Starker Haarausfall: Ursachen, Formen und Behandlungsmöglichkeiten

Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen, was oft mit einem hohen Leidensdruck verbunden ist. Haare erneuern sich ständig: Sie hören nach einer bestimmten Zeit auf zu wachsen und fallen aus, während neue Haare nachwachsen. Mit zunehmendem Alter ist auch lichteres Haar keine Seltenheit.

Von Haarausfall spricht man, wenn dieser mehrere Wochen andauert und täglich mehr als hundert Haare ausfallen oder haarfreie Stellen entstehen. Es ist wichtig, die Ursachen zu verstehen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Plötzlich büschelweise HAARAUSFALL! Arzt erklärt Grund für Haarverlust (kein Vitaminmangel!)

Formen von Haarausfall

Haarausfall tritt in unterschiedlichen Formen auf, die jeweils spezifische Ursachen haben können:

  • Erblicher Haarausfall (Androgenetische Alopezie): Die häufigste Ursache von Haarausfall bei Männern und Frauen.
  • Hormonell bedingter Haarausfall: Frauen leiden häufig unter Haarausfall aufgrund einer Veränderung im Hormonhaushalt. Ein Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Testosteron kann die Haarfollikel schrumpfen lassen. Bei jüngeren Frauen kann die Abnahme der Haardichte zum Beispiel auch durch ein Polyzystisches Ovar Syndrom (PCOS) bedingt sein.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Kann in nahezu jedem Lebensalter auftreten, wobei die Haare schmerzlos und büschelweise ausfallen. Die Krankheit kann neben dem Kopfhaar auch die übrige Körperbehaarung betreffen. Fallen die Haare komplett aus, sprechen Experten von einer Alopecia areata universalis. Alopecia areata ist eine Autoimmunkrankheit. Durch einen Angriff des Immunsystems werden die Haare in ihrem Wachstum so stark gestört, dass sie ausfallen.
  • Diffuser Haarausfall: Gleichmäßig, über den ganzen Kopf verteilt, fallen die Haare aus. Die Ursachen sind vielfältig.

Mögliche Auslöser für diffusen Haarausfall:

  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Bestimmte Medikamente
  • Chronische Erkrankungen
  • Autoimmunkrankheiten
  • Schwere Infekte wie eine Grippe
  • Mangelernährung (beispielsweise Eisen, Zink, Selen, Vitamin D oder Vitamin A)
  • Chemotherapie

Einige Kopfhauterkrankungen können vorübergehend oder dauerhaft zu Haarverlust führen. Dazu zählen schwere Ekzeme der Kopfhaut oder Pilzerkrankungen. Auch Druck und Zug auf die Haare kann zum Ausfall führen.

Diagnose von Haarausfall

Bei der Untersuchung fragt die Ärztin oder der Arzt ausführlich nach der Vorgeschichte der Patientin, bisherigen Untersuchungen und Therapien sowie Symptomen. Dann werden die Haare unter der Lupe betrachtet und geprüft, ob sie brüchig sind. Ein Zupftest zeigt, ob sich die Haare schnell lösen. Anschließend wird die Haarwurzel untersucht. Ein sogenanntes Trichogramm zeigt, in welcher Wachstumsphase die Haare ausfallen. Weitere Erkenntnisse kann eine computergestützte Haaranalyse liefern.

Behandlungsmöglichkeiten

Je früher die passende Behandlung eingeleitet wird, umso größer ist die Erfolgschance der Therapie. Zunächst muss aber die genaue Ursache des Haarausfalls gefunden sein, erst dann erstellt der Arzt einen individuellen Therapieplan. Ist ein bestimmtes Medikament für Haarausfall verantwortlich, kann möglicherweise ein alternatives Präparat ausprobiert werden.

Medikamente

Es gibt zwei Wirkstoffe, die dem Haarausfall wirksam entgegensteuern können:

  • Minoxidil: Der Blutdrucksenker lässt bei erblich bedingtem Haarausfall in einigen Fällen neue, kräftigere Haare nachwachsen. Allerdings kann das Medikament Nebenwirkungen wie Kreislaufbeschwerden und Haarwuchs im Gesicht verursachen.
  • Koffein-Präparate: Bei diagnostiziertem Haarausfall können Hautärzte als Therapie die Injektion koffeinhaltiger Präparate in die Kopfhaut verschreiben.
  • Anti-Androgene: Gegen hormonbedingten Haarausfall verschreiben Dermatologinnen und Dermatologen Tabletten, die Anti-Androgene enthalten.

Haartransplantation

Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahlen Stellen setzt der Arzt Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate. Dabei bestimmt er auch die Dichte und Richtung, in der die Haare in Zukunft wachsen sollen. Das Ganze geschieht in Millimeterarbeit.

Weitere Produkte und Tipps

Ob Öle, Seren oder Pulver zum Einnehmen: Im Einzelhandel werben viele Produkte damit, Haarverlust "aktiv" zu bekämpfen - mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Bambus oder Basilikum. Expertinnen und Experten zweifeln jedoch an der Aussagekraft von oft kleinen und über einen kurzen Zeitraum durchgeführten Herstellerstudien.

Nahrungsergänzungsmittel

Auch Nahrungsergänzungsmittel versprechen mitunter eine hohe Wirksamkeit bei Haarausfall, ihre Wirksamkeit ist oft jedoch nicht belegt. Die Produkte enthalten neben Vitaminen häufig auch Spurenelemente oder Extrakte, manchmal in sehr hohen Dosen. Diese sind per se nicht schädlich, jedoch kann der Körper beispielsweise zu viel Vitamin A - dessen Tagesbedarf einige der Vitaminkapseln vollständig decken - nicht ausscheiden. Eine langfristig zu hohe Aufnahme von Vitamin A kann zu trockener Haut und Haarausfall führen.

Grundsätzlich gilt: Wer sich ausgewogen und ausreichend ernährt, muss in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel gegen Haarausfall einnehmen.

Styling-Tipps

Dennoch gibt es einige Tipps und Tricks, wie Frauen dünne Haare pflegen und kaschieren können. Mittlerweile haben sich einige Friseurinnen und Friseure darauf spezialisiert:

  • Beim Fönen - und auch bei starker Sonneneinstrahlung - ein Hitzeschutzspray auftragen.
  • Für mehr Volumen Haarspray und Styling-Schaum für den Haaransatz verwenden.

Medikamente als Ursache für Haarausfall

Bei der Einnahme von Medikamenten können Wirkstoffe innerhalb der Wachstumsphase über das Blut in die Haarwurzeln gelangen und dort das Haarwachstum bremsen oder sogar stoppen. Etwa 80 % aller Haare befinden sich gleichzeitig in der Wachstumsphase. So sorgt der Körper dafür, dass immer ausreichend Haare vorhanden sind.

Bekannte Medikamente und ihre Auswirkungen:

  • Beta-Blocker: Verschreibungspflichtige Beta-Blocker, die gegen Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen verschrieben werden, können in einigen Fällen dazu führen, dass die Haarwurzeln absterben. Besonders die Wirkstoffe Metoprolol und Propanolol werden mit dieser Nebenwirkung in Zusammenhang gebracht.
  • Ibuprofen: Bei häufiger Einnahme kann das Haar dünner werden und schließlich kann es auch zu Haarausfall kommen.
  • Blutverdünner (Heparin): Heparin beschädigt die Haarfollikel und führt so zu Haarausfall.
  • Retinoide: Dringen Retinoide zur Haarwurzel vor, kommt es zu einer Überdosis und das Haar verfällt in eine Art Koma und kann ausfallen. Zudem wirken Retionoide auch auf Zellen, die Keratin produzieren. Durch die Einwirkung kann Dichte, Verteilung und Farbe der Körperbehaarung beeinflusst werden.
  • Antidepressiva: Verschiedene Mittel, die bei depressiven Symptomen eingesetzt werden, wie zum Beispiel Imipramin, Doxepin oder auch Fluoxetin sorgen dafür, dass die Ruhephase aussetzt und das Haar nach der Übergangsphase direkt abstirbt. Es kommt zu frühzeitigem, verstärktem Haarausfall und das Haar wird insgesamt dünner.

Was tun bei medikamentenbedingtem Haarausfall?

Oft hilft es bereits, die Problematik mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Dieser kann häufig einfach ein anderes Medikament verschreiben und die Umstellung kann den Haarausfall bereits regulieren. Auch alternative Schmerztherapien sind ein möglicher Weg, um die Wirkstoffe, die als Haarausfall Ursachen identifiziert wurden, zu vermeiden.

Shampoos gegen Haarausfall

Dann kann das richtige Shampoo gegen Haarausfall eine gute Möglichkeit sein, um die Symptome zu behandeln. Ein Coffein Shampoo pflegt nicht nur Haare und Kopfhaut, sondern fördert auch das Haarwachstum, schützt die Haarwurzeln, wirkt Haarausfall entgegen und fördert die Durchblutung der Kopfhaut.

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