zurückerlangen. Heißt konkret: Graue Haare bekommen ihre Farbe zurück. Klingt zu schön, um wahr zu sein. In der Studie schafften es die Probanden mittels Stressreduktion aber tatsächlich.

Leider haben an der Studie zu wenige Probanden teilgenommen, sodass sie nicht wirklich repräsentativ ist. Eins ist aber sicher: Stress reduzieren tut nicht nur unseren Haaren, sondern auch uns selbst gut. Unser Tipp: Versuchen Sie gezielt Entspannungsübungen in Ihren Alltag einzubauen.

Eine Übersichtsarbeit fasst mehrere Faktoren zusammen, die mit einer Repigmentierung von grauem Haar in Verbindung stehen:

  • Medikamente: Bestimmte Medikamente wie monoklonale Antikörper, Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs), Immunmodulatoren und andere Arzneimittel wurden mit der Repigmentierung von grauem Haar in Zusammenhang gebracht - etwa während einer Krebstherapie. Dies ist aber ein sehr seltener Nebeneffekt.
  • Mikroverletzungen: In Einzelfällen konnten kleine Verletzungen der Haut eine Haarrepigmentierung auslösen.

Auch wenn die Studien mit sehr wenigen Fällen zeigen, dass Haare unter besonderen Bedingungen wieder nachdunkeln können, ergeben sich daraus keine Alltagstipps. Die meisten Menschen müssen also mit grauen Haaren leben.

Was tun gegen graue Haare?

Nicht jeder möchte sich mit grauen Haaren abfinden. Umfragen zeigen: Graue Haare sind für die meisten Männer kein Problem. Mann steht dazu. Frauen dagegen möchten ihre grauen Haare am liebsten verstecken oder so schnell wie möglich loswerden. Sie fragen sich viel öfter: Was kann man gegen graue Haare tun?

Zu Beginn ist es noch möglich, einzelne graue Haare einfach herauszuziehen beziehungsweise zu zupfen oder abzuschneiden. Doch meist sind schon nach kurzer Zeit andere Mittel nötig, um die betroffenen Stellen zu kaschieren. Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen:

  • Renaturieren
  • Färben
  • Tönen
  • Hausmittel
  • Tabletten
  • Vitamine, um Mängel auszugleichen

Methoden zur Kaschierung und Repigmentierung

Renaturieren: Durch das sogenannte Renaturieren können graue Haare wieder verschwinden. Mehr noch: Sie bekommen ihre alte Farbe zurück. Anders als beim Färben werden dabei keine körperfremden Farbstoffe genutzt, um die Haarfarbe zu überdecken. Stattdessen werden die Substanzen dort ins Haar eingelagert, wo die natürlichen Pigmente fehlen.

Färben und Tönen: Alternativ zu den Methoden der sogenannten „Renaturierung“ können Sie graues Haar auch färben. Vor allem Frauen versuchen auf diese Weise, graue Haare zu überdecken.

Hausmittel: Manche Menschen schwören darauf, dass bestimmte Lebensmittel gegen graue Haare helfen - ganz ohne färben zu müssen. Ein Beispiel ist die Annahme, Apfelessig wirke gegen graue Haare. Wissenschaftliche Beweise gibt es dafür nicht. Fest steht nur: Apfelessig enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Davon profitiert möglicherweise auch die Kopfhaut.

Melanin-Tabletten: Die Pharmaindustrie wirbt mit Melanin-Tabletten als Alternative. Dabei handelt es sich um eine Art Nahrungsergänzungsmittel, das die Pigmentproduktion in den Haaren wieder ankurbeln soll. Anders als die Bezeichnung vermuten lässt, ist nicht Melanin, sondern Tyrosin in den Tabletten enthalten. Diese Aminosäure benötigt der Körper in ausreichender Menge, um Melanin zu produzieren.

Vitamine: Manche Menschen versuchen mit Vitaminen, grauen Haaren entgegenzusteuern. Der Hintergrund: Wissenschaftlerinnen fanden in Studien heraus, dass in vielen Fällen ein Vitamin B12-Mangel Ursache für graues Haar ist. Wichtig sind auch Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen und Kupfer. Während Eisen für eine gute Durchblutung sorgt, ist Kupfer an der Bildung von Melanin beteiligt.

Um dem Stress entgegenzuwirken, gibt es einiges, was man tun kann: Ganz wichtig sind ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung. Den Schlaf braucht der Körper zur Erholung und Regeneration. Bewegung bildet einen Ausgleich, trainiert das Herz-Kreislauf-System und ist auch gut für das Immunsystem.

Wichtig ist es auch, im Alltag Zeit für Entspannung einzubauen. Ob man dem persönlichen Stress am besten durch ein sportliches oder handwerkliches Hobby, durch Musikhören oder Lesen entgegenwirken kann, ist dabei nicht entscheidend. Wichtig ist, dass man seine persönliche Art des Entspannens und Abschaltens findet und sich genügend Zeit dafür nimmt, damit der Stress nicht überhand nimmt.

Ein wichtiger Faktor für die Gesundheit, vor allem in stressigen Zeiten, ist auch die richtige Ernährung. Die Grundlage dafür sind möglichst viele pflanzliche Lebensmittel, also sehr viel Obst und vor allem Gemüse. Darin stecken wichtige Vitamine und andere Nährstoffe. Auch Antioxidantien sind hilfreich, denn sie wirken sich positiv auf die Abwehrkräfte aus und helfen, freie Radikale in Grenzen zu halten. Letztere schädigen wiederum die Zellen.

Einst dienten Haare besonders zum Schutz vor Kälte. Heute sind sie eher ein wichtiges Zeichen für Attraktivität. Bei Frauen und Männern werden sie gleichermaßen mit Schönheit verbunden.

Ab einem Alter von 35 Jahren wird das Ergrauen der Haare als normal angesehen. Tritt es jedoch beispielsweise schon mit 20 Jahren auf, kann die Störung der Melaninproduktion medizinische Ursachen haben. Häufig basiert sie auf einer genetischen Veranlagung.

Liegt ein Mangel an Melanin im Körper vor, dann ergrauen die Haare schnell. Melanin ist ein Pigment und ist für die Färbung von Haar und Haut verantwortlich. Melanin kann jedoch nur produziert werden, wenn eine ausreichende Menge an Tyrosin im Körper vorhanden ist.

Wird keine ausreichende Menge Melanin gebildet, lagern sich an der Stelle im Haar, an der sich sonst das Pigment befindet, Luftbläschen ein. Da diese durchsichtig sind, erscheinen sie uns grau.

Mit dem Alter produzieren wir immer weniger Melanin, sodass unsere Haare ganz natürlich ergrauen. Sind die ersten grauen Strähnen durch einseitige Ernährung oder permanenten Stress entstanden, so können die Haare von jungen Menschen durch vitalstoffreiche Kost sowie Stressbewältigungsmaßnahmen in Verbindung mit sportlichen Aktivitäten ihre Ursprungsfarbe wieder annehmen.

Haarpflege und Styling

Im Handel sind mittlerweile zahlreiche Haarpflegeprodukte speziell für graue Haare erhältlich. Sie enthalten Pflegesubstanzen, die dem Haar Feuchtigkeit und Elastizität zurückgeben sollen. Graue Haare an sich benötigen keine besondere Pflege. Jedoch wirkt sich das fortschreitende Alter auf die Struktur der Haare aus: Es wird mit den Jahren trockener und brüchiger.

Stellen Sie eine Veränderung fest, greifen Sie zu Produkten für strapaziertes Haar. Glanzsprays oder -cremes verleihen mattem Haar wieder einen schönen Schimmer. Dann gibt es vielleicht sogar gar keinen Grund mehr, die grau melierten Haare zu kaschieren. Wer aber trotz Alter weiterhin robuste Haare hat, muss die Pflege für graue Haare nicht verändern.

Gut zu wissen: Das Haarfarbpigment Melanin wirkt wie ein UV-Filter. Es schützt vor Schäden der Sonneneinstrahlung. Experten raten bei ergrautem Haar deshalb zu Pflegeprodukten mit UV-Filtern. Wenn Sie sich längere Zeit in der Sonne aufhalten, tragen Sie ein Tuch oder einen Hut.

Zusammenfassung der Ursachen und Gegenmaßnahmen bei grauen Haaren
Ursache Mögliche Gegenmaßnahmen
Natürlicher Alterungsprozess Haarpflege für reifes Haar, Kaschierung durch Färben/Tönen
Genetische Veranlagung Akzeptanz oder Kaschierung
Stress Stressmanagement, Entspannungstechniken, gesunder Lebensstil
Ernährungsmangel Ausgewogene Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel (nach Absprache mit Arzt)
Krankheiten Medizinische Behandlung der Grunderkrankung

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