Vorzeitiges Ergrauen bei jungen Frauen: Ursachen und was man dagegen tun kann

Es geht wohl vielen von uns so: Entdeckt man im Spiegel das erste graue Haar, zuckt man schon ein bisschen zusammen. Schließlich verbinden viele das Ergrauen mit dem Älterwerden. Doch wieso werden Haare grau und lässt sich dieser Prozess vielleicht aufhalten?

Was sind graue Haare?

Graue Haare verbinden wir zwangsläufig mit dem Älterwerden. Graue Haare entstehen meist im fortschreitenden Alter, wenn im Haar die Produktion des natürlichen Farbpigments Melanin abnimmt. Dies führt dazu, dass Haare grau werden. Sicher ist Dir schon aufgefallen, dass manche Menschen graue Haare haben und andere wiederum weißes Haar.

Graue Haare entstehen, wenn die in den Haarfollikeln enthaltenen Pigmentzellen (Melanozyten) weniger Melanin produzieren. Dieses Farbpigment ist für die Haarfarbe eines Menschen verantwortlich, ganz gleich, ob er blondes, rotes, braunes oder schwarzes Haar hat. Lässt die Produktion dieses Pigments nach, erscheinen die Haare grau oder weiß. Weißes Haar ist das Resultat davon, dass die Melanozyten die Produktion des Farbpigments vollständig eingestellt haben.

Übrigens: Weißes Haar gibt es so gesehen gar nicht. Es erscheint nur weiß, weil es durch den Mangel an Melanin das Licht reflektiert.

Ursachen für graue Haare

Wieso werden Haare grau, und wann und warum bekommt man graue Haare? Die Ursachen für graue Haare sind genetischer, gesundheitlicher und altersbedingter Natur. Aber auch Lebensgewohnheiten spielen bei der Entstehung eine wesentliche Rolle.

Genetische Veranlagung

Unsere Veranlagung bestimmt, wann und wie ausgeprägt wir graue Haare bekommen. Ab wann graue Haare auftreten, ist genetisch bedingt. Manche Menschen bekommen graue Haare bereits mit Anfang 20, was gar nicht mal so selten ist.

Stress

Was genau im Haar und den Melanozyten bei Stress geschieht, ist noch nicht ganz geklärt. Stress beschleunigt den Alterungsprozess und zehrt uns aus. Dies kann auch die Haare grau werden lassen. Setze am besten auf viele Auszeiten, um Ruhe und Kraft zu tanken.

Graue Haare stoppen: Neue Studien zeigen wie es geht!

Lebensstilfaktoren

Aus einer Studie geht hervor, dass Rauchen tatsächlich das Risiko für graue Haare steigert. Fast jeder bekommt graue Haare, die übrigens nicht nur am Kopf auftreten. Die Brustbehaarung und der Bart bei Männern sowie die Augenbrauen-, Achsel- und Schambehaarung bei Männern und Frauen werden im Laufe der Jahre grau bzw. weiß.

Nährstoffmangel

Vitamine und Mineralstoffe sind nicht nur lebenswichtig, sondern fördern auch gesunde Haut und schönes Haar. Achte darauf, viele Antioxidantien zu Dir zu nehmen, die freie Radikale bekämpfen und vor oxidativem Stress schützen. Dunkle Beeren und Nüsse sind reich an antioxidativen Wirkstoffen, die dabei helfen können, dass Deine Haare länger ihre natürliche Farbe behalten. Ein Mangel an Vitamin B12, Eisen, Vitamin D3 oder Kupfer kann die Melaninproduktion beeinträchtigen und damit vorzeitiges Ergrauen begünstigen.

Vorzeitiges Ergrauen: Was ist das?

Beim Ergrauen in jüngeren Jahren spricht man vom frühzeitigen Ergrauen (canities praecox). Der Zeitpunkt unterscheidet sich: Bei hellhäutigen Menschen spricht man von vorzeitigem Ergrauen, wenn sie unter 20 Jahre alt sind, bei Asiaten vor dem 25. und bei Afrikanern vor dem 30. Lebensjahr. Der genaue Mechanismus, der dahintersteckt, ist noch immer nicht gut verstanden. Neben der Genetik könnten bestimmte Medikamente dafür verantwortlich sein, etwa Mittel, die vor Malaria schützen. Außerdem Infektionen wie HIV (Humanes Immunschwächevirus) sowie einige seltene, genetische und immunologische Erkrankungen. Sie behindern die Melaninproduktion, sodass dem Körper die Farbpigmente fehlen.

Was tun gegen graue Haare?

Leider (noch) nicht viel. Die gute Nachricht: Graue Haare sind in der Regel kein medizinisches Problem, manche empfinden sie jedoch ästhetisch als störend: Zumindest früh ergraute Haare werden vielfach immer noch als Anzeichen für vorzeitiges Altern und eine ungesunde Lebensweise wahrgenommen. Wer graue Haare hat und dazu steht, kann dafür sorgen, dass der Schopf gesund, glänzend und kräftig aussieht.

Vorbeugende Maßnahmen

Zwar lassen sich die Zeichen der Zeit nicht gänzlich aufhalten, aber doch deutlich verlangsamen. Sicher fragst Du Dich: Kann man grauen Haaren vorbeugen? In der Tat! Während wir schlafen, regeneriert sich der gesamte Körper. Geschädigte Zellen im Gewebe werden repariert, und das Immunsystem wird gestärkt, indem es Zytokine und Proteine produziert, die Entzündungen bekämpfen. Dein gesamter Organismus nutzt die Schlafphase, um sich zu erholen und zu stärken. Das betrifft natürlich auch Dein Haar.

  • Stress reduzieren: Stress beschleunigt den Alterungsprozess.
  • Ausgewogene Ernährung: Vitamine und Mineralstoffe fördern gesunde Haut und schönes Haar.
  • Schonende Haarpflege: Verzichte auf aggressive Reinigungsmittel, übermäßiges Föhnen und zu häufiges Haarefärben.

Kaschierung grauer Haare

Zum Glück werden nicht alle Haare gleichzeitig und über Nacht grau. Aber immerhin 50% der Frauen, wollen etwas gegen ihre grauen Haare tun. Aber wie können Sie die „ersten Grauen“ verstecken?

  • Ansatzsprays: Kaschieren den hellen Ansatz bis zur nächsten Haarwäsche.
  • Optische Täuschung: Blonde Strähnen sorgen dafür, dass graue Haare weniger auffallen.
  • Haarfärbung/Tönung: Haartönungen oder -färbungen decken graue Haare zeitweise oder langfristig ab.

Hausmittel gegen graue Haare

Du liebst DIY-Haarpflege? Mit Hausmitteln lassen sich graue Haare zwar nicht rückgängig machen, aber vielleicht ein wenig kaschieren.

  • Schwarzer Tee: Koche etwa 2 Beutel schwarzen Tee auf, gib etwas Salz hinein und lass ihn abkühlen. Danach trägst Du den Tee auf das gewaschene, noch feuchte Haar auf und lässt ihn eine Stunde einwirken. Anschließend einfach gründlich ausspülen und wie gewohnt trocknen.
  • Zwiebelsaft: Er kann den Körper dabei unterstützen Wasserstoffperoxid abzubauen, um die Bildung grauer Haare zu verzögern. Der Saft regt zudem die Durchblutung der Kopfhaut an.

Therapien gegen vorzeitiges Ergrauen

Bisher gibt es keine Therapien, um frühzeitiges Ergrauen zu verhindern oder rückgängig zu machen. Die US-Forscher weisen aber auf Fälle hin, in denen durch Einnahme von Medikamenten zur Behandlung bestimmter Erkrankungen eine partielle Rückkehr der Haarfarbe beobachtet wurde. So seien Fälle von Repigmentierung grauer Haare unter der Therapie mit monoklonalen Antikörpern, Tyrosinkinase-Inhibitoren, immunmodulatorischen Medikamenten und Cyclosporin A gemeldet worden.

Bis die Forschung daraus möglicherweise künftige Therapiemöglichkeiten ableite, seien kosmetische Lösungen wie Abdecktechniken, Haarfärbemittel und Haarteile die Möglichkeiten der Wahl, um psychosoziale Folgen des frühzeitigen Ergrauens abzumildern. Schon die Verbesserung der Haardichte beziehungsweise des Haarwachstums durch Mittel wie Minoxidil sei eine Möglichkeit, das Selbstwertgefühl zu verbessern, denn dichtes Haar stehe ebenso für Jugendlichkeit wie der Erhalt der Haarfarbe.

Überblick über Ursachen und Maßnahmen

Ursache Maßnahme
Genetische Veranlagung Nicht beeinflussbar, Akzeptanz oder Kaschierung
Stress Stressmanagement, Entspannungstechniken
Lebensstil (Rauchen, Ernährung) Gesunde Ernährung, Rauchverzicht
Nährstoffmangel Ausgewogene Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel
Krankheiten Ärztliche Behandlung der Grunderkrankung
Oxidativer Stress Antioxidantienreiche Ernährung

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