Kaputte Haare bei Männern: Ursachen und Lösungen

Viele Männer kennen das Problem: Das Haar wirkt stumpf, trocken und brüchig. Doch was sind die Ursachen für kaputte Haare bei Männern und was kann man dagegen tun? Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Was versteht man unter Haarausfall?

Jeder Mensch verliert natürlicherweise Haare. Jedes Haar hat nur eine begrenzte Lebensdauer: Es hört irgendwann auf zu wachsen, fällt aus und ein neues wächst nach. Pro Tag gehen üblicherweise bis zu 100 Haare verloren. Es ist also normal, wenn man vereinzelt Haare auf dem Kopfkissen entdeckt, im Waschbecken oder in der Haarbürste.

Von Haarausfall sprechen Ärztinnen und Ärzte, wenn:

  • täglich mehr als 100 Haare verloren gehen
  • die Haare über einige Wochen hinweg ausfallen, aber nicht nachwachsen
  • sich einzelne haarlose Stellen bilden

Haarausfall kann zur Haarlosigkeit führen. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von Alopezie oder Alopecia.

Je nach Form des Haarausfalls kann der Haarverlust nur vorübergehend sein oder dauerhaft bestehen. Medizinerinnen und Mediziner benutzen oft die Begriffe nicht vernarbend und vernarbend, um die Wachstumsfähigkeit zu beschreiben. Ist Haarausfall vernarbend, bedeutet das, dass die Haare nicht nachwachsen können.

Formen von Haarausfall

Es gibt verschiedene Formen von Haarausfall, die unterschiedliche Ursachen haben können:

Anlagebedingter Haarausfall (Androgenetische Alopezie)

Diese Form ist genetisch bedingt und entsteht durch den Einfluss männlicher Geschlechtshormone. Sie betrifft rund 80 Prozent aller Männer und 40 Prozent aller Frauen über 70 Jahre. Bei Männern bilden sich „Geheimratsecken“ und eine Stirnglatze.

Es gibt Medikamente, die den Haarausfall stoppen können.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Hier bilden sich runde kahle Stellen im Kopfhaar, die wie ausgestanzt wirken. Solch ein Haarausfall betrifft manchmal auch den Bart, die Augenbrauen oder die Körperbehaarung. Kreisrunder Haarausfall kann in jedem Alter auftreten, beginnt aber oft bereits im Kindes- und jungen Erwachsenenalter.

Häufig wachsen die Haare mit der Zeit von allein nach. Manchmal fallen sie erneut aus. Selten passiert es, dass die Haare vollständig und dauerhaft ausfallen. Medikamente können den Haarausfall mildern.

Diffuser Haarausfall

Davon spricht man, wenn über den Kopf verteilt mehr Haare als gewöhnlich ausfallen. Die Haare dünnen dabei aus, sodass die Kopfhaut stärker durchschimmert. Kahle Stellen entstehen nicht.

Häufig gibt es einen Auslöser für den Haarausfall.

Spezielle Formen von Haarausfall

  • Herdförmiger Haarausfall nach Infektionen der Haut: Auch postinfektiöse Alopezie genannt.
  • Haarausfall durch Zug und Druck: Entsteht durch regelmäßig stramm gebundene Pferdeschwänze oder fest geflochtene Zöpfe.
  • Haarausfall durch zwanghaftes Herausreißen: Medizinisch Trichotillomanie genannt. Dahinter steckt eine psychische Störung.
  • Angeborene „Geheimratsecken“: Ärztinnen und Ärzte sprechen hier von dreiecksförmiger Alopezie.
  • Lose Anagenhaar-Syndrom: Seltene diffuse Haarwuchsstörung bei kleinen Kindern.
  • Haarausfall mit Vernarbungen: Das bedeutet, dass die ausgefallenen Haare nicht mehr nachwachsen.

Ursachen für kaputte Haare bei Männern

Die möglichen Ursachen für kaputte Haare und Haarausfall sind vielfältig. Sie reichen von Fehlern bei der Haarpflege über bestimmte Erkrankungen bis hin zur Einnahme von Medikamenten und manchen Krebstherapien. Nährstoffmangel, Stress, Vererbung und Hormone spielen bei Haarausfall ebenfalls eine Rolle. Manchmal kann es sein, dass sich keine Ursache für den Haarausfall finden lässt.

Pflegefehler

Zu viel oder falsche Pflege strapazieren und schädigen die Haare. Intensives heißes Fönen, häufiges Bleichen oder Dauerwellen setzen den Haaren zu. Wer regelmäßig zum Lockenstab greift, tut seinen Haaren ebenfalls nichts Gutes. All das kann dazu führen, dass das Haar spröde aussieht oder verstärkt abbricht.

Erkrankungen

Es gibt verschiedene Erkrankungen, die mit Haarausfall in Verbindung stehen, zum Beispiel:

  • Autoimmunerkrankungen: Kreisrunder Haarausfall tritt oft zusammen mit einer Autoimmunerkrankung auf.
  • Infektiöse und entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut: Dazu gehören Kopfpilz, bakterielle Infektionen und Entzündungen der Kopfhaut.
  • Fieberhafte Infektionskrankheiten: Bei Viruserkrankungen wie Grippe und Covid-19 kann diffuser Haarausfall als Folge der Infektion auftreten.
  • Erkrankungen des Hormonsystems: Dazu zählen zum Beispiel die Überfunktion und die Unterfunktion der Schilddrüse.
  • Chronische Erkrankungen: Zum Beispiel der Leber oder des blutbildenden Systems.
  • Vergiftungen: Etwa mit Schwermetallen wie Thallium oder Kadmium.

Einnahme von Medikamenten

Manchmal tritt diffuser Haarausfall als Nebenwirkung von Medikamenten auf. Besteht der Verdacht, ist es wichtig, dies ärztlich abklären zu lassen. Die Ärztin oder der Arzt prüft dann, ob es ein geeignetes alternatives Präparat gibt. Auf keinen Fall sollte man das Medikament eigenmächtig absetzen.

Therapien bei Krebs

Krebsbehandlungen können ebenfalls mit Haarausfall einhergehen, insbesondere Chemotherapien. Neben dem Kopfhaar betrifft dies meist auch Wimpern, Augenbrauen und Schambehaarung.

Nährstoffmangel

Mitunter führt ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder Zink zu Haarausfall. Ist dieser zum Beispiel bedingt durch eine Diät, ist es sinnvoll, auf eine ausgewogene Ernährung umzustellen. Steckt eine krankhafte Unterversorgung dahinter, kann die Ärztin oder der Arzt das feststellen und entsprechende Präparate verschreiben.

Hormone

Veränderungen im Hormonhaushalt können Haarausfall begünstigen. So lösen zum Beispiel Ereignisse wie Geburt, Wechseljahre oder das Absetzen hormoneller Verhütungsmittel diffusen Haarausfall aus. Bei der Entstehung von anlagebedingtem Haarausfall spielen männliche Geschlechtshormone eine wichtige Rolle - insbesondere das Hormon Dihydrotestosteron (DHT).

Vererbung

Der anlagebedingte Haarausfall ist genetisch bedingt und wird häufig vererbt. Bei vielen jungen Männern mit anlagebedingtem Haarausfall ist der Vater ebenfalls betroffen. Auch kreisrunder Haarausfall kommt mitunter gehäuft in der Familie vor.

Stress

Akute Stress-Situationen werden ebenfalls als Auslöser angesehen. So können zum Beispiel Verletzungen, Operationen und emotionale Belastungen zu diffusem Haarausfall führen.

Was tun gegen kaputte Haare?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, kaputte Haare zu behandeln und den Haarausfall zu stoppen. Wichtig: In vielen Fällen muss man die Behandlung selber bezahlen. Lassen Sie sich gut über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Therapie und die anfallenden Kosten beraten.

Kosmetische Maßnahmen

Alle Formen von Haarausfall lassen sich kosmetisch verbergen (kaschieren). Manche Menschen fühlen sich wohler, wenn sie eine Perücke oder ein Haarteil tragen. Andere versuchen, mit speziellen Frisuren oder Haare färben, den Ausfall zu kaschieren. Sind Augenbrauen und Wimpern vom Haarausfall betroffen, kann man über das Tragen künstlicher Wimpern, dem Nachzeichnen von Augenbrauen oder Permanent-Make-up nachdenken. Selbsthilfegruppen etwa bieten Kosmetikkurse und geben Schminkanleitungen heraus.

Medikamente

Bei Frauen mit anlagebedingtem Haarausfall (androgenetische Alopezie) kommen Präparate mit dem Wirkstoff Minoxidil infrage, bei Männern zusätzlich mit dem Wirkstoff Finasterid. Minoxidil gibt es zum Auftragen auf die Haut; Finasterid auch als Tabletten. Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) wird meist mit entzündungshemmend wirkendem Kortison behandelt. In der Regel wird das Medikament äußerlich auf die kahlen Stellen aufgetragen. Man kann es aber auch in die Haut spritzen oder als Tabletten nehmen.

Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Medikamente und ihre Anwendungen zusammenfasst:

Wirkstoff Anwendung Form des Haarausfalls
Minoxidil Äußerlich auf die Haut Anlagebedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)
Finasterid Tabletten Anlagebedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)
Kortison Äußerlich, Injektion, Tabletten Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Andere medizinische Maßnahmen

  • Haartransplantation: Die Verpflanzung von Eigenhaar findet bei Menschen mit anlagebedingtem Haarausfall Einsatz.
  • Reiz- und Immuntherapien: Sie dienen gewissermaßen dazu, das Immunsystem bei Menschen mit kreisrundem Haarausfall „umzulenken“.
  • Psychotherapeutische Betreuung: Für manche Menschen ist Haarausfall ein einschneidendes Erlebnis, das emotional stark belastet.

Um die Ursachen für Haarausfall abzuklären, ist ein Besuch in der hausärztlichen Praxis sinnvoll.

Wie kann der Arzt oder die Ärztin Haarausfall feststellen?

Um Haarausfall zu diagnostizieren, ist ein ausführliches Gespräch wichtig. Daneben genügt es häufig schon, das Muster des Haarausfalls zu prüfen und die Kopfhaut zu betrachten.

Ärztliches Gespräch

Hier geht es unter anderem darum zu ermitteln:

  • wann der Haarausfall eingesetzt hat
  • wie lange er bereits anhält und ob er voranschreitet
  • ob weitere Symptome wie Schmerzen und Juckreiz bestehen
  • ob und welche Medikamente man einnimmt
  • ob man andere Erkrankungen hat und es Haarausfall in der Familie gibt
  • wie die Ernährungsgewohnheiten aussehen
  • in welcher Lebensphase und welchen Lebensumständen man sich befindet
  • wie die Haare gepflegt und frisiert werden

Äußerliche Untersuchung der Kopfhaut

Mithilfe eines Auflichtmikroskops (Dermatoskop) kann sich die Ärztin der der Arzt die Kopfhaut stark vergrößert anschauen. So lässt sich zum Beispiel erkennen, ob es an den haarlosen Stellen noch Poren der Haarbälge (Haarfollikel) gibt. Zudem lassen sich Zeichen für eine mögliche Erkrankung der Kopfhaut finden.

Weiterführende Untersuchungen

Darüber hinaus gibt es weitere Tests und Laboruntersuchungen, die Hinweise zur Form des Haarausfalls und deren Ursachen liefern:

  • Untersuchung von Nägeln und Körperhaar: Manche Formen von Haarausfall wie Alopecia areata können mit Veränderungen an Nägeln und Körperhaar einhergehen.
  • Zupftest: Durch leichtes, schmerzloses Zupfen lässt sich herausfinden, ob es sich um aktiven Haarausfall handelt.
  • Erregerkultur: Die Ärztin oder der Arzt kann einen Abstrich von Haaren oder Haarstümpfen nehmen, um diesen auf Krankheitserreger zu untersuchen.
  • Gewebeprobe aus der Kopfhaut: Selten ist die Entnahme von Gewebe aus der Kopfhaut notwendig.
  • Blut-Tests: Sie helfen weiter, wenn der Verdacht besteht, dass Erkrankungen oder Mangelerscheinungen hinter dem Haarausfall stecken.
  • Mikroskopie der Haarwurzeln (Trichogramm): Damit prüft man, wie viele Haare sich im Wachstum befinden und wie viele aufgehört haben zu wachsen.
  • Phototrichogramm und Trichoscan: Hier werden kleine Haarareale rasiert und angefärbt, ohne die Haare auszupfen zu müssen.

Zusätzliche Tipps zur Vorbeugung und Behandlung

Neben den genannten medizinischen Maßnahmen gibt es auch einige allgemeine Tipps, die Männer beachten können, um ihre Haargesundheit zu verbessern:

  • Vermeiden Sie übermäßiges Hitzestyling: Zu heißes Föhnen, Glätten oder Locken kann das Haar schädigen.
  • Verwenden Sie milde Shampoos: Shampoos mit aggressiven Inhaltsstoffen können die Haare austrocknen.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung: Eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen ist wichtig für gesundes Haarwachstum.
  • Schützen Sie Ihr Haar vor UV-Strahlung: Tragen Sie im Sommer einen Hut oder verwenden Sie spezielle Haarpflegeprodukte mit UV-Schutz.
  • Vermeiden Sie Stress: Stress kann sich negativ auf die Haargesundheit auswirken.

Haarausfall adé: Effektive Wege, um Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum zu fördern!

Indem Sie diese Tipps befolgen und gegebenenfalls ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, können Sie Ihre Haargesundheit verbessern und kaputte Haare vermeiden.

tags: #kaputte #haare #männer #ursachen

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen