Jersey Stoff Eigenschaften: Ein umfassender Leitfaden

Jerseystoffe sind in aller Munde und mit Sicherheit die am meisten genähten Stoffe überhaupt. Aber wenn man Begriffe wie Viskosejersey, Romanit oder gar Punto di Roma hört, fragt man sich unweigerlich: was genau ist das denn nun? In diesem Artikel erklären wir Dir die wichtigsten Jerseystoffe und ihre Eigenschaften.

Eigentlich erstaunlich, denn Jersey ist heutzutage kaum mehr aus unserem Leben wegzudenken. Vom klassischen Shirt bis zur Jersey Unterwäsche, vom Jersey Kleid bis zur Jersey Bettwäsche - dieser Stoff ist allgegenwärtig. Und gerade deshalb wollen wir hier versuchen, einige dieser Fragen zum Jersey Stoff zu beantworten.

Was ist Jersey für ein Stoff? Die besonderen Eigenschaften von Jersey Jersey Stoff stilvoll kombinieren: Tipps und Tricks Die verschiedenen Arten von Jersey Die richtige Pflege für Jersey Die Herstellung des Textils Jersey, Sweat und Baumwolle - was ist der Unterschied?

Tipps zum Nähen mit Jersey - 5 Dinge, die du über Jerseystoff wissen solltest

Allgemeines über Jerseystoffe

Ganz einfach zu erklären ist der Name Jersey. Er leitet sich vermutlich von der britischen Kanalinsel Jersey ab, die schon seit dem Mittelalter bekannt für ihre Strickwaren und ihre Wollprodukte war.

Die britische Kanalinsel Jersey.

Im 19. Jahrhundert trug die viktorianische Schönheit und Society-Dame Lillie Langtry durch ihren damals sehr angesagten Modestil zur Popularität dieser Exportschlager ihrer Heimat bei. Richtig bekannt gemacht hat das Material dann später Coco Chanel mit ihren Kollektionen und so trat der Stoff seinen Siegeszug in der Mode- und Nähwelt an.

Richtig kompliziert wird es aber, wenn man weiß, dass es viele verschiedene Jerseys gibt, die ihren Namen einerseits durch die Herstellungsart und andererseits durch das verwendete Material erhalten. Die totale Verwirrung erlebt man dann, wenn Hersteller diese Begriffe beliebig austauschbar einsetzen oder das gleiche Material mehrere Namen trägt. Wir versuchen hier einmal Licht ins Dunkel zu bringen.

Was ist Jersey für ein Stoff?

Das besondere an Jersey Stoff ist, dass er gestrickt oder gewebt wird. Wenn man genau hinschaut, sieht man deshalb bei Jersey Stoffen im Gegensatz zu Webstoffen die einzelnen Maschen. Bei der Wahl der Grundmaterialien sind fast keine Grenzen gesetzt: Neben den beliebten Baumwoll- oder Viskose-Jersey gibt es auch Jersey Stoffe aus Kunstfasern wie Polyester oder Polyacryl. Sogar aus Wolle oder Seide kann ein Jersey-Stoff entstehen. Oft kommt noch ein Elasthan-Anteil dazu. Und natürlich gibt es auch bei Jersey Stoffen die verschiedensten Material-Mischungen. Man sieht also sofort: Jersey Stoffe überzeugen mit ihrer Vielseitigkeit.

Die besonderen Eigenschaften von Jersey

Wie fühlt sich Jersey Stoff an? Diese Frage ist leicht beantwortet: Wie alle Strickstoffe zeichnet er sich vor allem durch das besondere Tragegefühl aus. Jersey Stoffe sind weich und geschmeidig. Sie schmiegen sich wunderbar an den Körper an und sind deshalb besonders komfortabel. Durch die Strickstruktur sind Sie immer leicht dehnbar. Diese Dehnbarkeit kann durch einen Elasthan-Anteil noch verstärkt werden und es entstehen sogenannte Elastik Jersey Stoffe.

Alles in allem sind Jersey Stoffe also die perfekte Wahl für bequeme Freizeit-Kleidung: vom T-Shirt bis zum Jersey Kleid, von der Shirtjacke bis zur Sport-Leggings. Jersey kann aber nicht nur Kleidung! Auch im Bereich der Bettwaren spielt Jersey eine wichtige Rolle: Fast jeder hat wohl ein Jersey-Bettlaken zu Hause. Und auch Jersey Bettwäsche wird dank des weichen, geschmeidigen Griffs immer beliebter.

Jersey Stoff stilvoll kombinieren: Tipps und Tricks

Vorsicht ist geboten, wenn Jersey zu eng anliegt. Dank der natürlichen Dehnbarkeit engt Jersey nicht ein. Da kann man sich leicht mal in der Größe vergreifen und unter einem zu engen Kleidungsstück kommt dann das eine oder andere kleine Pölsterchen zum Vorschein. Das ist besonders bei sehr dünnen und leichten Jersey Stoffen der Fall. Wer sich etwas schlanker mogeln will - und wollen wir das nicht alle? - sollte also lieber zu den formstabileren Double-Jersey Stoffen greifen.

Lange vorbei sind die Zeiten als Jersey Stoffe nur für Unterwäsche und Sportkleidung zum Einsatz kamen. Natürlich sind sie in diesen Bereichen immer noch unverzichtbar, doch sie haben längst die Mode erobert: Ein Jersey Blazer ist im Büro sicher gern gesehen und ein feminines Jersey Kleid kann für einen großen Auftritt beim Familienfest sorgen.

Grundsätzlich gilt: Je edler das Grundmaterial, desto “salonfähiger” ist das Kleidungsstück aus Jersey. So kann zum Beispiel Viskose-Jersey mit seinem feinen Glanz beeindrucken oder Punto di Roma Jersey auch nach Stunden des Tragens noch perfekt in Form sein. Für alle die es edel und bequem zugleich lieben, haben wir einen Tipp: Kleidung im Material-Mix liegt voll im Trend! Kein Wunder, denn eine schicke Bluse aus Webstoff oder Spitze erhält dank eines Rückenteils oder Ärmeln aus Jersey die Extra-Portion Bequemlichkeit. So trifft Style auf Komfort.

Welche Herstellungsarten für Jerseystoffe gibt es?

Es lohnt sich, einmal genauer hinzusehen, wie Jersey hergestellt wird. Alleine dadurch ergeben sich viele Materialunterschiede, die auch die Eigenschaften des Stoffs bestimmen. Alle Jerseys gehören zu den sogenannten Maschenwaren, die entweder gestrickt oder gewirkt werden. Der Unterschied ist, dass beim Stricken ein horizontaler Faden eine Maschenreihe bildet, während beim Wirken ein vertikaler Faden zusammen mit dem benachbarten Faden ein sogenanntes Maschenstäbchen bildet. Gewirkte Stoffe können ausschließlich maschinell hergestellt werden.

Single-Jersey

Der Single-Jersey oder auch Tricot-Stoff ist die verbreitetste Jersey-Art. Sie wird mit einer Nadelreihe in einer Strickmaschine hergestellt und hat daher auch zwei Seiten für jeweils die linken und die rechten Maschen. Das macht den Stoff dehnbar, aber leider auch empfindlich für Laufmaschen. Eine weitere typische Eigenschaft, die besonders Nähanfänger nervt, ist das Aufrollen der Schnittkanten. Nähte und Säume sollte man daher immer gut sichern.

Detailansicht eines Baumwoll-Single-Jersey. Deutlich zu erkennen sind die beiden unterschiedlichen Seiten.

Double-Jersey

Der Double-Jersey ist in der Regel Rechts-Rechts gestrickter oder gewirkter Jersey (wobei es auch Links-Links-Varianten gibt). Dadurch ergibt sich auf beiden Seiten das gleiche Maschenbild, er ist also auf beiden Seiten gleich. Erst wenn man ihn dehnt, erscheinen die linken Maschen unter den rechten. Ein typisches Beispiel für Double-Jersey ist der Feinripp. Das macht den Stoff robuster und hochwertiger als Single-Jersey.

Interlock-Jersey

Wenig elastisch ist der an zwei Nadelreihen gestrickte Interlock-Jersey. Auch er hat zwei gleiche Seiten und eine geschlossene Oberfläche, die dadurch entsteht, dass im Prinzip zwei Lagen miteinander verbunden werden (interlock). Das Material ist dadurch sehr stabil und lässt sich auch extrem gut verarbeiten.

Jacquard-Jersey

Jacquard wird in mit Maschinen hergestellt, die dem Stoff durch verschiedene Varianten der Bindung eine Strukturmusterung geben. Der Hersteller kann hier sehr kreativ sein und Jacquard-Jersey gibt es daher in vielen tollen Designs mit interessanten Optiken. Der Stoff wirkt dadurch sehr hochwertig und edel.

Detailansicht der durch die Herstellungsart bedingten Struktur des Jacquard-Jerseys.

Cloqué-Jersey

Eine weitere Herstellungsart, die zu Strukturen im Stoff führt, ist der Cloqué-Jersey bei dem zwei unterschiedliche Lagen miteinander verstrickt werden. Die besondere Optik entsteht dadurch, dass die Unterware sehr straff und die Oberware eher locker gespannt ist. Durch das verwendete Garn zieht sich die untere Lage zusammen und wirft die obere Lage blasenartig auf. Es entsteht so ein schöner, edler Effekt.

Welche Materialien verwendet man für Jerseystoffe?

Wem die verschiedenen Herstellungsarten noch nicht kompliziert genug waren, der kann sich nun freuen, dass es auch ziemlich viele Materialien gibt, aus denen Jersey hergestellt wird. Aus Herstellungsart und Materialzusammensetzung ergeben sich so unzählige Möglichkeiten. Im Handel werden die Stoffe häufig mit der Materialbezeichnung verkauft. Ein Baumwolljersey kann also Single-Jersey oder Double-Jersey sein. Hier informiert man sich am besten vor dem Kauf genau.

Diverse Jersey-Stoffe: Jacquard, Viskosejersey, Baumwoll-Stretch-Jersey, Romanit Jersey (von oben nach unten).

Baumwolljersey oder Stretch-Jersey

Die am häufigsten verwendete Bezeichnung Baumwolljersey beschreibt in der Regel Single-Jerseys die zwar aus Baumwolle bestehen, der aber 3-5% Elasthan beigemischt wurde. So sind die Stoffe besonders elastisch und werden daher seltener auch als Stretch-Jersey verkauft. Diese Stoffe machen den Großteil eines Sortiments in einem Stoffladen aus und wenn man zum Beispiel bedruckte Kinderstoffe kauft, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich um einen Jersey dieser Art handelt.

Verwendet für: Kinderkleidung, T-Shirts, Pullover, Sportkleidung, Alltagskleidung

Reiner Baumwolljersey

Jetzt wird es richtig kompliziert, denn neben den oben genannten Baumwoll-Elasthan-Gemischen gibt es auch Jersey aus reiner Baumwolle! Die Dehnbarkeit kommt dann ausschließlich über die Bindung. Um sie von den auch als Baumwolljerseys vermarkteten Stretch-Jerseys zu unterscheiden, werden sie im Handel meist mit Bezeichnungen wie „Reiner Baumwolljersey“ oder „100% Baumwolle“ gekennzeichnet. Aus Baumwolljerseys sollte man eher weit fallende Sachen nähen, da das Material ausbeult. Ein Vorteil ist die Eignung für Allergiker.

Verwendet für: weite Kleidung, Unterwäsche

Viskosejersey

Viskose ist entgegen vieler Gerüchte keine reine Kunstfaser, sondern ein industriell hergestelltes Produkt aus natürlicher Cellulose. Es ist der Baumwolle sehr ähnlich, fällt aber etwas schwerer. Viskosejerseys enthalten in der Regel neben der Viskose auch einen Elasthan-Anteil.

Verwendet für: Leichte Kleider, schön fallende Shirts und Tops, feminine Kleidung

Romanit Jersey / Punto di Roma

Dieser Stoff trägt viele Namen und damit auch zur Verwirrung bei. Im Prinzip handelt es sich beim Romanit Jersey um einen Interlock-Jersey, der aus einem Gemisch aus Viskose, Polyester und Elasthan hergestellt wird. Dies verleiht ihm einige tolle Eigenschaften.

Detailansicht von Romanitjersey mit zwei gleichen Seiten, die durch die Herstellungsart bedingt sind.

Verwendet für: Mode für Erwachsene, Kleider, Hosen, Shirts

Wolljersey

Wolljersey ist der ursprünglichste der Jerseys, waren doch die ersten Exportschlager der Insel Jersey aus reiner Schurwolle. Mittlerweile verkaufen sich auch Wolle-Acryl-Mischungen als Wolljerseys, ihre Eigenschaften sind aber recht ähnlich. Der Stoff wärmt sehr gut.

Verwendet für: Babystrampler, Kinderunterwäsche, generell warme Kleidung

Funktionsjersey

Diese Jerseyart wird aus Kunstfasern hergestellt (Nylon, Polyester) und trocknet dadurch sehr schnell. Ansonsten ist er sehr elastisch und hat die gleichen figurbetonenden Eigenschaften wie Stretch-Jersey. Ein Nachteil ist, dass sich Schweißpartikel auf den Fasern ablagern. Man sollte ihn also häufiger waschen.

Verwendet für: Sportbekleidung, Leggings, Tops

Folienjersey

Zu guter Letzt dürfen in dieser Sammlung die Folienjerseys nicht fehlen. Diese Stoffe werden vor allem für Kostüme zu Karneval oder Halloween verwendet. Sie bestehen aus Kunstfaserfolien auf einer Trägerschicht und haben häufig sehr schimmernde Oberflächen, Schuppenmuster oder Paillettenimitationen.

Verwendet für: Karnevalskostüme, Partymode

Die verschiedenen Arten von Jersey

Jersey ist nicht gleich Jersey! Und für alle die sich schon mal gefragt haben: “Welche Arten von Jersey gibt es?” haben wir hier die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zusammengestellt!

Man kann die verschiedenen Jersey Stoffe einerseits nach den verwendeten Materialien unterscheiden:

  • Baumwolljersey hat alle positiven Eigenschaften der Baumwolle. Er ist atmungsaktiv, temperaturausgleichend und nimmt Feuchtigkeit gut auf: also die perfekte Wahl für Sommer-Kleidung.
  • Viskose Jersey beeindruckt vor allem durch den wunderbar weichen Griff, den fließenden Fall und den dezenten, aber doch edlen Glanz. Er kommt besonders oft für feminine Shirts mit Wasserfall-Ausschnitt oder fließende Kleider zum Einsatz.
  • Polyester Jersey eignet sich ideal zum Bedrucken. Auf ihm kommen farbenfrohe Muster und Motive besonders schön und strahlend zur Geltung. Und auch im Sportbereich hat er einen festen Platz: Microfaser-Qualitäten sind besonders atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und temperaturausgleichend. Zudem trocknen sie schnell.
  • Als Stretch Jersey bezeichnet man Jersey Stoffe mit Elasthan-Anteil. Diese Stoffe sind besonders elastisch und finden immer wieder in ihre Ursprungsform zurück. Zum Einsatz kommt Stretch Jersey vor allem für körperbetonte Kleidung wie Leggings und figurbetonte Shirts und Kleider.

Andererseits gibt es die Unterscheidung nach den verschiedenen Strick- oder Wirkarten:

  • Single-Jersey ist wohl die bekannteste Jersey-Art. Er wird mit einer Nadel gestrickt und hat so zwei verschiedene Seiten: eine Außenseite mit rechten und eine Innenseite mit linken Maschen. Single-Jersey ist dünn, weich und auch ohne Elasthan-Anteil dehnbar. Er wird für Shirts ebenso verwendet wie für Unterwäsche und Jersey Bettwäsche.
  • Im Gegensatz zum Single-Jersey gibt es auch noch eine ganze Reihe von Double-Jerseys. Diese haben gemeinsam, dass sich die Vorder- und Rückseite nicht unterscheiden: Beide Seiten zeigen glatten Rechtsstrick. Double-Jerseys sind vergleichsweise dicker, griffiger und meist auch formstabiler. Beispiele dafür sind.
  • Interlock Jersey ist wunderbar weich, leicht dehnbar aber zugleich besonders formstabil. Er wird häufig für etwas wärmere Shirts, Shirtjacken oder auch bequeme Hosen verwendet.
  • Ripp-Jersey gibt es in verschiedenen Varianten: Doppel- oder Feinripp. Hier entsteht die Rippenstruktur durch das Abwechseln von linken und rechten Maschen. Auch ohne Elasthan sind diese Jersey Stoffe besonders dehnbar und perfekt für körpernahe Kleidung geeignet. Darum wird auch Unterwäsche oft daraus gefertigt.
  • Romanit Jersey oder auch Punto di Roma Jersey ist der absolute Spitzenreiter, wenn es um Formstabilität geht. Er ist etwas fester als die anderen Jersey-Arten, leiert und beult nicht aus und ist trotzdem angenehm weich und dehnbar. So wird er auch zum wahren Figurschmeichler, weil er kleine Pölsterchen geschickt überspielt. Eine tolle Qualität für Kleider, Blazer oder Hosen.

Die richtige Pflege für Jersey

Wie soll man Jersey waschen? Wie darf man Jersey bügeln? Diese Fragen zur Pflege von Jersey Stoffen ist gar nicht so einfach zu beantworten, weil die Pflege von den verwendeten Materialien abhängt. Prinzipiell ist Jersey pflegeleicht und kann in der Maschine bei 30-40 °C gewaschen werden. Bei Jersey mit Elasthan gilt: Cool bleiben! Wenn Elasthan zu heiß wird verliert es seine Elastizität und leiert aus. Also lieber nicht über 30°C waschen. Das gilt übrigens auch für das Bügeln!

Die Herstellung des Textils

Im Gegensatz zu Webstoffen, werden Jersey Stoffe entweder gestrickt oder gewirkt. Single-Jerseys werden mit einer Nadel glatt rechts gestrickt. So entstehen die verschiedenen Seiten des Stoffs. Außerdem macht das den Stoff in der Längsrichtung dehnbar. Das hat auch Auswirkungen auf die Verarbeitung von Jersey: Der Fadenlauf muss beachtet werden und die Nähte müssen ebenso wie der Jersey dehnbar sein. Erreicht wird das meist durch den Einsatz von Overlock-Nähmaschinen, die durch die besondere Stichart für dehnbare Nähte sorgen. So braucht man kein spezielles, dehnbares Jersey Garn, sehr wohl aber eine sogenannte Jersey Nadel. Sie ist nicht spitz, sondern leicht abgerundet (wie eine Sticknadel) und sorgt dafür, dass zwischen den Maschen genäht wird, anstatt die Maschen zu durchstechen. Double-Jerseys werden mit mehreren Nadeln oder Nadelreihen und mehreren Fäden gleichzeitig meist rechts-rechts gestrickt oder gewirkt. Das bewirkt, dass beide Seiten das gleiche “Muster” haben. Für die fertigen Stoffe gelten dieselben Regel wie für Single-Jerseys. Weil sie sich an den Kanten aber im Gegensatz zu Single-Jersey nicht rollen, sind sie etwas leichter zu Nähen.

Jersey, Sweat und Baumwolle - was ist der Unterschied?

Was ist der Unterscheid zwischen Jersey und Baumwolle? Diese Frage hört man häufig, aber leider kann man sie so nicht beantworten, denn oft sind Jersey Stoffe ja eben aus Baumwolle gemacht. Richtig müsste es heißen: Was ist der Unterschied zwischen Jersey und Web-Stoffen?

Web-Stoffe (landläufig oft als Baumwoll-Stoffe bezeichnet) werden, wie der Name schon sagt, gewebt. Sie sind von sich aus nicht dehnbar, außer es wird ein elastisches Material wie zum Beispiel Elasthan verwendet. Jersey Stoffe dagegen werden gestrickt oder gewirkt und sind grundsätzlich leicht dehnbar.

Und wie kommt da jetzt der Sweat Stoff ins Spiel? Er ist sozusagen der größere und etwas dickere Bruder des Jersey Stoffs. Genau wie dieser wird er nämlich gestrickt. Er hat eine glatte, rechts gestrickte Außenseite und eine strukturierte, links gestrickte Innenseite. Diese Innenseite ist oft zusätzlich angeraut: Das macht ihn besonders weich, kuschelig und wärmend.

Tabelle: Übersicht der Jersey-Stoffarten und ihre Eigenschaften

Stoffart Material Eigenschaften Verwendung
Baumwolljersey Baumwolle (oft mit Elasthan) Atmungsaktiv, temperaturausgleichend, dehnbar Kinderkleidung, T-Shirts, Alltagskleidung
Viskosejersey Viskose (oft mit Elasthan) Weich, fließend, leicht glänzend Leichte Kleider, feminine Oberteile
Romanit Jersey Viskose, Polyester, Elasthan Formstabil, anschmiegsam, kühlend Kleider, Hosen, Blazer
Funktionsjersey Nylon, Polyester, Elasthan Hochelastisch, schnell trocknend Sportbekleidung, Leggings
Wolljersey Schurwolle (oder Wolle-Acryl-Mischungen) Warm, elastisch Winterkleider, Pullover, Kinderbekleidung

tags: #Jersey #Stoff #Eigenschaften

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