Hummeln sind wichtige Bestäuber in unserer Umwelt. Es gibt in Deutschland 41 Hummelarten. Doch warum haben manche Hummeln kahle Köpfe? Dieser Frage gehen wir in diesem Artikel auf den Grund.
Erdhummel (Bombus terrestris)
Im Gegensatz zu ihren pelzigen Körpern haben manche Hummeln einen kahlen Kopf. Das kommt durch enge Nesteingänge, an denen sie sich die Haare abreiben. Aber auch am Rest ihres Körpers verlieren die Brummer mit zunehmendem Alter ihre Haare und ihre Farbe.
Es gibt aber auch andere Ursachen für Haarausfall bei Hummeln. So kann beispielsweise die Königin einer Gartenhummel (Bombus hortorum) im Frühjahr bereits eine Thoraxglatze haben. Die Behaarung des Thorax fehlt weiträumig. Ein "Schicksal", welches dieses Tier eigentlich erst in zwei oder drei Monaten ereilen sollte und nicht jetzt schon im Frühjahr.
Nicht nur die Ackerhummel lässt sich hierzulande auf Wiesen, Streuobstwiesen und im Siedlungsbereich von März bis November beobachten: insgesamt sind in Deutschland 41 Hummelarten bekannt. Die behaarten Brummer fliegen bereits ab 1° C. Je nach Art variiert ihre Größe zwischen 10 und 25 mm, womit sie größer sind als die bekannte Honigbiene.
Hummel auf einer Blüte
Ackerhummeln und andere Hummelarten leben primitiv eusozial, also völkerbildend. Jungköniginnen überwintern in Erdlöchern, Grashaufen und Spalten und gehen im Frühjahr auf Nistplatzsuche. Dazu fliegen die dicken Brummer niedrig über Wiesen. Aus Wachs baut die Königin einige Zellen in die sie mehrere Eier legt, aus welchen die ersten Arbeiterinnen schlüpfen, die ihr dann beim Brutgeschäft helfen und sie versorgen. So bilden sie über den Sommer kleine Völker von 30 bis 600 Individuen.
Jeden Hochsommer verhungern unzählige Hummeln. Es gibt zu wenig Spätblüher, Wiesen werden zu oft und intensiv genutzt. Nistmöglichkeiten fehlen. Einer der Gründe ist die intensive Landwirtschaft. Pflanzenschutzmittel setzen den Hummeln ebenfalls zu. Und der Klimawandel: Wo es immer wärmer wird, verschwinden die dicken Brummer aus ganzen Regionen.
Hummelhaus im Garten
Hummeln leben seit mehr als 25 Millionen Jahren auf unserer Erde. Mit ihrem langen Rüssel, ihrer Ausdauer und Robustheit sind Hummeln extrem wichtige Bestäuber. Viele Pflanzen mit besonders tief liegendem Nektar und auch Nachtschattengewächse wie die Tomate sind von der Hummel abhängig.
Hummeln mit Honigwasser oder Zuckersaft aufpäppeln ist keine gute Idee. Geschwächte Hummeln sind oft in Kältestarre, um Energie zu sparen. Am besten helft Ihr Hummeln mit einem hummelfreundlichen Garten oder Balkon: Naturnah, mit wilden Ecken, wenig Rasenmähen und vielen Blühpflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr und auch spät blühen.
Übrigens: Hummeln stehen unter Artenschutz.
| Merkmal | Hummel | Biene |
|---|---|---|
| Aktivität bei niedrigen Temperaturen | Aktiv ab 2-6 Grad Celsius | Weniger aktiv bei niedrigen Temperaturen |
| Nektaraufnahme pro Flug | Ca. 12-mal mehr als eine Honigbiene | Weniger Nektaraufnahme |
| Sammeln von Nektar und Pollen | Gleichzeitig | Getrennt |
| Überwinterung | Nur die Königin überwintert | Arbeiterinnen überleben teilweise den Winter |
Hummeln sind faszinierende und wichtige Insekten, die unsere Aufmerksamkeit und unseren Schutz verdienen. Helfen wir mit, ihren Lebensraum zu erhalten und ihnen das Überleben zu sichern.
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