Haarausfall ist nicht immer altersbedingt. Auch Kinder und Jugendliche können davon betroffen sein, was oft zu großer Besorgnis führt. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen für Glatzenbildung bei Kindern und bietet einen umfassenden Überblick über Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.
In Deutschland leben rund 1,5 Millionen Menschen mit Alopecia Areata, also kreisrundem Haarausfall. Dabei kann sich die Autoimmunerkrankung bei Menschen jeden Alters zeigen. Häufig tritt sie bereits bei Kindern erstmals in Erscheinung.
Es gibt verschiedene Gründe für kahle Stellen auf Köpfen von Kindern:
Alopecia Areata (AA) ist eine chronische, immunvermittelte Krankheit, die durch einen akut einsetzenden Haarausfall gekennzeichnet ist. Die Wahrscheinlichkeit, mindestens einmal im Leben an einer AA zu erkranken, beträgt 2 % (Lebenszeitinzidenz). Der häufigste Typ ist die umschriebene Alopecia areata. Seltener auftretende Typen sind Ophiasis -Typ, Alopecia totalis und Alopecia universalis, mit Prävalenzen von 0,02%, 0,08% und 0,03%.
Die Alopecia Areata zeigt sich bei fast der Hälfte der Betroffenen mit ihrer Erstmanifestation vor dem 20. Lebensjahr, nicht selten sogar mit einem ersten umschriebenen haarlosen Areal bereits vor Erreichen des 10. Alters. Die Alopecia Areata, eine Autoimmunerkrankung mit genetischer Prädisposition und familiär gehäuftem Auftreten tritt assoziiert mit Autoimmunerkrankungen und gehäuft mit einer atopischen Diathese auf.
Die genaue Ursache der AA ist noch nicht vollständig geklärt, doch ist es allgemein anerkannt, dass der Kollaps des Immunprivilegs des Haarfollikels eine entscheidende Rolle in der Entstehung der Krankheit spielt. Der Entzündungsprozess der Erkrankung wird über das Einwandern von Immunzellen in und um den Haarfollikel vermittelt. Dadurch kommt es zu einem Bienenschwarm-ähnlichen Infiltrat. Die Entzündungsreaktion ist auch über Botenstoffe (Zytokine) vermittelt.
Das Aufflammen einer AA führt zu einer deutlich verkürzten Anagen (Wachstums)-Phase des Haarwachstumszyklus. Es wird vermutet, dass auch genetische Faktoren einen Einfluss haben.
Die Diagnose der Alopecia Areata basiert in der Regel auf:
Die derzeitig eingesetzten Therapien zielen vor allem auf das Unterdrücken des Entzündungsprozesses ab und bekämpfen nicht die eigentliche Ursache der Krankheit. Zu den gängigen Behandlungen gehören:
Es ist wichtig, die o.g. prognostischen Faktoren abzuprüfen und den Patienten auf assoziierte Autoimmunerkrankungen, speziell eine Schilddrüsenfehlfunktion und insbesondere im Kindesalter nach Entzündungsherden (Nasennebenhöhlen, Zähne, rezidivierende Atemwegserkrankungen, etc.) zu suchen, da letztere als Triggerfaktoren für einen Schub der AA wirken können.
Wichtig: Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keine Beratung bei einem Arzt. Bitte wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt oder Ärztin, um die passende Therapie für Sie zu finden.
Aufgrund der hohen Sichtbarkeit, des unvorhersehbaren klinischen Verlaufs der Erkrankung und des derzeitigen Mangels anhaltend erfolgreicher Therapien ist die AA für viele Betroffene eine große emotionale Belastung. Auch wenn die Krankheit in jedem Alter eine Herausforderung sein kann, sind Kinder und Jugendliche besonders anfällig für ein hohes Maß psychischer Belastung ebenso wie für Mobbing durch und soziale Isolation von Gleichaltrigen.
Abhängig von der sozialen Situation und dem Krankheitsempfinden durch den Patienten selbst, aber häufig auch durch dessen Eltern, kann psychotherapeutische Betreuung (z. B. Spieltherapie) eine wertvolle unterstützende Maßnahme zur Krankheitsbewältigung (Coping) darstellen. Die Hauptaufgabe in der Bewältigung der Alopecia areata ist jedoch die Beratung der Eltern und die psychosoziale Unterstützung von Eltern und betroffenen Kindern. Neben psychotherapeutisch geschulten Fachkräften kommt vor allem den Selbsthilfegruppen wie der Alopecia Areata Deutschland e.V. eine wichtige Rolle zu.
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Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind unter Haarausfall leidet, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Sinnvoll ist es, als erstes den Hausarzt aufzusuchen. Bei Bedarf überweist er Sie an einen Facharzt. Das ist zum Beispiel ein Dermatologe (etwa bei Verdacht auf eine Hauterkrankung) oder ein Endokrinologe (bei Verdacht auf eine hormonelle Ursache).
Um den Haarausfall zu diagnostizieren und die möglichen Ursachen abzuklären, führt der Arzt neben einem Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese) verschiedene Untersuchungen durch. Dazu zählen eine körperliche Untersuchung, eine Blutuntersuchung und je nach Bedarf weitere Verfahren wie beispielsweise ein Epilationstest, ein Trichogramm oder die Untersuchung einer behaarten Kopfhautprobe.
Am besten lässt sich Haarausfall vorbeugen, der mechanisch bedingt oder durch eine Mangelernährung verursacht ist. Tragen Sie lange Haare also öfter locker gebunden oder offen und versorgen Sie Ihren Körper regelmäßig mit allen wichtigen Nährstoffen und Mineralstoffen (Eiweiß, Eisen, B-Vitamine et cetera), um einen Haarausfall durch Mangelernährung zu vermeiden!
Ein wichtiger Baustein für gesunde Haare ist eine ausgewogene Ernährung. Unser Körper braucht viele verschiedene Nährstoffe, damit alle Stoffwechselprozesse reibungslos ablaufen. Für kräftiges und gesundes Haar benötigt der Körper:
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