Kieselerde verspricht schöne Haut, Haare und Nägel. Doch was steckt wirklich hinter der Werbung? Viele Fans von Naturheilkunde und -kosmetik schwören schon lange auf Kieselerde. Sie soll ein wahrer Allrounder für Haut, Nägel und auch Haare sein.
In diesem Artikel werden wir genauer beleuchten, was Kieselerde ist, wie sie wirkt, welche Erfahrungen Anwender gemacht haben und welche wissenschaftlichen Erkenntnisse es gibt. Außerdem geben wir Tipps zur richtigen Anwendung und möglichen Risiken.
Also, was hat es nun mit dieser Kieselerde auf sich, wenn es um unsere Haare geht? Viele schwören darauf, dass sie wahre Wunder vollbringen kann. Aber warum eigentlich?
Kieselerde, oder auch Silicea terra, bezeichnet Mineralien oder Meeresablagerungen (fossile Zellhüllen von Kieselalgen) mit hohem Siliziumgehalt. Anders als der Name vermuten lässt, besteht sie nicht etwa aus zerkleinerten Kieselsteinen, sondern wird aus der fossilen Kieselalge gewonnen.
Kieselerde ist reich an Silizium, einem Mineral, das im menschlichen Körper wortwörtlich eine tragende Rolle spielt. Es befindet sich in Knochen, Knorpel, Bindegewebe, Zahnschmelz, Haut und eben auch den Haaren. Als Nahrungsergänzungsmittel oder traditionelles Arzneimittel werden sie in Form von Pulvern, Kapseln oder Tabletten verkauft. Außerdem kann Kieselerde Bestandteil von Cremes oder anderen Pflegeprodukten sein.
Ein wesentlicher Bestandteil von Kieselerde ist Silizium. Im Kern besteht sie aus Kieselsäure, die wiederum Silizium enthält. Silizium ist ein Mineral, das in der Natur häufig vorkommt. In der Kieselerde liegt es in einer Form vor, die für den menschlichen Körper leicht zugänglich ist.
Interessanterweise ist Silizium in vielen Lebensmitteln zu finden, die wir täglich konsumieren, wie zum Beispiel in Vollkornprodukten, Gemüse und sogar im Bier. Man könnte sagen, dass die Kieselerde mit ihrer einzigartigen chemischen Zusammensetzung eine Art natürlicher Verbündeter für unser Haar ist. Sie liefert die Bausteine, die potenziell zur Verbesserung der Haarstruktur beitragen können.
Zugelassene Mineralstoffverbindungen für Silizium/Kieselerde in Deutschland und anderen EU-Ländern:
Kieselerde - mit ihrem hohen Silizium-Gehalt - wird nachgesagt, brüchigen Nägeln und Haaren vorzubeugen sowie zur Kräftigung des Bindegewebes beizutragen.
Die Theorie besagt, dass das in der Kieselerde enthaltene Silizium eine Rolle bei der Bildung von Kollagen spielt. Stell dir vor, deine Haare sind wie ein Haus. Silizium könnte dann als eine Art Baumeister fungieren, der die Struktur stärkt und stabilisiert. Es wird angenommen, dass es die Elastizität der Haare verbessert und sie widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse macht. Einige Menschen berichten von einem stärkeren Haargefühl und einem verbesserten Glanz, nachdem sie Kieselerde in ihre tägliche Routine integriert haben. Es ist, als ob die Haare einen kleinen Energieschub bekommen.
Es gibt auch Stimmen, die sagen, dass die regelmäßige Einnahme von Kieselerde das Haarwachstum fördern könnte. Doch hier ist Vorsicht geboten: Wissenschaftliche Beweise sind rar gesät, und die Wirkung kann von Person zu Person variieren.
Manche sagen, dass Kieselerde das Haar von innen heraus stärkt. Es wird vermutet, dass sie die Haarstruktur verbessern kann, indem sie die Festigkeit erhöht und Haarbruch reduziert. Klingt gut, oder?
Auch Menschen mit sehr feinem Haar soll sie helfen, eine dickere Haarstruktur aufzubauen und das Haar zu kräftigen.
Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich jedoch nicht belegt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertet die Versprechen zur Wirkung als "nicht hinreichend gesichert". Daher dürfen Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln für diese angeblichen Wirkungen ihrer Produkte nicht werben.
Anders sieht es aus, wenn Kieselerde als traditionelles Arzneimittel verkauft wird. Diese Produkte dürfen mit folgendem Text vermarktet werden: "Traditionell angewendet zur Vorbeugung von brüchigen Fingernägeln und Haaren, zur Kräftigung des Bindegewebes. Diese Angaben beruhen ausschließlich auf Überlieferung und langjähriger Erfahrung."
Doch natürlich wirkt Kieselerde für die Haare nicht bei jedem gleich gut. Wenn du Probleme mit Haarausfall hast oder deine dünne Haarstruktur stärken möchtest, kann es deshalb nicht schaden, Kieselerde einmal selbst auszuprobieren und zu schauen, ob es nach einigen Wochen oder Monaten einen Effekt gibt.
Eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) berichtete etwa, dass nach der täglichen Einnahme von Kieselsäure-Gel die Haare der Proband*innen voller wirkten und die Haardicke im Vorher-Nachher-Vergleich um 13 % zunahm.
Auch wenn es vereinzelte Studien gibt, die eine Wirksamkeit von Kieselerde auf die Haardichte nahelegen, gibt es aus wissenschaftlicher Sicht bisher keine ausreichenden Belege. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass bei Nahrungsergänzungsmitteln mit Kieselerde deshalb nicht direkt mit der Wirkung auf Haut, Haare oder Nägel geworben werden darf. Stattdessen braucht es zur Vermarktung folgenden Hinweis: „Traditionell angewendet zur Vorbeugung von brüchigen Fingernägeln und Haaren, zur Kräftigung des Bindegewebes. Diese Angaben beruhen ausschließlich auf Überlieferung und langjähriger Erfahrung.“
Dass es keine wissenschaftlichen Beweise für die Wirkung gibt, heißt allerdings nicht zwangsläufig, dass etwas nicht funktioniert. Denn oftmals wird zu Naturheilmitteln nur wenig geforscht. Letztendlich muss man sich bei einem Mittel wie Kieselerde also auf Erfahrungsberichte verlassen oder es einfach selbst ausprobieren.
Wenn es um Kieselerde geht, ist der Vergleich zwischen Erfahrungsberichten und wissenschaftlichen Studien ziemlich interessant. Auf der einen Seite haben wir viele Menschen, die schwören, dass Kieselerde ihr Haar gestärkt und verschönert hat. Erfahrungsberichte sind oft voller Begeisterung. Viele Anwender berichten von dickerem, glänzenderem Haar und weniger Haarbruch. Diese persönlichen Geschichten sind inspirierend und können anderen Mut machen, Kieselerde auszuprobieren.
Wissenschaftliche Studien hingegen sind ein bisschen wie nüchterne Berichte. Eine Studie aus dem Jahr 2010 deutet darauf hin, dass es einige Vorteile geben könnte, aber die Beweise sind nicht ganz so robust, wie man es sich wünschen würde. Also, was bedeutet das für uns? Nun, es ist ein bisschen wie ein Balanceakt. Während persönliche Erfahrungen wertvoll sind, ist es auch wichtig, die wissenschaftliche Perspektive im Hinterkopf zu behalten.
Stellt sich nur die Frage, wie du Kieselerde zu dir nehmen musst, damit sie die bestmögliche Wirkung entfaltet. Zwar gibt es Shampoos und Haarkuren mit Kieselerde, am sinnvollsten ist es jedoch, sie als Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. Das geht sowohl in Form von Tabletten und Kapseln als auch in Pulverform.
Eine genaue Empfehlung dazu, wie viel des Produkts du täglich zu dir nehmen solltest, findest du meist direkt auf der Packung. In der Regel werden drei Kapseln oder drei Esslöffel des Pulvers täglich, also morgens, mittags und abends empfohlen. Nimmst du die Kieselerde in Pulverform zu dir, musst du dieses in einem Glas Wasser auflösen.
Erste Ergebnisse sollten sich nach ca. drei bis vier Wochen zeigen.
Wenn du darüber nachdenkst, Kieselerde in deine Haarpflege-Routine aufzunehmen, gibt es ein paar Dinge, die du beachten solltest. Sicher ist sicher, nicht wahr?
Mit diesen Hinweisen im Hinterkopf kannst du die Vorteile von Kieselerde sicher und effektiv nutzen.
Bevor du Kieselerde längerfristig zu dir nimmst, solltest du dir jedoch auch möglicher Risiken durch den Verzehr des Nahrungsergänzungsmittels bewusst sein. In einigen Produkten wurden gesundheitsbedenkliche Mengen an Blei nachgewiesen. Es ist zwar verboten, Nahrungsergänzungsmittel in den Handel zu bringen, die mehr als 3 Milligramm Blei pro Kilogramm enthalten.
Allerdings lassen sich nach Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit gesundheitliche Schädigungen für den Menschen nicht sicher ausschließen - so gering der Bleigehalt in einem Produkt auch sein mag. Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel sollten daher so wenig Blei wie möglich enthalten (Minimierungsgebot).
Außerdem könne Kieselerde bei langfristiger Anwendung laut dem Herausgeber des Branchenmagazins „arznei-telegram“, Wolfgang Becker-Brüser, die Niere schädigen. Ähnlich wie die positive Wirkung von Kieselerde ist jedoch auch das nicht wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen.
Richtig ist jedoch, dass für Silizium-Verbindungen in Nahrungsergänzungsmitteln vom Bundesinstitut für Risikobewertung maximale Tagesmengen empfohlen werden. Bei Siliziumoxid sind das 350 mg/Tag, bei Kieselsäure (Silicagel) 100 mg/Tag bei Cholin-stabilisierter Orthokieselsäure 10 mg/Tag und bei organischem Silizium (Monomethylsilantriol) 10 mg/Tag.
Bei einer Überdosierung des Nahrungsergänzungsmittels drohen im Einzelfall sogar körperliche Schäden. Die große Menge an Mineralien, die durch die Kieselerde aufgenommen wird, kann unser Körper nämlich nicht gut abbauen. Die Nieren könnten dadurch stark belastet werden und es kommt zu Ablagerungen. Auf dem Beipackzettel wird in der Regel auf das Risiko, dass sich bei einer Überdosierung Harn- oder Nierensteine bilden können, hingewiesen. Aus diesem Grund ist bei der Einnahme also Vorsicht geboten.
Schwangere Frauen sollten die Finger von Kieselerde lassen, da es noch keine ausreichenden Untersuchungen dazu gibt, wie sich das Präparat auf das ungeborene Kind auswirkt.
Empfohlene maximale Tagesmengen für Silizium-Verbindungen:
Okay, also du bist neugierig auf Alternativen und Ergänzungen zu Kieselerde für gesundes Haar? Kein Problem, es gibt viele Möglichkeiten, deinem Haar das gewisse Etwas zu verleihen.
Es gibt also viele Wege, deinem Haar die Pflege zu geben, die es verdient. Ob du nun auf natürliche Nahrungsergänzungsmittel setzt oder dich für innovative Haarsysteme entscheidest, die Möglichkeiten sind vielfältig.
Tipp: Mehr als Kieselerde trägt eine gesunde Lebensweise zu schöner Haut, Haaren und Nägeln bei. Bewegen Sie sich regelmäßig und rauchen Sie nicht. Eine ausgewogene Ernährung mit u.a. täglich fünf Portionen Obst und Gemüse sowie reichlich Vollkornprodukten versorgt Sie mit allen nötigen Nährstoffen. Silizium steckt außerdem natürlicherweise in vielen Lebensmitteln wie Gerste, Hafer, Kartoffeln, Paprika und Spinat.
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