Japanisches Heilpflanzenöl und Haarausfall: Was Studien sagen

Viele Menschen wünschen sich gesunde, lange und volle Haare. In der Drogerie gibt es unzählige Haarpflegeprodukte, die dafür sorgen sollen, dass die Mähne lang und gesund wächst. Ein Mittel, das in diesem Zusammenhang immer wieder genannt wird, ist japanisches Heilpflanzenöl. Aber was sagt die Wissenschaft dazu?

Pfefferminze – Alles, was du über ihre Wirkung wissen solltest.

Die Grundlagen: Was ist japanisches Heilpflanzenöl?

Japanisches Heilpflanzenöl ist oft auch als Minzöl bekannt. Es soll die Haare besser wachsen lassen und die Kopfhaut beruhigen. Das Öl ist vor allem bekannt für seine lindernde Wirkung bei Kopfschmerzen. Außerdem soll die Heilpflanze bei Verspannungen und Erkältungen helfen.

Pfefferminzöl soll aber auch positiv auf die Haare und Kopfhaut wirken können. Willst du Haaren und Kopfhaut mit Pfefferminzöl etwas Gutes tun, musst du nicht extra ein Pflegprodukt kaufen, das das ätherische Öl enthält. Denn mit Pfefferminzöl lässt sich ganz einfach und aus nur zwei Zutaten eine Haarkur herstellen. Pfefferminzöl kann vermischt mit Kokosöl als Haarkur dienen.

Vermische die beiden Öle miteinander. Trage die Mischung auf deine Kopfhaut auf und lasse sie mindestens eine Stunde, am besten aber über Nacht einwirken.

Wirkt Pfefferminzöl für schöne Haare?

Pfefferminzöl kannst du einfach und kostengünstig in deine Haarpflege einbinden. Aber hält das Pfefferminzöl in Bezug auf die Haare, was es verspricht? Eine Studie hat sich dieser Frage angenommen.

Forscher:innen untersuchten vier Wochen lang den Effekt, den Pfefferminzöl auf das Haarwachstum bei Mäusen hat. Die Ergebnisse der Studie deutet daraufhin, dass Pfefferminzöl tatsächlich für ein besseres Haarwachstum sorgt, da Follikelzahl und Follikeltiefe zunahmen. Haarfollikel sind die Strukturen um die Haarwurzel herum und sorgen für die Verankerung der Haare in der Haut.

Zwar lässt sich bisher nicht auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse sagen, ob Pfefferminzöl auch auf menschliche Haare positiv wirkt. Das ätherische Öl kannst du allerdings trotzdem zur Ergänzung deiner Haarpflege verwenden, um zu schauen, welche Wirkung es für dich hat. Möchtest du deine Haare lang wachsen lassen, ist es außerdem ratsam, sich nicht auf einen einzigen Inhaltsstoff zu verlassen.

Weitere natürliche Öle im Fokus

Neben japanischem Heilpflanzenöl gibt es auch andere natürliche Öle, die in der Diskussion um Haarausfall und Haarwachstum eine Rolle spielen.

Rosmarinöl: Ein Wachstumsbooster?

Rosmarinöl wird oft als Wachstumsbooster für das Haar gefeiert. Es soll die Längen stärker und dicker erscheinen lassen und die Kopfhaut pflegen. Aber lässt Rosmarinöl das Haar wirklich schneller und dicker wachsen?

Eine Studie aus dem Jahr 2015 verglich über einen Zeitraum von einem halben Jahr die Wirksamkeit von Rosmarinöl und Minoxidil bei Proband:innen mit androgenetischer Alopezie. Nach der Hälfte des Beobachtungszeitraums wurden keine Unterschiede festgestellt. Nach sechs Monaten wurde bei beiden getesteten Gruppen ein Anstieg des Haarwachstums bemerkbar, was einerseits die Wirkung von Rosmarinöl auf das Haarwachstum bestätigt und andererseits zeigt, dass eine kontinuierliche Anwendung über eine Dauer von mehreren Wochen bis Monaten unabdingbar ist, um sichtbare Veränderungen zu erzielen.

Außerdem merken Expert:innen an, dass Rosmarinöl durchblutungsfördernd auf Kopfhaut und Haare wirkt, wodurch die Haarfollikel besser mit Blut versorgt werden, die Haarwachstumsphase verlängert und im Umkehrschluss Haarausfall verringert wird. Zudem tragen die entzündungshemmenden Eigenschaften des Kräuteröls zu einer allgemeinen Haargesundheit und zu einer gesunden Kopfhaut bei, was sich natürlich auch auf das Haarwachstum auswirkt. Und auch wenn Rosmarinöl mit vielen positiven Eigenschaften punktet, ist es wichtig anzumerken, dass es Haarausfall nicht komplett heilen kann.

Kürbiskernöl: Ein neuer Hoffnungsträger?

Kürbiskernöl ist in den vergangenen Jahren durchaus in den Fokus der Forschung gerückt. Und Wissenschaftler haben ein neues Anwendungsgebiet entdeckt: Haarverlust. In der Forschung sei im Labor untersucht worden, inwieweit die Kürbispräparate eine günstige Wirkung mit dem männlichen Sexualhormon Testosteron eingehen können, erklärt Internist Rainer Stade.

Inzwischen gebe es eine Reihe von Untersuchungen zu Präparaten, die man schlucken könne, aber auch solche mit Kürbisöl, das man etwa in die Kopfhaut einreibe. In einer Studie aus Südkorea nahmen 76 Männer täglich entweder ein Kürbiskernöl-Präparat oder ein Placebo ein. Nach einem halben Jahr nahm die Haaranzahl bei den Probanden in der Kürbiskernöl-Gruppe um durchschnittlich 40 Prozent zu. Eine Forschung aus Ägypten untersuchte den Effekt von Kürbiskernöl bei 60 Frauen. Für drei Monate sollten sie täglich entweder ein Kürbiskernöl lokal auf die Kopfhaut auftragen - oder das bereits etablierte Haarwuchsmittel Minoxidil. Durch die Behandlung mit dem Kürbiskernöl kam es zu einer Zunahme bestimmter nachwachsender Haare, in der Minoxidil-Gruppe war der Effekt jedoch größer.

Teebaumöl: Ein vielseitiges Mittel?

Teebaumöl wird oft als wahres Wundermittel angepriesen, das sich vielseitig verwenden lässt. Es ist ein Gemisch aus vielen verschiedenen Substanzen, vor allem Terpenen, Terpinolen, Limonen und Sabinen. Diese natürlichen Stoffe sollen sich positiv auf den menschlichen Organismus auswirken, das Wohlbefinden und die Zufriedenheit steigern oder bei einem Hautproblem helfen.

Auch werden viele Teebaumöl-Artikel im Internet als vielseitig einsetzbare Wundermittel angepriesen: ob gegen Warzen, Flöhe, Zecken, Haarausfall, Herpes, Mundgeruch, bei kleinen Wunden und Geschwüren. Und selbst bei Stress, depressiven Verstimmungen und Angstzuständen soll es helfen. Doch was ist dran? Fakt ist: In Deutschland ist Teebaumöl als Arzneimittel nicht zugelassen. Eine medizinische Wirkung ist nicht wissenschaftlich belegt.

Seine Inhaltsstoffe sollen gegen Bakterien, Pilze und Viren wirken. Verwendet wird das Öl häufig für die Beauty-Pflege und bei Hautproblemen, zum Beispiel bei Pickeln, Mitessern und Schuppenflechte. Außerdem versprechen die Hersteller, das Öl sei gut für die Kopfhaut, die Haare und die Nägel - und würde gegen Schuppen und bei Verbrennungen helfen.

Immer wieder wird nach der Anwendung des Öls von Nebenwirkungen und zum Teil schweren Hautreaktionen berichtet. Dazu gehören Ausschlag, Rötungen, Juckreiz und allergische Reaktionen. Deshalb sollte ein Einsatz vorher ärztlich abgeklärt werden. Außerdem ist es ratsam, vorher einen Test auf der Haut zu machen, um Hautreaktionen jeglicher Art auszuschließen.

Andere Ansätze zur Behandlung von Haarausfall

Neben den genannten Ölen gibt es auch andere natürliche und medizinische Ansätze zur Behandlung von Haarausfall.

Zwiebelsaft: Ein Hausmittel?

Laut Forschern aus Bagdad gibt es etwas, mit dem du die fiesen Androgene davon abhalten kannst, dir deine Haare zu klauen: Zwiebelsaft. So konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass Zwiebelsaft das Haarwachstum beschleunigen kann.

Für ihre Studie haben die Forscher*innen der Uniklinik Bagdad die Kopfhaut von 38 Proband*innen, die an kreisrundem Haarausfall leiden, zweimal täglich mit Zwiebelsaft behandelt. Schon nach nur zwei Wochen stellten die Forscher fest, dass an den kahlen Stellen neue Haare sprossen. Nach vier Wochen war das bei 74 Prozent der Teilnehmer der Studie der Fall. Und nach sechs Wochen hatten sogar 87 Prozent der Freiwilligen wieder Haare.

Japanische Forschung: Hoffnung für die Zukunft

Japanische Forschende haben eine wachstumsfördernde Substanz an Haarfollikeln erfolgreich getestet. Es wuchsen Mini-Haare. Die Zugabe des Medikaments förderte nicht nur die Pigmentierung der Mini-Haare, sondern auch deren kontinuierliches und vor allem wiederholtes Wachstum.

Der nächste Schritt ist dann der Test bei menschlichen Zellen, bei dem auch menschliche statt künstlich hergestellte Haarfollikel zum Einsatz kommen sollen. Damit, so die Hoffnung der Forschenden, eröffnen sich neue Wege, um Haarausfall zu behandeln.

Vitamine und Mineralstoffe für gesundes Haar

Eine vitaminreiche Ernährung kann die Entwicklung natürlicher Öle auf der Kopfhaut und damit die Regeneration der Haarfollikel fördern. Das Haar ist der Spiegel der Gesundheit. Haarausfall beispielsweise tritt regelmässig viele Wochen später auf. Das Haar durchlebt bekanntlich verschiedene Phasen. In der sog. Anagenphase würde das Haar einige Jahre lang fröhlich auf dem Kopf verbleiben - genährt über die Haarwurzel.

Zu den wichtigsten Vitaminen und Mineralstoffen für gesundes Haar gehören:

  • Vitamin A
  • Vitamine B
  • Vitamin C
  • Eisen
  • Kupfer
  • Zink
  • Organisches Silicium

Tabelle: Vitamine und Mineralstoffe für das Haarwachstum

Vitamin/Mineralstoff Wirkung Lebensmittel
Vitamin A Kräftiges, geschmeidiges Haar Bio-Eier, Gemüse und Früchte mit Beta-Carotin
Vitamine B Essenzielle Stoffwechselvorgänge in den Haarwurzeln Nüsse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Ölsaaten
Vitamin C Universalvitamin Obst und Gemüse
Eisen Sauerstofftransport im Blut, Energieversorgung der Zellen Grünes Blattgemüse, getrocknete Früchte, Beeren
Kupfer Verbessert die Haarstruktur Cashewkerne, Kichererbsen
Zink Schützt die Haarwurzeln vor Entzündungen, hält die Kopfhaut gesund Kürbiskerne, Mohn, Leinsaat
Organisches Silicium Aufbau und Stabilisierung der Knochen und Bindegewebe Hirse, Hafer, Gerste, Bambus

Es ist aber auch möglich Shampoos und andere Haarpflegemittel selbst herzustellen. Wenn die Haare aufgrund von äusseren Einflüssen geschädigt sind, kann eine Vitamin-Öl-Packung helfen.

Rezept für eine Vitamin-Öl-Packung:

  • 1 EL Hagebuttenkernöl
  • 1 Bio-Eigelb
  • ½ Banane
  • 1 TL Carotinöl

Zerdrücken Sie die Banane mit der Gabel und rühren Sie die übrigen Zutaten unter. Die Vitamin-Öl-Packung wird stets vor der Haarwäsche angewandt.

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