Indisches Haar ist bekannt für seine Stärke und seinen Glanz. Es ähnelt genetisch dem europäischen Haar und wird oft nicht chemisch behandelt. Stattdessen wird es sorgfältig vor der Sonne geschützt, um Austrocknung zu vermeiden. Aus diesem Grund ist indisches Haar sehr begehrt für Haarverlängerungen und zählt zu den teuersten auf dem Markt.
In Indien, wo der Hinduismus die am weitesten verbreitete Religion ist, spielen Haare eine bedeutende Rolle in verschiedenen Ritualen und Traditionen. Dieser Artikel beleuchtet die Vielfalt der indischen Männerfrisuren, von traditionellen Praktiken bis hin zu modernen Trends.
Sikh Männer mit Turbanen
Viele Inder pilgern zu Wallfahrtsorten, um sich dort das Haar abrasieren zu lassen. Dieses sogenannte "Tempelhaar" wird in einer Massenabfertigung als Zopf abrasiert, nach Farbe und Länge sortiert und anschließend verkauft.
Bekannt sind auch die extrem langen Haare der hinduistischen Asketen. Diese verfilzen oft mit der Zeit und ähneln Dreadlocks.
Der erste Haarschnitt ist ein bedeutendes Ereignis und wird in Nepal mit der Chudakarana Zeremonie gefeiert. Diese Zeremonie ist eines der vierzig Samskaras (Hinduistische Übergangsrituale). In der Kindheit werden verschiedene Rituale gefeiert, darunter die Namensgebung (Namakarana), das Ohrdurchstechen (Karnavedha), der erste Ausflug (Nishkramana), die erste feste Speise (Annaprasana) und der erste Haarschnitt (Chudakarana).
Die Hindus tarnen männliche Babys oft als Mädchen, um sie vor bösen Geistern zu schützen. Jungen bekommen kurz nach der Geburt einen Ohrring gestochen (Karnavedhha) und ihre Haare werden lang wachsen gelassen. Die Haarschnitt-Zeremonie markiert den ersten Schritt zum Erwachsenwerden und die Jungen werden rituell initiiert.
Die Tonsur sollte laut Sutren vor dem dritten Geburtstag vorgenommen werden, wird aber oft erst im sechsten Lebensjahr angesetzt. Nach dem Haarschnitt bleibt nur noch eine Locke (Sikha) am Hinterkopf übrig. Das Abschneiden eines alten Zopfs symbolisiert die Befreiung von der Vergangenheit und den unbelasteten Weg in die Zukunft.
Die Zeremonie wird von einem Hindu-Priester begleitet, der die Feierlichkeit mit vedischen Mantras unterstützt.
Diese Zeremonie symbolisiert den Übergang des Jungen in ein neues Lebensstadium und wird von der Familie und der Gemeinschaft gebührend gefeiert.
In der modernen Männerfrisurenmode hat sich der Dutt etabliert. Geflochten, gezwirbelt oder gewunden, reicht die Geschichte des Männerdutts bis ins antike Griechenland zurück. Krieger des germanischen Stammes der Sueben flochten sich einen hochgetürmten Haarknoten, um im Kampf größer zu wirken. Auch Samurais trugen einen gepflegten Herrendutt.
Bei den indischen Sikhs tragen junge Männer ihre langen Haare in einer Patka, bevor sie eines Turbans würdig sind. Männer, die sich den Dutt zutrauen, wollen Individualität und Stärke zeigen. Sie sind moderne Großstadt-Häuptlinge, die gern einen lässigen Anzug zur verwegenen Frisur tragen.
Der Dutt als Gegensatz zur offenen Mähne ist Understatement und Kampfansage zugleich. Der Mann mit prächtigem Vollbart und Dutt ist ein Krieger gegen die Uniformität und ein Befreier.
Männer mit Dutt
Indisches Echthaar ist aufgrund seiner Beschaffenheit und Qualität sehr beliebt für Haarverlängerungen. Da es nicht chemisch behandelt wird und vor Umwelteinflüssen geschützt wird, behält es seine natürliche Stärke und seinen Glanz. Das "Tempelhaar", das bei rituellen Haarschnitten gewonnen wird, ist besonders begehrt.
Indische Männerfrisuren sind vielfältig und reichen von traditionellen rituellen Haarschnitten bis zu modernen Duttfrisuren. Die Bedeutung von Haar im Hinduismus und die aktuellen Trends spiegeln die reiche kulturelle Geschichte und die moderne Individualität wider.
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