Juckende, trockene Kopfhaut und Haarausfall: Ursachen und Lösungen

Eine juckende Kopfhaut ist eine Belastung und kann verschiedene Ursachen haben. Manchmal steckt nur ein falsches Shampoo dahinter, es können aber auch ernstere Ursachen verantwortlich sein. Eine ausgeglichene Kopfhaut und volles, glänzendes Haar sind von entscheidender Bedeutung für unser allgemeines Wohlbefinden und Selbstbewusstsein.

Die Kopfhaut ist ein sensibler Bereich des Körpers und erfüllt wichtige Funktionen. Sie schützt den Kopf, sorgt für den Temperaturausgleich und reguliert den Feuchtigkeitshaushalt. Abhängig von der Temperatur erweitern oder verengen sich die Blutgefäße der Kopfhaut. Zusätzlich geben die Schweißdrüsen bei hohen Temperaturen Schweiß zur Kühlung ab.

Normalerweise befindet sich der Feuchtigkeitsgehalt der Kopfhaut im Gleichgewicht. Auch der schützende Talg wird gleichmäßig über die Haarfollikel abgegeben, um Haar und Kopfhaut geschmeidig zu halten. Sind Fett- und Feuchtigkeitshaushalt im Gleichgewicht, ist die Kopfhaut weder zu trocken noch zu fettig. Das ist eine Voraussetzung für schönes, glänzendes Haar, außerdem juckt die Kopfhaut dann in der Regel nicht.

Die Kopfhaut besteht aus mehreren Schichten:

  • Epidermis (Oberhaupt) bildet die oberste Schicht
  • Dermis (Lederhaut) darunterliegend
  • Subkutis (Unterhaut)

Eingebettet in die verschiedenen Hautschichten liegen Nerven, Haarfollikel und Schweiß- sowie Talgdrüsen.

Aufbau der Kopfhaut

Die Oberhaut erneuert sich fortlaufend. Gerät der Prozess von Talgbildung, Verhornung und Schuppung aus dem Gleichgewicht, kann die Kopfhaut austrocknen, jucken oder zu verstärkter Schuppenbildung neigen.

Der Kopfhauttyp wird einerseits durch erbliche Faktoren bestimmt. Das heißt, wenn Sie genetisch bedingt beispielsweise zu trockener Haut neigen, zeigt sich das auch an der Kopfhaut. Andererseits können äußere Einflüsse wie eine falsche Pflege das Gleichgewicht der Kopfhaut stören. Auch verschiedene Erkrankungen äußern sich mitunter über Probleme mit der Kopfhaut. Dazu zählen die Schuppenflechte oder das Seborrhoische Kopfhautekzem. Stress oder hormonelle Veränderungen können ebenfalls Beschwerden auslösen.

Ursachen für juckende Kopfhaut

Die Ursachen für juckende Kopfhaut sind vielfältig und nicht immer ohne Weiteres ersichtlich. Die meisten Ursachen für eine juckende Kopfhaut sind harmlos und können mit Hausmitteln und einer angemessenen Pflege behandelt werden.

Typische Ursachen für den Juckreiz auf der Kopfhaut sind zum Beispiel:

  • Trockene Kopfhaut: Eine Kopfhaut, die genetisch bedingt zu wenig Sebum (Talg) in den Talgdrüsen produziert, reagiert schnell mit Rötungen, einem Spannungsgefühl, Brennen und Jucken.
  • Fettige Kopfhaut: Auch das gegenteilige Extrem kann eine juckende Kopfhaut verursachen. Ist die Talgproduktion zu hoch, sammelt sich Talg auf der Kopfhaut und kann diese reizen.
  • Sonne und Hitze: Zu starke Sonneneinstrahlung oder zu heißes Föhnen können die Kopfhaut austrocknen oder schädigen.
  • Hormonelle Ursachen: Während der Schwangerschaft tritt Juckreiz auf der Kopfhaut häufig aufgrund der hormonellen Veränderungen auf. Auch während der Wechseljahre kann es zu juckender Kopfhaut kommen: In dieser Phase nimmt die Östrogenproduktion ab, was zu einer trockeneren Haut führen kann.

Stehen wir unter Stress, löst das im Körper eine vermehrte Ausschüttung bestimmter Botenstoffe aus. Stresshormone wie Cortisol können dazu beitragen, dass die Kopfhaut zu viel Talg produziert. Gleichzeitig verringert sich ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern. Neben Stresshormonen wirken noch weitere Hormone auf die Kopfhaut ein.

Hormonelle Umstellungen - wie beispielsweise die Pubertät, das Absetzen der Pille, eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre - kurbeln die Talgproduktion in der Kopfhaut an oder verringern sie.

Oft sind ungeeignete Haarpflegeprodukte der Auslöser für eine juckende Kopfhaut. So kann etwa das falsche Shampoo die Kopfhaut austrocknen und reizen. Auch Styling Produkte, wie beispielsweise Haarspray, können zu Irritationen führen. Diese äußern sich unter anderem durch Rötungen oder juckende Pickel auf der Kopfhaut.

Juckende Kopfhaut ist oft eine Begleiterscheinung von Allergien. Die potenziellen Allergene reichen von kosmetischen Inhaltsstoffen über Pollen bis hin zu bestimmten Lebensmitteln. Der Juckreiz kann auch in Verbindung mit einem sogenannten Kontaktekzem auftreten.

Die verschiedenen Jahreszeiten mit ihren typischen Temperaturen können Juckreiz auf der Kopfhaut ebenfalls begünstigen. Im Sommer sind Hitze und die Sonne mögliche Gründe, da die verstärkte UV-Strahlung die Kopfhaut austrocknet und irritiert. Im Winter wird juckende Kopfhaut oft durch die trockene, kalte Außenluft ausgelöst.

Kopfhauterkrankungen als Ursache

Auch verschiedene Erkrankungen äußern sich mitunter über Probleme mit der Kopfhaut. Dazu zählen die Schuppenflechte oder das Seborrhoische Kopfhautekzem.

Einige der Erkrankungen, die zu Juckreiz und Haarausfall führen können, sind:

  • Neurodermitis: Bei Neurodermitis (atopisches Ekzem) bilden sich juckende, schuppende Ekzeme nicht selten auch auf der Kopfhaut. Diese sind oft trocken, können sich aber entzünden und nässen.
  • Seborrhoisches Ekzem: Das seborrhoische Ekzem geht mit Entzündungen und fettigen Schuppen auf der Kopfhaut einher.
  • Schuppenflechte: Die Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, ist eine Hauterkrankung, die sich durch typische rote Plaques mit silbrigen Schuppen auszeichnet. Oft ist ein ausgeprägter Juckreiz vorhanden.
  • Kopfpilz: Einen Kopfpilz nennt man auch Tinea capitis. Er gehört zur Gruppe der Hautpilze oder Dermatophytosen. Es ist eine Infektionskrankheit, die vor allem Kinder betrifft.

Gut zu wissen: Juckende Kopfhaut in Kombination mit Haarausfall ist ebenfalls möglich.

Juckende Kopfhaut bei Babys und Kindern

Juckende Kopfhaut betrifft nicht nur Erwachsene, sondern kommt auch bei Babys und Kindern vor. Bei Säuglingen ist Juckreiz ein typisches Symptom von Milchschorf - ein Hautzustand, der häufig bei Babys ab dem dritten Lebensmonat auftritt. Dabei zeigt sich zunächst eine entzündliche Stelle im Bereich des Scheitels, auf der sich im weiteren Verlauf nässende Bläschen und gelbliche Schuppen bilden.

Weitere denkbare Ursachen für juckende Kopfhaut bei Kindern sind Ekzeme (beispielsweise Neurodermitis), Allergien oder Unverträglichkeiten.

Was tun gegen juckende Kopfhaut?

Gereizte, trockene und juckende Kopfhaut braucht Schutz und die richtige Pflege. Vermeiden Sie alles, was für die Haut eine zusätzliche Belastung darstellen könnte. Bei akutem Juckreiz gilt: Nicht kratzen! Wenn Sie es nicht aushalten, klopfen Sie leicht mit den Fingern auf die Kopfhaut. Außerdem trägt Kälte dazu bei, den Juckreiz auf der Kopfhaut zu lindern. Legen Sie sich ein feuchtes Handtuch oder ein in ein Geschirrtuch gewickeltes Kühlpad auf den Kopf.

Um den unangenehmen Juckreiz auf der Kopfhaut nachhaltig mildern zu können, ist Ursachenforschung der erste Schritt. Ist diese erfolgreich verlaufen, können geeignete Maßnahmen ergriffen werden - gegebenenfalls auch mit ärztlicher Unterstützung. Darüber hinaus ist vor allem eine Sache besonders wichtig: die Kopfhaut richtig zu pflegen.

Ein weiterer Tipp: Spezielle medizinische Shampoos können helfen, die Beschwerden zu lindern. Sie enthalten Inhaltsstoffe, die antimykotisch, juckreizlindernd oder entzündungshemmend wirken. Idealerweise lassen Sie sich vor dem Einsatz eines solchen Shampoos ärztlich beraten.

Bei der Pflege von Haar und Kopfhaut liegt der Fokus vor allem auf den verwendeten Wirkstoffe:

  • Lipohydroxysäure (LHA): LHA zeichnet sich durch seine peelende und damit zellerneuernde Wirkung aus.
  • Glycerin: Glycerin ist die Bezeichnung für einen dreiwertigen Alkohol, der unter anderem als natürlicher Feuchthaltefaktor in der Haut und der Kopfhaut vorkommt.
  • Thermalwasser: Das besondere Quellwasser zeichnet sich insbesondere durch seine mineralreiche Zusammensetzung aus.
  • Zink: Auch für die Kopfhaut ist Zink wichtig. Kommt es zu einem Mangel, begünstigt dies Irritationen, Entzündungen und die Bildung von Schuppen.
  • Menthol: Menthol ist ein beliebter Wirkstoff in Anti-Schuppen-Shampoos für juckende Kopfhaut.

Das passende Shampoo ist die Grundlage der Pflegeroutine bei juckender Kopfhaut. Berücksichtige dabei vor allem die Bedürfnisse der Kopfhaut. Wähle generell ein Shampoo für empfindliche Kopfhaut und stimme die Formel darüber hinaus auf trockene, fettige und/oder zu Schuppen neigende Kopfhaut ab. Das Shampoo sollte zudem beruhigende, juckreizmildernde Wirkstoffe enthalten.

Haarmasken und Haarkuren werden verwendet, um das Haar zusätzlich zu pflegen und zu stärken. Neigst du jedoch zu trockener, schuppender und juckender Kopfhaut, kann das Auftragen von Haarkuren und Haarmasken am Ansatz durchaus sinnvoll sein. Sie versorgen die trockene Kopfhaut mit Feuchtigkeitsspendern, wohltuenden Ölen oder auch Vitaminen.

Hausmittel gegen Juckreiz

Deine Haarroutine gegen juckende Kopfhaut kannst du mit verschiedenen Hausmitteln ergänzen. Dabei solltest du jedoch zunächst vorsichtig testen, wie deine Kopfhaut auf das von dir ausgewählte Hausmittel reagiert. Ist deine Kopfhaut beispielsweise sehr empfindlich, kann es zu Irritationen kommen. Auch allergische Reaktionen können auftreten.

  • Olivenöl: Olivenöl ist reich an wichtigen Fettsäuren und hilft insbesondere bei trockener, juckender Kopfhaut. Es spendet viel Feuchtigkeit und mildert Juckreiz sowie Schuppen.
  • Kokosöl: Ähnlich wie Olivenöl schenkt auch Kokosöl trockener Kopfhaut Feuchtigkeit und wirkt Juckreiz entgegen. Es ist für ohnehin fettige Kopfhaut nur bedingt geeignet.
  • Apfelessig: Apfelessig soll Entzündungen und Juckreiz mildern, ist bei empfindlicher und trockener Kopfhaut allerdings oft zu scharf.
  • Aloe vera: Zur Anwendung kommt hierbei das Gel der Aloe vera, das Haut, Kopfhaut und Haaren wichtige Feuchtigkeit spendet.

Gesunde Kopfhaut: Was langfristig gegen Juckreiz hilft:

  • Verwenden Sie ein mildes, pH-neutrales Shampoo, möglichst ohne Duft- und Konservierungsstoffe.
  • Waschen Sie Ihr Haar nicht täglich - bei akuten Problemen idealerweise maximal zweimal pro Woche.
  • Waschen Sie Ihre Haare nicht mit heißem, sondern mit lauwarmem Wasser.
  • Lassen Sie das Haar nach Möglichkeit an der Luft trocknen oder föhnen Sie es nur kurz und nicht zu heiß.
  • Verzichten Sie weitestgehend auf Haarfärbeprodukte.
  • Vermeiden Sie sehr enge Kopfbedeckungen und tragen Sie vorzugsweise Mützen aus Baumwolle.
  • Schützen Sie Ihren Kopf gegen starke Sonneneinstrahlung, zum Beispiel durch einen locker sitzenden Sonnenhut.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Körper alle Nährstoffe erhält, die er braucht, sowie genug Feuchtigkeit.
  • Stress und Anspannung können die Kopfhaut negativ beeinflussen. Versuchen Sie, Stress abzubauen.

Haarausfall (Alopezie)

Eine juckende Kopfhaut ist kein direkter Auslöser für Haarausfall. Geht der Juckreiz jedoch mit Entzündungen einher, begünstigt dieser Zustand der Kopfhaut einen verstärkten Haarverlust. Haarausfall kann jedoch zu Juckreiz führen.

Beträgt der Haarverlust allerdings mehr als 100 Haare über einen längeren Zeitraum oder treten Anzeichen dünner werdenden Haars auf, wird von Haarausfall gesprochen.

Die drei häufigsten Formen des Haarausfalls lassen sich klar voneinander unterscheiden:

  • Androgenetische Alopezie: Die androgenetische Alopezie geht auf eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln auf das männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT) zurück.
  • Kreisrunder Haarausfall: Charakteristisch für den kreisrunden Haarausfall sind runde kahle Stellen am Kopf.
  • Diffuser Haarausfall: Der diffuse Haarausfall ist die am häufigsten vorkommende Form von Haarverlust bei Frauen. Er macht sich hauptsächlich dadurch bemerkbar, dass die Haare auf dem ganzen Kopf gleichmäßig dünner werden und ausfallen.

Je nach auftretender Form der Alopezie können unterschiedliche Faktoren den Haarausfall auslösen. Während erblich bedingter Haarausfall auf keine äußeren Einflüsse zurückzuführen ist, hat diffuser Haarausfall viele Ursachen. Äußere Faktoren (insbesondere Stress, Nährstoffmangel oder eine ungesunde Ernährung) können sich negativ auf Haare und Kopfhaut auswirken.

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall sind abhängig von der Art der Alopezie. Bei plötzlichem oder länger anhaltendem Haarverlust kann medizinisches Fachpersonal beratend zur Seite stehen und bei der Diagnose helfen.

Tabelle: Übersicht über Kopfhauttypen, Merkmale und Pflegehinweise

Kopfhauttyp Merkmale Pflegehinweise
Normale Kopfhaut Ausgeglichener Fett- und Feuchtigkeitshaushalt, gesundes Haar Milde Shampoos, regelmäßige Pflege
Fettige Kopfhaut Verstärkte Talgproduktion, fettiges Haar, ölige Kopfhaut, gelbliche Schuppen Shampoos für fettige Kopfhaut, Vermeidung von übermäßiger Pflege
Trockene Kopfhaut Empfindlich, Brennen, Juckreiz, Rötungen, trockene Schuppen Feuchtigkeitsspendende Shampoos, Vermeidung von heißem Wasser und Föhnen

Prof. Dr. Abeck: Juckende Kopfhaut, was man dagegen tun kann und warum Shampoos häufig nicht helfen

Wann sollten Sie zum Arzt oder zur Ärztin gehen?

Ärztliche Hilfe bei juckender Kopfhaut ist notwendig, wenn der Juckreiz Ihr tägliches Leben beeinträchtigt, länger anhält (über mehrere Tage bis Wochen) oder immer wieder auftritt und Sie die Beschwerden nicht selbständig beherrschen können.

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