Hunderassen mit Haaren statt Fell: Weniger Haarausfall für ein sauberes Zuhause

Hunde sind treue Wegbegleiter, aber als Halter sollte man sich darauf einstellen, dass einige unhygienische Dinge wie Sabbern oder Dreck mit in die Wohnung oder das Haus kommen, wenn ein Vierbeiner einzieht. Auch mit den Haaren der felltragenden Tiere muss man rechnen. Viele Menschen lieben Hunde, ihre losen Haare oder herumfliegenden Haarbüschel während des Fellwechsels jedoch weniger.

Darüber hinaus finden manche Menschen herumfliegende Haarbüschel auch unhygienisch oder reagieren vielleicht sogar allergisch darauf. Auf der Suche nach einem Hund überlegen viele bereits im Vorfeld, ob es Hunderassen gibt, die wenig haaren oder vielleicht gar kein Fell verlieren. Generell gilt, dass jeder Hund haart. Hunderassen, die keine Haare verlieren, gibt es nicht. Zumindest mit dem alltäglichen Haarverlust müssen Sie sich daher auf jeden Fall abfinden. Allerdings fällt dieser Haarverlust bei einigen Rassen deutlich geringer aus, als üblich.

In diesem Artikel werden wir uns näher mit dem Aufbau des Hundefells beschäftigen und aufzeigen, warum manche Hunde weniger haaren als andere. Außerdem stellen wir Ihnen geeignete Rassen vor, die kaum Fell verlieren.

Top 10 Hunde, die nicht haaren: Allergikerfreundliche & reine Hunderassen

Warum haaren Hunde?

Hunde verlieren genau wie wir Menschen Tag für Tag eine gewisse Anzahl an Haaren, die vom Körper durch neue Haare ersetzt werden. Das ist vollkommen normal und hält sich bei gesunden Tieren auch in Grenzen. Hinzu kommt bei den meisten Hunderassen zwei Mal pro Jahr der sogenannte Fellwechsel.

Während dieser mehrwöchigen Phase im Frühjahr und im Herbst passen sich die Hunde an die sich ändernden Temperaturen an. Der Haarverlust ist bei Hunden, die gerade ihr Fell wechseln, besonders stark. Von diesen natürlichen Ursachen abgesehen, kann ein übermäßiger Haarausfall allerdings auch ein Zeichen für gesundheitliche Probleme sein.

Zunächst beschäftigen wir uns näher mit dem Aufbau des Hundefells und warum manche von sich auch weniger haaren, als andere. Aus dem Haarfollikel eines Hundes wächst ein Grannenhaar, das von mehreren Wollhaaren umgeben ist. Diese Wollhaare bilden die sogenannte Unterwolle, die dichter am Körper anliegt und dafür sorgt, dass Hunde nicht frieren. Die Grannenhaare wiederum bilden das Deckhaar, das eine härtere und dickere Struktur hat als die weiche Unterwolle.

Doch so vielfältig die Hunderassen sind, so vielfältig ist auch ihr Fell: Es gibt Kurz- oder Langhaar, mit oder ohne Unterwolle, Rauhaar, Stockhaar und auch Hunde, die gar kein Fell verlieren oder kaum Haare besitzen. Jede Art von Fell braucht die passende Pflege, die bei manchen Rassen auch etwas intensiver ausfallen kann. Zudem findet im Frühjahr und Winter bei den meisten Hunderassen ein Fellwechsel statt.

Die meisten Hunde benötigen vor allem in der Zeit des Fellwechsels daher eine tägliche Fellpflege. Diese jährlich wiederkehrende Zeit kann bis zu acht Wochen dauern. Am meisten Haare verlieren in dieser Zeit Rassen mit viel Unterwolle, wie Golden Retriever oder Australien Shepherd. Hier muss man regelmäßig mit einem Striegel und Bürste die Unterwolle und das abgestorbene Deckhaar herausbürsten, damit es nicht zu schlimmen Verfilzungen kommt.

Fellpflege ist wichtig

Wollen Sie Hundehaare in Ihrer Wohnung vermeiden und sicherstellen, dass Ihr Vierbeiner ein gesundes Fell hat, ist regelmäßige Pflege unverzichtbar. Kämmen Sie das Fell Ihres Hundes am besten täglich mit einer dazu geeigneten Bürste, beziehungsweise einem Kamm. Auf diese Weise entfernen Sie lose Haare, bevor sich diese überall verteilen können. Gleichzeitig regen Sie dadurch die Durchblutung der Haut an, was das Nachwachsen neuer Haare und die Nährstoffversorgung des Fells fördert.

Bei Hunderassen, die keine, beziehungsweise wenige Haare verlieren und ihr Fell nicht wechseln, ist die Fellpflege übrigens von besonders großer Bedeutung. Denn ihre Haare wachsen in der Regel immer weiter, sodass neben regelmäßigem Kämmen von Zeit zu Zeit auch ein Besuch beim Hundefriseur notwendig ist.

Hunderassen, die wenig haaren

Es gibt einige Hunderassen, die dafür bekannt sind, dass sie nur sehr wenige Haare verlieren. Hinzu kommt, dass nicht alle Hunderassen ihr Fell wechseln, sodass das dadurch bedingte übermäßige Haaren ausbleibt. Am wenigsten haaren Hunde mit kurzem, glatten Deckhaar ohne Unterwolle, wie z. B. der Kurzhaardackel.

Hier ein paar geeignete Rassen, die zurzeit sehr beliebt sind:

Pudel

Pudel zählen sicherlich zu den bekanntesten Hunderassen, die kaum Haare verlieren. Pudel sind sehr gelehrig und familienfreundlich, und werden verstärkt als Therapie- und Assistenzhund eingesetzt, denn sie besitzen ein hohes Einfühlungsvermögen. Das feine, dichte und wollige Fell unterliegt keinem Fellwechsel und wächst immer weiter, ca. 1 cm pro Monat.

Pudel werden deshalb nicht gebürstet, sondern müssen regelmäßig geschoren werden, wenn das Fell lockig-gekräuselt getragen wird. Lässt man die Haarpracht wachsen, wird sie in mindestens 20 cm lange Schnüren gedreht, mit denen die Hunde ein wenig an Rastafaris erinnern. Der Pudel kann mehr als nur frisiert werden. Er ist ein sehr freundlicher und intelligenter Hund, der mit seinen Menschen durch dick und dünn geht.

Dabei zählen vor allem Königspudel und Standardpudel durchaus zu den großen Hunderassen, die wenig haaren und für Allergiker geeignet sind. Die Vierbeiner haben ein cleveres Köpfchen und können auch als Therapiehunde ausgebildet werden.

Labradoodle und Goldendoodle

Die Kombinationen aus Labrador Retriever und Pudel oder Golden Retriever und Pudel sind momentan sehr angesagt, und besonders für Allergiker geeignet. Studien haben gezeigt, dass Retriever wenig Allergene haben. Hinzu kommt, dass Pudel kaum Haare verlieren. Das Fell der Labradoodle ist tendenziell ein wenig kürzer als das der Goldendoodle.

Farblich gibt es ein breites Spektrum: Weiß, Creme, Rot, Braun, Schwarz, Grau und Apricot. Aber nicht nur Allergiker wissen diese Züchtungen zu schätzen. Beide Kreuzungen gelten als superfreundlich und hochintelligent. Hybridhunde wie der Labradoodle sollen das beste von zwei Rassen vereinen, das klappt aber leider nicht immer.

Genauer gesagt: Labradoodle haaren so gut wie nicht und bringen dabei noch ein ausgeglichenes und freundliches Wesen mit. Wie alle →Doodle-Hunderassen benötigt das gelockte Fell allerdings etwas Pflege und ab und zu einen Haarschnitt. Suchst du eine große, nicht haarende Hunderasse, die auch ein →Familienhund ist, eignet sich der Labradoodle ideal.

Bollipoo und Maltipoo

Die beiden Kreuzungen sind wesentlich kleiner als Labradoodle und Goldendoodle. Der Bollipoo ist ein hyprider Rassemix aus Bolonka Zwetna und Pudel. Der Maltipoo ist eine Kreuzung aus Malteser und Pudel. Beide Mixe gehören zu den hypoallergenen Rassen und sind sehr pflegeleicht. Die Fellfarbe reicht über Weiß, Grau, Apricot, Braun, bis hin zu Schwarz. Das endlos wachsende Fell muss nur von Zeit zu Zeit geschoren werden.

Yorkshire Terrier

Der Yorkshire Terrier soll hier nur stellvertretend für andere Terrierrassen genannt werden, denn viele von ihnen verlieren nur wenig Haare. Die meisten Terrier haben relativ drahtiges Fell, dass mehrfach im Jahr getrimmt werden sollte. Mit dem richtigen Haarschnitt verlieren sie daher nur sehr wenig Haare. In der Regel wird ein Trimm des Fells 3 bis 4 Mal pro Jahr empfohlen.

Yorkshire-Terrier eignen sich trotz ihrer geringen Größe sehr gut als Wachhunde. Yorkies sind lebhafte, selbstbewusste Hunde. Ihre intelligente und mutige Natur macht sie zu ausgezeichneten Begleitern. Sie benötigen jedoch eine konsequente Erziehung, um ihre dominante Seite zu kontrollieren.

Portugiesischer Wasserhund

Auch diese Rasse, die man kurz auch als „Portie“ bezeichnet, wechselt das Fell nicht und haart wie der Pudel sehr wenig. Schon Barack Obama, der ehemalige Präsident der USA, wusste den Portugiesischen Wasserhund zu schätzen. Portugiesische Wasserhunde haaren kaum und gelten als gelehrig. Porties sind mittelgroß und haben mehrheitlich eine Löwenschur. Das Fell der vorderen Körperhälfte ist lang und wellig, wie eine Mähne. Die hintere Körperhälfte ist bis auf den Schwanz nahezu kahl.

Die Fellfarbe ist meist Schwarz, Weiß, Braun, sowohl einfarbig als auch gescheckt. Das Fell kann lang gewellt oder kurz- und kraushaarig sein. Früher halfen die Wasserhunde den Fischern und bewachten den Fang, oder apportierten entkommene Fische. Heute sind sie Familienhunde, die aber eine konsequente Erziehung brauchen, da sie einen eher eigenwilligen Charakter haben, worüber ihr wuscheliges, drolliges Aussehen leicht hinwegtäuschen kann.

Schnauzer

Diese mittelgroßen Hunde haben, wie ihr Name es schon verrät, einen ausgeprägten Schnauzbart. Zur Familie zählen sowohl der Zwergschnauzer, als auch der Riesenschnauzer. Der Mittelschnauzer verkörpert dabei den ursprünglichsten Rassetyp und ist in Deutschland weit verbreitet. Das Fell ist rauhaarig, d. h. neben der dichten Unterwolle hat er ein hartes und drahtig wirkendes Deckhaar.

Es reicht, ihn zwei- bis dreimal im Jahr zu trimmen. Nur der Bart und die buschigen Augenbrauen müssen regelmäßig gekämmt werden. Die Fellfarbe ist Schwarz oder Pfeffer und Salz. Die robusten Hunde sind sportlich, lebhaft, selbstbewusst und auch eigenwillig. Der Schnauzer stammt vom rauhaarigen Pinscher ab und ist ein echter Allroundhund.

Weitere Rassen

Es gibt noch unzählige Rassen, die infrage kommen, wenn man auf der Suche nach einem Hund ist, der kaum Fell verliert. Hier eine kleine Auswahl:

  • Bichon Frisé
  • Havaneser
  • Malteser
  • Shih Tzu
  • Barbet

Allergie und Hundehaar: Was ist zu beachten?

Auch Allergiker sollten prinzipiell darauf achten, dass ihre Hunde nicht zu viele Haare verlieren. Zwar reagieren sie im Grunde nicht auf die Hundehaare an sich, sondern auf Stoffe, die sich in den Hautschuppen, dem Speichel oder Urin befinden. Diese Stoffe lagern sich aber auch in den Haaren ab und gelangen durch die Fellpflege in die Atemluft. Besonders während des Fellwechsels werden die Haare quer durch die ganze Wohnung verteilt, was für Allergiker eine schwere Belastung werden kann.

Am besten wäre es natürlich, bei einer starken Hundeallergie auf einen Vierbeiner zu verzichten. Wer aber trotz Allergie nicht auf einen vierbeinigen Freund verzichten möchte, sollte sich bei der Anschaffung auf eine Hunderasse konzentrieren, die nur wenig haart. Da kein Tier vollkommen hypoallergen ist, sollten Allergiker immer erst eine gewisse Zeit mit dem potenziellen neuen Familienmitglied verbringen, bevor sie den Hund adoptieren.

So können Sie sicher sein, dass niemand aus Ihrer Familie allergisch reagiert. Es ist wichtig, sich gut über die richtige Pflege zu informieren. Der Bichon Frisé überzeugt, ebenso wie der Malteser und der Havaneser, mit seinem fröhlichen Wesen.

Fazit

Ob klein oder groß, es gibt viele Hunderassen, die infrage kommen, wenn man nach einem Hund sucht, der kaum Fell verliert. Hunde mit lockigem Fell haaren nicht. Hunde mit glattem Deckhaar und ohne Unterwolle haaren wenig. Je kleiner der Hund, desto weniger Fell.

Auch Nackthunde verlieren natürlich keine Haare, allerdings ist ihre Haltung nicht zu empfehlen. Der Deutsche Tierschutzbund schätzt sie aufgrund der vielen gesundheitlichen Probleme auch als Qualzucht ein.

Letztendlich ist die Wahl der richtigen Hunderasse eine individuelle Entscheidung, die von Ihren persönlichen Vorlieben, Ihrem Lebensstil und möglichen Allergien abhängt. Informieren Sie sich gründlich und verbringen Sie Zeit mit verschiedenen Rassen, um den perfekten felligen Freund für sich zu finden.

Hunderassen, die wenig haaren: Ein Überblick
Rasse Felltyp Besondere Merkmale Geeignet für Allergiker?
Pudel Lockig, dicht Kaum Fellwechsel, intelligent, vielseitig Ja
Labradoodle Lockig, flauschig Hybridrasse, freundlich, ausgeglichen Ja
Yorkshire Terrier Seidig, glatt Keine Unterwolle, lebhaft, selbstbewusst Bedingt
Portugiesischer Wasserhund Lockig, wasserabweisend Kaum Fellwechsel, intelligent, aktiv Ja
Schnauzer Rauhaarig, drahtig Ausgeprägter Bart, robust, sportlich Bedingt

tags: #Hunderassen #mit #Haaren #statt #Fell

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