Schauspieler Klaus Kinski war gefürchtet für seine Wutausbrüche. Diese cholerischen Anfälle machten ihn zu einer ebenso faszinierenden wie unberechenbaren Persönlichkeit des öffentlichen Lebens.
Ein besonders bemerkenswertes Beispiel für Kinskis Temperament ereignete sich während einer Aufzeichnung am 29. November 1971 im Park für die ZDF-Sendung "Drehscheibe". Kinski geriet in Rage, als die Interviewerin ihn wiederholt in Denkpausen unterbrach.
Klaus Kinski im Jahr 1965
Weitere denkwürdige TV-Ausraster
Kinski ist jedoch nicht der einzige Prominente, der im deutschen Fernsehen die Beherrschung verloren hat. Im Laufe der Jahre gab es eine Reihe weiterer Vorfälle, die für Aufsehen sorgten:
- Die Axt im Mediendschungel: Während der Live-Talksendung "Ende offen" im WDR am 3. Dezember 1971 zum Thema "Pop & Co. - die andere Musik zwischen Protest und Kommerz" geriet Nikel Pallat, Manager der Band Ton Steine Scherben in Streit mit dem Musikproduzenten Rolf-Ulrich Kaiser.
- Striptease gegen Abtreibung: Die Schriftstellerin und vehemente Abtreibungsgegnerin Karin Struck (links) und die damalige Bundesministerin für Frauen und Jugend, Angela Merkel, gerieten in der NDR-Talkshow am 3. Struck platzte schließlich der Kragen: Sie entkleidete sich halb, riss sich Mikrofon und Sender vom Körper, schmiss beides ins Publikum und warf ein Weinglas hinterher.
- Lehrerhasser: Während der ZDF-Livesendung "Wetten dass..?" am 10. Oktober 1998 aus der Oldenburger Weser-Ems-Halle diskutiert Showmaster Thomas Gottschalk mit den Schauspielern Corinna Harfouch und Götz George über deren neuen Film "Solo für Klarinette". Als der Schauspieler im November 2003 in der Stadthalle von Graz auf Gottschalks Sofa saß, frotzelte er los: "Du verstehst wenig von Schauspielerei. Ich sitz halt nicht 40 Jahre auf einer Couch und nerve Leute." Gottschalk hielt dagegen.
- "Was erlauben Strunz": In nur dreieinhalb Minuten setzte der damalige Bayern-München-Trainer Giovanni Trapattoni sich auf einer Pressekonferenz am 10. Nur zwei Tage zuvor hatte seine Mannschaft 0:1 gegen den FC Schalke 04 verloren und Trapattoni war mehr als unzufrieden darüber.
- So spritzte er ausgerechnet in der NDR-Talksendung "3 nach 9" zum Thema "Gutes Benehmen" vom 19. Februar 1982 SPD-Finanzminister Hans Matthöfer mit Zaubertinte aus einer Spritzpistole nass.
- Die Sängerin Nina Hagen hatte im Oktober 2007 in der ARD-Talksendung "Menschen bei Maischberger" zum Thema "Glauben" minutenlang alle Redner unterbrochen und über ihre angebliche Begegnung mit Außerirdischen fabuliert. Sie behauptete, der Teufel kehre als Formwandler in Alien-Gestalt zurück - bis Bublath erklärte, die Runde sei ja eher eine "spezielle Therapieform" als eine Diskussion und ging.
- Tante Käthe sieht rot: Die Stimmung von DFB-Teamchef Rudi Völler war ohnehin schlecht am 7. September 2003. Gerade hatte seine Mannschaft im EM-Qualifikationsspiel gegen den Außenseiter Island nur 0:0 abschließen können. Doch nach Gerhard Dellings Anmoderation ("Spätestens jetzt ist klar: Die Samstagabend-Unterhaltung steckt in der Krise") platzte Völler im Live-Interview der ARD mit Waldemar Hartmann endgültig der Kragen. "Ich kann diesen Käse nicht mehr hören. So ein Scheiß. Das ist für mich das Allerletzte. Wechselt den Beruf, ist besser! Ich sitz hier seit drei Jahren und muss mir diesen Scheiß immer anhören. Dieser Scheiß, der da immer gelabert wird. Immer alles in den Dreck ziehen, alles immer runterziehen. Ich lass mir das nicht mehr lange gefallen!
- Affenstark: Nicht immer waren es Menschen, die Fernsehsendungen aufmischten. Am 16. Während des Gesprächs mit Moderator Dieter Kürten riss das Tier Weißmüllers Frau Maria vor laufenden Kameras die Perücke vom Kopf, biss Johnny Weißmüller in den Hals und pinkelte ihn an.
- Dauer-Ausfall: Während dieser Call-in-Sendung von Kabel 1 legte sich Moderator Max Schradin mit der Regie an. Es war nicht der einzige Ausraster seiner Karriere: So beschimpfte er im Oktober 2007 in einer Gewinnspielsendung des Senders 9Live den Moderator einer Konkurrenzsendung als pädophil.
- Blood Diamonds are a girl's best friend? Im Interview mit "ABC News" wurde Naomi Campbell am 22. April 2010 auf den "Blutdiamanten" angesprochen, den sie von dem ehemaligen Diktator Charles Taylor erhalten haben soll und gefragt, weshalb sie bei der Untersuchung des Falls nicht kooperieren wollte. Campbell antwortete und sah die Interviewerin anschließend nicht mehr an.
- Liebestoll: Am 23. Mai 2005 erschien Tom Cruise in der "Oprah Winfrey Show" - und war völlig von der Rolle. Nur zwei Wochen später wiederholte er seinen peinlichen Auftritt sogar noch einmal - wie diese Aufnahme von Jay Lenos "Tonight Show" vom 8.
Diese Vorfälle zeigen, dass das Fernsehen nicht nur ein Ort der Unterhaltung und Information ist, sondern auch ein Spiegelbild menschlicher Emotionen - manchmal in ihrer ungeschliffensten Form.
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