Pferde richtig waschen: Tipps und Tricks für die perfekte Pflege

Besonders in der warmen Jahreszeit freut sich das Pferd über jede Pflegeeinheit. Da liegt es nahe, das Pferd nicht nur zu putzen, sondern des Öfteren auch mal zu waschen, denn kaum ein Vorgang wird so unterschätzt wie die Pflege des Pferdes. Es ist Sommer und die Sonne wärmt dich und dein Pferd jeden Tag. Es ist vielleicht sogar heiß und dein Pferd schwitzt beim Training? Das Fell ist nach dem Koppelgang klebrig und das Fliegenspray hängt auch noch von gestern im Fell? Es gibt viele Gründe das Pferd im Sommer zu duschen. Unsere Pferde haben in der Regel keine Wasserstellen auf der Koppel und können sich anders als Wildpferde nicht einfach den Schweiß in irgendwelchen Flussläufen oder Seen abwälzen.

Pferde putzen – Wie putzt man ein Pferd richtig?

Hier sind einige wichtige Aspekte und Ratschläge, die Ihnen helfen, Ihr Pferd richtig zu waschen und zu pflegen.

Wann und wie oft sollte man ein Pferd waschen?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, dem Pferd im Sommer so oft wie möglich eine angenehme Abkühlung zu verschaffen. Ab ca. 20 °C kann das Pferd problemlos gewaschen werden.

Wichtige Hinweise:

  • Es ist jedoch darauf zu achten, dass das Pferd nicht im Zug oder in der Kälte steht.
  • Pferde sind sensible Tiere und auch beim Waschen von Charakter zu Charakter unterschiedlich.
  • Pferde schwitzen mehr im Sommer.
  • Damit die Haut nicht juckt, weil es vielleicht nicht regnet und dein Pferd auch keinen Fluss oder Badeteich auf der Koppel hat.
  • Wildpferde wälzen sich auch gerne im Schlamm zur Hautpflege.

Wenn ein warmer Frühlingtag ist oder heisser Sommer, dann ist die beste Zeit um dein Pferd zu waschen. Dein Pferd schwitzt mehr im Sommer. Damit die Haut nicht juckt, weil es vielleicht nicht regnet und dein Pferd auch keinen Fluss oder Badeteich auf der Koppel hat. Wildpferde wälzen sich auch gerne im Schlamm zur Hautpflege.

Pferdeshampoo sollte jedoch immer sparsam und so selten wie möglich benutzt werden, weil es die natürliche Schutzschicht der Haut angreift, die das Pferd gegen Nässe und Kälte schützt. Besser ist immer ein Abspritzen mit klarem Wasser. Im Unterschied zu menschlichem Haar fettet das Fell des Pferdes kaum nach, und wenn man dieses wäscht, greift man immer gerade diesen natürlichen Schutz an.

Die richtige Vorbereitung und Durchführung

Vorbereitung

Wichtig ist, dass du dein Pferd nach dem Training erst einmal ein bisschen abkühlen lässt - im Schatten. Denn das Duschwasser im Stall ist in aller Regel eiskalt aus den Leitungen und das wiederum tut deinem Pferd auf seinem trainingswarmen Körper nicht so gut. Der Kreislauf verträgt das kalte Wasser nach dem Training in aller Regel nicht so optimal. Je nachdem wie intensiv das Training war, kannst du dein Pferd also erst einmal gemütlich abkühlen lassen. Ich lasse meine Stute zum Beispiel gerne im Schatten ein bisschen grasen, bevor wir zur Dusche gehen.

Temperatur des Wassers

Deswegen empfehlen wir, das Pferd nicht mit eiskaltem Wasser zu waschen, das kann wie beim Menschen zu Kreislaufproblemen oder Verspannungen führen und wird von den meisten Pferden als unangenehm empfunden.

Wichtige Hinweise:

  • Es ist superwichtig, dass du kein eiskaltes Wasser verwendest und die Außentemperatur nicht zu kalt ist.
  • Wenn du es irgendwie hinbekommen kannst, sollte das Wasser nicht zu kalt sein, damit der Kreislauf deines Pferdes mitkommt bei der Dusche.

Ablauf des Waschvorgangs

Wie wasche ich mein Pferd richtig? Auf die Reihenfolge kommt es an! Das Herz-Kreislauf-System des Pferdes reagiert empfindlich auf kaltes Wasser, daher sollte man das Pferd langsam an das Wasser gewöhnen, um Probleme mit dem Kreislauf zu vermeiden. Der Wasserstrahl sollte dabei nicht zu hart eingestellt sein. Du fängst immer bei den Pferdebeinen an. Von unten nach oben. So wässerst du dich Hufe auch gleich noch mit und der Pferdekreislauf kann sich langsam an das Wasser gewöhnen.

  1. Zunächst spritzt man die Hufe ab, die man bei dieser Gelegenheit mithilfe einer Hufbürste auch gleich von Schlamm und Dreck befreien kann. Außerdem tut die Feuchtigkeit dem trockenen Hufhorn im Sommer gut und hält die Hufe schön elastisch.
  2. Dann arbeitet man sich von den Hufen ausgehend langsam von der Hinterhand über die Vorhand bis zum Hals vor.
  3. Danach kommen Brust und Sattellage und der Schweif.
  4. Du kannst dann langsam mit dem Wasser über die Brust und Unterhals zum Oberhals gehen, anschließend duschst du den Bauch.

Achtung:

  • Vorsicht am Rücken und der empfindlichen Nierengegend: Hier benutzt man am besten einen Schwamm, da direktes Abspritzen mit dem Wasserschlauch dem Pferd an dieser Stelle sehr unangenehm sein und zu Verspannungen führen kann.
  • An den Nieren sollte man vorsichtig sein, da einige Pferde sehr sensibel auf das kühle Wasser reagieren und im Rücken verspannen.
  • Diese Bereiche solltest du aber nur bei wirklich großer Hitze waschen.

Der Kopf sollte mit einem separaten Schwamm gereinigt werden - bitte nicht mit dem Wasserschlauch abspritzen. Achte außerdem darauf, dass kein Wasser in die empfindlichen Ohren gelangt, da sonst der Gleichgewichtssinn des Pferdes gestört werden kann.

Besonders beim Kopf muss man aufpassen - man sollte ihn nur waschen, wenn es wirklich nötig ist. Wie beim Fliegenschutz sollte man am Kopf auf einen Schwamm zurückgreifen und niemals einen Schlauch nehmen, da das Wasser aus dem Schlauch meist unkontrolliert und mit einem hohen Druck fließt. Mit einem Schwamm werden Entzündungen an Augen und Nüstern und Gleichgewichtsstörungen vermieden.

Shampoonieren

Nachdem das Pferd nun nass ist, kann man mit dem shampoonieren beginnen. Da das meiste Pferdeshampoo besonders ergiebig und dickflüssig ist, empfehlen wir einfach ein paar Spritzer in einen Eimer zu geben und dann mit einer Waschbürste das Seifenwasser auf Fell und Langhaar zu verteilen. Das ist einfacher und spart beim Shampoo, ohne beim Resultat zu zurückzustecken. Besonders Schweif und Mähne profitieren von dieser besonderen Pflegeinheit.

Danach kann das Fell, wenn nötig, mit Hilfe eines Schwammes und Pferdeshampoo eingeschäumt werden. Für die Mähnenwäsche wird der Schopf zum Anfeuchten zunächst hinter die Ohren gelegt, um zu vermeiden, dass Wasser in die empfindlichen Pferdeohren gelangen kann. Anschließend schäumt man ein bisschen Pferdeshampoo zwischen den Handflächen auf und verteilt den Schaum in die Mähne, bis hin zum Mähnenansatz.

Manche Pferde lassen sich nur ungern den Schweif waschen. Hier kannst du dir mit einem Eimer behelfen, indem du zunächst den Schweif im Wasser einweichst und anschließend ein wenig Shampoo darin aufschäumst. Auch hier sollte wieder das gesamte Shampoo ausgewaschen werden. Wenn du einen Eimer benutzt, musst du das Wasser häufiger wechseln. Nach dem Waschen wird das überschüssige Wasser aus dem Schweif ausgeschüttelt und der Schweif verlesen. Das Langhaar wird dabei in Strähnen unterteilt und so nacheinander entwirrt.

Das richtige Shampoo für Pferde

Für das Pferdehaar ist ein entsprechendes Pferde-Shampoo unumgänglich. Es gibt bereits eine Vielzahl an Shampoos, die speziell auf die Farbe abgestimmt und für Hautkrankheiten geeignet sind oder einfach nur einen unwiderstehlichen Glanz zaubern. Eins haben sie jedoch alle gemeinsam, alle sind extra Rückfettend. Da das Pferdehaar selbst kaum gefettet wird und die Feuchtigkeit von außen benötigt. Bei Pferde-Shampoo hat man inzwischen fast so eine große Auswahl wie beim Shampoo für Menschen.

Auswahl des richtigen Shampoos:

  • Ich möchte die Farbe meines Pferdes unterstützen: Dann empfiehlt sich ein Shampoo speziell für dunkle oder helle Pferde.
  • Mein Pferd juckt sich ständig: Dann sollten Sie ein mildes Shampoo wählen, welches des Juckreiz mindert. Besonders geeignet sind dafür Shampoos mit Ölen wie Teebaumöl.
  • Mein Pferd soll unwiderstehlich glänzen: Shampoos mit einem hohen Glanzfaktor sind z. B. das Silkcare Shampoo von Leovet, welches das Pferd mithilfe von Seidenproteinen reinigt oder das Effol Ocean-Star Spray-Shampoo mit Perlenextrakten für einen tollen Glanz.

Nimm unbedingt ein Pferdeshampoo - keines aus deinem Bad. Die Pferdeshampoos sind extra für die Pferdehaut entwickelt worden. Sie sind zum Beispiel in aller Regel rückfettend und belasten die sensible Pferdehaut nicht so. Am besten gib einfach ein oder zwei kleine Spritzer in den Eimer, den du dir bereit gestellt hast. Mehr braucht es nicht. Dein Pferd muss nicht aussehen wie eine Schaumwolke beim Waschen.

Beispiele für Cavalor Shampoos:

  • Cavalor Equi Wash: Ideal für die regelmäßige Anwendung, pH-neutral und sanft zur Haut.
  • Cavalor Bianco Wash: Für Schimmel, um hartnäckige Flecken zu entfernen und das Weiß wieder strahlen zu lassen.
  • Cavalor Derma Wash: Ein Alleskönner, basierend auf Chlorhexidin, zur hygienischen Reinigung und Vorbeugung von Infektionen.
  • Cavalor Refresh Wash: Erfrischend, mit Eukalyptusduft, ideal nach dem Training.

Trocknen des Pferdes

Damit das Pferd leichter trocknet, empfehlen wir, den Vierbeiner trocken zu führen, eine Abschwitzdecke zu nutzen oder das Pferd unter ein Solarium zu stellen. Auf keinen Fall sollte es (an einem zugigen Ort) einfach stehen und trocknen. Wenn es dann trocken ist, kann es mit einer weichen Bürste oder einem Lammfellhandschuh geglättet und auf Hochglanz poliert werden.

Direkt nach der Dusche sollte man das Pferd mit einem Schweißmesser abziehen, um überschüssiges Wasser aus dem Fell zu streichen, da es wegen der entstehenden Verdunstungskälte sonst zu stark auskühlt. Ein Schweißmesser sollte jedoch nur an gut bemuskelten Körperstellen verwendet werden.

Wichtige Hinweise:

  • Bitte trockne ein Pferd in der Wärme oder in einem Solarium oder mit einer Abschwitzdecke.
  • Auf jeden Fall nicht an einem zugigen Ort und nicht im Schatten.
  • Lass es dazu bitte nicht in der Zugluft stehen, sondern laufe mit ihm ein bisschen Schritt oder chillt im Schatten zusammen.
  • In der heißen Mittagssonne sollte dein Pferd dann auch nicht stehen, damit das Wasser nicht anfängt regelrecht auf dem Pferdefell „zu kochen“.

Die artgerechteste Art und Weise, das Pferd nach der Wäsche trocknen zu lassen, ist das Wälzen im Sand. Da dies nicht immer möglich ist.

Was man vermeiden sollte

Hochdruckreiniger

Pferde dürfen nie mit einem Kärcher oder einem anderen Hochdruckreiniger „gewaschen“ werden. Der Druck, mit dem das Wasser auf die Haut gerät, ist so hoch, dass das Pferd sich verspannt, erschrickt und sich verletzt. Außerdem besteht die Gefahr, dass Nerven irreparabel geschädigt werden, sich zum Teil sich kleine Bläschen bilden oder sich die Haut sich sogar regelrecht auflöst.

Menschliches Shampoo

Hey. Also natürlich kannst du normales Shampoo nehmen! Angenehmer für das Pferd ist es natürlich unparfümiertes Shampoo zu nehmen. Du musst nur darauf auchten das du, wenn du ganz normales Shampoo für Menschen nimmst natürlich die Fettschicht des Pferdes angreifst. Also darfst du es nicht zu oft waschen denn dann wird das Fell, Mähne und Schweif Spröde, brüchig und ist nicht mehr gegen witterung geschützt! Wenn du dein Pferd einmal Grundreinigen willst ist das aber völlig in Ordnung.

Hilfreiche Tabelle: Auswahl des richtigen Shampoos

Problem/Ziel Empfohlenes Shampoo Zusätzliche Hinweise
Farbe unterstützen Shampoo für dunkle oder helle Pferde Spezielle Farbshampoos verwenden
Juckreiz lindern Mildes Shampoo mit Ölen (z.B. Teebaumöl) Beruhigende Inhaltsstoffe wählen
Glanz verleihen Shampoo mit Glanzfaktor (z.B. Seidenproteine, Perlenextrakte) Auf hochwertige Inhaltsstoffe achten
Häufige Anwendung pH-neutrales Shampoo (z.B. Cavalor Equi Wash) Sanft zur Haut, trocknet nicht aus
Hartnäckige Flecken (Schimmel) Hochkonzentriertes Shampoo (z.B. Cavalor Bianco Wash) Sparsam verwenden, gründlich ausspülen

Wir hoffen, Sie haben jetzt auch Lust, das Wetter zu nutzen und Ihren Vierbeiner mal wieder richtig zu verwöhnen!

tags: #Pferde #mit #normalem #Shampoo #waschen

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