Haarausfall: Ursachen, Behandlung und was wirklich hilft

Jeder Mensch verliert täglich Haare, egal ob Mann oder Frau. Die Faustregel lautet: 70 bis 100 pro Tag bei einem gesunden Erwachsen sind normal. Und selbst wenn es mehr sein sollten, spricht man nicht zwangsläufig von krankhaftem Haarausfall.

In manchen Fällen kann sich dahinter auch krankhafter Haarausfall verbergen.

Auch lichter werdendes Haar mit zunehmendem Alter ist etwas Normales und liegt häufig schon in den Genen.

Nach der Wachstumsphase kommen die Haarfollikel an den typischen Stellen, wie zum Beispiel den Geheimratsecken bei Männern, nicht mehr aus der Ruhephase heraus und es bildet sich nach dem natürlichen Ausfallen des Haares kein neues.

Haarausfall wird sichtbar, wenn mehr Haare ausfallen als nachwachsen.

Besonders häufig trifft Haarausfall Männer im mittleren Alter. Frauen sind zumindest von der häufigsten Form des erblich bedingten Haarausfalls eher weniger betroffen.

Für die meisten Betroffenen beginnt der Haarausfall bereits in den frühen Jahren zwischen 30 und 40, manchmal aber auch schon wesentlich früher.

Dann wechseln vor allem viele junge Männer direkt auf die Glatze als Alltagsfrisur.

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Ob eine Therapie notwendig ist, entscheidet die Art und die Ursache des Haarausfalls. Es gibt drei Hauptformen, zwischen denen die Medizin unterscheidet.

Formen des Haarausfalls

Androgenetische Alopezie

Die androgenetische Alopezie, auch anlagebedingter oder männlicher Haarausfall genannt, ist die häufigste Form des Haarausfalls. In etwa 95 Prozent der Fälle ist er auf diese Form zurückzuführen.

Die Dermatologie geht davon aus, dass die Ursache eine genetisch bedingte Übersensitivität auf ein bestimmtes männliches Hormon (5alpha-Dihydrotestosteron) ist.

Da das Hormon in geringen Mengen auch bei Frauen vorkommt, können sie ebenfalls von dieser Form betroffen sein.

Allerdings in einer unterschiedlichen Ausprägung: Während die androgenetische Alopezie bei Frauen zu lichterem Haar führt, wird sie bei Männern zunächst durch „Geheimratsecken“ sichtbar und kann zu einer vollständigen Glatze führen.

Androgenetische Alopezie bei Männern

Im Unterschied zum Haarausfall bei Frauen ist der erblich bedingte Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt, die mit Abstand häufigste Form des Haarverlusts bei Männern.

Hierbei wird der Haarausfall von Generation zu Generation weitergegeben.

Man sieht oft ähnliche Muster des Haarverlusts bei Vätern und Großvätern.

Diese gesundheitlich völlig unbedenkliche Art des Haarverlusts läuft in der Regel immer in den gleichen drei Phasen ab: Zunächst lichtet sich das Haar am Haaransatz und bildet die bekannten Geheimratsecken.

Dann fallen die Haare auch am Oberkopf aus und bilden nach einiger Zeit einen Haarkranz.

Geheimratsecken gelten als erste Anzeichen des erblichen bedingten Haarausfalls bei Männern, der schlussendlich zur Glatze führen kann.

Bei Geheimratsecken fallen die Haare nach und nach an einer spitz zulaufenden kahlen Stelle oberhalb der Schläfen aus.

Dieser Prozess ist meist genetisch bedingt und kann durch das Hormon Dihydrotestosteron (DHT) verstärkt werden, das die Haarfollikel schrumpfen lässt.

Die psychische Belastung durch Geheimratsecken kann erheblich sein, da Haare oft als Zeichen von Jugend und Attraktivität gelten.

Wer den Haarausfall frühzeitig erkennt, kann den Haarausfall im Austausch mit einem Dermatologen durch eine geeignete Therapie stoppen oder zumindest verlangsamen.

Diffuser Haarausfall

Wenn das Haar über den Schopf verteilt immer dünner wird, liegt ein diffuser Haarausfall vor.

Beim diffusen Haarausfall kommt es zu einem schnellen und gleichmäßigen Haarverlust über den gesamten Kopf hinweg.

Diese Art des Haarausfalls kann durch verschiedene Faktoren wie die Einnahme bestimmter Medikamente, Strahlentherapie, Stoffwechselstörungen, Nährstoffmangel oder Schilddrüsenprobleme ausgelöst werden.

Diffuser Haarausfall ist oft eine Reaktion des Körpers auf Stress oder gesundheitliche Probleme.

Die Behandlung erfordert eine genaue Diagnosestellung durch einen Arzt.

Oft reicht es, die zugrunde liegende Ursache zu beheben, um das Haarwachstum bei Männern wieder anzuregen.

Beim diffusen Haarausfall sind nicht einzeln begrenzte Regionen betroffen, wie es bei erblich bedingtem Haarausfall der Fall ist, sondern die gesamte Kopfpartie.

Das Haar lichtet sich am ganzen Kopf ohne ein ersichtliches Muster.

Die Ursachen können ganz unterschiedliche sein:

  • Äußere Faktoren, wie zu viel Stress oder Schlafmangel
  • Vitaminmangel - kommt aber bei ausgewogener Ernährung praktisch nicht vor
  • Einnahme von Medikamenten
  • Röntgenstrahlen
  • Infektionen
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Hormonschwankungen, beispielsweise nach dem Absetzen der Pille sowie während und nach einer Schwangerschaft

Kreisrunder Haarausfall

Der kreisrunde Haarausfall (Alopezia arreata) beginnt meist mit einzelnen kahlen Stellen am Kopf, die sich schnell ausbreiten.

Bei schweren Fällen ist die gesamte Körperbehaarung betroffen und die Haare fallen komplett aus.

Als Grund für einen kreisrunden Haarausfall wird ein fehlerhaftes Immunsystem vermutet: Körpereigene Abwehrzellen greifen in dem Fall die Zellen der Haarwurzeln an.

Ob das wirklich so ist, ist aber nicht bewiesen.

Eine Therapie ist schwierig.

In 80 Prozent der Fälle wachsen die Haare innerhalb eines Jahres von alleine wieder nach.

Es gibt zwar verschiedene Ansätze der Behandlung, bislang fehlt für diese Therapien jedoch der Beleg, dass sie tatsächlich wirken, was auch an der hohen Zahl der Spontanheilungen liegt.

Kreisrunder Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall, auch als Alopecia areata bekannt, wird nicht durch genetische Faktoren verursacht.

Stattdessen entstehen bei den betroffenen Männern scharf begrenzte, kahle Stellen auf der Kopfhaut.

Diese Art des Haarausfalls kann durch Autoimmunerkrankungen oder als Reaktion auf starken Stress ausgelöst werden.

Dabei greift das Immunsystem fälschlicherweise die Haarfollikel an.

Eine genaue Diagnose und Behandlung sollte ein Arzt vornehmen.

Obwohl der kreisrunde Haarausfall nicht gefährlich ist, beeinträchtigt er das Leben betroffener Männer durch das veränderte äußere Erscheinungsbild.

In vielen Fällen wachsen die Haare nach einer Weile von selbst wieder nach, doch es gibt auch medikamentöse Behandlungen, die den Prozess unterstützen können.

Ursachen für Haarausfall

Psychischer Stress Hoher Leistungsdruck und Stress im Alltag, sei es beruflich oder privat, können ebenfalls zu Haarausfall führen.

Stress kann die Haarwurzeln schwächen und zu vorzeitigem Haarverlust führen.

Wer langanhaltend großen Stress verspürt, kann dadurch Haarausfall provozieren.

Auch emotionaler Stress, wie eine Scheidung oder der Tod eines geliebten Menschen, kann vorübergehend zu Haarausfall führen.

Bestimmte Erkrankungen oder ein Mangel an wichtigen Nährstoffen wie Aminosäuren und B-Vitaminen können Haarausfall verursachen.

Hierbei bleibt die Haarwurzel oft intakt, bekommt jedoch nicht genügend Nährstoffe.

Dadurch verkürzt sich die Lebensdauer des Haares und es fällt vorzeitig aus.

Zu heißes Wasser, heiße Föhnluft, aggressive Shampoos, reibende Mützen, grobe Kämme und Bürsten. Auch dieser physische Stress im Rahmen des Stylings und die falsche Haarpflege können Ursachen für den Haarausfall bei Männern sein.

Neben dem erblich bedingten Haarausfall, Stress und Erkrankungen können auch weitere Ursachen für (vorübergehenden) Haarausfall bei Männern sorgen:

  • Autoimmunerkrankungen
  • Hormonelle Überempfindlichkeit
  • Mangelernährung
  • Medikamente, z. B. Chemotherapie
  • Schilddrüsenprobleme
  • Jahreszeitenwechsel

Diese vielfältigen Ursachen zeigen, dass Haarausfall bei Männern durch eine Kombination aus genetischen, körperlichen und emotionalen Faktoren ausgelöst werden kann.

Für die Behandlung von Haarausfall ist es wichtig, die genaue Ursache zu identifizieren, um geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Behandlung von Haarausfall

Die schlechte Nachricht vorneweg: Erblich bedingter Haarausfall ist bei Männern weder heilbar noch umkehrbar.

Die gute Nachricht ist aber: Männer, die frühzeitig mit einer Behandlung der restlichen Haare beginnen, können den Haarausfall stoppen oder zumindest verlangsamen und für mehr Volumen beim verbleibenden Haar sorgen.

Um den Haarausfall aufzuhalten, müssen Sie Ihre Haare sehr sorgfältig behandeln:

  • Früherkennung und Diagnose: Konsultieren Sie einen Dermatologen, um die genaue Ursache des Haarausfalls zu bestimmen und die passende Behandlung zu wählen.
  • Sanfte Haarpflege: Vermeiden Sie aggressives Bürsten und zu straffe Frisuren, die an der Haarwurzel ziehen und das Haar schädigen können. Verwenden Sie milde Shampoos und Pflegemittel, um die Kopfhaut gesund zu halten und Haarbruch zu verhindern.
  • Vermeidung von Haarschäden: Vermeiden Sie heiße Haarbehandlungen wie Föhnen oder chemische Behandlungen, die das Haar schwächen und Haarausfall verursachen können.
  • Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen wie Eisen, Zink und B-Vitaminen ist, um die Gesundheit der Haarwurzeln zu unterstützen.
  • Nahrungsergänzung: Bei Bedarf können Sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, um Nährstoffdefizite auszugleichen.
  • Stressreduktion: Reduzieren Sie Stress durch regelmäßige Entspannungsübungen wie Yoga, Meditation oder autogenes Training, um den negativen Einfluss von Stress auf das Haarwachstum zu minimieren.
  • Kopfhautmassage: Massieren Sie täglich Ihre Kopfhaut für etwa zwei Minuten, um die Durchblutung zu fördern und die Nährstoffversorgung der Haarwurzeln zu verbessern.
  • Medikamentöse Behandlung: Wenn der Haarausfall trotz der genannten Gegenmaßnahmen weiter fortschreitet, besprechen Sie mit Ihrem Arzt rezeptfreie und verschreibungspflichtige Medikamente.

Studien belegen, dass Microneedling die Wirksamkeit von haarwachstumsstimulierenden Mitteln erhöht. Die Ergebnisse unterstützen die Verwendung von Dermarollern zur Behandlung von Haarausfall.

Manche Therapeuten bieten diese, auch als Eigenbluttherapie bezeichnete, Behandlung zur Förderung des Haarwachstums an. Dabei wird Plasma aus Ihrem eigenen Blut in die Kopfhaut injiziert.

Bei fortgeschrittenem Haarausfall kann eine Haartransplantation für viele Männer eine dauerhafte Lösung bieten. Hierbei werden gesunde Haarfollikel in kahlen Bereiche verpflanzt.

Dabei wird häufig zwischen topischen Anwendungen und Nahrungsergänzungsmitteln unterschieden, die spezifische Inhaltsstoffe enthalten.

"Viele Männer wissen nicht, dass eine Kombination aus verschiedenen Wirkstoffen und einer gesunden Lebensweise den Haarausfall deutlich verlangsamen kann. Insbesondere die Anwendung von Minoxidil und die Einnahme von Biotin haben in klinischen Studien positive Ergebnisse gezeigt." - Dr. Max Mustermann, Dermatologe und Spezialist für Haarerkrankungen.

Hier sind einige der bekanntesten Wirkstoffe, die Männern bei der Behandlung von Haarausfall helfen können:

  • Minoxidil: Minoxidil ist einer der bekanntesten Wirkstoffe zur Behandlung von Haarausfall. In Form einer Lösung oder eines Schaums wird er direkt auf die Kopfhaut aufgetragen. Minoxidil verbessert die Durchblutung der Haarfollikel und verlängert die Wachstumsphase des Haares. Dies kann dazu beitragen, den Haarausfall zu verlangsamen und das Haarwachstum zu fördern.
  • Finasterid: Das verschreibungspflichtige Medikament wird zur Behandlung von androgenetischer Alopezie, dem erblich bedingten Haarausfall, eingesetzt. Es wirkt, indem es das Hormon Dihydrotestosteron (DHT) blockiert, welches die Haarfollikel schrumpfen lässt und so den Haarausfall verursacht. Durch die Reduktion von DHT im Körper kann Finasterid helfen, den Haarausfall zu stoppen und sogar neues Haarwachstum zu stimulieren.
  • L-Cystein: Als Aminosäure ein wichtiger Baustein von Proteinen. L-Cystein spielt eine wesentliche Rolle beim Haarwachstum, da es die Bildung von Keratin unterstützt, dem Hauptbestandteil der Haarstruktur. Durch die Stärkung der Haarfaser und die Reparatur von Schäden kann L-Cystein dazu beitragen, die Haargesundheit zu verbessern.
  • Methionin: Diese Aminosäure fügt sich in die Keratinstruktur ein, die den Hauptbestandteil der Proteine in Haaren und Nägeln bildet, und kann so das Haarwachstum fördern.
  • Biotin (Vitamin B7): Biotin ist auch als Vitamin B7 bekannt. Das wasserlösliche Vitamin ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt, einschließlich der Bildung von Keratin. Ein Mangel an Biotin kann zu sprödem Haar und Haarausfall führen. Eine ausreichende Zufuhr von Biotin kann daher helfen, die Haarstruktur zu verbessern und Haarausfall vorzubeugen.

Die Forschung bedient sich gern auch bei Heilkräutern und anderen natürlichen Inhaltsstoffen, die seit Jahrhunderten gegen den Haarausfall bei Männern eingesetzt werden:

  • Mariendistel-Extrakt: Dieser Extrakt stimuliert das Haarwachstum, indem er die Zellen an der Haarwurzel beeinflusst und Haarausfall durch seine Verankerungseigenschaften bekämpft
  • L-Lysin: L-Lysin hat ebenfalls eine wichtige Funktion im Haarwachstum. Es fördert die Aufnahme von Eisen und Zink, zwei Mineralien, die entscheidend für die Gesundheit der Haarfollikel sind. Durch die Unterstützung der Mineralstoffaufnahme kann L-Lysin helfen, das Haarwachstum zu fördern und Haarausfall zu reduzieren.
  • Buschklee: Ein natürlicher und patentierter Aktivstoff, der den Haarzyklus normalisiert und dadurch den Haarausfall verlangsamt.
  • Heidelbeer-Extrakt: Oft als „Superbeere“ bezeichnet, kann dieser Extrakt die Mikrozirkulation anregen, was zur Unterstützung des Haarwachstums beitragen kann.
  • Schachtelhalm-Extrakt: Eine der ältesten Heilpflanzen, die für ihre haarwuchsfördernde Wirkung bekannt ist.
  • Frauenhaarfarn: Ein Aktivstoff, der dazu beiträgt, Haare und Nägel gesund zu erhalten und Haarausfall vorzubeugen.
Wirkstoff Wirkung
Minoxidil Verbessert die Durchblutung der Haarfollikel und verlängert die Wachstumsphase
Finasterid Blockiert das Hormon DHT, welches die Haarfollikel schrumpfen lässt
L-Cystein Unterstützt die Bildung von Keratin und stärkt die Haarfaser
Biotin (Vitamin B7) Verbessert die Haarstruktur und beugt Haarausfall vor

Es gibt kein universelles „bestes Mittel“ gegen Haarausfall, da die Effektivität stark von der Ursache des Haarausfalls abhängt.

Allgemein haben sich einige Mittel und Methoden als wirksam erwiesen.

Medikamente wie Finasterid und Minoxidil sind weit verbreitet und können Männern bei erblich bedingtem Haarausfall helfen, indem sie den Haarwachstumszyklus beeinflussen und die Haarausfallrate reduzieren.

Eine ausgewogene Ernährung und spezielle Nahrungsergänzungsmittel, die Vitamine und Mineralstoffe enthalten, können ebenfalls zur Verbesserung der Haargesundheit beitragen.

Je nach Ursache und Form des Haarverlusts gibt es verschiedene Inhaltsstoffe in Haarwuchsmitteln für Männer, die an ganz unterschiedlichen Punkten ansetzen.

Diese Produkte können helfen, den Haarausfall zu verlangsamen und das Haarwachstum zu stimulieren.

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