Ingrid Kühne: Kabarett, Comedy und das Leben auf der Bühne

Ingrid Kühne, die bekannte Kabarettistin, ist vielseitig engagiert und begeistert ihr Publikum immer wieder aufs Neue. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte ihres Lebens und Schaffens, von ihren Auftritten im Fernsehen bis hin zu ihrem sozialen Engagement.

Ladies Night: Ingrid Kühne im Rampenlicht

Kabarettistin Ingrid Kühne ist in der nächsten Ausgabe (4/2024) der Ladies Night zu sehen. Bei der Aufzeichnung der TV-Show ermöglichte die Xantenerin einen Blick hinter die Kulissen. In der neuen Ausgabe der Ladies Night tritt Ingrid Kühne zusammen mit Laura Brümmer, Patti Basler, Die Nowak und Daphne de Luxe als Moderatorin auf. Die neue Ausgabe der Ladies Night wird von Daphne de Luxe moderiert. Sie wechselt sich mit Lisa Feller ab.

Die Ladies Night mit Ingrid Kühne wird mehrmals ausgestrahlt:

  • Erster Sendetermin ist in der Nacht von Samstag (17. August) auf Sonntag (18. August), von 0.40 Uhr bis 1.25 Uhr, im Ersten.
  • Zweite Möglichkeit, um die Ladies Night 4/2024 zu sehen, ist am Samstag, 24. August, von 21.45 bis 22.20 Uhr im WDR.
  • Dritte Gelegenheit ist am Sonntag, 25. August, ab 20.15 Uhr auf 3Sat.

Die Ladies Night ist nach Angaben der ARD „die einzige Comedy- und Kabarettshow mit rein weiblicher Besetzung im deutschsprachigen Fernsehen“.

Ingrid Kühne bei Ladies Night

"Ja, aber ohne mich!": Ingrid Kühnes Soloprogramm

Vieles verändert sich in der Welt und da bezieht sie ganz klar Stellung, in dem sie den Satz: „Ja, aber ohne mich!“ raushaut. Dann muss man auch mal über Sachen diskutieren, warum zum Beispiel plötzlich Deckel an Flaschen dranhängen bleiben müssen, oder warum sie das Thema Politik erst gar nicht anspricht. Als Bürgermeisterin würde sie viel lieber die Geburtstage der Menschen feiern, als sich über etwas im Rat streiten. Es wird auch dieses Mal nicht laut, böse oder schimpfend, sondern wie immer - einfach nur lustig.

Blick hinter die Kulissen der Ladies Night-Aufzeichnung

Xanten · Ingrid Kühne ist in der nächsten Ausgabe der Ladies Night zu sehen. Obwohl es erst um 20 Uhr losgeht, ist Ingrid Kühne schon um 14 Uhr unterwegs. Es ist ein Tag im Juli. Die Kabarettistin aus Xanten fährt zur Aufzeichnung der Ladies Night zum Gloria-Theater nach Köln. Die renommierte ARD-Sendung für weibliche Comediennes und Kabarettistinnen genießt Kultstatus beim Publikum. Für Ingrid Kühne ist es nicht die erste Show. So wundert es nicht, dass sie die Leute vor Ort persönlich kennt. Sie begrüßt jeden persönlich, macht ein paar Sprüche - Ingrid eben. Sie geht kurz in die Garderobe und kehrt mit der Auswahl ihrer Kleidung zurück - für eine „Farbprobe“ auf der Bühne.

Überall wuseln Kräfte vom WDR herum, alle haben ihre Aufgabe, jeder Künstler hat seine eigene Betreuerin, damit immer alle rechtzeitig da sind, wo sie sein sollen und es nicht zu Verzögerungen im Ablauf kommt. Alles ist minutiös geplant. Die Sendung wird in einem fort aufgezeichnet, grundsätzlich wird nichts geschnitten. Gemeinsam wird überlegt, wie er auf die Bühne gebracht werden kann, ohne dass der Ablauf gestört wird. Wenn es ein Mikrofonständer wäre, dann würde die Moderatorin ihn hinstellen - das wäre heute die fantastische Daphne de Luxe. Aber hier geht es nicht um einen Mikrofonständer.

Aber Ingrid Kühne mag es unkompliziert. Nächste Frage: Welche Jacke? Nachdem auch das entschieden ist und Ingrid Kühne auch ihre Hintergrundfarbe ausgewählt hat, spricht sie einmal ihren kompletten Text, damit Kameraleute, Regie und Ton wissen, wann ein Bildwechsel oder ein Schnitt ins Publikum ideal wären. Sie bekommt kurze Anweisungen, dass sie bei dem einen oder anderen Satz besser mehr im Licht bleiben sollte. Nun muss sie das nur noch zusätzlich zu ihrem Text im Kopf behalten. Wie sich später zeigen wird, ist es kein Problem.

Aber erst geht es schnell in die Garderobe: zum Umziehen, für ein schnelles Brötchen. Dann steht die Durchlaufprobe an: Die komplette Sendung wird einmal durchgespielt. Im kompletten Outfit. Danach folgt der Termin in der Maske. Während Ingrid Kühne auch dort mit Kolleginnen rumflachst, steht die Betreuerin schon wieder drängelnd neben ihr. „Kommst du bitte sofort, wenn du fertig bist, es geht gleich los!“

Trotzdem ist Ingrid Kühne überhaupt keine Nervosität anzusehen. Sie holt sich sogar noch ihr iPad und spielt, während andere im Backstage aufgeregt herumlaufen und ihre Texte immer und immer wieder aufsagen. Dann ist es so weit, Applaus schallt zu uns. Daphne de Luxe hat die Sendung eröffnet, und Ingrid Kühne steht jetzt mit Mikro hinter der Bühne. Die Maskenbildnerin tupft noch mal ihr Gesicht, zieht hier und da an einer Strähne, die Kostümbildnerin zupft die Jacke zurecht, geht mit einer Fusselrolle über die schwarze Hose, während im Hintergrund zu hören ist: „... Die Xantenerin geht raus auf die Bühne. Routiniert und souverän hat sie bereits nach dem ersten Satz ihr Publikum für sich gewonnen.

Aus geplanten fünfeinhalb Minuten werden etwas mehr als sieben Minuten. Ingrid Kühne kommt von der Bühne, glücklich umarmt sie ihren Agenturchef Michael Gerhold, der sie an diesem Tag begleitet. Er sagt sofort zu ihr: „Das war großartig!“ Sie sei immer viel zu selbstkritisch, erklärt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Wenn irgendwas nicht so gewesen sei, wie Ingrid Kühne es geplant habe, dann denke sie, dass es alle merken würden.

Die sonst so kommunikative Ingrid Kühne zieht sich zurück, geht auf den Hof des Gloria Theaters, denn sie muss telefonieren. Ihr Mann Ralf sitzt zu Hause und wartet auf den erlösenden Anruf, dass alles super war. Michael Gerhold lacht: „Wenn sie wüsste, dass ich ihn eben schon während ihres Auftritts angerufen und ihm gesagt habe, dass es läuft!“ Nach dem Anruf seiner Frau ist Ralf beruhigt.

Am Ende wird es noch einmal hektisch, weil nicht alle für das Schlussbild da sind. Aber als dann der letzte Satz fällt, sind doch alle hinter der Bühne und werden nach und nach aufgerufen. Dann ist die Sendung zu Ende. Daphne de Luxe erkundigt sich, ob alles okay war und im Kasten ist oder ob noch etwas wiederholt werden muss. Aber heute ist zum Glück alles beim ersten Mal hundertprozentig gewesen.

Die WDR-Fotografen kommen für Fotos auf die Bühne, das Publikum stellt sich auch hin, um Fotos zu schießen. Ingrid Kühne ist auch hier sehr Fan-nah, sie geht von der Bühne zu den Menschen und macht Fotos und Selfies. Eine Frau ist sehr aufgeregt, weil sie ein Foto bekommt.

Ingrid Kühne im Fragen-Hagel

Comedian Ingrid Kühne liebt ihren FC Schalke 04 - doch im Moment unterscheidet beide etwas Wesentliches: Sie ist deutlich erfolgreicher. In der Fragerunde "22 + 3 Antworten sollt ihr sein!" plaudert Kühne auch über ihren Mann und seine Zettel auf Bierkästen: "Leer gut - voll besser!"

Hier eine Auswahl ihrer Antworten:

  • Welche Fußballmannschaft war die erste Liebe Ihres Lebens? Also von Anfang an schlugen zwei Herzen in meiner Brust.
  • Welche Vorzüge hatte das Leben mit 20? Oh, sehr viele. Man war freier, spontaner, hatte keine Verantwortung für andere, sondern nur für sich und man konnte tun und lassen, was man wollte.
  • Wer ist Ihr Lieblingsspieler aller Zeiten? Ganz klar Frank Mill.
  • Was ist Ihr Lieblingsstadion aller Zeiten? Der Bökelberg war schon schön, aber die Arena auf Schalke ist einfach ein Hightech-Stadion der Spitzenklasse.
  • Worin besteht der Sinn des Lebens? Das habe ich bis heute auch noch nicht komplett herausgefunden.
  • Was ist Ihr Lieblingswitz? Oh, als Humorbeauftragte gibt's glaub ich keinen richtigen Lieblingswitz. Ich liebe so kurze knackige Einzeiler!
  • Lieber ein Abendessen mit Cristiano Ronaldo oder Rihanna? Ganz, ganz klar Ronaldo.
  • Welcher Mensch außerhalb des Fußballs imponiert Ihnen? Ganz klar mein Sohn, der sein "Schicksal" - eigentlich mag ich das Wort nicht - im Rollstuhl zu sitzen, angenommen hat und sein Leben so genial meistert, ohne auch nur einmal zu klagen.
  • Gibt es in Ihrem Leben "erfolgsorientierte Rituale", wie Peter Neururer sie nennen würde? Ja, sicher. Ich gehe nicht auf die Bühne ohne einen Glücksstein in der Tasche und einer kleinen Figur des "Det" von den Mainzelmännchen.
  • Welche Umarmung werden Sie nie vergessen? Als mich mein Sohn nach seinem Erwachen aus dem wochenlangen Koma in den Arm nahm und wir froh waren, dass er entgegen der Aussagen der Ärzte diese schwere Krankheit überlebt hat und keine Schäden zurückgeblieben sind.
  • Würden Sie Werbung für Toilettenpapier machen? Vor Corona hätte ich gesagt - na klar, warum denn nicht. Muss man haben, lebenswichtig.
  • Würden Sie mit Helene Fischer ein Lied aufnehmen, wenn der Erlös für einen guten Zweck ist? Da muss ich wirklich sehr lachen. Das möchte ich Helene nicht antun, die ich sehr schätze.
  • Wann hat Sie Ihr Verein das letzte Mal zu Tränen gerührt? Bei der Choreo, die die Fans zum Tode von Rudi Assauer auf die Beine gestellt haben.
  • Wohin würden Sie mit einer Zeitmaschine reisen? Nirgendwohin! Ich liebe die "Zurück in die Zukunft"-Filme, aber ich möchte nicht weg. Es ist schön, wie es ist.
  • Was war die netteste Begegnung, die Sie je hatten? Ich hatte in meinem Leben so viele nette und schöne Begegnungen, da könnte ich ganz klar keine hervorheben.
  • Was ist die tollste Telefonnummer, die Sie abgespeichert haben? Ich selber empfinde keine als wirklich was Besonderes.
  • Was ist die schönste Erinnerung an früher? Dass ich dank meiner Eltern und Großeltern eine wirklich wunderschöne und sehr behütete Kindheit hatte.
  • Berti Vogts hat auf die Frage nach seinem Lebensmotto geantwortet: 'Heute ist der schönste Tag der Woche.' Was Ihr Motto? Lebe - liebe - lache! Damit ist alles gesagt.

Ingrid Kühne | Kölle Alaaf - Die Mädchensitzung 2024

Ingrid Kühnes soziales Engagement

Aus einer ganz spontanen Idee, bei meiner Premiere zu einer Spende von einem Euro pro Person aufzurufen, um unbürokratisch und ganz schnell Kindern in Not zu helfen, ist etwas ganz Großartiges geworden.

Unter dem Dach der „Volksbank Niederrhein Solidarstiftung“ konnte ich mein soziales Engagement ausweiten. Lars Giesen aus Wesel-Bislich ist der Designer meines Stiftungs-Logos. Er kennt meine Werte, mein Denken und so spiegelt das Logo zu 100% wieder, was die Stiftung ausmacht.

Stiftungsgründung war der 13. November 2022, nicht nur, weil mir die Zahl 13 viel bedeutet, sondern auch, weil es mein Geburtstag ist. Ich stehe auf der Sonnenseite des Lebens und möchte davon etwas weitergeben, an die, mit denen es das Schicksal nicht so gut gemeint hat. Wichtig ist schnell und unbürokratisch!

Um zu verstehen, worum es mir geht, hier einige Beispiele:

  • Ein Junge kam mit einer Plastiktüte zur Schule, weil seine Eltern das Geld für den Tornister von der Stadt erhielten, es aber benutzten um andere Löcher zu stopfen. Da haben wir den Tornister gekauft.
  • Eine Familie hatte durch einen Brand alles verloren, da gab es dann Sachen für die Kinder.
  • Ein Kind das mit auf Klassenfahrt fahren kann, denn in seiner Schule gibt es keinen Förderverein.

Ich glaube, weil ich nur um einen Euro bitte, ist die Spendenbereitschaft so enorm hoch. Ein Euro tut niemandem weh und da macht es dann einfach die Masse, die an einem Abend bei mir in der Show zusammen kommt. Mittlerweile haben wir die 200.000-Euro-Grenze geknackt, worüber ich so unglaublich dankbar bin.

Ingrid Kühne Stiftung

Karneval und mehr

Wo befindet sich eine Karnevalistin am 11.11.? „Schön gemütlich auffe Couch“, sagt Ingrid Kühne. Und das hat nix mit Corona zu tun! Denn zum Start der neuen Session sind eher die Musikerinnen und Musiker unterwegs, Rednerinnen und Redner können dagegen kurz durchschnaufen. Tut auch mal ganz gut, denn Freizeit kennt die Xantenerin sonst eigentlich nicht. Wobei… „Mein Job ist auch mein Hobby“, fügt sie schnell hinzu, „für mich gibt’s nix Schöneres als auf der Bühne zu stehen.“

Während viele ihrer Kolleginnen und Kollegen sich nach dem großen Aufritt ein, zwei Kölsch genehmigen, darf’s bei Ingrid lieber eine Cola oder ein Radler sein. Und deshalb stoßen wir im Podcast „An der Theke“ auch mit ihrem Lieblingsradler, einem Gösser, an. Prost! Aber jetzt mal ganz ehrlich, wie kommt eine Niederrheinerin eigentlich zum Kölner Karneval? Eine heikle Frage… und bei der Antwort müssen alle Düsseldorfer Jecken jetzt mal kurz stark sein: „Der Karneval kommt aus Köln.“

Persönliche Einblicke

Ingrid selbst ist natürlich eine rheinländische Frohnatur durch und durch. Doch es gibt auch eine andere, ernstere Seite ihres Lebens. 1998 kam ihr Sohn Sven auf die Welt. Die Freude wurde jedoch schnell getrübt von einer Schocknachricht: Ihr Kind sei „körperlich und geistig schwerstbehindert.“ Sven hatte einen offenen Rücken, wurde deshalb direkt von Geldern nach Duisburg verlegt.

So hat sich die Diagnose der geistigen Behinderung am Ende nicht bestätigt und auch mit Blick auf seinen Rollstuhl betont Sven selbst: „Ich bin nicht behindert, ich kann nur nicht laufen.“ Seine positive Lebenseinstellung bewundert Ingrid immer wieder. Die Sorge um Sven wurde aber noch einmal riesengroß, als er 2017 ins Koma fiel. Die Ärzte hatten ihn schon fast aufgegeben, sagten nur noch: „Wir können nichts mehr für Ihr Kind tun.“ Ein Glück schaffte er es doch und konnte sich komplett davon erholen. Heute lebt Sven in einer eigenen Wohnung, „sehr zum Leidwesen von Mama und Papa“, sagt Ingrid und lacht. Ihr Sohn selbst holt sie aber immer schnell zurück auf den Boden der Tatsachen: „Mama, sach nicht, ich bin weggezogen, ich bin noch im gleichen Wlan.“ Von wem er den Humor wohl hat?

tags: #ingrid #kuhne #haare

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