Etwa 20 Prozent der Menschen in Deutschland leiden an brüchigen Haaren. Du kannst quasi zusehen, wie dir die Haare direkt über der Stirn, im Deckhaar oder Nacken immer wieder abbrechen? Auch beim Bürsten fällt dir auf, dass ständig kurze Haare im Waschbecken kleben oder an der Bürste hängen? Das nervt gewaltig. Aber wie kommt es überhaupt dazu und was kann man dagegen tun? Wir nennen dir die sieben häufigsten Ursachen für Haarbruch und geben Tipps was wirklich bei abgebrochenen Haaren hilft.
Für gewöhnlich ist die äußere Schuppenschicht (Kutikula) der Haare beschädigt. Warum genau Haare abbrechen, kann an äußerlichen sowie inneren Ursachen liegen.
Mit bloßem Auge lässt sich Haarbruch anhand kleiner weißer Pünktchen erkennen, die die Bruchstellen des Haares markieren. Das Haar sieht durch die Strukturschäden insgesamt spröde und strohig aus. Im Gegensatz zu Spliss, der das Haar an den Spitzen spaltet, kann Haarbruch überall auftreten.
Haarbruch manifestiert sich optisch durch markante, kleine weiße Punkte auf den Haaren, die Bruchstellen anzeigen. Diese Punkte sind ein Indikator dafür, dass das Haar strukturelle Schäden erlitten hat, was ihm ein sprödes und strohiges Aussehen verleiht. Im Unterschied zu Spliss, welcher typischerweise die Haarspitzen betrifft und diese spaltet, kann Haarbruch entlang der gesamten Haarlänge auftreten.
Haarbruch kann durch eine Vielzahl von internen und externen Faktoren verursacht werden, die Haarstruktur schädigen und die Gesundheit der Haare beeinträchtigen. Um wirkungsvoll gegen Haarbruch vorgehen zu können, müssen zunächst die Gründe für brüchiges Haar verstanden werden.
Zu den Ursachen, warum Haare abbrechen, zählen:
Krankheiten, ein Nährstoffmangel und hormonelle Veränderungen sind typische innere Ursachen.
Sind Ihre Haare glanzlos und brüchig, ist manchmal eine Krankheit der Auslöser. Beispielsweise hat sowohl eine Unter- als auch Überfunktion der Schilddrüse einen negativen Einfluss auf das Haarwachstum. Ein schwerer grippaler Infekt, chronische Darmerkrankungen oder eine zurückliegende Chemotherapie können ebenfalls zu brüchigen Haaren führen.
Ist der Körper ausreichend mit Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und Aminosäuren versorgt, spiegelt sich das in einer robusten Haarstruktur wieder. Leidet man an einem Nährstoffmangel, werden die Haare entsprechend brüchig. Auch wer mit einer Essstörung kämpft, hat häufig sprödes sowie brüchiges Haar.
Unter anderem führt ein starker Eisenmangel dazu, dass die Haare dünner und trockener werden. Zu den typischen Symptomen, die auf einen Eisenmangel hinweisen, gehören Schwindel, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen.
Besonders wichtig sind neben Eisen folgende Nährstoffe für die Haare:
Bestimmte Arzneimittel haben Einfluss auf den Vitaminstatus im Körper und wirken sich entsprechend auf den Zustand der Haare aus. Manche Medikamente beeinträchtigen die Haarfollikelzellen und damit das Haarwachstum. Folgende Arzneien können dünne und brüchige Haare begünstigen:
Wer negative Auswirkungen auf die Haare verspürt, die Medikamente aber über einen längeren Zeitraum nehmen muss, spricht am besten mit seinem Arzt darüber.
Brechen die Haare ab, können auch Hormone die Ursache sein. Die Wechseljahre bringen beispielsweise viele Veränderungen mit sich. Geht die Östrogenproduktion zurück, verschiebt sich das hormonelle Gleichgewicht. Das männliche Hormon Testosteron nimmt im Körper der Frauen zu.
Da die meisten Menschen überempfindlich auf das Testosteron-Abbauprodukt Dihydrotestosteron reagieren, leiden auch die Haare. Dihydrotestosteron schädigt die Haarwurzel und hemmt das Haarwachstum. Die Folge: Die Kopfhaare lichten sich. Außerdem werden sie dünner und spröde. Dadurch brechen die Haare leichter ab, vor allem am Scheitel werden sie dünner.
Sind Frauen schwanger oder stillen sie, bringt das ebenfalls hormonelle Veränderungen mit sich. Vor allem nach der Geburt und in der Stillzeit leiden viele Mütter an Haarausfall. Die Haare brechen nicht unbedingt ab, aber der Ansatz wird eventuell lichter, wenn sich die Hormone nach der Geburt umstellen.
Haarbruch kann ebenfalls durch psychische Ursachen begünstigt werden. Wer gestresst ist oder körperlich schwer arbeitet, benötigt besonders viele Nährstoffe. Bekommt der Körper zu wenig davon, spart er sie dort ein, wo sie nicht lebensnotwendig sind. Das wirkt sich auf die Haarstruktur aus und führt dazu, dass die Haare leichter abbrechen.
Zudem begünstigen Stresshormone wie Cortisol oder Noradrenalin möglicherweise Entzündungsprozesse im Körper, die sich unter anderem negativ auf den Wachstumszyklus des Haupthaars auswirken.
Können Sie innere Ursachen ausschließen, sind vielleicht äußere Faktoren der Grund für den Haarbruch. Denn nicht nur Ernährung, Stress oder Hormone sind dafür verantwortlich, wenn die Haare brüchig werden. Auch äußere Faktoren strapazieren die Haare so sehr, dass sie abbrechen.
Ungeeignete Pflege- und Reinigungsprodukte schaden den Haaren. Dazu gehören beispielsweise Shampoos mit einem positiven pH-Wert. Sie machen durch ihren hohen Säuregehalt die Haare brüchig. Wenn Sie nach dem Waschen Ihre nassen Haare mit dem Handtuch abtrocknen, gilt: Rubbeln Sie nicht zu sehr.
Bürsten Sie Ihre Haare sanft und nicht zu oft. Ansonsten strapaziert die mechanische Reibung die Haare. Extremer Haarbruch ist beim Kämmen sogar manchmal spürbar: Bürste und Kamm kommen dann kaum noch durch die störrischen, verknoteten Haare.
Frisuren, die Spannung auf die Haarwurzeln ausüben, führen ebenfalls dazu, dass die Haare abbrechen, zum Beispiel am Hinterkopf oder Oberkopf. Zug im Stirnbereich kann bei straffen Stylings darüber hinaus dazu führen, dass die Haare vorn im Stirnbereich abbrechen. Frisuren, die Haarbruch begünstigen, sind beispielsweise strenge Zöpfe oder straffe Pferdeschwänze.
Toupieren ist ebenfalls purer Stress für die Haare, sie brechen dann tendenziell am Ansatz ab. Wer selten zum Friseur geht, riskiert außerdem, dass sich Spliss am unteren Ende der Haare nach oben ausbreitet und die Haare in der Mitte abbrechen.
Wenn man sich die Haare häufig tönt oder färbt, strapaziert das extrem. Haarbruch wird dadurch wahrscheinlicher. Das gilt vor allem für Blondierungen. Haarbruch tritt hier bei (zu) häufiger Anwendung auf, da die aufhellenden Chemikalien tief in die Haarstruktur eindringen und dem Haar viel Eigenfeuchtigkeit entziehen. Die Folge: Die Haare werden porös, strohig - und brüchig.
Auch eine Dauerwelle schadet den Haaren und trocknet sie aus. Wer häufig in Chlor- oder Salzwasser badet, riskiert ebenfalls Haarbruch, da das Haar Feuchtigkeit verliert.
Haarbruch am Ansatz oder generell im Deckhaar entsteht auch durch hohe Temperaturen - etwa beim Haare föhnen. Durch die Hitze brechen sie schneller. Dasselbe gilt für die Anwendung von Glätteisen und Lockenstab. Wer im Sommer viel Zeit in der direkten Sonne verbringt, verstärkt den schädlichen Effekt ebenso.
Haarbruch beeinträchtigt nicht nur das Erscheinungsbild unserer Haare, sondern signalisiert uns einen Mangel oder ein Zuviel an Pflege. Für eine Pflegeroutine, welche die Bedürfnisse brüchiger Haare befriedigt, braucht es reichhaltige Produkte und die richtigen Haarpflegetechniken. Diese helfen auch dabei, Haarbruch vorzubeugen.
Um brüchige Haare optimal zu pflegen, bedarf es der richtigen Produkte, die Feuchtigkeit spenden, statt sie zu entziehen und dem Haar wichtige Lipide zurückgeben, die beim Waschen verloren gehen. Rückfettende Shampoos, milde Spülungen sowie nährende Haarmasken sollten zu jeder Pflegeroutine dazugehören.
Haarbruch stoppen mit Hausmitteln? Probieren Sie es aus. Verschiedene sanfte Mittel spenden Ihren Haaren Feuchtigkeit und stärken sie dadurch. Brechen die Haare am Ansatz abbrechen, oder am ganzen Haar, können Sie es mit natürlichen Gegenmaßnahmen versuchen.
Zu den Hausmitteln gegen Haarbruch gehören:
Brechen die Haare ab, ist etwas, was Sie tun können, eine Honig-Haarkur auszuprobieren. Zusammen mit Eigelb und Mandelöl lässt sich damit eine Kur für kaputtes Haar herstellen. Enthält sie Rosmarin- und Lavendelöl trägt sie außerdem zur Beruhigung der Kopfhaut bei. Sie benötigen für solch eine Kur:
Schlagen Sie den Honig, das Mandelöl und das Eigelb. Fügen Sie das Lavendel- und Rosmarinöl dazu. Feuchten Sie das Haar mit warmem Wasser an und massieren Sie die Kur in das Haar ein. Ziehen Sie eine Plastikhaube darüber und lassen Sie die Kur 30 Minuten einziehen. Spülen Sie danach den Mix mit warmem Wasser ab und waschen Sie die Haare mit Shampoo.
Was ebenfalls gegen Haarbruch helfen kann, ist eine Bierwäsche. Sie dient der Kräftigung des Haars. Verwenden Sie dafür ein 0,2-Liter-Glas voll Bier. Spülen Sie Ihr Haar zunächst mit warmem Wasser, dann massieren Sie das Bier in Ihre Kopfhaut ein. Lassen Sie den Gerstensaft 15 Minuten wirken. Danach spülen Sie das Haar wiederum mit warmem Wasser aus.
Nicht nur die Wahl der Pflegeprodukte oder die Häufigkeit des Haarewaschens tragen dazu bei, das Haar vor Haarbruch zu schützen. Neben der richtigen Haarpflege helfen weitere wichtige Maßnahmen, Haarbruch effektiv vorzubeugen.
Eine gesunde Ernährung zielt darauf ab, den Körper mit allen wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen zu versorgen. Auch die Haare profitieren davon, wenn auf dem Speiseplan Ausgewogenheit herrscht:
Da die psychische Verfassung die Gesundheit unserer Haare beeinflusst, sollte Stress im Alltag aktiv reduziert werden. Techniken zur Stressreduktion wie Yoga und Achtsamkeitsübungen können dazu beitragen, die psychische Belastung zu senken und somit die Ausschüttung von Stresshormonen zu verringern. Indem man bewusst Stressquellen minimiert und sich regelmäßige Auszeiten für Entspannung gönnt, verbessert man nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern kann sich auch positiv auf die Haargesundheit auswirken.
Emilia Schüle (31) wurde als Schauspielerin mit langen, brünetten Haaren bekannt. Doch vor geraumer Zeit unterzog sie sich einem heftigen Makeover: Ihre Haarpracht fiel dem Rasierapparat zum Opfer und plötzlich sah man die Beauty nur noch mit Buzzcut.
Tatsächlich war ein Film der Grund, warm sich Emilia Schüle die raspelkurze Frisur zulegte. "Ansonsten hätte ich wahrscheinlich nicht den Mut dazu gehabt. Für die Rolle habe ich es sehr gerne getan, privat hätte ich mich aber nicht getraut", erklärte sie im Interview mit "Vogue".
"Ich hatte ein halbes Jahr Zeit, mich mental darauf vorzubereiten - und diese Zeit habe ich auch gebraucht." Für ihre Rolle in "Wunderschön" von Karoline Herfurth aus dem Jahr 2022 nahm sie die Herausforderung an und rasierte sich vor laufenden Kameras die Haare ab. "Da war keine Maskenbildnerin oder ein Hair-Stylist dabei, ich habe es ganz alleine getan. Ich glaube, ich war während der ganzen Sache aber sehr professionell. Ich stand da als Schauspielerin und wollte Tränen und ein großes Drama unbedingt vermeiden. Alle anderen waren unfassbar aufgeregt, ich hingegen erstaunlich klar dabei. Jedem, der hinter der Kamera stand, ist das Herz fast geplatzt, man hat es förmlich pochen gehört. Die Anspannung im Raum war groß", erinnerte sich die Schauspielerin.
Die Reaktionen auf ihre neue Frisur waren gemischt. Besonders ihre Mutter hatte Schwierigkeiten, die Veränderung zu akzeptieren. "Meine Mama war mit am Set und hat die ganze Zeit durchgeweint", berichtete Emilia Schüle.
Zu Beginn hatte ihr Mama einige Probleme, sich mit dem extremen Look ihrer Tochter anzufreunden. Doch nach einer Woche änderte sich ihre Sichtweise: "Du brauchst keine Haare, um schön zu sein. Trotz der anfänglichen Nervosität erlebte Emilia Schüle den Buzzcut als befreiend. "Ich spüre den Wind auf der Kopfhaut [...] Ich bin schneller unter der Dusche, fühle mich befreit und als wäre alles sehr viel praktischer." Der Haarschnitt brachte ein Gefühl von Erneuerung und Freiheit mit sich.
Mittlerweile sind die Haare der Schauspielerin wieder nachgewachsen. Sie trägt seither einen stylischen Fransenschnitt. Heutzutage gilt ein kurzgeschorener Schopf nicht mehr zwingend als politisches oder gesellschaftliches Statement. Mehr und mehr Frauen greifen auch einfach so zum Rasierer.
tags: #Haare #abrasieren #Gründe
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