Dass alte Menschen Haare verlieren und kahl werden - okay. Tritt ein Haarausfall bei Kindern oder Jugendlichen auf, ist der Schreck oft groß. Dabei ist auch das nicht ungewöhnlich.
Haare zu verlieren ist völlig normal. Erst wenn über einen längeren Zeitraum täglich mehr als 100 Haare ausfallen, spricht man von krankhaftem Haarverlust.
Dichte und gepflegte Haare werden oft als wichtiger Punkt für Gesundheit und Schönheit angesehen. Sie sind wichtig zum Wohlfühlen und sind oft ein wichtiges Merkmal des individuellen Aussehens. Ein Haarverlust kann für Kinder extrem schlimm sein.
Sind Kinder oder Jugendliche von Haarausfall betroffen, ist es ratsam, zeitnah ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Von Selbstversuchen sollte Abstand genommen werden, da vor der richtigen Behandlung die zugrunde liegende Ursache gefunden werden muss. Außerdem sind in der Regel die Heilungschancen besser, umso früher mit der korrekten Behandlung begonnen wird.
Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind unter Haarausfall leidet, ist das sicherlich beunruhigend. Es gibt jedoch viele Ursachen für Haarausfall bei Kindern und Jugendlichen, von denen viele harmlos und leicht zu behandeln sind.
In den allermeisten Fällen wachsen die Haare bei Kindern wieder nach, wenn die Ursache des Haarausfalls behandelt wird. Wenn es zu einer Narbenbildung oder dauerhafte Schädigung der Haarfollikel kommt, können dort keine Haare mehr ausgebildet werden.
Daher ist es wichtig, frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und die Ursache des Haarausfalls so schnell wie möglich abzuklären.
Verschiedene Faktoren können zu Haarausfall bei Teenagern führen. Dazu gehören:
Im Teenageralter verändert sich der Hormonspiegel erheblich und kann das Haarwachstum beeinträchtigen. Diese Veränderungen treten sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen auf und können zu dünner werdendem Haar und sogar zu Haarausfall führen.
Hormonbedingter Haarausfall sollte von einem Arzt untersucht werden, damit er die beste Behandlung verschreiben kann. In einigen Fällen kann Haarausfall im Zusammenhang mit einem hormonellen Ungleichgewicht ein Symptom für ein zugrunde liegendes Gesundheitsproblem sein, wie z. B. das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) bei Mädchen.
Wenn du die Antibabypille einnimmst, hast du vielleicht nach Beginn der Einnahme dünner werdendes Haar oder Haarausfall festgestellt. Dies lässt sich oft durch den Wechsel zu einem anderen Verhütungsmittel beheben. Am besten lässt du dich von deinem Arzt beraten, um herauszufinden, welche Optionen für dih am besten geeignet sind.
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit unserer Haare. Bei Teenagern mit einer Ernährung, der es an wichtigen Vitaminen und Mineralien wie Biotin, Eisen, Zink und Vitamin A mangelt, kann es zu stumpfem, schütterem Haar und sogar zu Haarausfall kommen. Extreme Diäten können ebenfalls zu Haarausfall führen.
Es hilft, den Verzehr von verarbeiteten Lebensmitteln und Fast Food zu reduzieren, weniger raffinierten Zucker zu essen und die Ernährung so umzustellen, dass sie die richtigen Lebensmittel für gesundes Haar enthält.
Trichotillomanie ist eine psychische Störung, bei der an den Haaren gezogen wird, bis sie entwurzelt sind und Bereiche mit dünnem oder gar keinem Haar zurückbleiben. Trichotillomanie entsteht oft als Gewohnheit in der Kindheit und kann die Follikel nach und nach schädigen, was zu dauerhaftem Haarausfall bei Teenagern und jungen Erwachsenen führt.
Alopezie (Haarausfall) ist eine Krankheit, bei der die Haare ausfallen, und sie kann sich in verschiedenen Formen äußern. Es gibt verschiedene Arten von Alopezie, und jede hat mehrere Ursachen.
Eine der häufigsten Formen kindlichen Haarverlusts ist die Alopezia areata, von der in Deutschland schätzungsweise 400.000 Kinder betroffen sind. Von der Alopecia areata oder kreisrundem Haarausfall sind in Deutschland über 1,5 Millionen Menschen betroffen, darunter fast ein Drittel Kinder.
Kreisrunder Haarausfall bei Kindern kommt bei etwa 1 von 1000 jungen Menschen vor. Es entstehen kreisförmige oder ovale komplett kahle Stellen am Kopf. Diese Areale können von der Mitte aus immer größer werden. Die Kopfhaut kann dabei kurz vor dem Haarausfall oder während dem Haarausfall jucken oder brennen.
Die Alopecia areata oder der kreisrunde Haarausfall ist bei Kindern ein häufiger Grund für Haarverlust. Jungen und Mädchen sind gleich häufig betroffen.
Bei etwa 30 bis 40 Prozent der Kinder heilt die Krankheit innerhalb eines halben Jahres spontan aus. Kinder mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Vitiligo sowie Patienten mit einem Down-Syndrom sind besonders häufig betroffen.
Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der sich der Körper fälschlicherweise gegen die körpereigenen Haarwurzeln zur Wehr setzt. Es kommt zu einer Entzündungsreaktion an der Haarwurzel, die zu einem Haarverlust führt.
Man spricht in diesem Fall von einer Alopecia areata circumscripta. Häufige Auslöser für Alopecia areata ist Stress, in physischer oder psychischer Form. Diese kann ein traumatisches Erlebnis, eine gestörte Darmflora, falsche Ernährung oder bestimmte Medikamente sein.
Im Extremfall kommt es zum Verlust der gesamten Kopfbehaarung. Man spricht dann von einer Alopecia totalis.
Die Alopecia Areata zeigt sich bei fast der Hälfte der Betroffenen mit ihrer Erstmanifestation vor dem 20. Lebensjahr, nicht selten sogar mit einem ersten umschriebenen haarlosen Areal bereits vor Erreichen des 10. Altersabhängig stellt die Alopecia Areata häufig für das Klein- und Schulkind selbst eine geringere Belastung dar als für die betroffenen Eltern, was sich bei Schulwechsel und vor allem mit Beginn der Pubertät ändert.
Die Alopecia Areata, eine Autoimmunerkrankung mit genetischer Prädisposition und familiär gehäuftem Auftreten tritt assoziiert mit Autoimmunerkrankungen und gehäuft mit einer atopischen Diathese auf.
Alopecia Areata
Unter artifiziellen Alopezien versteht man einen selbst herbeigeführten Haarverlust. Es handelt sich dabei weniger um ein Problem der Haare selbst als um ein psychologisches Krankheitsbild. Das Bekannteste davon ist die Trichotillomanie. Dabei reißen sich die Kinder zwanghaft ihre eigenen Haare aus. Es entstehen unscharf begrenzte lichte Stellen.
Bei der Trichotemnomanie schneiden die Kinder oder Jugendlichen selbst mit einer Schere einzelne Haarsträhnen ab.
Die artifiziellen Alopezien sind keine organische Störung, sondern ein psychologisches Krankheitsbild. Häufig behaupten die Betroffenen jedoch, sich den Haarverlust selbst nicht erklären zu können.
Beim Abschneiden der Haare oder nach einem einmaligen Ausreißen, wachsen die Haare in aller Regel wieder nach. Sollten die Haare allerdings wiederholt ausgerissen werden, kann die Haarwurzeln dauerhaft beschädigt werden und sich somit nicht mehr regenerieren.
Zusätzlich kommen bei Kindern infektiöse Erkrankungen der Kopfhaut besonders häufig vor. Insbesondere Pilzerkrankungen wie die Tinea capitis oder Ringelflechte sind verbreitet.
Dabei entstehen trockene, gerötete, schuppige Hautveränderungen, die wie eine Entzündung aussehen können. Übertragen werden die Pilze vor allem durch engen Kontakt mit Tieren oder in der Landwirtschaft.
Wichtig zu wissen ist, dass einige Pilzerkrankungen ansteckend sind. Bei engem Kontakt mit der betroffenen Region oder gemeinsam benutzten Handtüchern und Kämmen kann der Pilz übertragen werden. Auch Kleidung und Bettwäsche sollten gut gewaschen werden, damit sich das Kind nicht immer wieder infiziert.
Bei der Traktionsalopezie entsteht ein Haarverlust durch regelmäßige feste Frisuren, die an den Haaren ziehen. Auch Dreadlocks, das Tragen von Haarextensions, Wimpernextensions oder zu fest sitzende Haargummis können die Ursache für den Haarverlust sein.
Auch das Tragen von Haarteilen, die beklebt bzw. Die lichten Stellen entstehen dabei vor allem an den Haarrändern, insbesondere an der Stirn und an den Schläfen.
Vermieden werden kann das Problem durch lockere Frisuren oder wenn das Haar öfter mal offen getragen wird.
Neben isolierten Haarbildungsstörungen gibt es dabei auch Anomalien, die mit verschiedenen Syndromen vergesellschaftet sind.
Die Trichorrhexis nodosa ist beispielsweise eine erbliche Erkrankung, die mit einer Aufsplitterung des Haarschafts einhergeht. Die Kopfhaut ist dabei oft nur noch von kurzen Stoppeln bedeckt.
Sog. genetischer Haarausfall wird von den Eltern auf die Kinder vererbt, von der Mutter auf die Tochter und vom Vater auf den Sohn. Nicht selten tritt der genetische Haarausfall bereits in der Pubertät auf.
Bei Mädchen kommt es zu einer Ausdünnung im Mittelscheitel-Bereich und bei Jungen zu einer leichten Ausdünnung am Oberkopf, mit Bildung von Geheimratsecken. In diesen Fällen sollte ein Haarspezialist konsultiert werden, um den erblich bedingten Haarausfall zu diagnostizieren. Dabei sollte unbedingt eine Blutdiagnostik und eine genaue Familienanamnese erfolgen.
Sehr häufig führen auch Nährstoff- oder Vitaminmangel zu einem Haarausfall. Die Ursache kann in einer Bulimie, Magersucht oder in einer einseitigen Ernährung liegen.
Bei einer einseitigen oder unzureichenden Ernährung fehlen dem Körper wichtige Nährstoffe. Insbesondere zu wenig Eisen oder Zink im Körper können das Haarwachstum beeinträchtigen und für Haarausfall bei Kindern sorgen.
Kreisrunder Haarausfall
Wenn ein Kind unter Haarausfall leidet, sollte zur Diagnose und Behandlung ein Arzt aufgesucht werden. Der Arzt kann eine körperliche Untersuchung durchführen und Fragen zu den Symptomen, der Krankengeschichte, der Ernährung, dem Lebensstil und der Familiengeschichte stellen.
Durch eine körperliche Untersuchung und eine Blutabnahme können bereits wichtige reversible und behandelbare Ursachen gefunden werden.
Folgende Untersuchungen können durchgeführt werden:
Ein Allergietest kann durchgeführt werden, um allergische Reaktionen auf Haarpflegeprodukte oder andere Substanzen auszuschließen.
Für die betroffenen Kinder und ihre Eltern ist der Haarausfall meistens ein Schock, der durch die Reaktionen des Umfelds noch verschlimmert wird. Wichtig ist daher insbesondere, die Kinder auf dem Weg der Therapie seelisch zu begleiten und zu unterstützen.
Sie sollten verstehen, dass ein Haarverlust kein Weltuntergang ist und dass sie sich trotzdem schön und wertvoll fühlen können.
Um die Haargesundheit zu stärken, sollte auf eine gesunde Ernährung geachtet werden. Die richtige Haarpflege ist essentiell, um Haarverlust zu vermeiden. Seien Sie vorsichtig beim Kämmen und Frisieren der Haare Ihres Kindes.
Liegt eine Pilzinfektion als Ursache des Haarausfalls vor, kommen Antimykotika zum Einsatz. Bei speziellen Formen von Haarverlust, wie dem kreisrunden Haarausfall bei Kindern, ist die Spontanheilungsrate hoch.
Ansonsten kommen meistens lokale Therapien infrage wie das Auftragen von cortisonhaltigen Cremes oder noch besser eine Injektion von Cortison. Auch topische Immunmodulatoren sind als Shampoo verfügbar. Deren Wirksamkeit gilt jedoch nicht als gesichert.
Durch Forschungsarbeiten und ständige Weiterentwicklungen prägt Reza P. Azar die Entwicklungen der modernen Haarchirurgie. Die Erfolgsraten bei Haarausfallbehandlungen liegen bei über 90%.
In sehr wenigen Fällen kann auch bei Kindern oder Jugendlichen eine Haartransplantation sinnvoll sein. Bevor dies infrage kommt, ist jedoch zunächst eine umfassende Untersuchung nötig, um reversible Ursachen auszuschließen.
Ein Haarverlust kann für Kinder extrem schlimm sein. Sie fühlen sich nicht mehr hübsch und können an Selbstbewusstsein verlieren. Die Reaktionen des Umfelds können die Situation weiter verschlimmern.
Viele Menschen halten ein Kind mit sichtbarem Haarverlust oder gar einer Glatze für krebskrank und sind entsprechend verunsichert. Auch Mobbing in der Schule ist keine Seltenheit bei Kindern, die unter Haarverlust leiden, da sie sich optisch von ihren Klassenkameraden unterscheiden.
Kleinere Kinder können mit dem Haarverlust oft noch besser umgehen als Teenager in der Pubertät, die sich häufig sehr über die Bewertungen ihres Umfelds definieren.
Es ist zudem wichtig, dass Eltern ihr Kind in dieser schwierigen Phase unterstützen, indem sie ihm helfen, gesunde Gewohnheiten beizubehalten, ihm Mut zusprechen und das Selbstbewusstsein stärken.
Tröste dein Kind, dass der Haarausfall kein Weltuntergang ist. Jüngere Kinder gehen damit oft gelassener um als Teenager, die sich größere Sorgen machen.
Praktische Hilfe, Adressen spezialisierter Ärzte und Kontakte zu anderen Betroffenen bieten Selbsthilfegruppen.
Frisuren für Jungen mit schütterem Haar
Auch wenn dein Haar dünner wird, muss man es nicht unbedingt sehen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, schütteres Haar so zu stylen, dass es voller aussieht.
Für Jungen:
Für Mädchen:
Der richtige Haarschnitt und die richtigen Stylingprodukte können wahre Wunder bewirken. Ein professioneller Friseur kann dich über den besten Haarschnitt für deine Gesichtsform beraten, aber es ist immer am besten, eine Idee im Kopf zu haben.
tags: #kind #haarausfall #ursachen
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.