Ursachen für blutunterlaufene Schuppen bei Koi

Ein gesunder Koi Karpfen ist ein Ausdruck von Harmonie, Ruhe und jahrhundertealter Koikultur aus Japan.

Doch selbst stärkste Zuchtformen wie Showa, Sanke, Asagi oder Doitsu Kohaku können durch Parasiten, Bakterien oder Umweltstress aus dem Gleichgewicht geraten. Hier erfahren Sie, wie Sie Krankheiten erkennen und richtig behandeln, um Ihre Koi nachhaltig zu schützen.

Ein gesunder Koi Karpfen ist vital, neugierig und zeigt kräftige Farben - egal ob Showa, Kohaku, Ginrin, Doitsu, Sanke, Tancho, Ochiba oder Shusui. Doch Parasitenbefall kann selbst die stärksten Japan Koi schnell schwächen.

Erste Anzeichen für eine Krankheit sind verändertes Schwimmverhalten, Appetitlosigkeit, Scheuern an Teichwänden, abstehende Schuppen, milchige Schleimhaut, weiße Punkte oder offene Wunden.

Die sogenannte Karpfenlaus ist in Wirklichkeit ein Krebstier und kein Insekt. Sie verankert sich mit Saugnäpfen und Widerhaken in der Haut des Koi und sticht mit ihren Mundwerkzeugen tief ins Gewebe. Dabei injiziert sie ein Gift, das Zellstrukturen zerstört und Blutungen verursacht.

Je nachdem wie voll ein Teich ist, kann es schon mal zu Verletzungen kommen. Diese können durch Streit ums Futter entstehen, oder durch scharfe Steinkanten, an die der Koi versehentlich angestoßen ist, oder durch Versuche, sich an untergetauchten Gegenständen zu scheuern.

Wenn Sie blutfarbene Schuppen an Ihrem Koi bemerken, könnte dies auf eine bakterielle Infektion der Haut des Fisches hinweisen. Wie bei der infektiösen Wassersucht sind abstehende Schuppen sichtbar. Auch der Körper ist geschwollen. Die Atmung fällt spürbar schwer und Ihre Koi schwimmen sehr träge.

Quetschungen sind ein weiterer Fall, der immer mal wieder auftreten kann. Sie äußern sich durch blutunterlaufene Stellen unter den Schuppen, welche dann oftmals abstehen.

Im Folgenden werden einige der häufigsten Ursachen für blutunterlaufene Schuppen bei Koi erläutert:

Bakterielle Infektionen

Bakterielle Infektionen können eine der Hauptursachen für blutunterlaufene Schuppen bei Koi sein. Diese Infektionen können durch verschiedene Bakterien verursacht werden, darunter Aeromonas, Pseudomonas und Columnaris.

Diese Bakterien vermehren sich im Teich beängstigend schnell, wenn die Wasserqualität nicht stimmt. Es ist somit nicht nur das richtige Heilmittel, sondern auch eine Verbesserung der Wasserwerte notwendig.

Die wichtigsten Werte, die kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert werden sollten, sind: Karbonathärte (KH), pH (pH-Wert), Ammonium (NH4) /Ammoniak (NH3) und Nitrit (NO2).

Erythrodermatitis ist eine bakterielle Hautinfektion, die sich durch glatte, rote Läsionen mit weißem Rand zeigt. Typischerweise tritt sie bei fallenden Temperaturen im Frühjahr auf.

Symptome reichen von „unauffällig“ bis hin zu blutenden, aufgequollenen Körpern. Die Erkrankung tritt besonders bei schuppenlosen Koiformen auf. Zu erkennen sind Geschwüre und Löcher auf dem Körper der Fische.

Eine Verfütterung von Antibiotika und Sulfonamiden sind wirksam. Sobald die Krankheit bemerkt wird, sollte der Fisch mit Antibiotika oder Sulfonamid behandelt werden. In frühem Krankheitsstadium kann die Infektion geheilt werden. Wenn die Bakterien bis zur Leibeshöhle vorgedrungen sind, ist eine Heilung in den meisten Fällen nicht mehr möglich.

Um bakterielle Infektionen vorzubeugen, ist eine stabile Wasserqualität entscheidend. Schlechte Werte bei Ammonium, Nitrit, pH oder Sauerstoff schwächen das Immunsystem der Koi und machen sie anfällig für Pilze, Bakterien und Parasiten.

Parasitenbefall

Parasiten können Koi schnell schwächen. Viele Parasiten und Krankheitserreger sind nicht artspezifisch. Besonders neue Fische, Schnecken oder Pflanzen aus anderen Gewässern sind häufige Übertragungsquellen.

Die sogenannte Karpfenlaus ist in Wirklichkeit ein Krebstier und kein Insekt. Sie verankert sich mit Saugnäpfen und Widerhaken in der Haut des Koi und sticht mit ihren Mundwerkzeugen tief ins Gewebe. Dabei injiziert sie ein Gift, das Zellstrukturen zerstört und Blutungen verursacht.

Dieser bis zu 5 cm lange Fischegel wird oft unbeabsichtigt über Pflanzen in den Teich eingeschleppt. Sein schraubenförmiger Körper und Saugnäpfe an beiden Enden ermöglichen festen Halt auf dem Fisch. Der Egel saugt Blut und öffnet so die Tür für sekundäre Infektionen durch Pilze, Bakterien oder Viren.

Kiemenwürmer setzen sich direkt auf den empfindlichen Kiemenblättern fest und können bei starkem Befall deren Struktur zerstören.

Bei Verdacht auf Parasiten empfehlen wir eine schnelle mikroskopische Untersuchung und ggf. eine Behandlung mit speziellen Anti-Parasitenmitteln.

Hier sind einige der häufigsten Parasiten, die Koi befallen können:

  • Ichthyobodo (Costia): Dieser Parasit bildet einen milchig-weißen Schleier auf der Haut. Er verursacht blutunterlaufene Stellen, Unruhe und Reibeverhalten.
  • Trichodina: Ein wimperartiger Einzeller, der sich von Schleimhautresten ernährt. Er befällt bevorzugt bereits geschwächte Koi.
  • Karpfenlaus (Argulus): Die Karpfenlaus ist auf dem befallenen Fisch leicht zu erkennen. Es handelt sich um bis zu einem guten Zentimeter große Parasiten mit abgeplattetem runden Körper. Sie bohren den Fisch an, um Blut zu saugen. Durch den Einstich kann es zu Entzündungen und Infektionen kommen.
  • Hautwürmer (Gyrodactylus) und Kiemenwürmer (Dactylogyrus): Hautwürmer sind bei genauem Hinsehen auf der Fischhaut mit bloßem Auge zu erkennen. Kiemenwürmer sind erst durch einen Kiemenabstrich sicher zu diagnostizieren.

Karpfenläuse können auch mit einer Pinzette vom Fisch entfernt werden. Es ist eine anschließende Behandlung angeraten, um eine bakterielle Infektion der „Wunde“ zu verhindern.

Gegen die Parasiten werden Medikamente eingesetzt, die im Wasser gelöst werden. Außerdem sollte dem Wasser Sauerstoff zugeführt werden.

Es ist wichtig schnell mit der Behandlung zu beginnen, da der Pilz giftige Stoffwechselprodukte an den Fischorganismus abgibt. Diese Vergiftung ist das eigentliche Hauptproblem. Die Zerstörung der Fischhaut und des umliegenden Gewebes kann der Fisch problemlos im Verlauf der Heilung regenerieren.

Eine Behandlung sollte mit JBL AccliPond abgerundet werden, dass die zerstörten Schleimhäute der Fische wieder aufbaut und nachhaltig schützt.

Virale Erkrankungen

Virale Erkrankungen können ebenfalls zu blutunterlaufenen Schuppen führen. Zu den bekanntesten viralen Erkrankungen bei Koi gehören:

  • Koi Herpes Virus (KHV): Das KHV zählt zu den gefährlichsten Viruserkrankungen. Die Inkubationszeit liegt zwischen wenigen Tagen und mehreren Monaten. Beim Ausbruch sterben fast alle infizierten Koi - unabhängig von Zuchtlinie oder Herkunft.
  • Frühjahrsvirämie (SVC): Es handelt sich hier um eine Viruserkrankung bei Fischen (speziell bei Karpfenartigen wie Koi). Die Krankheit tritt meist im Frühjahr in Teichen bei Wassertemperaturen zwischen 10 und 20 °C auf. Symptome sind: Blutunterlaufene Stellen in der Haut (am Flossenansatz), apathisches Verhalten, manchmal Glotzaugenbildung und angeschwollene Leibeshöhlen.

Eine direkte Behandlung mit Medikamenten ist z. Z. nicht möglich. Wichtig ist, die Hälterungsbedingungen der Fische zu verbessern.

Auch das Anheben der Wassertemperatur auf über 20 °C wird als hilfreich beschrieben. Die Frühjahrsvirämie ist in Deutschland meldepflichtig!

KHV ist meldepflichtig! Du solltest betroffene Fische sofort isolieren und deinen zuständigen Veterinär oder das Fischgesundheitsamt informieren.

Weitere Ursachen

Neben bakteriellen Infektionen, Parasitenbefall und viralen Erkrankungen können auch andere Faktoren zu blutunterlaufenen Schuppen führen:

  • Verletzungen: Je nachdem wie voll ein Teich ist, kann es schon mal zu Verletzungen kommen. Diese können durch Streit ums Futter entstehen, oder durch scharfe Steinkanten an die der Koi versehentlich angestoßen ist, oder durch Versuche, sich an untergetauchten Gegenständen zu scheuern.
  • Schlechte Wasserqualität: Eine schlechte Wasserqualität kann das Immunsystem der Koi schwächen und sie anfälliger für Krankheiten machen.
  • Energiemangelsyndrom (EMS): Ein Verdacht auf das Vorliegen des Energiemangelsyndroms (EMS) kann aufkommen, wenn einer oder mehrere Koi im Teich auf der Seite liegen und so aussehen, als wären sie schon tot.

Kochsalz (NaCl) ist ein wichtiges Heilmittel für Koi mit Energiemangel. Es erleichtert die Regulation des Salzgehaltes in den Körperzellen und entlastet so den Energiehaushalt nennenswert.

Bringe den Koi zur Behandlung in eine Innenhälterung. Dort wird die Wassertemperatur langsam angehoben. Zu schnelle Erwärmung kann den Tod des Fisches bedeuten! Zunächst solltest du die Temperatur nicht über 12° C anheben, nach einer Woche sind bis zu 16° C möglich.

In das Behandlungsbecken (min. 350 Liter Fassungsvolumen für einen 40cm-Koi) wird jodfreies Kochsalz in einer Dosis von 5g/l eingestreut, aber nicht aufgelöst. Nun musst du die Wasserqualität durch tägliche Teilwasserwechsel aufrechterhalten.

Einige sanfte Maßnahmen wie Salz- oder Temperaturbäder können bei leichten Fällen helfen.

Wichtiger Hinweis: Die Reihenfolge der Krankheitsbilder ist rein zufällig und stellt keine Wertung dar. Es gibt eine Vielzahl von Krankheiten mit ähnlichem Krankheitsbild. Die hier beschriebenen sind exemplarisch und kommen am häufigsten vor.

Diagnose und Behandlung

Einer erfolgreichen Behandlung geht eine genaue Diagnose voraus. Diese kann in der Regel nur durch eine mikroskopische Untersuchung eines Abstriches von ihren Koi erstellt werden. Es wird dringend davon abgeraten, auf purem Verdacht hin, diverse Breitbandmittel zur Behandlung ihrer Koi einzusetzen.

Wenn der Fisch noch aktiv zappelt, kann man ihn vorsichtig wieder in den Teich setzen. Andernfalls versuchen Sie den Fisch zu retten. Dabei schauen Sie, ob der Karpfen noch leichteste Bewegungen der Haut um den Kiemendeckel zeigt, dem sog. Augenreflex.

Ein lebender Fisch reagiert mit dem Drehen des Augapfels in der Augenhöle. Zeigt der Fisch keine Körpferbewegungen, setzen Sie den Koi in einen separaten Behälter mit gut durchlüfteten und vor allem sauberem Teichwasser.

Einen Fisch wiederzubeleben ist nicht ganz einfach. Setzen Sie den Koi in einen separaten Behälter mit sauberen und vor allem sauerstoffangereichertem Wasser. Spülen Sie die Kiemen bitte vorsichtig. Bei diesem Vorgang wird Wasser unter die Kiemendeckel gespült, welches über die Kiemen und durch die Mundöffnung gelangt. Diese Prozedur führen Sie solange durch, bis der Fisch von selbst wieder atmet.

Das Aufrichten kann ebenfalls einiges an Zeit voraussetzen, oftmals mehrere Stunden. Der Fisch sollte zunächst noch ein paar Tage separat gehalten werden. Dabei muss natürlich für eine optimale Wasserqualität und Durchlüftung im Zwischenzuhause gesorgt werden.

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KrankheitSymptomeBehandlung
Ichthyobodo (Costia)Milchig-weißer Schleier auf der Haut, blutunterlaufene Stellen, UnruheSpezielle Medikamente, Sauerstoffzufuhr, Quarantäne
TrichodinaFeiner, schleierartiger Belag auf der Haut, Unruhe, erhöhte AtemfrequenzKurzzeitbäder mit Kochsalz, Formalin oder Methylenblau
Karpfenlaus (Argulus)Sichtbare Parasiten auf der Haut, Entzündungen, AbmagerungManuelle Entfernung, spezielle Medikamente
Hautwürmer (Gyrodactylus)Sichtbare Würmer auf der HautSpezielle Medikamente
Kiemenwürmer (Dactylogyrus)Hohe Atemfrequenz, weiße Flecken auf den KiemenKurzzeitbäder mit Kochsalz, Formalin oder Malachitgrün
Koi Herpes Virus (KHV)Hautveränderungen, hohe SterblichkeitKeine direkte Behandlung, Verbesserung der Haltungsbedingungen
Frühjahrsvirämie (SVC)Blutunterlaufene Stellen, Glotzaugen, angeschwollene LeibeshöhlenKeine direkte Behandlung, Verbesserung der Haltungsbedingungen
Energiemangelsyndrom (EMS)Koi liegt auf der Seite, aufgequollener KörperKochsalzbäder, langsame Erwärmung des Wassers

Fragen? Du bist dir unsicher, welcher Parasitenbefall vorliegt? Dann zögere nicht - wir beraten dich persönlich und ehrlich. Für deine Koi Gesundheit. Für deinen Koiteich.

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