Jada Pinkett Smith und Alopecia Areata: Eine Geschichte von Haarausfall, Akzeptanz und Heilung

Der Oscar-Skandal, bei dem Will Smith Chris Rock ohrfeigte, rückte die Krankheit Alopecia Areata seiner Frau Jada Pinkett Smith in den Fokus der Öffentlichkeit. Doch was steckt wirklich hinter dieser Erkrankung, wie geht Jada Pinkett Smith damit um, und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Was ist Alopecia Areata?

Alopecia Areata ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise die eigenen Haarfollikel angreift. Dies führt zu Haarausfall, der typischerweise in kreisrunden Arealen auftritt. Daher ist die Erkrankung auch als kreisrunder Haarausfall bekannt. Meist beginnt es mit einer einzelnen kleinen kahlen Stelle am Kopf. Diese kann sich ausbreiten, weitere haarlose Areale am Kopf und im Bartbereich können hinzukommen.

Wie viele Haare man verliert und wie die Krankheit letztendlich verläuft, ist individuell sehr unterschiedlich. In manchen Fällen fallen die Haare sogar auf dem gesamten Kopf aus - davon können beispielsweise auch Augenbrauen oder Wimpern betroffen sein. Sogar der Verlust der kompletten Körperbehaarung ist möglich.

Ursachen von Alopecia Areata

Die genauen Ursachen für kreisrunden Haarausfall sind noch immer weitgehend unklar. Nach dem heutigen Stand der Forschung handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung: Das körpereigene Immunsystem richtet sich dabei gegen Bestandteile der Haarwurzeln, die es irrtümlicherweise als fremd erkennt. Die Haare fallen infolge einer sich um die Haarwurzel herum auftretenden Entzündungsreaktion aus.

Diese Autoimmunerkrankung ist weder Folge noch Anzeichen einer anderen Erkrankung, obwohl einige Betroffene auch unter einer Schilddrüsenerkrankung oder Vitiligo (einer Hautpigmentstörung) leiden.

Dass Umweltfaktoren oder Stress ein Auslöser sein können, ist wissenschaftlich ebenfalls nicht belegt. Auch für hormonelle Störungen sind keine Anhaltspunkte zu finden, denn die Krankheit kommt bei Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts vor. Jedoch gibt es Forschungsergebnisse, die nahelegen, dass unter anderem eine genetische Veranlagung eine gewisse Rolle spielen könnte.

Jada Pinkett Smiths Umgang mit Alopecia Areata

Jada Pinkett Smith sprach erstmals im Jahr 2018 in einer Folge ihrer Talkshow "Red Table Talk" über ihren Haarausfall: "Viele Leute haben gefragt, warum ich Turbane trage. Nun, ich habe nicht darüber gesprochen. Es ist nicht einfach, darüber zu reden, aber ich werde darüber reden."

Dann schilderte sie: "Eines Tages stand ich unter der Dusche und hatte eine Handvoll Haare in meinen Händen und dachte nur: 'Oh mein Gott, werde ich bald eine Glatze haben?'" Es sei einer dieser Momente in ihrem Leben gewesen, "wo ich buchstäblich vor Angst zitterte".

Im vergangenen Dezember zeigte Jada Pinkett Smith erstmals ihren kahlrasierten Kopf in einem Instagram-Video. Seit ihrem Bekenntnis steht sie zu ihrer Krankheit und geht, unter anderem auf den sozialen Medien sehr offen damit um.

"Dies ist eine Zeit der Heilung"

Nach dem Vorfall bei den Oscars postete die zweifache Mutter einen Schriftzug bei Instagram, auf dem steht: "Dies ist eine Zeit der Heilung, und ich bin bereit dafür." Eine weitere Erklärung gab sie nicht ab, die Bildbeschreibung blieb leer.

Einige Monate nach dem Oscars-Skandal sprach Jada auch in ihrer eigenen Online-Talkshow "Red Table Talk" über Alopecia und wie sie damit umgeht - und nutzte die Plattform um aufzuklären. Tausende haben sich nach den Oscars bei ihr gemeldet und ihre eigenen Leidensstorys geteilt.

Beim "Red Table Talk" wurde auch über die Scham gesprochen, die die Krankheit bei vielen auslöst und die Eigenwahrnehmung negativ beeinflussen. Die Schauspielerin gab zu: "Ich denke, der schwierigste Part für mich ist, dass es kommt und geht."

Behandlungsmöglichkeiten von Alopecia Areata

Betroffene sollten immer zum Dermatologen gehen, wenn sie eine oder mehrere kahle Stellen bemerken. Zwar ist Alopecia nicht gefährlich, allerdings können auch andere Erkrankungen wie etwa eine Pilzinfektion der Kopfhaut zu Haarausfall führen.

Bisher wurde noch keine Therapie gefunden, die Alopecia ursächlich heilen kann. Lediglich die Symptome können behandelt werden.

Bei fortgeschrittenem Befund und hohem Leidensdruck kann mit Kortison therapiert werden, die Behandlung ist allerdings in der Regel mit Nebenwirkungen wie einer Gewichtszunahme verbunden. Außerdem fallen die Haare nach Ende der Behandlung oft wieder aus.

Ist die Krankheit schon stark fortgeschritten, können Kontaktallergene zum Einsatz kommen. Hierbei handelt es sich um bestimmte Chemikalien, die auf die Kopfhaut aufgetragen werden und durch eine Reizung das Haarwachstum anregen sollen. Doch auch bei dieser Therapieform drohen unangenehme Nebenwirkungen.

Eine weitere Möglichkeit ist eine immunsuppressive Behandlung, wie sie bei Schuppenflechte und Rheuma durchgeführt wird. Dabei wird das Immunsystem mit Medikamenten unterdrückt, sodass es aufhört, die Haarwurzeln anzugreifen. Allerdings wird man so anfälliger für Infekte und andere Erkrankungen.

Neue Hoffnung: Medikament Olumiant zugelassen

In den USA ist das erste systemische Medikament gegen Alopecia Areata zugelassen worden. Die US-Arzneimittelbehörde (FDA) erteilte dem Mittel Olumiant des Unternehmens Eli Lilly eine Genehmigung.

Es ist die erste überhaupt in den USA für ein Medikament gegen Kreisrunden Haarausfall, dass auf den ganzen Körper wirkt. Von der Erkrankung, die sich oft als lückenhafte Kahlheit äußere, seien jedes Jahr mehr als 300.000 Menschen in den USA betroffen, schrieb die FDA in ihrer Mitteilung.

Die nun zugelassenen Tabletten seien in zwei Studien mit Patienten, die mindestens 50 Prozent ihres Haares verloren hätten, für mehr als sechs Monate getestet worden, schrieb die FDA weiter. Maßstab für die Wirksamkeit des Mittels sei die Anzahl der Patienten gewesen, die in der 36. Woche mindestens 80 Prozent ihrer Haarbedeckung wieder erlangt hätten.

Weitere Therapieansätze

Primär sollte der Versuch bestehen die Form des Haarausfalls zu identifizieren und die zugrundeliegende Störung zu beheben. Haarfollikel zu stärken und vor der Atrophie zu bewahren - denn solange die Haarfollikel nicht vollständig zerstört/atrophiert sind, ist der Haarausfall reversibel!

Hier hat sich im letzten Jahrzehnt eine effektive Methode zur Follikelstärkung entwickelt - die sog. PRP-Behandlung!

Die psychischen Auswirkungen von Haarausfall

Haarausfall kann erhebliche psychische Belastungen verursachen. Viele Betroffene leiden unter einem Verlust des Selbstwertgefühls und entwickeln Schamgefühle. Der Austausch mit anderen Betroffenen im Rahmen von Selbsthilfegruppen wie Alopecia Areata Deutschland e.V. kann eine wertvolle Unterstützung sein. Bei Bedarf kann zudem ein Psychologe helfen, mit der Erkrankung leben zu lernen.

Jada Pinkett Smith: Hoffnung auf Haarwachstum

Trotz der Herausforderungen gibt es auch positive Nachrichten. Jada Pinkett Smith freut sich, dass ihre Haare zurückkehren. Die Frau von Hollywoodstar Will Smith teilte zwei Selfies auf ihrer Instagram-Seite, die sie früher mit Glatze und jetzt mit kurzen, blondierten Haaren zeigen. Zu ihrem Instagram-Posting schrieb sie: "Diese Haare hier verhalten sich, als würden sie versuchen, zurückzukommen."

Weiter zeigte sich die Schauspielerin und Moderatorin hoffnungsvoll: "Ich habe immer noch ein paar Problemstellen, aber wir werden sehen."

Prominente, die ebenfalls unter Haarausfall leiden

Jada Pinkett Smith ist dabei nicht alleine. Es gibt eine Vielzahl an Menschen, die unter Alopecia areata leiden. Darunter auch einige weitere Promis wie bsp. Viola Davis (How to get away with murder), Tyra Banks, Cameron Diaz, der ehemalige Superman Schauspieler Christopher Reeve oder Keira Knightley.

Weitere Prominente und ihre Erfahrungen mit Haarausfall:

  • Christina Milian: Litt unter extremem Haarausfall nach ihren ersten beiden Schwangerschaften.
  • Ricki Lake: Kämpfte 30 Jahre lang stillschweigend gegen den Haarausfall und rasierte sich schließlich eine Glatze.
  • Lea Michele: Teilte ihren schwangerschaftsbedingten Haarausfall.
  • Kristin Davis: Verlor nach der letzten Staffel von Sex and the City immer mehr Haare und fand Hilfe bei Produkten von Volaire.
  • Selma Blair: Erlebte hormonell bedingten Haarausfall nach der Geburt ihres Sohnes.
  • Naomi Campbell: Gestand ein, dass sie durch jahrelanges Styling und Behandlungen viele ihrer Haare verloren hatte.
  • Jesy Nelson: Verlor im Alter von 13 Jahren ihre Haare aufgrund von Alopecia Areata und wurde in der Schule dafür gehänselt.
  • Amy Schumer: Leidet unter Trichotillomania, einer Krankheit, die dazu führt, dass sie sich ihre eigenen Haare ausreißt.

Diese Geschichten zeigen, dass Haarausfall ein weit verbreitetes Problem ist, das Menschen jeden Alters und Geschlechts betreffen kann.

Alopecia areata: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von kreisrundem Haarausfall

Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel ersetzen keine persönliche Beratung und Behandlung durch einen Arzt.

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